[Lhannd] Generelles: Einführung

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!
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    Original von Jerron


    ...und es gibt nach wie vor keinen bescheuerteren Weltennamen als "Hârn" ;)


    Ja, ist für einen Deutschsprachler ähnlich lustig, wie Fucking für einen Englischreder.

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    Original von Der Don
    Gut, dann behalte ich die Reitmenschen als Idee eben für mich, aber Reit-Orang-Utans hätten auch was für sich... ;D


    Kannst behalten. Welches Volk würde denn sowas reiten? ;D



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    Aber eine produktive Sache habe ich gestern vergessen, die ich doch noch loswerden muss: Der Name deiner Welt, "Lhannd", erinnert schon sehr an das Wort "Land".


    Zitat aus dem Thread: "Woher kommt der Name eurer Welt?"


    Is also Absicht... und wenn Aerde, Dere, Telw, Erdsee und wie sie sonst heißen durchgehen, dann auch Lhannd... imho ;D





    AAAAABER um wieder zum Topic zu kommen:


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    War Lhannd schon immer eine Steampunk-Welt?


    Anfangs nicht, aber dieser Anfang ist aus Prä-Weltenbastlerforum-Zeiten. Was aber stimmt ist, dass sich in letzter Zeit der Steampunk-Anteil innerhalb der Welt deutlich erhöht hat. Bisher war die Welt immer nur recht Steampunk angehaucht, inzwischen ist sie zumindest in den Kernstädten fast klassisches Steamfantasy. Außer natürlich die Tatsache dass es kein Schwarzpulver gibt und die Tatsache, dass die Welt nicht am viktorianischen England angelehnt ist.
    Aber keine Angst, die typischen Steampunk-Brillen gibbet noch und die Stilelemente sind weitgehend übernommen. Halt bloß nicht so ganz gentlemenlike wie es klassischer Steampunk vorsieht ;D


    Du hast es also nicht übersehen, sondern ich habe es glaub ich nie so explizit erwähnt...



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    Irgendwie gibt diese Tatsache der Welt eine Würze, die es (zum Beispiel) als "Highfantasy" nicht hätte. Weiter so.


    Dankefön! Ich tu was ich kann ;D

    Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden


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  • Öh, jetzt hatte ich mir einen ganzen Fragenkatalog ausgedacht, aber das meiste habe ich wieder verworfen, weil's vermutlich eh keine Sau interessiert hätte (oder hat sonst noch jemand Interesse an Fragen nach Nass- oder Heißdampf und Vorwärmeinrichtungen? ;) )


    Wieso setzt man denn nur Blimps ein? Gerade wenn die Schiffe eine besondere Kommandobrücke haben, scheinen sie doch eine recht ansehnliche Größe zu erreichen, was den Einsatz von Zeppelinen oder wenigstens halbstarren Luftschiffen sinnvoller erscheinen lässt. Auch im Hinblick auf mögliche Bewaffnung ... (Blinden, Ballisten?)
    Überhaupt, wie sind diese Blimps denn aufgebaut?


    Was wird denn in den Dampfmaschinen verfeuert? Gibt's eine Eisenbahn? (Fall "ja": Können wir Umlaufdaten erfahren? ;D )Dampfkutschen?
    Irgendwelche Symbiosen zwischen Dampftechnik und Magie? Ein dampfgetriebener Managenerator oder so was?

    "»Huch«. machte der Dachs, als er aufwachte. »Heute bin ich aber schlecht gelaunt. So etwas von schlecht gelaunt, ich bin ja richtig gefährlich!«" - Udo Weigelt, Der Dachs hat heute schlechte Laune.

  • So, ich habe jetzt mal an den Anfang Teil 2 (und auch letzten Teil) der Rundreise hineineditiert. Sorry, ist wieder eine Menge geworden, aber ich wollte noch so ein oder zwei Sachen erklären...


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    Wieso setzt man denn nur Blimps ein?


    Vereinfacht gesagt, weil die anderen noch nicht erfunden wurden. Das stimmt zwar nicht ganz, die Luftwaffe von Cormas besitzt inzwischen halbstarre und starre Luftschiffe, aber die älteren Modelle sind noch "normale" Blimps.


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    wie sind diese Blimps denn aufgebaut?


