Posts by Amanita

    Dann konntest du also doch der Versuchung doch mal etwas mit Magie zu basteln doch nicht dauerhaft widerstehen. Ich finde aber auch, dass es auch den Reiz des Weltenbastelns ausmacht, möglichst viele verschiedene Sachen auszuprobieren, natürlich nicht unbedingt in der gleichen Welt.


    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß mit diesem Projekt Das liefert ja bestimmt auch Raum, um viele der verrückteren Theorien unserer Welt im Stil von Ancient Aliens und Co zu verwursten, was ich mir auf jeden Fall sehr unterhaltsam vorstelle.

    LittleOwlbear, danke fürs Ausgraben. Ich sehe die Rants ja inzwischen auch kritisch und teile auch viele deiner Kritikpunkte, war aber zum Zeitpunkt als die neu rausgekommen sind, ziemlich begeistert.


    Weil du erwähnst, dass das Ganze so nach 2000ern klingt, das stammt aus den 2000ern. ;) Damals, als gerade Harry Potter und Herr der Ringe groß im Kino waren und auch Game of Thrones neu und sie fand es offensichtlich super toll. Seitdem hat sich die Fantasy natürlich auch weiterentwickelt und während Grim und Gritty damals noch eher neu und originell war, ist es heute fast zu präsent, HP und HdR nicht mehr in dem Maße.

    Mein Teenie-Selbst fand jedenfalls, dass man trotz des Tonfalls interessante Anregungen rausziehen konnte. Ein Großteil der Kritik bezieht sich auch auf Fanfiction-Klischees, wo man versteht, was sie meint, wenn man die damalige Fanfiction-Landschaft kennt, aber man könnte die Kritik sicherlich sensibler rüberbringen.

    Die sexistischen Untertöne sind mir beim ersten Mal lesen auch nicht so aufgefallen, damals wollte man immer partout Mary Sues vermeiden.


    Limyaeel hatte damals auch eine eigene Weltenseite und ich fand ihre Ideen zwar interessant, aber weltenbastlerisch nicht so gelungen, dass es ihren Standards an andere entsprechen würde. Da hat sie sich teilweise sehr verzettelt mit ihren vielen Spezies.

    Ich finde das hier auch sehr spannend, auch wenn ich zugeben muss, dass mir so manches in den ersten Beiträgen doch ein bisschen sauer aufgestoßen ist. Ich verzichte aber darauf, das zehn Jahre später nochmal aufzurollen.


    Jetzt zu meiner anekdotischen Evidenz:


    Mit reinen Frauengruppen habe ich keine länger andauernden Erfahrungen, es gibt aber Studien, dass es zum Beispiel beim naturwissenschaftlichen Unterricht zu besseren Leistungen der Mädchen führen kann. In der Schule war ich einige Jahre lang in einer Klasse, wo nicht ausschließlich Mädchen waren, diese aber die große Mehrheit gestellt haben. Das hat zu einer sehr harmonischen und dem Lernerfolg zuträglichen Klassensituation ohne größere Konflikte zwischen Mädchen und Jungen unter sich oder untereinander geführt. Dass Jungen irgendwie die Konflikte zwischen Mädchen geschlichtet hätten, wie es immer suggeriert wird, war aber auch kein Thema.


    Was den „Zickenkrieg“ angeht habe ich die Vermutung, dass das stark vom Setting abhängt. Wenn es viel tatsächliche und gefühlte Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung gibt, auf die keine Einflussmöglichkeit besteht, befördert das den Zickenkrieg massiv, weil auf diese Weise versucht wird, den Frust zu kanalisieren. Da können sich welche in der Mitte gegen eine Person unten zusammentun, um sich besser zu fühlen, welche von unten und aus der Mitte versuchen, jemandem „oben“ das Leben schwerzumachen oder in dessen Position zu kommen etc. Das passiert in dysfunktionalen Schulklassen oder an ebensolchen Arbeitsplätzen und auch bei Fernsehshows wie Germany’s Next Topmodel, wo das ja immer richtig zelebriert wird.


    Ich glaube nicht, dass das biologisch-geschlechtsbedingt ist, sondern dass es daran liegt, dass Frauen kulturell bedingt öfter in solchen Situationen landen. Schon allein wegen der gesellschaftlichen Fokussierung auf Äußerlichkeiten bei Frauen, die nur begrenzt beeinflussbar sind.


