Posts by Glafo

    Mal wieder großartig. Beim zweiten Gebot dachte ich erst, es ist einfach nur komisch gemeint, als ironische Anspielung als Christentum sozusagen. Aber mit der zusätzlichen Erklärung muss ich sagen, das wäre mal ne angenehme Art der Religionsausübung ... Auch das erste Gebot ...

    Und dann noch die schöne, leicht absurde Verpackung. Gefällt mir wieder richtig gut das Ganze! :)

    Ich mag die Mischung sehr :)

    Es ist jetzt anhand dieser kurzen Texte schwer zu sagen, wen ich am meisten mag aber die angedeutete Dynamik von Bruno und Nuura mag ich sehr.

    Und Noël auch. :)

    Liebe Teria, ich finde du hast dich hier deutlich im Ton vergriffen.

    Du ignorierst meiner Meinung nach sowohl die Regeln des Umgangs hier im Forum als auch die einer guten Kritik.

    Wenn dich Inhalte hier im Forum so sehr in Rage versetzen, wie die von Mephistoria es anscheinend tun, dann tu dir vielleicht den Gefallen, sie einfach nicht zu lesen.

    Ich wünsche dir, dass nie jemand über deine kreativen Erzeugnisse sagt, dass sie nichts taugen und weggeworfen gehören. Konstruktiv ist das nämlich definitiv nicht.


    Mephistoria

    Du hast ja sicher schon gemerkt, dass deine Texte etwas zu lang sind, als dass hier im Forum viele die Zeit haben, sie zu lesen.

    Finde vielleicht kürzere Themen über deine Welt, die du in wenigen Sätzen präsentieren kannst, wenn du mehr Rückmeldung haben möchtest.

    Zu der "Kurzgeschichte" hätte ich folgende Rückmeldungen und Tipps. Alles keine unumstößlichen Regeln, aber trotzdem sehr gut zu beachten.


    1. Ich mag das Worldbuilding hier an sich recht gern, ich mag die Idee einer Einhornzivilisation. Du solltest allerdings in Abhängigkeit der Textlänge entscheiden, wie viel davon du unterbringen kannst. In diesem Text hier sind deutlich zu viele Wörter aus deiner Welt, die ich nicht kenne, zu viele, als dass sich mein Gehirn beim vierten noch irgendwie dafür interessiert herauszufinden, was dahinter steckt. Vielmehr würden mich Eigenheiten im täglichen Umgang interessieren, die eine Einhornzivilisation ausmachen. Keine großen Legenden und magischen Artefakte (zumindest nicht so viele).

    Dann klopfte es und er stampfte einmal mit dem rechten Vorderhuf auf.

    Das mochte ich zum Beispiel, weil es ja in diesem Kontext ein Ersatz für "Herein!" zu sein scheint. Solche kleinen Details geben der Welt Leben. Sie funktionieren übrigens mMn besser, wenn sie so wie hier beiläufig erwähnt und nicht ausführlich erklärt werden.


    2. Du hast es ja schon oft gesagt bekommen, aber Rechtschreibfehler stören den Lesefluss wirklich sehr. Ich empfehle dir, jeden deiner Texte mit Hilfe einer Rechtschreibprüfung Korrektur zu lesen. Das ist einiges an Zeitaufwand, aber es lohnt sich.


    3. Für schönere Sprache empfiehlt es sich, Wortwiederholungen zu vermeiden.

    und die drei Silbernen Horntürme, die wie die Hörner des hier lebenden Volkes aussahen, strahlten Silbern.

    Das hier zum Beispiel wirkt schon unfreiwillig komisch. Ach die Silbernen Horntürme sehen also aus wie Hörner und strahlen silbern? Wer hätte das gedacht.


    4. Achte auf logische Konsistenz. Es wird beispielsweise nie erwähnt, dass der Prinz sich in seine Menschengestalt verwandelt. Das ist ziemlich verwirrend, weil man dann nicht versteht, wie er zum Beispiel sein eigenes Goldhorn umfassen kann, wenn er gerade gar keine Hände hat. Erst am Ende, als er sich wieder in seine Einhorngestalt verwandelt, war mir klar, dass er also vorher menschlich gewesen sein muss, aber diese Verwirrung beim Leser solltest du vermeiden.

    und die drei Silbernen Horntürme, die wie die Hörner des hier lebenden Volkes aussahen, strahlten Silbern. Das Schloss war ein prachtvolles Bauwerk aus weißem Mamor. Es wurde von dem Turm der Quiril in der Mitte der vier Horntürme noch prächtiger.