    Das häufigste Design ist ein meist zylinderförmiger Ballon mit Gondel darunter. Ganz zu beginn waren diese Gondeln selbst meist umfunktionierte Boote/kleine Schiffe. Recht schnell hat man aber gemerkt, dass dieses Design einen gewissen Nachteil hatte: ein Schiff kann nicht nach unten schießen. Deshalb werden neuerdings speziell für den Zweck gebaute Gondeln verwendet. Wie sich vielleicht da raus lesen lässt: die Technik entwickelt sich auf dem Gebiet rasant weiter


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    Was wird denn in den Dampfmaschinen verfeuert?


    Kohle. Also meistens... Es gibt Apparate, die mit anderen Brennstoffen funktionieren, aber die sind meist für Spezialanwendungen. Besonders teuer und dementsprechend selten sind Maschinen, deren thermische Anregung durch Magie vonstatten geht. Diese haben aber den Vorteil, dass man eigentlich keinen Brensstoff braucht.


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    Gibt's eine Eisenbahn? Dampfkutschen?


    Ja! Das ursprüngliche Modell ist schon seit Jahren auf den Gnomeninseln im Einsatz und hört dort auf den eher ungewöhnlichen Namen Knatterwusch. Diese Technologie wird inzwischen (unter dem Namen Eisenbahn) exportiert. Für die Exporte kann ich noch keine Umlaufdaten herausgeben, das ist nämlich gerade erst im Bau (man siehe mein Edit des ersten Posts)
    Dampfkutschen gibt es nicht, man muss noch auf das gute alte Pferd zurückgreifen. Aber wer weiß was in 20-30 Jahren ist...


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    Irgendwelche Symbiosen zwischen Dampftechnik und Magie? Ein dampfgetriebener Managenerator oder so was?


    Gibt es, aber andersrum. Soll heißen: ein dampfgetriebener Managenerator ist nicht möglich, ein managetriebener Dampfgenerator schon. Man kann Magie in Energie umwandeln, aber nicht andersrum (bzw. man hat noch keinen Weg gefunden). Symbiosen gibt es in der Form, dass (wie oben schon angesprochen) Magie verwendet wird um Dampf zu erzeugen. Außerdem wird, auch wenn es nichts mit Dampfmaschinen zu tun hat, Elektrizität auf magischem Wege hergestellt. Eine alchemische Batterie (Alchemie zählt bei mir zur Magie im Gegensatz zur Chemie) hat nun mal mehr Energie als eine normale Chemische. Dafür ist der Output einer chemischen Batterie konstanter, aber irgendwann werde ich mal einen Thread über die Natur von Magie und Technologie und die Vorö und Nachteile beider machen...

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  • Muss vor allem mein Lob für deine Interpretation von Magie aussprechen. Die Beschreibung des Dunkelelfen, der erst einmal die Himmelskörper bemisst und dann wahnsinnige Schmerzen zu erdulden hat, ist darüber hinaus sehr gut gelungen und hat das ganze plastisch und gut vorstellbar dargestellt.


    Eine Sache, mit der ich allerdings nicht ganz klar komme, ist der "Techno-Mix", den du ab und an beschreibst. So verstehe ich nicht, warum im Zeitalter der Dampfkraft noch Koggen als Schiffe verwendet werden. Und an manchen Stellen schaut es so aus, als befänden sich die ganzen Dampftechnologien noch in den Kinderschuhen aber trotzdem gibt es in deinen Städtebeschreibungen fast immer dampfende Schornsteine in Industriegebieten. Über eine genauere Erklärung, wie alt und wie weit verbreitet das ganze industriezeitalterlilche Gedöhns ist, würde ich mich deswegen sehr freuen. ;)


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    Er hat den Heron-Apparat oder Heronball, den ersten Apparat, der Dampfkraft in Bewegungsenergie umwandelte, bereits vor etwa 2000 Jahren erfunden, aber wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter entwickelt (Sklaven waren so billig dass eine Maschine, die Arbeitskraft ersetzt, schlichtweg überflüssig war). Ebenso hat er eine Unzahl mechanischer Apparate entwickelt, unter anderem einen Münzeinwurf Weihwasserspender, eine sich automatisch öffnende Tempeltür und einen mechanischen Entfernungsmesser.


