Lesbische Frauen in verschiedenen Welten

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!
  • Gestern habe ich für eine kleine Schreib/Vorlesegruppe etwas geschrieben. Da ich nicht viel Zeit hatte, habe ich etwas geschrieben was ich kann und auch vortragen mochte. :)

    Beim Schreiben habe ich dann gedacht, ich sollte vielleicht mehr lesbische Beziehungen aus meinen verschiedenen Welten darstellen. :heart: Also möchte ich diesen Thread starten. Falls sich jemand berufen fühlt, dürfen gerne auch andere Bastler*innen verschriftlichte lesbische Themen aus ihren Welten hier posten. :)


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    Eine lesbische Beziehung in Deep Down:

    Im polaren Sommer vergisst man wann Schlafenszeit ist. Hier unter herrscht dann stetiges Zwielicht und man kann die Eishaie und Selkies bei der Jagd beobachten.

    Ich liege im Bett und lausche der knarzenden Metallhülle, die Tonnen an Meereswasser zurückhält. Ich weiß einfach, dass irgendwann die See einfallen wird, um uns alle zu ertränken. Wir hätten es verdient.

    Manchmal wenn ich ein kleines Rinnsaal an einer Fensterdichtung sehe, stippe ich meinen Finger rein und probier es. Bisher war es nie salzig, immer nur Kondenzwasser. In den Gängen friert es immer, denn egal ob es Sommer oder Winter ist, im Polarmeer ist es immer kalt.

    Ich kuschel mich in meine weichen Eisbärfelle ein und warte auf Leana.

    Als sie endlich in die Kajüte kommt, schlafe ich schon fast. Sie gibt mir einen Kuss in ihrer eingemummelten Kaputze und schaufelt genug Koks in den Ofen für die nächsten paar Stunden.

    Zum Entkleiden setzt sich aufs Bett. Ich schaue ihr amüsiert zu wie sie mit ihrer schweren Winterjacke kämpft. Als sie leise zu Fluchen beginnt, muss ich kichern und umklammere sie — wenig hilfreich — von hinten. Sie muss sich für den Moment geschlagen geben, während ich sie an mich drücke und mein Gesicht in ihre Haare wühle.

    "Ühahh. Du riechst schon wieder nach Tintenfisch."

    "Tja, und das werd ich auch noch ne Weile. Ne zweite Hydraulik ist ausgefallen."

    Immernoch an sie geklammert wiege ich sie langsam hin und her. Als ich sie schließlich wieder loslasse, baut sie sich vor mir auf, als Geste der Dominanz. Schmunzeld spiele ich ihre Zofe.

    Die warme Jacke mit der dicken Kaputze braucht heute tatsächlich mehr Geduld, die stützende Corsage darunter macht weniger Probleme. Und bald schon steht sie nur noch im Leibchen vor mir. Ihr dominates Gehabe wird durch ihr leichtes Schlottern untergraben.

    "Ohh, willst du zu MIR? In mein warmes Bett?", tease ich und schaue sie mit unschuldig großen Augen an.

    Mit einem "Bitch-please"-Blick drückt sie mich sachte zurück auf die Matratze und steigt einfach auf.

    Ihre Schenkel sind kalt. Sie blickt auf mich hinab.

    Bevor ich etwas sage, lässt sich einfach auf mich fallen. Von unten schlinge ich meine Arme um sie und ziehe das warme Eisbärenfell über uns.

    Ich halte ihre Schwere und lausche ihrem Atem.

    Das Meer um uns ist still.

    Und irgendwo tief unten in der Station, wo niemand je horcht, schreit ein Mann um sein Leben.

  • Dies hier ist schon etwas älter. Es ist auch schrecklich kitschig.


    Herzen


    Anglia öffnete ihre Augen und sah die Decke der Höhle. Sie war immer noch bräunlich und glatt, wenn auch nicht eben.

