#112: Vormittagsspeedbasteln am 14. Februar 2023: Treppen

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!
  • Auf besondere Wunsch findet am morgigen Dienstag ein Vormittagsspeedbasteln statt:


    Vorbesprechung: 10:00 Uhr


    Bastelbeginn: 10:30 Uhr


    Bastelzeit: 1 Stunde


    Nachreichen: erwünscht

  • So, ihr könnt 1 Stunde basteln, das Thema lautet:


    Treppen.


    Nachreichen ist erwünscht, Kommentieren und Lobsen erwartet.

  • Logan

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  • Der Pfad der 10.000 Stufen

    Die Ureinwohner Gaias, die Olog-Than, sind eine sehr spirituelle und auch religiöse Spezies, für die Riten und Gebräuche fest zum Leben dazugehören. Ihr Glauben verbindet sie mit der Natur, der Welt mit ihren Geistern und ihren Ahnen. Eines des Brauchtümer der Olog-Than, die im Weltendgebirge leben und das in Bezug zu den Ahnen steht, der "Marsch auf dem Pfad der 10.000 Stufen" ("Murzaad a Droddgul" (olog-than für "Marsch auf dem Titanenpfad") oder nur "Murzaad" genannt).

    Dabei handelt es sich um eine rund 100 km lange Wanderroute zwischen den Olog-Than-Städten Kraalbor und Quul Unbyl. Diese Route, auch als der "Titanenpfad" bezeichnet, führt von der auf rund 1.500 m gelegenen Stadt Kraalbor über drei Bergrücken hinauf zur Tempelstadt Quul Unbyl, die auf rund 4.000 m liegt, und zeichnet sich vor allem darin aus, dass eine Unmenge an großen und uralten, teils stark verwitterten Felsstufen in die Berge geschlagen wurden. Die Stufen haben in etwa eine Höhe von 50 bis 70 cm, wobei es auch manche mit einer Höhe von gut 1 m gibt. Die Olog-Than behaupten, dass die altvorderen Olog-Than diese Treppen in die Felswand geschlagen haben.

    Der Sinn des Marschs ist es, einmal im Leben mit einem Knochen einer Ahn*in die Treppen von Kraalbor hinauf zu den Tempeln von Quul Unbyl zu wandern und dabei die 10.000 Stufen zu beschreiten. Oben, in der Tempelstadt angekommen, wird die Pilger*in von den uralten Priester*innen gesegnet und der Knochen in eine der Tempelgrüfte gebettet. Dort soll die Ahn*in als Stellvertreter*in der Familie in die Reihen der Weltengeister aufgenommen werden und am Hof der hohen Erdgött*innen Fürsprache für die Familie und die Pilger*in halten. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, den Marsch auf dem Titanenpfad zu beschreiten und dass man seine Familie entehren würde, wenn man dies nicht einmal in seinem Leben machen würde.

    Aufgrund der Strapazen werden oft junge Olog-Than damit beauftragt, diese Reise zu unternehmen. Auch wenn die Olog-Than als eine sehr robuste Spezies gelten, so ist das Beschreiten des Pfades und der große Höhenunterschied schon eine immense Anstrengung und könnte für alte Olog-Than, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, unangenehme, ja sogar tödliche Folgen haben.

    Unter den anderen Völkern, besonders den Menschen, gibt es seit einigen Jahren auch immer wieder den Trend, diesen Pfad zu beschreiten, obwohl dies eine noch größere Herausforderung ist. Da diese den Marsch aber nicht aus religiösen Gründen, sondern lediglich der schon genannten Herausforderung wegen durchführen, werden sind sie von den Pilger*innen nicht gern gesehen und es kann schon manchmal Reibereien zwischen ihnen und den Menschen kommen. Den Priester*innen hingegen sind diese Touristen auch recht, dann mit ihnen kommt auch etwas zusätzliches Geld in die Kassen der Tempelstadt, was der Instandhaltung und der Vorratshaltung zu Gute kommt.