    Man kann sich auch mal Fußball versus Reiten anschauen. Das Gezicke zwischen Mädchen auf dem Reiterhof (habe ich selber auch nicht so dramatisch erlebt, aber gibt es wohl) ist ja sehr berüchtigt, während man das dem Fußball nicht so nachsagt, aber wenn man sich beides anschaut wird auch klar, dass beim Reiten der Status stark von Faktoren abhängt, die nichts mit dem eigenen Können zu tun haben (Geld der Eltern…), während es beim Fußball mehr aufs Können ankommt und man deshalb selbst wesentlich mehr bewirken kann.



    Während meiner Doktorarbeit war ich ja als einzige Frau in einer Männergruppe und an einem Institut mit sehr niedrigem Frauenanteil, was auch unproblematisch war, allerdings werde ich auch in der Regel asexuell gelesen, was die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert.


    Auf den höheren Ebenen habe ich im Uni-Umfeld aber gerade zwischen Männern „Zickenkrieg“ in recht extremen Ausprägungen beobachtet. Also Spitzen, Intrigen, hintenrum schlechtmachen, dem anderen nichts gönnen etc. Das passt auch zu meiner Theorie, denn der „Wettbewerb“ um Drittmittel, Ausstattung und Stellen in der Chemie (und vermutlich auch in anderen Fächern) schafft auch ein sehr dysfunktionales Umfeld mit Gerechtigkeitsdefiziten.



    Noch zu deinem Beitrag LittleOwlbear: Bei dem „beautiful but doesn’t know it“ wäre ich tatsächlich nicht so hart, denn angesichts des medialen Drucks, der auf junge Frauen ausgeübt wird, halte ich es durchaus für realistisch, dass Frauen sich selbst für wesentlich unattraktiver halten als andere das tun und würde jemandem daraus auch keinen Vorwurf machen.


    Das „not like the other girls” ist sicherlich problematisch. Ich kann hier aber auch nachvollziehen wie es zustande kommt und sehe da vor allem zwei Gründe.


    Viele Autorinnen, die sich in ihrer Teeniezeit schon fürs Schreiben interessieren und dafür über verschiedene Themen nachdenken, aber gleichzeitig erleben, dass für viele ihrer Altersgenossinnen hauptsächlich Aussehen und Jungs im Mittelpunkt stehen, erleben das in diesem Alter erst einmal so und reagieren dann vielleicht auch, indem sie auf die vielleicht erlebte Ausgrenzung damit reagieren, dass sie die anderen als dumm und oberflächlich abqualifizieren. Bei manchen zieht sich das dann vielleicht noch bis ins Erwachsenenalter durch und sie fangen nicht an das zu reflektieren.

    Außerdem sind diese Mädchen vermutlich auch häufig die Zielgruppe der Bücher…


    Der zweite Grund ist der, dass viele Bücher Pionierinnen als Protagonisten haben, die tatsächlich die einzigen in ihrem Umfeld sind, die in etwas gut sind, was als Männersache eingestuft wird. Das liegt daran, dass es häufig historische Settings gibt, oder die Autor*innen einfach ihr geliebtes Patriarchat schreiben wollen und sich nichts anderes vorstellen können.


    Erklärbar, aber ich stimme zu, dass es in beiden Fällen wünschenswert wäre, anders an das Thema heranzugehen. Das Mädchen aus Grund 1 darf ja beim Lesen durchaus erfahren, dass auch die „hohlen Tussis“ mehr sind als das und Solidarität zwischen Frauen durchaus etwas Erstrebenswertes wäre und bei Grund 2 wäre es schön, wenn nicht nur die eine besondere Heldin als fähig auf ihrem Gebiet anerkannt werden würde, während ansonsten das patriarchalische Klischee bestätigt wird, sondern wenn tatsächlich ein Umdenken stattfinden würde.

    Das Elementarmagie-Ausbildungssystem in Ruaris funktioniert so, dass Kinder und Erwachsene bei denen sich Elementarmagie zeigt im Regelfall zuhause leben und durch ElementarmagielehrerInnen (mit pädagogischer Ausbildung) in ihrer Region unterrichtet werden. Diese LehrerInnen werden nach ihrer regulären Ausbildung an Akademien für MagierInnen von einzelnen Elementen oder Elementgruppen elementarmagiespezifisch ausgebildet, wo gleichzeitig auch die elementarmagische Forschung durch TopmagierInnen der jeweiligen Elemente durchgeführt wird.