    Der Engel fühlte sich seltsam. Die Operation war ohne Zweifel gelungen, sie spürte die kalte, sich bewegende Dämonenschlange in ihrer Brust. Nichts, woran sie sich nicht gewöhnen konnte.

    Chimaras Raubtiergrinsen erschien in ihrem Blickfeld.

    „Sieh an, schon wieder erholt. Das zeigt wohl, dass der Trank den Dolch wirklich entschärft hat.“

    Der Engelsdolch war dazu gemacht gewesen, alles zu töten und seine Seele direkt ins Himmelreich des Lichts zu schicken. Doch der Meistertrank, der auch Wünsche erfüllte, die gegen die Gebote des Höchsten Wesens verstießen, hatte seine Wirkung verändert und ihn zum einzig möglichen Werkzeug für diese Operation gemacht.

    „Deine Schnitte sind sogar schon wieder geheilt, ich musste nicht einmal nähen“, erklärte die weitestgehend menschliche Chirurgin.

    Sie war ein beeindruckender Anblick. Beine einer Gazelle, Ohren einer Riesenfledermaus, hinter ihren menschlichen Armen, die noch dunkler waren als ihre sonstige Haut, zusätzlich zwei Gorillaarme. Anstelle von Haaren ein strahlend grüner Federkamm, im Mund die verschiedensten Zähne, angeordnet zu einem multifunktionalen Gebiss. Sonstige Zusatzteile waren verborgen durch ihren grünen Chirurgenkittel.

    „Bei Vladia scheint es noch zu dauern. Logisch, die Sonne ist ja auch noch nicht untergegangen.“

    Sie hatten sich entschieden, die Operation bei Tag durchzuführen, da Vladia nachts nicht schlafen konnte, sie tagsüber aber so ziemlich gar nichts weckte.

    Anglia setzte sich auf und sah sich in der Höhle um.

    Rötliches Licht kam durch den etwas erhöht liegenden Eingang auf einer Seite, in die Unterwelt ging es durch den gelb umrandeten Torbogen auf der anderen. Skurrile Felsformationen zierten die Seitenwände.

    Auf einem Tischchen lagen die Instrumente der Operation. Der Engelsdolch, beschmiert mit Blut, Äther und Meistertrank und jetzt vermutlich nur noch eine gewöhnliche Waffe. Das Glas mit dem Meistertrank, bis auf ein paar Tropfen leer. Staub, der einmal ein Splitter des lebenden Kometen Gr'n'gr gewesen war.

    Auf dem Operationstisch neben Anglias eigenem lag Vladia. Die jung aussehende Vampirin hatte die schwarz gefiederten Flügel klein zusammengefaltet, die Hörner, die sie als Teufelsvampir auszeichneten, ragten gut sichtbar aus dem schwarzen Haar.

    Die Schnitte in ihrer Brust waren zugenäht aber noch lange nicht geheilt.

    Neben ihr stand, die völlig grünen Augen wachsam auf sie gerichtet, Peo, das weiß gefiederte Rabenweibchen. Bei Vladia zuhause, in ihrer Gruft in Gilmid, bewachte Peo den Schlaf ihrer Herrin jeden Tag, doch dies war das erste Mal, dass sie auf einer Reise dabei war. Es war aber natürlich auch keine gewöhnliche Reise.

    „Es fließt Blut durch ihre Adern“, stellte Peo fest. „Sie ist nicht ganz so bleich wie sonst. Und ich glaube, sie ist wärmer.“

    „Sie hat jetzt das Herz eines Engels“, erklärte Chimara. „Da war das zu erwarten. Und so wie es aussieht, verbrennt es sie auch nicht. Ganz wie es in der Anleitung stand.“

    Die Anleitung. Vor Jahren hatte Anglia sie kurz im Buch der Toten Gesichter gesehen, aber nicht näher betrachtet. Dieses Buch lag jetzt auf einem fernen Planeten, aber in den Aufzeichnungen der Nekromantin Molly Aden hatten sie und Vladia eine Kopie entdeckt und den Text zum ersten Mal wirklich gelesen. Da hatten sie festgestellt, dass das die Lösung für ihr Problem sein konnte. Ihre Herzen zu tauschen.