  • Treppen ins Gebirge


    Der Wanderer setzte sich auf einen niedrigen Stein neben der Treppe und seufzte. Stunden hatte er gebraucht diese Treppen zu erklimmen. Doch würde es wohl noch dauern, bis er am Ziel war. Dabei hatte es so einfach geklungen.


    In der Bibliothek hatte er einen Hinweis auf ein zwergisches Heiligtum gefunden. Schon das war bemerkenswert. Über die Heiligtümer der Zwerge war nicht allzuviel bekannt und noch dazu handelte es sich um ein Zwergenheiligtum an der Oberfläche. Die Reise war beschlossene Sache, als er von den alten Inschriften las. Doch hatte es geheißen, dass der Weg gut ausgebaut und das Heiligtum trotz seiner Lage im Gebirge gut zu erreichen war.


    Ausgebaut führwar! Der Weg war in den Fels gehauen und die Steigung durch die Treppe erleichtert! Doch gut zu erreichen? Die Treppenstufen waren für Zwerge geschaffen. Nicht breit genug, dass er den Fuß richtig aufsetzen konnte und gerade so niedrig und gerade so hoch, Dass sie unbequem zu ersteigen war: entweder nur Trippelschritte vorwärtskommen oder sich beim Überschreiten mehrerer Stufen überanstrengen.


    Wieder seufzte der Wanderer und ging weiter. Hinter der nächsten Biegung fand er eine fest verschlossene Tür in der Steilwand, an der die Treppe vorbeilief. Vor der Tür war eine kleine Standfläche, von der aus eine Treppe mit viel bequemeren Stufen ihren Anfang nahm. Sie führte direkt neben der anderen Treppe weiter. Auf der anderen Seite der Tür war eine Sitzbank in den Fels geschlagen.


    Erfreut nahm der Wanderer die einfachere Treppe. Sie stieg schneller an und glich das aus, indem es Abschnitte ohne Steigung gab. An zwei Stellen waren Bänke aus dem Fels geschlagen. Zwergengröße, aber dennoch für eine kurze Rast geeignet.


    Doch erstaunlich schnell endeten die Treppen an einem kleinen Plateau vor einer Höhlung. Dort gab es Steinbänke und-Tische und eine Art Altar stand vor dem Relief einer Gittertür. Rechts und links der Tür waren Inschriften zu sehen. Der obere Teil war nachlässig in einer ihm unbekannten Schrift gehalten, während darunter prachtvolle, typisch zwergische Inschriften zu sehen war. Gegenüber der Stelle, an der die Treppen endeten, führte eine offen stehende Tür in den Berg.


    An den Tischen saßen einige Zwerge bei einem Mahl. Nachdem geklärt war, wieso ein menschlicher Gelehrter hierher kam und die Zwerge lakonisch erklärten, sie seien zur Kontrolle hier, luden ihn die Zwerge ein, an ihrem Mahl teilzunehmen. Für Fragen sei später Zeit.


    Als diese Zeit kam, fragte der Wanderer als erstes, warum es zwei Treppen gebe. Er erfuhr, dass die erste Treppe zu klein für Zwerge sei. Genaues wussten sie nicht darüber, wer sie erbaut habe. Doch vermuteten sie, dass von den Erbauern auch die oberen Inschriften stammten. Es wurde vermutet, dass sie den Zwergen, die die unteren Inschriften anfertigten, noch bekannt war, da der Inhalt wie eine Übersetzung aus einer fremden Sprache wirkte.


    Überrascht nahm er zur Kenntnis, dass es sich um kein Heiligtum handelte, als die Zwerge halb empört, halb verwundert konstatierten, dass es an der Oberfläche nur Unheiliges gebe.


    [Und was dies Unheilige war, wird ein Andermal berichtet.]


    PS: Ich vergaß zu erwähnen, dass die ältere Treppe starke Abnutzungsspuren aufweist.

  • Die frühe Stunde ist vorbei. Jetzt ist Zeit für fleißiges - und umfangreiches - Nachreichen, Preisen und Loben!


    Ich werde heute Abend dann lobpreisen, wenn vielleicht noch was eingetroffen ist.

