Posts by Jundurg

    Ich habe das Bedürfnis nach Listen und Ordnungen; ich will meine Götter mal etwas übersichtlicher haben, sowie idealerweise auch ein paar Weltzeitalter haben, damit ich die Geschichte etwas leichter basteln kann. (Die wären dann entweder meine eigene Einteilung oder die von modernen Historiker*innen; letzteres wäre natürlich wieder komplizierter.)


    Aber erst einmal die Götter. Im Weltausstellungsthread habe ich eine Liste, hier im Thread noch ein paar neue mit Namen, und im letzten Post einige ohne Namen. So ein Chaos! Die haben ja alle so viele Namen - in den meisten Fällen habe ich nur ein oder zwei im Kopf. Wenn ich sie organisieren will, müsste ich sowas wie Gruppen erstellen, damit ich einen Überblick habe. Ich könnte sie auch nummerieren? Da würde aber automatisch Zahlensymbolik reinkommen, was ich eher vermeiden möchte. Nagut, ich fange einfach an, und werde dann merken, woran es scheitert.


    Die klassischen Monatsgötter

    (Ngiana hat KEINE Monate, weil es auch keinen Monat hat, das ist ein Überbleibsel aus einer früheren Bastelphase)


    1. Maeide

    2. Arphte

    3. Mazouky

    4. Relapi

    5. Amiphas

    6. ?

    7. (Bergleutegott) Menaphtem?

    8. Tolwana

    9. ?

    10. Datouky

    11. (Sturmgöttin?)

    12. ?

    13. Fönaspi?


    Hihi, ich hab die nichtmal alle in neuere Basteleien übernommen. Ich guck mal nach, wie die Juni- und Dezembergottheit hießen, aber natürlich brauch ich die nicht unbedingt. Okay - 6. "Lore" o_0, 9. Diosp, 11. "Nova", 12. "Dezai" %-) , 13. Minem.

    Lustigerweise habe ich an "Lore" wirklich null Erinnerung. Muss wohl in anderen Bastelphasen anders geheißen haben, ich hab das nur aus einem alten Stadtplan von ca. 2004 herausgelesen.


    Dann gibt es die drei Elementgottheiten:


    Forgoild

    Nönemolt

    Kalonaf


    Die kamen ursprünglich aus einem anderen Setting, wo ich ein Strategiespiel mit einem Lavavolk, einem Eisvolk und einem Pflanzenvolk gebastelt hab. Das ist wohl sogar älter als die obigen Monatsgötter.


    Dann noch die Jugendgötter


    Mines & Sadines

    Balianas


    Die sind ja definitiv eine eigene Gruppe.

    Als ich Loschab neu gebastelt habe (2021), hab ich einige der Gottheiten herausgehoben, und die waren dort dann wichtig, mal sehen ob ich das hinkriege:


    Mita (Maeide)

    Refet (Arphte)

    Matesu (Mazouky)

    Raral (Relapi)

    Im (Amiphas)

    Keiu (neu!)

    Tolun (Tolwana)

    Fon (Fonaspi)

    Fur (Forgoild)

    Nenmel (Nönemolt)

    Halun (Kalonaf)

    Daaju (Datouky)

    Min & Sadn (Mines & Sadines)


    Das entspricht ziemlich exakt der Liste, die ich im Weltausstellungsthread habe... sozusagen momentan der engere Bastelkanon. Die großen 14? Oder die großen 12 (abzüglich der Zwillinge).


    Wenn ich mir die 8 neuen Gottheiten von 2022 ansehe, glaube ich, dass sich ein paar davon zu den Zeitgottheiten zuordnen lassen; da habe ich wohl ähnlich gedacht. Hilfe, das wird jetzt kompliziert.


    Gottheit der immergleichen Routine -> das dürfte mit Amisule (kreisende Unendlichkeit) zusammenpassen

    Gottheit der außergewöhnlichen Momente und des gestörten Alltags -> das könnte auf Ohtu/Whatsch passen?