    Wenn aber ein(e) Neu-ElementarmagierIn entweder außergewöhnlich viel Talent und Interesse zeigt, oder besonders große Schwierigkeiten hat, bekommt er oder sie das Angebot als SchülerIn an die Akademie zu kommen, wo sie von den TopexperInnen ihres Elements unterrichtet werden und in Kleingruppen aus SchülerInnen mit Problemen, SchülerInnen mit besonderem Talent und LehrerInnen in Ausbildung zusammenleben. Dort gibt es auch direkt vor Ort die Möglichkeit, verschiedene praktische Anwendungen des Elements unter Anleitung zu erproben. Die Ruarier unterstützen mit der dort gewonnen Expertise auch gerne Menschen mit elementarmagischen Anpassungsstörungen, die aus dem Ausland kommen.

    Dias System wurde nach Ende des Arunisch-Ruarischen Kriegs von vier Frauen entwickelt, den Ruarierinnen Wallfrida Sigrin und Dagny Armack und den Arunierinnen Lucasta Clossiana und Dorea Verita. Alle vier waren zuvor in den Krieg involviert, Dagny allerdings nur als Opfer. Das Projekt sollte den Ruariern neues Vertrauen in die elementarmagische Ausbildung geben, die während des Krieges radikal für militärische Zwecke vereinnahmt worden war und durch die arunische Mithilfe auch zur Aussöhnung zwischen den beiden ehemals verfeindeten Staaten beitragen und hat sich seitdem gut bewährt..

    Interessant, dass du gerade heute diesen Beitrag geschrieben hast, LittleOwlbear. Ich hatte nämlich aktuell beim Fanfiction-Lesen auch mal wieder so ein Beispiel, wie du es schilderst. M/M-„Romanze“, die nach und nach die gesamte Geschichte dominiert hat und wirklich extrem missbräuchlich, der Prota wurde immer wieder zu Handlungen überredet bzw. mehr oder weniger gezwungen, die er eigentlich nicht wollte, hat sich danach schlecht gefühlt und das Ganze wurde aber als Romanze verkauft. Als Beispiel für eine toxische, missbräuchliche Beziehung wäre es durchaus gelungen gewesen, denn die Person konnte gut schreiben, aber wie man so etwas romantisch finden kann, kann ich nicht nachvollziehen.



    Als ich jung und naiv (vor ungefähr zwanzig Jahren) angefangen habe Fanfiction zu lesen, habe ich gedacht, dass „Slash“ für besondere brutale Geschichten steht, irgendwie von Slasher abgeleitet, so prävalent war das und ist es bis heute geblieben. Auch der Reiz dieses Alpha/Beta/Omega-Konzepts erschließt sich mir so gar nicht.

    Psychologisch fände ich auf jeden Fall auch interessant, wieso heterosexuelle Frauen so gerne missbräuchliche sexuelle Beziehungen zwischen Männern schreiben. Ich bin da wahrscheinlich besonders kritisch, weil ich M/M erotisch eher uninteressant finde und mich das Reizvolle an diesen Darstellungen nicht erreicht. Ich finde es jedenfalls schade, dass es so selten realistische schwule Paare gibt, die vielleicht auch von Leuten geschrieben wurden, die sich damit auskennen.



    Ich habe mir auch den ganzen Thread nochmal angeschaut und dabei auch den weiter vorne verlinkten Artikel gelesen, wo die Autorin darüber sinniert, wie man Geschichten veröffentlichen kann, in denen Vergewaltigungsfantasien vorkommen ohne problematische Vorstellungen in der Realität zu füttern und auch die Kommentare dazu, wo niemand eine wirkliche Lösung hatte.

    Für mich selbst ist klar, dass bei dem was ich schreibe, keine Vergewaltigungen in einem erotischen Kontext vorkommen. Das heißt aber nicht, dass ich andere dafür verurteile, wenn sie so etwas in einem Kontext schreiben, wo recht klar ist, dass es sich dabei um eine SM-Fantasie handelt wie bei entsprechenden Fanfictions oder erotischen Kurzgeschichten und wenn das adäquat deklariert wird. Außerhalb dieses klar definierten Rahmens finde ich, dass man mit diesem Thema bedachter umgehen sollte.



    Der Vampirboom, der den Thread hier ursprünglich ausgelöst hat, scheint ja inzwischen wieder abgeflaut zu sein. Was ich so mitkriege, sind inzwischen eher Werwölfe und ähnliches interessant.