    Sklavenarbeit war damals nicht unbedingt billig. Gerade im römisch-griechischen Ägypten war der Sklave eher ein Luxus- und Prestigeobjekt für reiche Leute. Und auch wenn es stimmt, dass massenweise billiges Menschenmaterial für Großbauprojekte zur Verfügung stand, kann man nicht sagen, dass die antiken Menschen technischen Neuerungen gegenüber unaufgeschlossen waren. Ich denke, die Begründung, warum die Dampfkraft nicht weiter eingesetzt wurde, liegt darin, dass viele von Herons Erfindungen eher für Unterhaltungszwecke konzipiert waren (singende mechanische Vögel, von alleine aufgehende Türen etc.). So auch die Dampfmaschine: Sie war sicherlich ein Star auf diversen Jahrmärkten, aber es ist schlicht und einfach niemand auf die Idee gekommen, dieses Wunderding auch wirtschaftlich rentabel einzusetzen. So ist die Menschheit damals wohl das erste Mal einer industriellen Revolution entkommen. :dozier:


    Was das Ganze mit dem Topic zu tun hat: Herons Dampfmaschine ist ein gutes Beispiel dafür, dass nur weil eine Technologie erfunden wird, sie nicht unbedingt immer im selben Maße eingesetzt werden muss. Ich denke, gerade für Weltenbastler wie dir, bei denen Technologie eine große Rolle spielt, ist das ein durchaus überlegenswerter Gedankengang, der sich fruchtbar auf die technologische Entwicklung deiner Welt auswirken könnte.

  • Gerion, deine Einführung ist unglaublich inspirierend (ich gebe zu, ist auch die erste Einführung, die ich gelesen habe). Wie Don sagte, der Elf ist wunderbar, die Erklärung über die Dunkelelfen und überhaupt einfach der Anfang ^^
    Ich hatte auch schon deine NASA-Aufnahme bewundert(Neid).
    Jetzt fallen mir kaum Fragen ein...


    Doch, ein Punkt: Die Götter.
    Wie aktiv sind die denn in das Weltengeschehen eingebunden (siehe Billiard *rofl*), überhaupt hat mir in der ganzen Rundreise die Mythologie und Religion, vielleicht auch etwas Philosophie gefehlt.
    Die Klimata wurden zwar erwähnt und dass viele Fabriken anscheinend viel produzieren(und sei es nur Rauch), doch was produzieren sie denn?

    Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt @_@


    Jedes Wesen, dass zu seinem Privatvergnügen ein Universum schafft ist ein egomanischer Irrer -
    Ergo: Der Schöpfer ist ein egomanischer Irrer. - Landon W. Rabern


    Schöpfer sind keine Götter. Schöpfer erschaffen welten, und das ist schwer. Götter wurden von Menschen erschaffen, und das erklärt eine Menge. - Terry Pratchett, Heiße Hüpfer

  • Zum Technomix:
    Technologie ist seit etwa 20-30 Jahren auf dem Vormarsch, wann die Maschine entwickelt wurde, ist nicht so ganz klar, bekannt ist nur, dass sie bereits relativ perfektioniert von den Zwergen vorgestellt wurde. Allerdings besteht die Welt weitgehend aus zwei Teilen:
    Den hochtechnisierten Städten und dem weitgehend ignoranten Hinterland, das natürlich auch Städte besitzt, die aber weniger weit entwickelt sind. Wer nicht das Glück hat aus einem der großen Zentren zu kommen, hat relativ schlechte Karten. Aber das ändert sich derzeit auch, nicht zuletzt weil die Eisenbahn wohl demnächst das Festland erobern wird.


    Aber ich weiß, was du meinst... ich habe einen kleinen Faux Pas begangen und habe deshalb die Kogge durch einen Klipper ersetzt. Segelschiffe waren noch lange weit verbreitet, aber wenigstens ist es nicht mehr so primitiv... ;D


    Ja, die Dampfkraft steckt noch relativ in den Kinderschuhen und fast jeden Monat gibt es neue Verbesserungen und Erfindungen, die das Leben leichter machen könnten. Dabei ist es aber weniger die Maschine selber, die verbessert oder neu erfunden wird, sondern eher Anwendungen dieser und der Elektrizität.