  • Treppen



    Die Bauherren auf Preneth:

    Treppenstufen werden hier nur minimal eingesetzt. Die meisten Gebäude sind ebenerdig und benötigen also keinerlei Treppen. Höchstens mal ein oder zwei Stufen um eine Unebenheiten im Gelände auszugleichen.


    Da Biidhlime im Schnitt größer sind als Menschen werden natürlich auch die Stufen eine höhere Steigung haben. Allerdings brauche sie genau so große Auftritte. Daraus folgt, dass Treppen (in den seltenen Fällen das sie gebaut werden) sehr lang und für den Menschen unbequem zu besteigen sind.


    Viele Stufen werden aus dem Material gebaut das in der Nähe vorkommt. Also Lehm und Stein, oder auch aus Ästen. Im Normalfall wird Holz nicht weiter verarbeitet, sondern in der Form verwendet in der man es vom Baum schlägt (rund).



    Die Bauherren von Aewekon (im Osten) :

    Hier werden Treppen zu Übergängen allerorts gebaut. Die meisten Gebäude befinden sich an Steilwänden, sind in und um den Felsen errichtet. Ausserdem verbinden Brücken den ein oder andern Ort der höher und tiefer gelegen ist. Daher gibt es auch Brückentreppen.


    Den Bewohnern auf Aewekon ist es wichtig diese vielen Stufen, die teilweise mehrere Male am Tag herauf und hinunter gestiegen werden müssen, so bequem und effektiv wie möglich zu überwinden. Darum sollte ein bestimmter Steigungswinkel nicht über oder unterschritten werden. Die Erbauer von Treppen in öffentlichen Gebäuden und auf öffentlichen Wegen halten sich an bestimmte Normen. Im privaten ist dies nicht notwendig, aber dennoch zu bevorzugen. Ausnahmen sind natürlich wenn eine gewisse Höhe aufgrund der Steigung oder dem vorhanden Platz nicht erreicht werden kann.


    Die Treppen hier im Osten werden meist direkt in den Stein gehauen oder es werden Steinerne Stufen auf eine Unterkonstruktion aus Holz verlegt. Allerdings werden auch viele Treppen aus Massivholz hergestellt. Dafür werden Bäume sowohl auf dem Plateau geerntet und verarbeitet als auch aus dem Westen angeliefert. Große Meister stellen wahre Kunstwerke an Treppen her. Viele Bauherren aus dem Westen kommen hier her um sich inspirieren zu lassen.



    Die Bauherren von Aewekon (im Westen) :

    Neben der Notwendigkeit Treppen zu haben, sind hier die meisten Bauwerke gleichzeitig auch Protzbau und müssen vorzeigbar sein. Daher haben viele Gebäude eine große, breite Treppe vor dem Eingang. Je größer das Haus, desto größer auch die Treppe.

    -

    Im Osten wird hauptsächlich aus Gestein gebaut. Treppen werden aus dem kostbarsten Marmor hergestellt. Auch vergoldete, versilberte oder Sonst wie aufgewertete Treppen sind üblich. Natürlich spricht man dabei nicht nur von den öffentlichen Gebäuden, sondern auch private Villen, Häuser und Hütten wollen zeigen wie schön ihre Aufgänge sind.

    Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag,
    doch niemals klug für den, der kommen mag.

  • Ich habe heute Lobsbeerboden dabei.


    Ich habe etwas jongliert, um Zeit zu haben und jetzt bin ich im Stress. Aber gelobst werden muss eben.


    Logan : Eine Wanderschaft wie sie in manchen Kulturen vorkommt verbunden mit Ahnenkult und unbequemem Weg ist eine interessante Kombination. Und der mögliche Konflikt mit den 'Touristen' gibt dem einen realistisch-modernen Anstrich. Ist dir bekannt, wie die Stufen wirklich entstanden?


    Riothamus : Zwei Treppen nebeneinander? Was soll der Blödsinn?