    Damals habe ich aber mal einen interessanten Artikel zu diesen Jugend-Vampirromanen gesehen, wo sogar die These vertreten wurde, dass diese emanzipatorisch sind, weil darin aus dem Monster der alten Vampirromane, vor dem die Frau gerettet werden musste, ein Wesen wird, mit dem trotz seiner Macht eine Beziehung auf Augenhöhe möglich ist. Da ich mich selber für Vampire aber überhaupt nicht begeistern kann und weder die alten noch die neueren Bücher darüber gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, ob da was drain ist.

    Huch, ich habe hierzu noch gar nichts geschrieben, obwohl ich den Thread definitiv verfolgt habe. :o

    Ich finde das Thema Magiesysteme und unterschiedliche Herangehensweisen ja sehr interessant und lese auch immer gerne darüber, wie das in verschiedenen Welten so gehandhabt wird. :D

    Ich muss dabei aber zugeben, dass mich Brandon Sandersons Konzept dabei nicht so überzeugt hat, dass ich es sonderlich sinnvoll fände, das auf meine Welt zu übertragen oder auch nur mein Magiesystem in diese Kategorien einzuordnen. Im Zusammenhang mit Science Fiction beschreibt das hart und weich zwei tatsächlich definitierte Eigenschaften (mehr erzählerische Freiheit vs. Fokus auf wissenschaftliche Plausibilität) während das für Magie nicht gegeben ist, weil sie ja naturgemäß keine wissenschaftliche Plausibilität hat. Dazu kommt, dass es mir widerstrebt, meine Welt nach den Definitionen irgendeines amerikanischen Autors zu kategorisieren, dem ich keinerlei irgendwie geartete Autorität dafür zugestehe. (Dabei hilft es auch nicht, dass ich seine Mistborn-Bücher gelesen habe und dabei weder zu seinem Schreibstil noch zu seinem Magiekonzept einen guten Zugang gefunden habe. Da war einfach zu viel Kontraintuitives reingepackt zum Beispiel mit der metallbasieren Magie, wo die zugehörigen Fähigkeiten weder mit den realen noch mit den mythologischen Eigenschaften der Metalle in irgendeinem Zusammenhang standen. Unter anderem deswegen war diese Geschichte für mich ein Beispiel dafür, dass jemand "mit Gewalt" originell sein will und dadurch verhindert, dass der Leser zumindest in meinem Fall, einen Bezug zu Setting und Geschichte aufbaut.)

    Bei jemandem, der sich intensiv wissenschaftliche mit Mythologien und fantastischer Literatur beschäftigt hat und den Themenbereich aus einer Metaebene betrachtet, wäre das anders, auch wenn ich solche Konzepte auch da nicht einfach adaptieren würde.


    Wenn man eine Welt mit Magie hat und darin Geschichten erzählen will, als Buch, Film, Rollenspiel oder in irgendeinem anderen Zusammenhang, finde ich es aber sinnvoll, für sich selbst von Anfang an zu definieren, was die Magie im Rahmen dieser Geschichte bewirken kann und was nicht, um die berüchtigten Deus ex Machina-Lösungen zu verhindern und bei großen magischen Ereignissen genug Hinweise zu platzieren, damit die Leser eben nicht den Eindruck haben, dass es sich um so etwas handelt.

    Und tatsächlich finde ich, dass das bei Harry Potter in den ersten fünf bis sechs Bänden gar nicht so schlecht gelungen ist, weil die Magie eigentlich nie die Spannung wegnimmt, nicht zuletzt deswegen, weil klar ist, dass Tote auch tot bleiben. Im siebten Band wird dann allerdings sogar das relativiert und es werden zu viele magische Helferlein und die genannten unlogischen Gesetze eingeführt, sodass es zumindest bei mir so war, dass die Akzeptanz nicht mehr funktioniert hat, sondern ich das Problem außerhalb der Geschichte gesehen habe, dass Rowling anscheinend nicht wusste, wie sie Harrys Sieg ohne mächtige magische Extras bewerkstelligen sollte. Dass Hermine nicht in den Supermarkt gegangen ist, verstehe ich aber, weil sie ja aus Sicherheitsgründen nicht unter Menschen gegangen sind. :D

    Ich wurde auch durch den Artikel hierher geleitet und habe auch interessiert die Diskussion über Getreide in Deutschland und die schlechte Ernte des letzten Jahres verfolgt, bis ich gemerkt habe, dass die von 2005 war.

    Auf die philosophischen Grundsatzfragen, die hier früher im Thread gestellt wurden, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, die meisten Diskussionsteilnehmer sind ja längst nicht mehr im Forum.