    Sonst habe ich da aber keine wirklichen Treffer, und auch Ohtu ist schon etwas überdehnt - dafür hätte ich außerdem schon andere Konzepte parat. Ich hab noch eine alte Dreiheit, die ich bisher nicht verbastelt habe, nämlich eine, die sich auf Zustände eines Spiels bezieht; dem, wo alles läuft wie immer, dem, wo etwas ganz plötzlich umkippt, und dem, wo alles irgendwie komisch läuft und niemand so recht weiß, was abgeht. Inspiriert von Fußball. Ja, ernsthaft. XD


    Flamentas - dat. Gott der variierenden Wiederholung / Normalzustand eines Spiels

    Anquistas - dat. Gott des gestörten Alltags / Auszeit

    ? Gottheit des plötzlichen Zustandswechsels - würde ich jetzt Wuchtip aus den 8 neuen zuordnen, also dat. Ycuphe, Göttin des Umbruchs


    Na gut, es bleibt alles furchtbar kompliziert für mich. Immerhin habe ich mit "die großen/klassischen 12" schon mal einen Kanon, den ich von den neuen abgrenzen kann gedanklich und in Listen. Als nächstes wäre es wohl Zeit, mir ein Listendokument anzulegen, das halbwegs ausführlich auf die einzelnen Gottheiten eingeht...

    Ngiana braucht mehr Gottheiten, und gestern hatte ich ein paar Ideen für welche. Die kommen jetzt erst einmal ohne Namen, und ich weiß noch nicht, in welcher Kultur ich anfange, sie anzusiedeln. (Gottheiten Ngianas sind ja interkulturell, aber natürlich überall anders aufgefasst.) Zusätzlich habe ich vor, einige der Göttinnen des Üükana aus Ropidts Welt zu importieren - ich hab sie liebgewonnen, und auch schon in }{ ein wenig verwendet; sie werden natürlich weiter verfremdet und umgedacht.


    Zunächst einmal die Zeitgottheiten von gestern abend, teilweise stark inspiriert von altägyptischen Gedankengut:


    Gottheit der vergessenen Vergangenheit

    Zuständig für das, was für immer verloren ist. Nimmt sich um die an, deren Grabstein verwittert ist, deren Erinnerung ausgelöscht ist. Somit auch potentiell eine Totengottheit, es geht aber auch um Dinge und Ideen.


    Gottheit der erwarteten Zukunft

    Wird angerufen, wenn es um Planung geht. Wichtig ist, dass es explizit nicht die Zukunft ist, für die diese Gottheit zuständig ist, sondern für die immaterielle Idee der Zukunft, die nie zur Wirklichkeit/Gegenwart wird, sondern lediglich im Jetzt wirkt, indem sie Leute ihre Richtung wechseln lassen. Kann auch gut in Verbindung mit Nixenkulten stehen, da es dort oft um Umorientierung geht.


    Gottheit der Erinnerung und Täuschung

    Das Gegenstück zur vergessenen Vergangenheit ist die erinnerte Vergangenheit - doch diese ist nicht fix, sondern durch Fehlbarkeit effektiv eine Fiktion. Diese Gottheit ist die Nemesis der Historiker*innen, die nach einer definitiven Geschichtsschreibung streben, aber Schutzpatron für jene andere Historiker*innen, die sich ihrer Fehlbarkeit bewusst sind, und Narrative schaffen wollen, die im Jetzt Sinn ergeben. Außerdem assoziiert mit verlorenen/gewonnenen Wetten, Streitereien, Gaslighting, Betrug.


    Gottheit der unvorhergesehenen Zukunft

    Gegenstück zur Planung ist das, was sich nicht planen lässt, das Moment der Überraschung. Assoziiert mit zerstörten Plänen, aber nicht mit Schicksal (denn das wäre vorherbestimmt), sondern fluidem Schwinden der Erwartungen ins Tatsächliche, bevor es dann an die Vergangenheitsgottheiten abgegeben wird (vergessen oder potentiell falsch erinnert)


    Gottheit der immergleichen Routine

    Das ist die Zeit, die sich wiederholt, die Tage, Jahre. Hätte Ngiana einen Mond, wären Monate auch dabei.^^ Inspiriert vom ägyptischen Begriff Neheh. Assoziiert mit Sicherheit, denn die Sonne wird wieder aufgehen. (Außer in Gegenden, wo kulturell dies nicht als gesichert gilt!) Die Routine ist der Aspekt der Zukunft, die nicht geplant werden muss - kann natürlich trotzdem gestört werden, steht unter Spannung, aber am Ende des Tages geht die Sonne unter.