    Die Höllenbrut in ihrer Brust war schon wärmer geworden, bemerkte Anglia. Oder sie hatte sich nur an ihre Kühle gewöhnt. Wie auch immer, sie überlebte trotz des göttlichen Feuers. Und es war noch genug vom Feuer da, um einen Engel zu ernähren.

    „Die Schnitte wachsen zu“, sagte Peo unerwartet.

    Anglia stand auf. Sie schwankte ein wenig, fiel aber nicht. Die Flügel ausgebreitet um die Balance besser zu halten, trat sie an Vladias Operationstisch heran.

    Tatsächlich. Die Schnitte verheilten zusehends. Und es blieben nicht einmal Narben zurück.

    „Dann ziehe ich wohl besser mal die Fäden“, entschied Chimara und machte sich an die Arbeit.

    „Sie wacht auf“, erkannte Peo.

    Tatsächlich. Vladias Augenlider flatterten, dann öffneten sich die Augen ganz. Aber noch war die Sonne doch nicht untergegangen …

    „Au“, meinte die Vampirin. „Was ziept da so?“

    „Keine Sorge. Das war der letzte Faden. Oh, Moment.“

    „Aua!“

    „Das war jetzt der letzte.“

    „Und … hat es funktioniert?“

    „Ja“, bestätigte Anglia. „Du hast jetzt mein Herz. Und es hält dich tatsächlich am Leben.“

    „Stimmt, es fühlt sich anders an. Es ist so warm. Und es schlägt richtig. Warte, ist das Sonnenlicht?“

    „Ja. Das Herz muss deinen Schlafrhythmus stören.“

    „Na, wenn es sonst nichts ist.“

    Vladia setzte sich auf und entfaltete ihre glänzenden, schwarzen Flügel.

    Unerwartet griff sie nach Anglias Hand. Ihre Finger waren nicht kalt wie sonst. Sie fühlten sich … lebendig an.

    „Nicht so warm wie sonst“, urteilte hingegen die Untote. „Immer noch warm, aber es wird nicht mehr wärmer oder gar heiß.“

    Anglia schloss ihre Finger auch um Vladias Hand. Die beiden warteten noch eine Weile, aber nichts veränderte sich.

    „Ich denke, das Problem ist wirklich gelöst“, urteilte Vladia. „Peo?“

    Die Schlange in Anglias Brust bewegte sich heftiger. Wenn jetzt wirklich alle Hindernisse beseitigt waren …

    Peo flatterte nach weiter hinten in der Höhle und holte die Schachtel. Vladia öffnete sie und nahm einen der Ringe heraus.

    „Ich, Vladia, schwöre vor den Göttern dieser Unterwelt, dass ich dich, Anglia, zu meiner Frau nehme und dich liebe und lieben will, über den Tod hinaus, solange es mir möglich ist.“

    Anglia hielt ihre Hand hin und Vladia steckte ihr den Ring an. Gold. Keine Verzierung, keine Inschrift. Nur ein Ring.

    Ebenso wie der andere, den Anglia nun aus der Schachtel nahm.

    „Ich, Anglia, schwöre vor den Göttern dieser Unterwelt, dass ich dich, Vladia, zu meiner Frau nehme und dich liebe und lieben will, über den Tod hinaus, solange es mir möglich ist.“

    Sie steckte Vladia den Ring an. Die Schlange wand sich heftig. An diese Art des Herzschlags würde sie sich erst gewöhnen müssen.

    „Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, sagte Chimara scherzhaft.

    Vladia stand auf und beide kamen dem Vorschlag nach.

    Es war anders als sonst, in erster Linie wärmer, aber da war noch etwas anderes. Die gleiche Energie, die Anglia durchfloss spürte sie nun auch in Vladia, nur schwächer.