    Was den Weltenbau betrifft, finde ich bei Welten, die für Geschichten in Buch-, Film- oder Spielform gedacht sind, sinnvoll, sich zumindest im Groben am realen menschlichen Verhalten zu orientieren und dazu gehört eben auch, dass Krieg und Gewalt eine Rolle spielen. Wenn man dagegen Welten um des Bastelns Willen bastelt, finde ich es sehr interessant, auch einmal komplett andere Konzepte auszuprobieren und zu Ende zu denken und eine Welt ohne Krieg wäre sicherlich ein interessantes Gedankenexperiment.


    Silaris könnte man tatsächlich als eine "Anti-Kriegswelt" bezeichnen, aber nicht in dem Sinn, dass dort perfekte Harmonie herrscht und es keine gibt, sondern so, wie auch "Antikriegsfilme" als solche bezeichnet werden. Ich bebastle also mehr die Folgen von Krieg auf Gesellschaften und Individuen als berühmte Schlachten und Feldherren zu feiern und es gibt deutlich mehr ausgearbeitete Kriegsverbrechen als Kriegsheldentaten und ich befasse mich viel damit, was das mit Tätern und Opfern macht, sowohl auf der individuellen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene. Dabei gibt es keine Völker, die nur Täter oder Opfer sind.

    Das moderne Silaris hat aktuell tatsächlich eine relativ friedliche Zeit, was ich wegen des relativ kleinen bebastelten Bereichs auch nicht so unwahrscheinlich finde. Es gibt aber auch einige Kräfte, die das aus verschiedenen Motiven gerne ändern würden.

    Ich finde die Herangehensweise interessant, um bereits gebastelte Kulturen im Nachhinein zu analysieren und miteinander zu vergleichen.

    Als Ausgangspunkt zum Basteln stelle ich es mir aber eher schwierig vor, wenn man das Ziel hat, am Ende ein organische Konstrukt herauszubekommen und nicht nur eine Kombination von Eigenschaften, wo sie dann Gewalt gegen Frauen kategorisch ablehnen, aber zum Ausgleich dann Kannibalismus betrieben müssen, damit sie nicht zu perfekt wirken.

    Aber ich muss zugeben, dass für mich diese Rollenspielkonzepte, wo es ja wohl auch in anderen Bereichen üblich ist, solche Listen aufzustellen und abzuhaken, um ausgeglichene Bedingungen im Spiel zu schaffen, eher eine fremde Welt sind.

    Wie schon gesagt, finde ich es aber als analytisches Werkzeug durchaus nützlich und könnte mir sogar vorstellen, mal so eine Gegenüberstellung für ein paar meiner Völker zu machen.

    Als in Bezug auf den Wettbewerb Außenstehende noch eine kleine Anmerkung zu der Währung und der "immateriellen Bedeutung."

    Bezogen auf die D-Mark hätte ich darunter nicht verstanden, dass die Geldscheine auf Papier gedruckt sind, das viel weniger wert ist als die Zahl die draufsteht, sondern der Wert des Scheins und die damit verbundene Nutzung wäre für mich die "materialle Bedeutung."

    Die immaterielle Bedeutung wäre dagegen, welche Rolle dieses Geld über die zweckmäßige Verwendung hinaus für die Menschen hatte, also dass es mit Aufschwung, Stabilität und sicheren Verhältnissen assoziiert wurde, was dazu geführt hat, dass seine Abschaffung einer der Faktoren ist, die zu den Verunsicherungen geführt hat, die man heutzutage in Deutschland beobachtet.

    Ich weiß auch nicht mehr, in welchem Zusammenhang das war, aber irgendwas ist mal aus dem Ruder gelaufen. Und dann gab es glaube ich mal eine Regel, dass man über Politik ohne Weltenzusammenhang nicht mehr diskutieren soll.

    Ich verstehe auch beide Seiten: Einerseits ist es ein interessantes und wichtiges Thema, wo durchaus manchmal Redebedarf besteht, aber andererseits laufen diese Diskussionen auch schnell aus dem Ruder. Durch die Art und Weise der politischen Social Media-Nutzung wurde das auch nicht besser.

    Ich hätte noch eine andere Frage, die aber auch im Zusammenhang mit den Forenregeln steht.

    Wie sieht es eigentlich mit Diskussionen über (reale) Politik hier im Forum aus? Ich habe noch so vage in Erinnerung, dass es dazu mal ein Verbot gab, aber in den oben zitierten Regeln steht dazu ja nichts.

    Ich hatte schon vorgestern einen Beitrag formuliert, den ich dann nochmal zum Drüberschauen zurückgelegt habe, viel hat sich an meiner Position seitdem aber nicht geändert.