    Sirion Tond : Trotz des technischen Themas ist die Beschreibung der architektonischen Gepflogenheiten schön flüssig zu lesen. Es gefällt mir auch, dass die Kulturen in Beziehung gesetzt werden. Wieviele Stilregionen gibt es bei dir denn insgesamt?


    Schon mal zu meinem Geschreibsel:


    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass die ältere Treppe starke Abnutzungsspuren zeigt. Falls jemand meine Tiefen Zwerge noch nicht kennt, sei gesagt, dass sie selten an die Oberfläche kommen und die zweite, von ihnen gebaute Treppe daher einige Fragen aufwirft, die ich hier aber nicht beantworte, weil weil das zuviel vorwegnehmen würde. Es hat mit dem Verschwinden von Dr. Ontobald Geisterberg und der Öffnung der Fliesenhöhle zu tun.

  • Logan: Wow, eine lange Strecke die die Gläubigen da zurücklegen müssen/wollen. Sind Olog-Than größer als Menschen, dass sie die Stufen leichter besteigen können? Wie lange ist man im Durchschnitt unterwegs? Ich meine 100km und dabei 2.500 Höhenmeter ist ja nicht ohne, gibt es zwischendurch Pilgerhütten oder Unterstände?


    Riothamus: Sehr merkwürdig, 2 Treppen nebeneinander, also gab es vor den Zwergen schon jemand der an dieses (Un)heiligtum gepilgert ist? Und diese waren noch kleiner als Zwerge? Waren es vielleicht Vorfahren der heutigen Zwerge, oder jemand ganz anderes? Spannende Stufen auf jeden Fall. Und warum gehen die Tiefen Zwerge dort überhaupt hin? Wo wird diese Frage beantwortet?


    Interessant das eure beiden Treppen zu einem Heiligtum/ einer Pilgerstätte führen.


    Sirion Tond : Trotz des technischen Themas ist die Beschreibung der architektonischen Gepflogenheiten schön flüssig zu lesen. Es gefällt mir auch, dass die Kulturen in Beziehung gesetzt werden. Wieviele Stilregionen gibt es bei dir denn insgesamt?

    Danke, irgendwie war mir nach was technischem zu Mute :)

    Nun, im allgemeinen hat wahrscheinlich jeder so ein kleines bisschen seine eigenen Bauweisen. Und es gibt allein 5 Kontinente wovon mindestens 3 sehr unterschiedlich sind. Es gibt auch noch mehr Wesen als Menschen und Biidhlime, die sind aber selbst mir noch nicht ganz bekannt. Auf dem Zentralen Kontinent gäbe es auch noch andere Stile. Mehr Wendel- und Geschwungene Treppen. Allerdings war die Zeit bei mir etwas knapp.

    Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag,
    doch niemals klug für den, der kommen mag.

    Edited once, last by Sirion Tond ().

  • Logan : Eine Wanderschaft wie sie in manchen Kulturen vorkommt verbunden mit Ahnenkult und unbequemem Weg ist eine interessante Kombination. Und der mögliche Konflikt mit den 'Touristen' gibt dem einen realistisch-modernen Anstrich. Ist dir bekannt, wie die Stufen wirklich entstanden?

    Die Stufen wurden, wie vermutet, von dem altvorderen Olog-Than geschaffen. Wahrscheinlich dachten sie, dass es angenehmer wäre über Treppen ins Gebirge zu steigen als ohne.

    Noch was: Olog-Than sind im Schnitt drei Meter groß. Das macht den Tourismus der Menschen etwas interessanter, weil es für sie wesentlich anstrengender ist, über die unangenehm hohen Stufen zu steigen als für die Olog-Than.


    Logan: Wow, eine lange Strecke die die Gläubigen da zurücklegen müssen/wollen. Sind Olog-Than größer als Menschen, dass sie die Stufen leichter besteigen können? Wie lange ist man im Durchschnitt unterwegs? Ich meine 100km und dabei 2.500 Höhenmeter ist ja nicht ohne, gibt es zwischendurch Pilgerhütten oder Unterstände?