    Sind es denn jetzt drei oder vier Horntürme? Noch so etwas, wo es logisch konsistenter sein müsste, um zu passen.


    5. Und vielleicht das Wichtigste: Wenn du eine Geschichte schreiben willst, dann brauchst du eine Handlung. Das kleine Bisschen Handlung in deinem Text passiert ganz am Ende und es ist für mein Gefühl nicht genug, um den ganzen Vorbau zu rechtfertigen. Teria hat schon recht, eine Kurzgeschichte hat gewisse Regeln. Und du musst dich nicht daran halten, aber die existieren schon aus einem Grund. Eine davon ist zum Beispiel: keine Einleitung, die Handlung geht direkt los. Das ist wichtig um den Leser direkt zu fesseln. Das schafft man mit Striegelritualen in Schlafgemächern, die eigentlich keine Relevanz für die Handlung haben, eher nicht.

    Eine weitere Regel ist: Wenige handelnde Personen. Du hast hier vier handelnde Personen plus Wachen. Außerdem noch die Namen von seinem Vater, Awandre, wer auch immer das ist, Huan Ansgar, Loreelia, Wiliam Hidon, Darondar. Das ist selbst für einen kurzen Roman schon reichlich, für eine Kurzgeschichte VIEL zu viel. So viel kann man nicht aufnehmen. Das passt auch wieder zu meinem Punkt 1. Du musst nicht die ganze Welt und Backstory in einen kurzen Text quetschen. Der Leser kann nicht so viel auf einmal aufnehmen.

    Ich würde dir empfehlen, bevor du anfängst eine Geschichte zu schreiben, die die Handlung zu überlegen. Für eine Kurzgeschichte sollte das in 2-3 Sätzen gehen. Überleg dir, wie die Handlung beginnt (ausgelöst wird, hier durch den Besuch des Cousins), was der Höhepunkt ist (hier vermutlich als Garon/Gaaron sich verwandelt und offenbart dass er die Kralle in sich trägt, auch wenn das Problem irgendwie zu schnell gelöst wird um ein spannender Höhepunkt zu sein) und wie es am Ende ausgeht. Erst dann schreibst du los und lässt alles weg, was mit dieser Grundstory nichts zu tun hat.


    Ich hoffe das konnte dir etwas helfen.

    Also einen veralteten Text als Forenregeln zu verlinken finde ich persönlich schädlicher als gar keinen. Man könnte aber wohl ohne großen Aufwand die strittigen Abschnitte zu Kritik einfach weglassen und ihn dann so nehmen.

    Das zweite Portal


    Der Angriff der Nejoad ist eine Zäsur in der Geschichte Asgliars gewesen. Noch rätseln die Gelehrten der Akademie für Magietechnik, wie es gelingen konnte, ein neues Portal künstlich zu erschaffen. Viele sorgen sich, dass sich der Vorfall wiederholen könnte, auch wenn die Stadt den ersten Angriff ohne größere Verluste abwehren konnte. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass ein solches Portal nicht einfach irgendwo geschaffen werden kann. Nur wenige Orte auf der Welt scheinen dazu geeignet, zumal der Prozess wohl eine große Menge zeitintensive Arbeit auf beiden Seiten erfordert, Grund genug für die Ratspolizei, jeden Fleck innerhalb der Stadtmauern regelmäßig zu überprüfen, damit sich die Ereignisse des verfallenen Viertels nicht anderswo wiederholen können.


    Das zweite Portal ist noch immer geöffnet, anscheinend kann es auch nicht wieder geschlossen werden. Die Goldenen haben begonnen, es mit einer gewaltigen Festung zu umgeben. Die einzige auf der Welt, deren Verteidigung gegen das Innere gerichtet ist. Die Nejoad haben wohl schon lange vor dem Angriff ihre Seite des Portals befestigt. Seit dem Angriff ist keine Person von einer auf die andere Seite gelangt. Noch immer ist nicht gänzlich geklärt, wie tief die Verschwörung Nejoads sich in die asgliarische Politik gefressen hat. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, aber wohl zu viele wichtige Menschen in der Stadt haben kein echtes Interesse an Untersuchungen zum Thema Korruption.