    Ich stehe dem Thema „Kritik an gebastelten Welten“ nämlich tatsächlich nicht so negativ gegenüber, wie das bei vielen anderen offenbar der Fall zu sein scheint. Jedenfalls solange sie konstruktiv ist, also ohne persönliche Angriffe, Vorverurteilungen einer Person, die man nur durch ein paar Internetbeiträge kennt und ohne (pseudo)intellektuelle Arroganz auskommt.


    Ich bin durchaus der Meinung, dass es erlaubt sein sollte, anzusprechen, wenn man ein Weltenkonzept aus irgendwelchen Gründen problematisch findet. Wenn man sich als Bastler der problematischen Aspekte bewusst ist, kann man ja einfach kurz erklären, warum man das trotzdem so macht. Diejenigen, die sich daran stören, können dann entscheiden, ob sie das für sich akzeptieren können, oder ob die entsprechende Welt einfach nichts für sie ist. Wenn sich die bastelnde Person des Problems nicht bewusst war, regt das aber durchaus zum Hinterfragen des eigenen Bastelns (oder der Präsentation von Selbigem) an und kann dann zwar im ersten Moment wehtun, aber trotzdem längerfristig zu einer Weiterentwicklung der jeweiligen Welt führen.


    Grundsätzlich bin ich aber auch der Meinung, dass Toleranz gegenüber Weltenkonzepten, die von manchen Menschen als problematisch empfunden werden, nicht selektiv stattfinden sollte. Dann sollte es wirklich keine Zensur geben, solange sich die Inhalte nicht im strafrechtlich relevanten Bereich bewegen. Und wenn man das nicht möchte, sollte in den Forumsregeln klargemacht werden, was erwünscht ist und was nicht.

    Wobei ich in diesem Zusammenhang die hier wohl nicht mehrheitsfähige Meinung habe, dass man das, was anderen Menschen heilig ist, mit einem gewissen Maß an Fingerspitzengefühl behandeln sollte. Und noch unpopulärer: Ich bin auch der Meinung, dass man auch dann nicht auf den Gefühlen von Menschen herumtrampeln sollte, wenn sie einer irgendwie „dominanten Gruppe“ zugeordnet werden.


    Aber zurück zum Feedback-Thema: Wenn jemand überhaupt keine kritischen Kommentare möchte, oder nur welche, die sich auf bestimmte Unterbereiche beziehen, fände ich es wirklich sinnvoll, das im Eingangsposting zu erwähnen. Und die eine oder andere Warnung, wenn Themen vorkommen, die andere vor den Kopf stoßen oder verletzen können, schadet dort sicherlich auch nicht.

    Von Forumsmitgliedern, insbesondere von solchen, die das Forum nur relativ selten nutzen und nicht zu den Chat- und Treffeninsidern gehören, dass sie die anderen Nutzer gut genug kennen, um das ohne entsprechende Hinweise einzuschätzen, finde ich ein bisschen viel verlangt.


    Zum Schluss noch Mogyu: Ich weiß, dass es Internet-Communities gibt, in denen es üblich ist, sehr direkte Kritik zu üben und die auch mit unter anderem sexualisierten Beleidigungen zu spicken und dass das dort von allen Beteiligten so akzeptiert wird. (Ein Kollege von mir ist in einer aktiv und ich kriege da auch ab und zu was mit.)

    Dieses Forum gehört aber nicht dazu, wie an den vorhandenen Beiträgen der anderen Mitglieder unschwer zu erkennen ist, deswegen hast du dir mit deinem letzten Beitrag sicher keinen Gefallen getan. Und wenn das jetzt kein versehentlicher Fehlgriff im Ton war, sondern ein Versuch, es „denen da“ mal so richtig zu zeigen, widersprichst du damit selbst dem, was du sonst über christliche Werte und gegen ein menschenfeindliches Weltbild schreibst.

    Du beklagst, dass niemand versucht, deine Position zu verstehen, aber machst es dem Rest des Forums mit deiner Schreibweise auch nicht gerade leicht. Was den Respekt für religiöse Inhalte angeht, stimme ich dir (vielleicht) sogar zu, aber den Punkt mit der angeblich fehlenden Ambition verstehe ich tatsächlich nicht. Wenn man eine Welt bastelt, um sie als Setting für kommerziele Bücher/Filme/Rollenspiele zu verwenden, gibt es da sicherlich einiges zu tun, auch mit Blick auf Zielgruppen etc. was kritisches Feedback erforderlich macht und auch auf ein Ziel hinwirkt. Beim einfachen Weltenbasteln sehe ich ein solches Ziel tatsächlich nicht und es geht mir auch nicht um mehr, als darum, dass sich auch ein paar andere Leute dafür interessieren und man sich austauschen kann. (Was bei meiner Welt auch nur sehr begrenzt der Fall ist, ich weiß aber auch weitgehend woran das liegt).