    Normalerweise brach Vladia den Kuss ab, wenn ihr zu heiß wurde, oder sie spürte, dass die göttliche Magie sie schwächte. Dieses Mal nicht. Der Kuss dauerte eine ganze Minute, dann zwei, drei, vier.

    Schließlich musste er doch enden.

    „Peo, Chimara, raus hier!“, verlangte Vladia. „Ich will etwas ausprobieren, bei dem ich mir früher sofort die Lippen verbrannt hätte.“

    Uh! Ja bitte!

    „Wie ich sehe, bin ich zu spät.“

    Alle sahen zum Höhleneingang. Davor stand ein gut aussehender junger Mann in einem weißen Lendenschurz und mit einem Schwert am Gürtel. Dass er vier Flügel auf dem Rücken hatte, zeichnete ihn als Erzengel aus, dass ihre Federn schwarz waren als einen der Bestrafenden.

    „Was willst du, Todbringer?“, fragte Vladia. „Den Dolch? Bitte. Der ist jetzt wertlos.“

    „Ich weiß. Das ist ja das Problem. Ihr habt ein Gesetz des Höchsten Wesens gebrochen.“

    „Wissen wir. Dafür haben wir ja den Meistertrank gebraucht.“

    „Gesetze des Höchsten Wesens kann man nicht brechen. Indem ihr es doch getan habt, habt ihr seine Autorität kompromittiert. All seine Gesetze sind nun aufgehoben.“

    Anglia zuckte mit den Schultern.

    „Und? Gesetze des Höchsten Wesens haben uns immer nur Ärger gebracht.“

    „Außer einem“, erinnerte sie Vladia.

    Sie spielte natürlich auf Anglias Anweisung an, auf Vladia aufzupassen. Nun, auch wenn der Befehl nicht mehr galt, konnte ihr das Höchste Wesen nun auch nicht mehr befehlen, sie zu verlassen.

    „Ihr versteht nicht. Das schließt das Gesetz ein, dass die Siegel nicht gebrochen werden können.“

    Daran hatte Anglia nicht gedacht. Das war schlecht.

    „Siegel?“, hakte Vladia nach.

    „Die Siegel der Apokalypse“, erklärte Anglia. „Hinter jedem lauert ein unvorstellbarer Schrecken und es heißt, wenn sie alle gebrochen werden, ist es das Ende der Welt.“

    „Oh, die Dinger. Aber werden die nicht sowieso irgendwann brechen?“

    „Es ist vorhergesehen, dass sie brechen. Und jetzt wissen wir, wer die Schuld trägt“, erläuterte der Erzengel.

    „Und dann geht die Welt unter? Na, dann wird sie wohl keiner brechen. Jedenfalls nicht so bald.“

    „Hoffen wir es“, sagte der Todbringer. „Denn wenn die Welt untergeht, mache ich euch verantwortlich.“

    Der Engel des Todes schlug mit allen vier Flügeln und verschwand durch den Höhleneingang.

    „Jetzt bin ich beunruhigt“, gab Chimara zu.

    „Unnötig“, fand Vladia. „Es gibt unzählige Dinge, die die Welt zerstören können. Auf eins mehr oder weniger kommt es nicht an.“

    „Hoffen wir es“, sagte Anglia. „Was nun?“

    „Wir suchen uns ein Standesamt und machen es legal. Was sonst?“

    „Aber nicht hier. Hier wirst du noch gesucht, nicht vergessen.“

    „Keine Sorge. Sicher nicht. Weißt du was? Wir gehen erst mal raus und sehen uns den Sonnenuntergang an.“

    „Oh ja.“

    „Dann gehen wir für die Hochzeitsnacht in die Kutsche und morgen früh fliegen wir ins Großpentagonische Reich und suchen uns ein Standesamt.“

    „Klingt gut.“

    Aber die Warnung des Todbringers ging Anglia nicht aus dem Kopf. Nun, mit diesem Problem würden sie sich auseinandersetzen müssen, wenn es eintrat.

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