    Zum Heron-Apparat:
    Ich weiß dass es mehrere Deutungen gibt, weshalb sich damals keine industrielle Revolution ergeben hat, und wahrscheinlich haben alle einen wahren Kern. Fakt ist aber, dass Heron sowohl mit Dampfkraft als auch mit Mechanik rumgespielt hat, weshalb er eigentlich jederzeit beides hätte kombinieren können. Hat er aber nicht.


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    Herons Dampfmaschine ist ein gutes Beispiel dafür, dass nur weil eine Technologie erfunden wird, sie nicht unbedingt immer im selben Maße eingesetzt werden muss


    Das stimmt, und das ist ja auch einer der Grundgedanken des Steampunk. Ein Beispiel dafür, dass in meiner Welt die technische Entwicklung etwas anders vonstatten geht, sind Gewehre usw. Ich habe oben geschrieben Schwarzpulver gibt es nicht. Das ist so nicht ganz richtig, Schwarzpulver ist bekannt. Unter anderem Namen zwar, aber es existiert. Bisher ist bloß noch nie jemand auf die Idee gekommen damit ein Projektil zu beschleunigen. Stattdessen ist es nur eine witzige Spielerei mit der humorvolle Wissenschaftler Leute erschrecken. Wirtschaftlichste Nutzung des Schwarzpulvers sind dabei Sprengungen für Minen und Tunnel.



    Edit: Da war Koboldkind mit dem Posten schneller als ich ;D


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    Doch, ein Punkt: Die Götter


    *seufz* Die Götter... ich muss ehrlich zugeben mit denen habe ich mich noch nicht sooooo sehr beschäftigt, wohl weil ich selber nicht so sehr gläubig bin. Auf alle Fälle waren die Götter in der Vergangenheit deutlich aktiver, bzw. besser gesagt: ihre Aktivitäten waren deutlich offensichtlicher.


    Ich habe vor einen speziellen Thread zu dem Thema auf zu machen, aber hier mal ein kleiner Abriss:
    Es gibt generell drei Arten höhere Wesen. Götter, Dämonen und Geister. Erstere beiden Arten haben dann noch Diener von Form von Engeln usw. Götter und Dämonen wohnen in derselben Welt, während die Geister in erster Linie in unserer eigenen Welt residieren. Philosophen streiten sich darüber, wer wichtiger und mächtiger ist, Götter oder Geister, je nach Religion ist das nämlich unterschiedlich.


    Zur Mythologie und Philosophie habe ich nichts gesagt, weil jedes Volk seine Eigene hat, das kommt dann in die entsprechenden Threads rein. ODer meinst du eher das "das ist real so gewesen, auch wenn die Völker u.u. was anderes sagen"


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    Die Klimata wurden zwar erwähnt und dass viele Fabriken anscheinend viel produzieren(und sei es nur Rauch), doch was produzieren sie denn?


    Kommt auf die Fabrik an. Glas, Stahl, Spielzeug,... was Fabriken halt so herstellen. Es besteht ein ziemlicher Bedarf an Bedarfs- und Luxusgütern der gedeckt werden muss. Heutzutage macht man so etwas nicht mehr selber, sondern es gibt Manufakturen und Fabriken die das für einen machen.

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    Sie hat jedes Mal wenn sie ihren Charakter ausgepackt hat, neue Ideen, Verrücktheiten und Erfindungen der Gnome ausgetüftelt, von Sportarten über kulturelle Eigenheiten bis hin zum Aufbau der Hauptstadt.


    Toll. Solche Mittüftler sind eine große Ehre und manchmal eine noch größere Bereicherung der Welt. :)
    Die Dunkelelfen sind übrigens sehr erfrischend- genau wie Der Don vor allem den Teil mit der Magie, aber auch überhaupt die Idee, dass Dunkelelfen Ausgestossene sind.


    Also dann: Lhannd in Sicht. :D

  • Ich bin inzwischen darüber Fyrnhaim genauer auszuarbeiten und habe deshalb auch über die Frage nachgedacht warum die Leute in Fyrnhaim nicht revoltieren, wenn es dort ständig Kriege zwischen den Kleinstaaten gibt.