    Spannende Idee. Ich bin ja auch jemand, der recht viel Harry Potter-Fanfiction liest und teilweise auch schreibt, bzw. geschrieben hat, deswegen kann ich die Beweggründe dafür gut nachvollziehen.

    Waldviertel klingt auch nach einem geeigneten Ort für eine Zauberschule, jedenfalls wenn die Bilder aus dem Naturfilm, der mir als Kind immer zur Mittagsruhe gezeigt wurde, der Realität entsprechen.


    Inhaltlich fände ich es besser, wenn einer Dark Lady auch eine weibliche Protagonistin gegenüberstehen würde. Das Motiv, dass der männliche Held die böse, mächtige Frau besiegen muss, gibt es nämlich traditionell schon viel zu oft und ist bis heute in der Fantasy ziemlich prävalent, Game of Thrones wäre ja auch ein relativ aktuelles Beispiel dafür.

    In einer idealen Welt sollten da natürlich eigentlich alle Kombinationen problemlos möglich sein, aber so wie sich die Fantasy zurzeit real noch gestaltet, würde ich mich zumindest mit dieser Konstellation unwohl fühlen.

    Die Geschichte mit den Enten erinnert mich an ein Meme, das ich kürzlich irgendwo gesehen habe. Das zeigte einen Teich mit Enten, in dem Fässer mit radioaktivem Müll rumlagen. Die Enten sahen von oben gewöhnlich aus, hatten unter der Wasserfläche aber Beine, die bis zum Boden reichten und menschliche Füße, Dazu dann ein Team der EPA am Ufer, mit der Aussage: "Alles in Ordnung hier."

    Doch ich bemerkte, dass Chemie sehr wunderlich ist.
    Stoffe umwandeln. Neue Dinge erschaffen. Arkane Formeln. Bunte Farben. Gifte. Feuer. "Moment mal. Wir haben Magie in der Realität!!" :o

    Ich hab solche Gedanken häufiger:

    Das habe ich mir tatsächlich durch all die Jahre immer noch ein bisschen bewahrt. Gerade Farbwechsel finde ich immer noch sehr faszinierend, vor allem, wenn es in eine Richtung geht, die man nicht erwartet. Von schwarz (meistens gleich kaputt) nach Zugabe von Wasser zu orange beispielsweise.

    Mangels Treffenteilnahme und wenig Zeit ist mir der Trend mit den Heimatwelten erst einmal entgangen, aber jetzt hatte ich Gelegenheit zum Nachlesen und habe gesehen, was da für schöne Sachen entstanden sind.

    Das hat mich dann auch dazu animiert, eine teilweise schon recht alte Idee von mir in diesem Rahmen etwas mehr auszuarbeiten. Und da mein Wohnort schon vergeben ist, nehme ich die Heimat meiner Großeltern, den Rhein-Neckarraum um Heidelberg.

    Als ich im Teenie-Alter und als junge Erwachsene ein großer Harry Potter-Fan war, hat mir die Idee sehr gut gefallen, dass eine magische Gesellschaft in Deutschland ein Zentrum in Heidelberg haben würde. Inzwischen gibt es zu Harry Potter ja reichlich missglückte Infos zu internationalen Magiern, die mir in Kombination mit manch anderem die Freude an dieser Serie weitgehend genommen haben.


    Die Heidelberger Magier haben aber noch länger eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Außerdem kam mir kürzlich in einem Schreibforum die Idee, dass ich es spannend fände, ein zeitgenössisches Fantasysetting zu haben, wo es gleichzeitig Magier traditioneller Elemente und chemischer Elemente gibt, die sich im Konflikt befinden. Eigentlich bin ich ja kein großer Fan des Klischees um verschwindende Magie und den Clash zwischen Magie und Technologie, aber das motiviert gleichzeitig dazu, das mal auf meine eigene Art zu versuchen.