    Es ist der Schluss zulässig, dass die Warnung Talyas an den Goldenen Weg gerade noch rechtzeitig kam, um eine feindliche Übernahme Khums zu verhindern. Besonders unter den Ratten und kleinen Völkern gibt es bereits zahlreiche Lieder, die ihren Einsatz feiern. Aelivius und Ieky sind zurück in ihrem kleinen Geschäft im Arkanen Weg, ihnen geht es verhältnismäßig gut, auch wenn sie immer noch manchmal zusammenzucken, wenn die Türglocke läutet. Kenda wohnt immer noch an der Grenze des verfallenen Viertels, das mit den jüngsten Ereignissen wieder voll in den Fokus der städtischen Politik gerückt ist und auch gar nicht mehr so verfallen ist wie früher.


    Das geschäftige Treiben in Asgliar hat sich durch den Angriff der Nejoad nicht groß stören lassen. Es summt und sirrt und murmelt in den Straßen, es kreischt und poltert in den Fabriken, es rauscht und flüstert in den Wäldern und Wiesen, die die Stadt umgeben. Bald schon ist der Kampf ums Khum nur noch eines von vielen Ereignissen, die der Stadt widerfahren sind. Aber Asgliar ist ab jetzt auch bekannt als die Stadt der zwei Portale.

    Kirche der Dämmerung


    Es ist eines der ältesten Gotteshäuser Asgliars, doch auch sie musste wegen der Rgui aufgegeben werden. Jetzt ist sie nicht mehr nur verfallen, sondern es geht eine Kluft durch ihre Mitte, als hätte jemand ein gigantisches Messer in dem einst prächtigen Bauwerk versenkt und es in zwei Hälften geschnitten. Genau da, wo das Kirchenschiff geteilt ist, geht auch ein Riss durch die Realität. Ein Fenster in eine andere Stadt. Eine wissenschaftliche Unmöglichkeit.

    Die Nejoad haben damit begonnen, Befestigungsanlagen um die Kirchenruine zu errichten, doch die Goldenen drängen sie immer weiter zurück. Mittlerweile sind auch kaiserliche Soldaten unter den Verteidigern Asgliars. Einige von ihnen versuchen, durch das geöffnete Portal zu stürmen, doch sie werden auf der anderen Seite von den Bogenschützen Nejoads erwartet. Immer hektischer ziehen sich die verbliebenen Kämpfer in Schwarz zurück, zurück durch das Portal in ihre Heimatstadt. Dort sind sie sicher. Das Portal ist zu schmal, um dort hindurch einen Gegenangriff zu starten, wenn die andere Seite vorbereitet ist.

    Bald sind auf dem Platz nur noch die Körper der Gefallenen und die Soldaten der Armee Asgliars. Ihre Gesichter zeigen Schmerz und Müdigkeit, während sie Stellung beziehen, rund herum um

    Die Geneigte Ebene


    Der komplette Platz ist schräg, mit Ausnahme eines schmalen Podests, das sich in seiner Mitte über den Boden erhebt. Dieser Ort war einst für Ansprachen und große Versammlungen vorgesehen, doch wie der Rest des verfallenen Viertels ist er jahrelang nicht genutzt worden. Jetzt zerreißen Schreie und sirrende Pfeile die Luft. Auf dem Pflaster liegen leblose Körper, einige in goldenen, andere in schwarzen Rüstungen. Die Söldner Asgliars formieren sich auf der höher gelegenen Seite des Platzes, die Nejoad stehen ihnen auf der tieferen Seite gegenüber.

    Ein ohrenzerfetzender Knall durchbricht die Nacht. Eine der Ruinen, deren Fassade der Geneigten Ebene zugewandt ist, geht in Flammen auf. Eine Gruppe Ratten wirft sich mit hohem Kreischen auf eine Nejoad, die kurz darauf unter dem Angriff zu Boden geht.

    Die Söldner des Goldenen Wegs können ihre Gegner immer mehr zwischen die Häuser am unteren Ende des Platzes zurückdrängen.