    Und ich bin recht schnell zu dem Schluss gekommen, dass es verwandte Fragen in unserer Welt gibt:
    Warum haben die japanischen Bauern nicht revoltiert obwohl ihre Oberen andauernd Krieg gegen andere geführt haben?
    Warum war fast jeder Mensch Europas bis zum ersten Weltkrieg der Meinung jede Generation sollte mindestens einen Krieg erlebt haben?
    Warum stand die Bevölkerung Deutschlands bis fast zum Schluss weitgehend geschlossen hinter Hitler?
    Warum war es für jeden Franzosen für lange Zeit eine Selbstverständlichkeit von Deutschland als Erbfeind zu reden?
    Warum waren die Engländer der Meinung ihre Kultur sei so überlegen dass sie versuchten jedes Land der Erde zu „kultivieren“?


    Oder kurz: was hat die Leute in der Vergangenheit dazu gebracht dauernd Kriege zu führen, Imperialismus für gut zu befinden usw.


    Die Antwort ist eigentlich recht einfach, aber von heute lebenden Menschen kaum noch nachvollziehbar.
    Nationalstolz, unbedingtes Vertrauen in die Führungsspitze, der Glaube an Krieg als eine Selbstverständlichkeit.
    Die Gründe dafür sind vielfältig. Erziehung, Demagogie, Propaganda usw.
    Wie so etwas genau entsteht, ist eine Frage der Hegemonie und kulturellen Hegemonie. In etwas extremerer Form auch Kulturimperialismus.
    So wie heute die Leute linientreu auf Demokratie getrimmt werden, so dass sie nicht auf die Idee kommen eventuell über bessere Formen der Regierung nachzudenken, war die Bevölkerung damals ebenso linientreu erzogen.


    In den Ländern Fyrnhaims herrschen derzeit ähnliche Zustände wie im Europa des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Es wird als eine Ehre angesehen für sein Land zu kämpfen, seine eigene Kultur weiter zu bringen und ggf. für sein Land zu sterben.
    Zusätzlich werden Kriege weitgehend unabhängig von der Zivilbevölkerung geführt (Angriffe auf Zivilbevölkerung ist eine "Erfindung" des 2. Weltkriegs). So manche Gegenden wechseln alle paar Jahre den Besitzer, ohne dass die Bewohner groß von den Kriegen, deren Resultat das ist, etwas mit bekommen.


    Inmitten dieser Wirren gibt es aber ein paar Parteien, welche die alte Glorie und die Tugenden des Rittertums wieder herstellen wollen, wobei sie stetig ignorieren, dass diese alten Zeiten inzwischen vorbei sind und sich nicht wieder bringen lassen.

    Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden


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  • Also für mich hört sich das sehr schlüssig an, hast ja auch schon etliche historische Beispiele genannt, mir würden zb. auch noch die griechischen Stadtstaaten einfallen bei denen jährliche Kriege zum teil regelrecht selbstverständlich waren und wo viele auch der Meinung waren dass die ein oder andere Schlacht dem Charakter ganz gut tue.
    Haben denn die beteiligten Parteien auch die Chance wirklich dauerhafte Gewinne zu erzielen oder ist das mehr so Krieg aus Tradition und Brauchtum ohne dass sich wirklich was tut?
    Versuchen alle so eine Art Gleichgewicht der Macht zu erhalten, ähnlich wie in Europa vor dem ersten Weltkrieg, und wenn ja, wie stehen die Chancen dass eine Art Napoleon auftaucht und versucht das System zu stürzen?

  • Eigentlich versucht streng genommen jede Partei alle Kleinstaaten zu vereinen und somit das ursprüngliche Reich wieder herzustellen.


    Praktisch schafft das aber keiner, wodurch es inzwischen eher Krieg aus Tradition ist. Theoretisch könnte aber ein Napoleon kommen und das Ganze über den Haufen werfen. Die Chancen darauf sind aber nicht die Besten, weil den meisten Anführern ein großes, starkes Land in der Hinterhand fehlt. Die Chancen sind aber nicht null...

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  • Jo, ein wenig neuartige Technologien (+Strategien) ein durch Propaganda geleitetes Volk. Das kann meist funktionieren... =)
    [SIZE=7](Wer darauf überreagiert, ist paranoid)[/SIZE]


    Steampunk fand ich immer so halbinteressant, weil es für mich ein unmögliches Konzept darstellt (Fortschritt geht immer weiter, Steampunk bedeutet jedoch fesgefrorener Fortschritt, der sich nur ausarbeitet). Womöglich stehe ich mit dieser Meinung ziemlich alleine da, ist mir aber Wurst. =P


    Ich fand deine Beschreibung sehr schön gemacht, allerdings war mir das alles jetzt zu kompliziert um darauf jetzt noch irgendwie Fragen zu stellen - ja im Ernst. Ich les ja auch die Beiträge danach. ^^


    Mach weiter damit, ich finde es super gemacht! :)

  • Danke!