    1. Ja. Die Olog-Than sind im Schnitt drei Meter groß.

    2. Keine Ahnung, wie lange die unterwegs sind. Wahrscheinlich mehrer Tage. Olog-Than habe zwar eine größere Schrittlänge, aber sie sind von Natur her eher gemütlich. Deswegen kann das schon etwas dauern.

    3. Es gibt auf jeden Fall ein paar Unterstände. Bestimmt auch Berghütten. Vielleicht sind die auch bewirtschaftet. :prost:


    Riothamus : Eine solche Parallelentreppen hätte wäre auch was für die Tourist*innen auf dem Titanenpfad. Obwohl... die wollen ja die Herausforderung. Finde ich auf jeden Fall praktisch.


    Sirion Tond : Ich mag sie unterschiedlichen Punkte. Wie muss man sich Asttreppen vorstellen?

    Und ich mag den Begriff der "Treppenkunst". Ich stelle mir da gerade ein Treppenmuseum vor.

  • Bei den Asttreppen habe ich an 2-3 Äste mit ca gleichem Durchmesser gedacht, die dann aneinander liegen und zusammen die Stufe bilden. Also kein Brett aus dem Holz geschlagen, sondern der Ast bleibt rund. So wie man vielleicht Wände beim Bushcraften baut, nur eben in der Ebene.



    ∩∩∩

    ∩∩∩.........

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    Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag,
    doch niemals klug für den, der kommen mag.

  • Riothamus: Sehr merkwürdig, 2 Treppen nebeneinander, also gab es vor den Zwergen schon jemand der an dieses (Un)heiligtum gepilgert ist? Und diese waren noch kleiner als Zwerge? Waren es vielleicht Vorfahren der heutigen Zwerge, oder jemand ganz anderes? Spannende Stufen auf jeden Fall. Und warum gehen die Tiefen Zwerge dort überhaupt hin? Wo wird diese Frage beantwortet?


    Interessant das eure beiden Treppen zu einem Heiligtum/ einer Pilgerstätte führen.


    Wie gesagt, will ich nicht spoilern. Was kann ich sagen? Es ist keine Pilgerstätte, egal was alte menschliche Schriften vermuten. Ich habe verschiedene Zwerge, aber die ältere Treppe müsste andere Hintergründe haben. Manche Dinge sind wichtig zu kontrollieren. Ich weise nochmal auf das Relief einer Gittertür hin.

  • Achtung, Achtung, hier wird nachgereicht!


    Bastelstart: 13:12


    Treppen. Rolltreppe, Terrassenlandwirtschaft, Siegertreppchen? Stufen? Karriereleiter? Oder doch eine wörtliche Treppe?

    Gut, diesmal komplett wörtlich. Treppen, Plural.

    Wo? In irgendeinem Palast? Oder eher ein Treppenhaus in einem Amtshaus? Oder ... ich glaub, ich hab eine Idee.


    Die Myriade Stufen von Tol Aspatui


    Der Aspat ist der höchste Berg des Kontinents Larra auf Selastres, genauer befindet er sich im Distrikt Olbunta der nördlichen Larratiya. Der Tol ist der zweithöchste, direkt daneben. Der Pass dazwischen ist überraschend gut passierbar, so gut passierbar, dass der Pass nie eine Grenze markierte. Nur eine Klippe auf der Nordwestseite macht da etwas Schwierigkeiten, denn da ist es gut 380 Meter so steil und felsig, dass man da definitiv nicht hoch und runter kann ohne Kletterseil.

    Ausser, man benutzt die Treppen.

    Schon in der Frühzeit der Besiedelung wurden diese errichtet, noch bevor die Stämme der nördlichen Larratiya im Königreich Larrata geeint waren. Die Treppen beginnen auf einer Anhöhe vier Meter oberhalb eines besiedelten Plateaus und führen zunächst nach links. Nach 124 Stufen folgt eine rechtwinklige Biegung nach rechts und ein zwölf Meter langer Tunnel durch einen Felsgrat. Dahinter folgt die nächste Treppe nach rechts, entlang einem dünnen Bächlein, dass in der Rinne zwischen Berg und Felsgrat verläuft. Nach 219 weiteren Stufen erreicht man einen ebenso dünnen Wasserfall, der in einen Felsmuldenteich mit drei Metern Durchmesser (eineinhalb Meter tief) stürzt und das Bächlein speist. Ein gebogener Tunnel führt hinter dem Wasserfall durch den Fels, danach führen noch einmal 1106 Stufen den Rest der Rinne, nun ohne Bach, entlang.