    Die Nejoad bewegen sich rückwärts zwischen die Ruinen. Dorthin, wo sie hergekommen sind. Zur

    Kaserne des Goldenen Morgens


    Der Goldene Weg beschäftigt eine beträchtliche Söldnerarmee. Die Kaserne des Goldenen Morgens ist ihr Hauptquartier. Sowohl die Kaiserliche Armee als auch die Ratspolizei sind hauptsächlich in Theledar stationiert, das heißt, dass die Goldenen die stärkste militärische Präsenz Asgliars im südlichen Sumpfland haben. Die Kaserne besteht aus mehreren quadratischen Türmen, die im Halbkreis um einen von Mauern umgebenen Innenhof stehen. Auf dem Hof befinden sich mehrere längliche Häuser, in denen die Schlafsäle der Söldner sind. Laute Rufe schallen durch die Luft. Das Rasseln von Rüstungen mischt sich mit dem Trampeln der Kämpfer, die von der Kaserne aus in Richtung des verfallenen Viertels eilen. Sie sind nicht allein zwischen den Ruinen. Ihnen entgegen stellen sich in dunkle Tücher gehüllte Soldaten, schwarze Linien sind auf ihre Helme gezeichnet. Nejoad.

    Klirrend schlagen Klingen aneinander. Gekämpft wird in allen Straßen und Gassen des verfallenen Viertels. Auch auf dessen größtem Platz, auch bekannt als

    Sehr coole Idee,

    ich würde noch generell (genderbezogene) Rollenbilder ergänzen:

    Wer kocht, wer kümmert sich um die Kinder, wer dient in der Armee ...


    Insgesamt wollte ich noch anmerken, dass das hier jetzt alles gängige Dinge sind, die in irdischen Gesellschaften relevant sind. Das ist auf keinen Fall eine Kritik, andere in so eine Liste aufzunehmen ist denk ich auch wenig sinnvoll. Aber ich finde der Spaß fängt gerade da an, wo es bei uns eigentlich keine Streitpunkte mehr sind.

    Zum Beispiel:

    - das Frühstücksei an der schmalen Seite öffnen

    - an Regentagen Gelb tragen

    - zügig gehen

    - ...

    Das sind jetzt (überwiegend) willkürliche Beispiele, aber man kann sich halt fast beliebige Dinge nehmen und dann die Einstellung der Gesellschaft dazu basteln.

    Das Sehende Theater


    Dieses Theater besteht aus zwei sich gegenüberliegenden Tribünen, die zusammen eine Art Auge formen. Da, wo die Iris sein müsste, befindet sich die Bühne, ein paar Meter in den Boden eingelassen. Die Eingänge befinden sich auf beiden Seiten zwischen den Tribünen, die aus hellen Steinen gemauert und kunstvoll mit Mustern verziert sind. Durch große, geschwungene Marmorbögen kann man das Theater betreten und einer der Vorstellungen beiwohnen. Der Gründer des Theaters, Mede Madas, verfolgte die Theorie, dass man mit einem der Sinne Kunst besser wahrnehmen kann, wenn alle anderen Sinne so wenig wie möglich genutzt werden. Deshalb sind die Darbietungen im Sehenden Theater allesamt vollkommen stumm. Den Zuschauern sind außerdem Gespräche während der Vorführung streng untersagt und sie sind angehalten, auch durch Umherrutschen oder Sonstiges nicht zu viele Geräusche zu erzeugen. Das Dargebotene ist meist eine Mischung aus stumm erzählter Handlung und anmutiger Choreografie. Nicht jeder kann etwas mit der Kunstidee Mede Madas’ anfangen, aber die Reichen und Mächtigen der Stadt zeigen gern ihren guten Geschmack durch einen gelegentlichen Besuch. Gerade findet hier keine Vorstellung statt. Die Ränge sind verwaist, selbst die Straßen Theledars sind fast leer, als würde die Stadt spüren, dass sich gerade etwas Bedrohliches in ihr abspielt. Eine Gruppe Söldner mit golden glänzenden Helmen hastet am nördlichen Eingang des Theaters vorbei in Richtung des Portals. Ihr Weg führt nach Khum und dann direkt vorbei an der