    Ich weiß, dass ich dazu neige, etwas kompliziert zu schreiben... ich will halt meistens möglichst viele Informationen in möglichst wenig Text pressen. Ne dumme Naturwissenschaftlerangewohnheit...




    Ich würde jetzt nicht sage, dass Steampunk kein Fortschritt hat, meiner Meinung nach ist da eher Fantasy derjenige, der ziemlich Mist baut, wenn Jahrtausendelang keinerlei Weiterentwicklung stattfindet. Im Gegenteil, meist wird was sogar noch vergessen...


    Leider hab ich das Wochenende keine Zeit, aber ich versuch mal einen Text über Steampunk zu schreiben, der das Denken hinter dem Genre erklärt...







    In der nächsten Episode:
    Mir wurde von Koboldkind nahegelegt, dass ich vielleicht etwas über die Götter und die Philosophie schreiben sollte. Die ersten Beiträge waren ein physischer Rundflug über den Kontinent. Schauen wir mal, wie ich die Philosophie verwurste. Vielleicht ein Gespräch mit einem Gelehrten?... hmmm....

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  • Ich stelle es mir halt im Steampunk schwierig vor. habe Respekt vor den Leuten die es gut umsetzen können, aber manchmal bauen sich sicherlich Schwierigkeiten auf, wo Steampunk zu sehr mit dem kreuzt, welches eigentlich nicht dem entspricht (oder sich gar nicht lösen lasen). Schwierig zu erklären, aber ich hoffe du verstehst es etwas. ^^


    Bei mir geht es Fantasy-technisch, da die Welt im Alter gesehen recht jung ist (Durch die Krise zurückgeworfen).


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    [...]dass ich vielleicht etwas über die Götter und die Philosophie schreiben sollte.

    Sehr gute Idee =)

  • Was mich echt begeisert hat, war die Stelle von der Erzählung über Elfen bis zu dem magietreibenden Dunkelelfen :) tolle Idee


    ich hoffe sehr, es geht bald weiter

  • Huhu!



    Ich hätte noch ein paar Fragen zu Fyrnheim: Wer genau führt denn da Krieg, wenn die Zivilbevölkerung so wenig mitkriegt? Ist dort Krieg eine Angelegenheit einer speziellen elitären Schicht? Wenn nicht, wäre man doch wenigstens durch die Beteiligung von Verwandten betroffen, in den meisten Fällen negativ. Außerdem frage ich mich, wie man einfach so nebensächlich mal den Staat wechseln kann ohne etwas mitzukriegen, wenn man andererseits doch so nationalistisch begeistert getrimmt sein soll? Gäbe es dann nicht kontinuierlich Ärger mit der eigentlich nicht zu einem gehörenden Bevölkerung, die wieder heim in ihren alten Staat wollen und Steuereintreiber mit Hacken, Sensen und Pferdemist bedrohen?



    Versteh mich nicht falsch, ich finde das Konzept einer Region von kleinen Staaten, die unentwegt Krieg untereinander führen, alles andere als unrealistisch, aber die Begründungskombo klang für mich seltsam.



    Ansonsten gerne Religion und Philosophie - ich habe keine Ahnung von Dampfmaschinen, dafür aber von Glaubenssystemen ;).

  • Die folgenden Texte verschieben sich um ein paar Tage, ich habe seit einiger Zeit geplant neues zu schreiben (ja, Religion...), aber gerade Examensprüfungen...


    Am Dienstag ist meine Nächste, dann hab ich bis Dezember etwas Zeit, also kann ich dann hier posten.


    Mara:
    Es ist weniger eine Frage von speziellen elitären Schichten als eine Frage der strikten Trennung zwischen Militär und Zivilbevölkerung. Es gilt immer noch als extrem unschick, Zivilisten zu bekämpfen, auch wenn es derzeit einige Änderungen in dem Verhalten gibt.
    Kriegsführende Parteien sind in erster Linie Söldner sowie gehobenere Schichten, unterstützt durch Technologie und Magie. Massenschlachten wie sie im ersten Weltkrieg vorkamen, sind derzeit den Göttern sei dank noch extreme Ausnahmen.