    In den Fels geschlagen führen nach links 22 Stufen, dann beginnt, wieder nach rechts, der schwindelerregende Teil des Weges: Hölzerne Treppenstufen sind aussen am Fels befestigt, 211 davon, bis zu einem natürlichen Felsvorsprung, der eine Wende nach links ermöglicht. Nach 229 Stufen ist eine Nische in den Fels geschlagen, zum Wenden. Nach rechts sind es dann noch 74 Stufen, bis die Treppe direkt in den Fels abknickt und nach einem Tunnel mit 28 Stufen die Sattelhöhe erreicht. Eine kleine Hütte ist über dem Tunnelausgang errichtet, ansonsten würde der Tunnel bei Regen zur Todesfalle.

    Zusätzlich zu den Treppen gibt es auch Seilzüge für Fracht - für Personen und zerbrechliche Ware definitiv nicht zu empfehlen, denn der Korb schlägt immer wieder mit einiger Wucht gegen die Felswand. Vor dem Bau des Basistunnels wurden daher Träger mit Rucksäcken die Treppen hoch und runter geschickt - aus dieser Zeit rühren auch die Schlafbaracken auf der Sattelhöhe.

    Die andere Seite des Passweges macht für Karren keinerlei Probleme, also wurden diese dort benutzt.


    Edit:

    Die Verspätung ist übrigens dem Kind geschuldet. Es kommt mit einer Wasserflasche zu mir, ich soll sie aufmachen. Ich sage, dass das Wasser da drin schon älter ist, ich fülle einen Becher mit frischem Wasser. Protest: "Ich will kein frisches Wasser! Ich will normales Wasser!" :facepalm:

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • So, jetzt lesen.


    Logan, ein sehr schöner Beitrag. Das ist ja schon eine ordentliche Strecke, die da zurückgelegt wird. 10000 ist eine runde Zahl. Weisst du, wie viele Stufen es wirklich sind? (Ich hab ja auch die Zahl, halt auf griechisch, nur dass es in echt natürlich signifikant weniger Stufen sind als 10000.)


    Riothamus, warum beginnt die "normalgrosse" Treppe später, wenn sie doch älter ist? Oder hab ich was missverstanden?


    Sirion Tond, eine schöne Übersicht über die Treppenarchitektur deiner Welt.


    Tolle Beiträge allesamt.

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • So, jetzt lesen.


    Logan, ein sehr schöner Beitrag. Das ist ja schon eine ordentliche Strecke, die da zurückgelegt wird. 10000 ist eine runde Zahl. Weisst du, wie viele Stufen es wirklich sind? (Ich hab ja auch die Zahl, halt auf griechisch, nur dass es in echt natürlich signifikant weniger Stufen sind als 10000.)

    Ich hab keine Ahnung, wie viele Stufen es genau sind. Im Grunde steht die 10.000 für "sehr viele". ;D


    Deinen Text fand ich sehr anschaulich, Veria . Ich fühle mich versucht den Weg zu zeichnen oder sogar mit Minecraft nachzubauen.

  • Oh, Treppen als Verbindungs- und Handelsweg. Auch das ist interessant. Und endlich mal ein Speedbasteln, bei dem wir alle das Thema wörtlich nahmen. Schön hast du die Landschaftskomponenten eingebaut.


    Bei mir ist die Zwergentreppe die spätere. Und, da die Tiefen Zwerge ungern an der Oberfläche wandeln, beginnt sie da, wo es im Berg nicht weitergeht. Die Zwerge benennen denn auch die ältere Treppe als erste.

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