    Was ich bis jetzt dazu habe (noch nicht sehr viel und die Begriffe fehlen mir teilweise auch noch):


    Die traditionelle Magie


    Es gibt eine magische Parallelwelt, die vor den normalen Menschen verborgen ist. Magisch begabte Menschen sind einem klassischen Element zugeordnet, was auch bestimmt, wie sich ihre Fähigkeiten im Detail darstellen, allerdings gibt es auch Gemeinsamkeiten. Wassermagier sind beispielsweise auf Gewässer angewiesen, das kann aber auch nur ein Bach sein. Traditionell lebten besonders viele von ihnen am/im Rhein, was die Inspiration für Geschichten wie Lorelai und den Schatz der Nibelungen war.


    Klar ist für mich auch, dass ich die Problematik mit „Muggelstämmigen“ wie bei Harry Potter oder Akata Witch nicht möchte. Vollständige magische Fähigkeiten haben ausschließlich Kinder magisch-begabter Mütter, was unter anderem dazu führt, dass sie wesentlich matriarchalischer strukturiert sind als nicht-magische Menschen. Ob der Vater magische Fähigkeiten hatte, spielt für das Ansehen des Kindes normalerweise keine Rolle. Meistens hat das Kind dasselbe Element die Eltern, dass kann aber gelegentlich auch anders sein, was das Leben für das Kind schwieriger macht.


    Magische Wesen wie Drachen, Zwerge und Einhörner existieren auch im Verborgenen, aber heutzutage sind die meisten von ihnen selten geworden.



    Chemische Elementarmagie


    Die chemische Elementarmagie ist ein eher neues Phänomen, das erst seit dem 19. Jahrhundert in nennenswertem Maß auftritt. Hervorgerufen wird es durch den häufigen Kontakt der Eltern mit künstlichen Substanzen, Elementen, die in der Natur nicht in ihrer elementaren Form vorkommen etc. Die magischen Eltern haben zunächst ungläubig festgestellt, dass ihre Kinder keinem Element zugeordnet sind, was eigentlich nicht möglich ist und haben sie entsetzt ausgesetzt oder in der Nähe von Kirchen oder Waisenhäusern abgelegt. Nach und nach wurde bekannt, woran das liegt, ein Kind mit chemischer Elementarmagie gilt aber bis heute als große Schande und Missgeburt, die nicht von den magischen Eltern aufgezogen wird. Die strikte Abschottung der magischen Wesen war eine Folge davon und fand deswegen in dieser Welt erst ab dem 19. Jahrhundert statt, die Hexenverfolgungen konnten ihnen tatsächlich nichts anhaben.

    Heutzutage gibt es am Rhein aber schon lange keine Wassermagier mehr… Oder?


    Die chemischen Elementarmagier wachsen unter normalen Menschen auf und die Frauen unter ihnen vererben diese „pervertierte“ Magie weiter. Sie haben inzwischen einen Geheimbund gegründet, der unter anderem an der Uni Heidelberg aktiv ist. Häufig sind sie besonders erfolgreiche Naturwissenschaftler.

    Gegenüber gewöhnlichen Menschen fühlen sie sich oft überlegen und nehmen wenig Rücksicht auf diese, gleichzeitig ahnen viele von ihnen, dass ihnen etwas fehlt und sie etwas verloren haben.


    Ich spiele auch mit dem Gedanken, einige historische Persönlichkeiten zu welchen zu machen, bin mir aber noch nicht so sicher…

    Wirklich schöne und auch schaurige Geschichten, die so tatsächlich erzählt worden sein könnte, um die Leute zum moralischen Verhalten zu animieren.

    Definitiv keine gemütliche Heimatwelt. Gibt es zu den Rüben irgendwelches Insiderwissen?

    Ich bin ja auf Twitter irgendwie in einer ziemlich grünen Bubble gelandet und da ist Bayern und insbesondere die CDU immer das Feindbild, deswegen bin ich da wahrscheinlich auch direkt davon ausgegangen dass das Ganze einen kritischen Unterton hat.

    Selbst finde ich ein positives Heimatbild aber durchaus auch gut und lese hier mal interessiert mit.


    Was ist in deinem Setting eigentlich passiert? Weißt du darüber etwas, oder lässt du das auch für im Dunkeln und konzentrierst dich auf den aktuellen Zustand?

    Leider ist die Sache mit den Heimatwelten ja mangels Treffenbesuch völlig an mir vorbeigegangen.

    Das Konzept hört sich auf jeden Fall spannend an. Lese ich da zwischen den Zeilen auch eine gewisse Kritik an manchen bayrischen Traditionen und Verhaltensweisen. :prost: Wobei die Sache mit den Untoten, die verzweifelt nach dem suchen, was ihnen im Leben Freude gemacht hat, auch etwas Berührendes hat.