    Das nationalistisch getrimmte hätte ich vielleicht etwas präziser formulieren müssen. Die Bevölkerung ist darauf getrimmt, ihr Imperium wieder zusammen zu schließen. Das ist das höchste Ziel und ihr ganzer nationaler Stolz. "Wir waren einmal ein Imperium und wir werden es wieder sein!" Dementsprechend sehen sie die meisten Kleinstaaten eh nur als einen Teil des großen Imperiums. Sicherlich gibt es gelegentlich Aufstände wenn ein besonders schlimmer Despot an der Macht ist oder die Steuern zu sehr drücken, aber im generellen hecheln die Bürger dem Herrscher hinterher, der ihnen verspricht das alte Imperium wieder aufzubauen. Und natürlich muss er fähiger darin sein als ihr alter Herr, denn er hat ihn ja besiegt.


    Jetzt klarer?

    Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden


    INDEX DER THREADS ZU LHANND

  • Eigentlich habe ich Steampunk noch nie so richtig gemocht; habe aber eben den Rundflug mitgemacht und ich muss sagen, Lhannd macht Lust nach mehr! :) Es war echt interessant zu lesen!
    Bin also sehr gespannt auf die nächsten Texte!
    LG

  • Hallo,


    ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich in einem etwas älteren Thread etwas schreibe, aber du hast ihn ja immer noch verlinkt, deswegen gehe ich mal davon aus, dass er auch noch aktuell ist.


    Ich mag generell Welten wo man von dem Paradigma "Fantasy und Technik schließen einander aus" weggekommen ist, deswegen hast du mit deiner Idee gleich einen Stein bei mir im Brett.
    Den hättest du aber überhaupt nicht gebraucht, weil mir auch ansonsten sehr gut gefällt, was du da so hast. Das fängt mit deinem Stil die Welt zu beschreiben an. Ich kenne aus eigener Erfahrung das Problem, dass sich Beschreibungen von erfundenen Welten oft eher wie wenig spannede Auszüge aus dem Mikrozensus oder dem Geographiebuch lesen, das hast du sehr gut gelöst.
    Grundsätzlich gefällt mir an deiner Welt, dass du versuchst, klassische Fantasyelemente wie Elfen mit ungewöhnlicheren Ideen zu verknüpfen und soweit man das dem Vorstellungstext entnehmen kann, gelingt dir das auch gut. So wie es dir auch zu gelingen scheint, bei den Elfen auf dem schmalen Grad zwischen Klischeevermeidung und Wesen, die mit Elfen kaum noch etwas gemeinsam zu haben scheinen, sicher zu wandeln.
    Die Idee, eine Welt zu haben, die ein Planet mit Ring ist, finde ich auch gut. So wird eine fremdartige Atmosphäre geschaffen, man kann es sich aber trotzdem noch recht gut vorstellen, weil man ja Bilder von realen Planeten mit Ring vor Augen hat.


    Was das Thema Magie und Technologie betrifft, finde ich gut, dass sich die beiden bei dir anscheinend nicht ausschließen, wie das anderswo sehr häufig der Fall ist.
    Etwas gestolpert bin ich aber über die Sache mit dem nicht vorhandenen Schießpulver. Gibt es dafür irgendeinen innerweltlichen Grund, oder magst du einfach lieber klassische Fantasyschlachten mit älteren Waffen beschreiben? Ich frage mich nämlich schon, warum kriegerische Staaten, die über Chemiefabriken und Magie verfügen, nicht irgendwann auf die Idee kommen, irgendeine Form von Waffen zu erfinden, die über Schwert, Bogen und Katapult hinausgeht. Im realen Leben waren das leider häufig die ersten Einsatzmöglichkeiten für neue Technologien, vor allem, wenn gerade schon ein Krieg stattfand.
    Gibt es innerhalb deiner Welt irgendeinen Grund, warum das anders ist?


    Das ist aber nur eine kleine Sache, die mich jetzt auch nicht übermäßig stört. Deine Welt gefällt mir sehr gut, und ich würde auch gerne etwas darin lesen, wenn es denn etwas dazu gibt.

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