    Die Seilzüge von Theledar


    Wer auf einem Berg wohnt, versucht mit einigen Tricks, sich seinen Alltag so unbeschwerlich wie möglich zu machen. Die Seilzüge von Theledar begannen vermutlich als die geniale Idee eines einzelnen Bewohners, der sich das Tragen von Einkäufen durch seine steile Straße erleichtern wollte. Auf jeden Fall fingen sehr schnell Andere an, sein Konzept zu kopieren, und bald hingen Rollen und Schnüre in fast jeder etwas steileren Straße der Kuppe. Der Stadtrat musste einige Regulierungen durchsetzen, damit sich nicht ständig Passanten in den Strippen verhedderten, aber das Konzept blieb und bewährte sich. Kleinere Bürger benutzen sie sogar manchmal als Seilbahnen für ihre alltäglichen Wege. Selbst die Mauern bedeutender Wahrzeichen der Stadt sind in das Netz eingebunden. So zum Beispiel

    Der Halbhohe Halbkreis


    Der Wall windet sich auf der Höhe des großen Sees um die Kuppe. Er ist nicht komplett geschlossen, da der See selbst ihn unterbricht. Er endet jeweils an zwei großen hohe Wachtürmen am Ufer. Deshalb heißt er Halbkreis. Das unschmeichelhafte Attribut „halbhoch“ hat sich im Volksmund durchgesetzt, da er einem durchschnittlichen Toej nur bis zum Bauchnabel reicht. Er ist niedriger als manche Stadthäuser. Er stellt damit für die meisten potentiellen Eindringlinge immer noch ein ausreichendes Hindernis dar, aber es fällt schwer, ihn als beeindruckendes Bollwerk wahrzunehmen, nachdem man beobachtet hat, wie ein Toej sich für eine kleine Rast auf ihm niederlässt. An einigen Stellen sind in die Innenseite der Mauer dicke Metallringe eingearbeitet. Die gleichen Ringe finden sich an vielen Gebäuden der Stadthälfte. An ihnen sind Winden und Dicke Seile befestigt. Es sind

    Aelivius’ Zelle


    Der Gnips geht ans Werk.

    Das Schloss an der Tür von Aelivius’ Zelle ist kein Kinderspiel. Aber es braucht nicht viel Erfahrung, um zu sehen, das hier ein Profi am Werk ist.

    Er schiebt nacheinander verschiedene Metallstäbe in das Schloss, wispert Beschwörungen, klopft die Tür ab. Als es klickt, klickt es so laut, dass man meinen könnte, die schwere Metalltür sei in der Mitte auseinandergesprungen. Doch sie ist robust und massiv, wie zuvor auch, und schwingt mit einem leisen Quietschen auf.

    Die Nyhle sitzt auf einem Steinklotz. Er ist noch dünner, als für Nyhlen üblich. Das dreckige Tuch, das um seinen Körper geschlungen ist, kann kaum die Rippen verstecken, die sich deutlich auf seinem Brustkorb abzeichnen. Er starrt ängstlich in Richtung der Tür, doch als er erkennt, wer vor ihm steht, fällt die Anspannung von ihm ab und Tränen der Erleichterung füllen seine riesigen Augen. Er springt auf und wirft seine Arme um Kendas Hals, sodass seine kurzen Beine in der Luft hängen.

    Kenda! Ich bin so froh dich zu sehen. Ich dachte schon, die lassen mich hier drin verrotten.

    Aelivius! Es ist schön zu sehen, dass es dir gut geht! Auch wenn du eindeutig einige Portionen von Iekys berühmter Quistelsuppe vertragen könntest.

    Da hast du recht. Das Essen hier drin ist abscheulich.

    Ich freu mich auch total, dich wiederzusehen, aber das hier ist nicht der beste Ort, um sich zu unterhalten.“, schaltet sich Talya in die Konversation ein. „Es ist zwar anscheinend niemand hier, aber wer weiß, ob das so bleibt.

    Die kleine Gruppe schleicht zurück durch die Korridore zur der kleinen Hütte, in der die Mission begonnen hat. Nachdem sich dort alle auf den Boden gesetzt haben, vom Dilai abgesehen, beginnt Aelivius zu erzählen, was ihm widerfahren ist.

    Ich war spazieren. In der Nähe von Kendas Haus, im verfallenen Viertel. Da gibt es eine hübsche kleine Kirche. Also früher war es mal eine. Heute ist sie natürlich eine Ruine wie alles da. Aber man sieht immer noch Bruchstücke der Buntglasfenster. Und ich war neugierig und wollte mal hineinsehen. Da drinnen waren Leute. Aus Nejoad. Und sie haben mit irgendetwas experimentiert. Sie haben mich nicht bemerkt und ich bin so schnell wie möglich wieder verschwunden, aber das hat mir gereicht, damit mir klar war, dass die dort etwas Ungutes vorhaben. Es hat mich nicht losgelassen. Also habe ich beschlossen, zur Polizei zu gehen und es anzuzeigen. Als ich dem wachhabenden Uniformierten meine Beobachtung erzählte, wurde er ganz seltsam still und ging dann aus dem Raum, um seine Vorgesetzte zu holen. Eine Offizierin, die ist ein hohes Tier in der Ratspolizei. Und sie meinte zu mir, dass ich einfach vergessen sollte, was ich gesehen habe. Und auf keinem Fall jemandem davon erzählen durfte. Sie haben mir Geld dafür bezahlt. Viel Geld. Es ging mir nicht gut damit, aber ich habe geschwiegen. Und dann bin ich mit Min ins Rathaus gegangen, um ihn anzumelden. Dort haben sie mich verhaftet. Den Rest kennt ihr ja.

    Einige Sekunden Stille folgen Aelivius’ Ausführungen. Talya spricht als Erste.

    Ich muss den Goldenen Bescheid geben. Was immer die da machen im verfallenen Viertel, ich bin mir sicher, dass wir das lieber verhindern. Wir sollten diesen Ort hier einzeln oder in Zweiergruppen verlassen, damit wir nicht so auffallen. Kenda, nimmst du Aelivius mit zu dir? Oder besser, bringe ihn und Ieky vom verfallenen Viertel weg, ich weiß nicht, was dort passieren wird.

    Kenda nickt. Dann wird die Gruppe Stück für Stück kleiner. Die frische Sonne scheint morgenrot auf das vergitterte Oval. Sie hängt groß und rund dicht über der Stadtmauer von Theledar, auch bekannt unter dem Namen

    Genau, der letzte Satz ist immer dafür da, zum Titel des nächsten Kapitels überzuleiten. Ich habe vor, das Ganze als Hörspiel aufzubereiten, dann ist das noch deutlich flüssiger denk ich.

    Und du musst ja nicht alle Beiträge lesen :) Die meisten sollten sehr gut allein funktionieren, wenn man einfach den letzten Satz weglässt.

    Kerker


    Sofort teilen sich die Ratten auf. Sie machen das hier offensichtlich nicht zum ersten Mal.

    Wie sieht’s aus?“, fragt Kenda den Dilai.

    Keine Wachen in diesem oder dem benachbarten Gang. Ein paar Kriminelle in den Zellen, aber Aelivius spüre ich nicht.“, kommt die Antwort aus einem kleinen Lautsprecher, der an ihm festgebunden ist.

    Die kleine Gruppe bewegt sich so leise wie möglich durch die Gänge. Die Türen der Zellen haben die verschiedensten Größen. An jeder von ihnen steht mit weißer Kreide eine Zahl.

    756, 757, 758.

    Drei Wachen voraus!“, zischt der Dilai.

    Kenda zieht ihre Klinge und duckt sich hinter eine Ecke. Doch die Ratten um Talya sind schneller. Sie wuseln davon und nur wenig später kommt eine von ihnen zurück.

    Wir haben sie erledigt. Die sind ne Weile außer Gefecht.

    Im Gang liegen, fein sauber nebeneinander, drei Wachen.

    Eine von ihnen trägt ein tiefschwarzes Band um die Stirn.

    Talya und Kenda tauschen einen vielsagenden Blick aus.

    Der Gnips spricht aus, was sie wohl beide denken: Was hat ein Nejoad bei den Wachen des vergitterten Ovals zu suchen? Wenn überhaupt gehört der in eine der Zellen hier.

    Talya nickt.

    1020, 1021, 1022.

    Das letzte Mal, als wir jemanden hier rausgeholt haben, hat es hier vor Wachen gewimmelt.“, flüstert Kenda. „Heute ist es ja fast ein Spaziergang. Wo sind die alle?

    Nicht nur die Wachen fehlen hier.“, sagt der Dilai.

    Dann bleibt Talya an der Spitze der Gruppe plötzlich stehen. Die Tür Nummer 1287 steht offen. Die daneben auch. Jede einzelne Zelle in diesem Gang ist leer, sperrangelweit offen zurückgelassen.

    1293, 1294, 1295.

    Die Tür mit der Nummer 1296 ist verschlossen. Als einzige.

    Das ist sie.“, sagt der Dilai.

    Das ist