    (Oder am Ende des Sommers, wenn wir am Südpol sind)


    Gottheit der variierenden Wiederholung

    Ähnlich des Immergleichen ist die Variation; das ist aber nicht bloß die Anpassung der Routine an die neuen Gegebenheiten, sondern ein bewusstes Variieren, das Suchen nach Neuem im oder aus dem Alten; assoziiert mit dem Altern und Reifen. Hier geht es nicht um geplante Zukunft, sondern eher das Vertrauen darauf, dass es schon irgendwie weitergehen wird.


    Gottheit der sichtbaren Vergangenheit, Ruinen und Asche

    Ruinen sind einerseits gegenwärtig da, andererseits nicht mehr in dem Zustand, den sie repräsentieren sollten, sie sind Überbleibsel. Im Gegensatz zur erinnerten oder vergessenenen Vergangenheit sind sie greifbar, können berührt werden. Es geht um das Gegenwärtige an der Vergangenheit. Alte Wunden, die nicht verheilt sind. Auch assoziiert mit Sternen, sofern diese als Überbleibsel angesehen werden (was manche Kulturen tun). Ebenfalls assoziiert mit Skeletten als materielles Objekt.


    Gottheit der außergewöhnlichen Momente und des gestörten Alltags

    Im Gegensatz zur unvorhergesehenen Zukunft geht es hier um ein verändertes Jetzt, eine Auszeit, die Aufhebung der Norm, wie sie etwa bei Saturnalia oder Karneval vorkommen kann, aber auch um die Zeit zwischen dem Ableben eines Königs bis zur Thronbesteigung der Nachfolger*in. Zuständig für den Krisenzustand, aber nicht für die Krise selbst, sondern die Zeit, die sich darum legt. Nicht der Unfall, sondern das Warten auf den Rettungswagen.


    Ich habe bei den bestehenden Gottheiten auch noch Kalonaf/Halun, die mit Zeit assoziiert ist, die steht natürlich mit einigen hier in Verbindung.

    ~


    dann noch kurz angedacht:


    Gottheit der Neugier und des Verbotenen

    Eine eher gesellschaftlich disruptive Gottheit, die zuweilen mythologisch verachtet oder von positiven Gottheiten rituell besiegt wird, anderswo aber auch als Motor der Kunst oder Wissenschaft verehrt wird. Gelegentlich auch Gehilfe einer Gesetzesgottheit, indem sie versucht, und die andere bestraft.


    Gottheit der Zufriedenheit und Passivität

    Assoziiert mit stoischer Gelassenheit. Steht auch für gesellschaftliche Stabilität, ist aber eventuell im Kampf mit anderen, aktiven Gottheiten, und muss von diesen gelegentlich ausgetrickst werden. Mancherorts kann es auch "Erleuchtungskulte" geben, also eine Abkehr vom Weltlichen, Asketismus. Aber eigentlich ist das auch noch zu aktiv.^^


    und von Üükána hätte ich gerne noch:

    Gottheit der Knochen, Gerüste und des Zusammenhalts (Zzaa-Jajsoi)

    Gottheit der Anfänge, der Leere, die erst noch gefüllt werden muss (W-Pirill)

    ...

    die anderen fallen mir auswendig nicht ein, und ich muss jetzt kochen.^^

    Muse sehe ich als tendentiell geschlechtsneutral, weil's keinen klaren Gegenpart hat. Bei der Schildmaid ist die "Maid" natürlich klar feminin. Ein bösartiges Zwergchen auf meiner Schulter will mir gerade "Schildbube" als Gegenstück ins Ohr flüstern, das freche Ding.

    Ok, gebasteltes Ägypten interessiert mich immer. ;D Das Pharaonentum ausbuddeln klingt sehr schwierig... Vampirpriesterkönige? (Ich gewöhn mir mittlerweile an, dass ich von "Königen" spreche für das alte Ägypten, weil "Pharao" eigentlich erst ziemlich spät als Wort aufgetaucht ist.)


    Urheberrechtlich geschützt?


    Ist der Geschichtsverlauf bis zum ersten Vampir identisch wie bei uns, oder machst du davor schon Änderungen?


    Was sagen die Vampire zu sibirischer Kälte?^^

    Ich finds schwierig, auf die Spezies genauer einzugehen, weil ja doch viel D&D drin ist, aber ich dann nicht identifizieren kann, was eher ein D&D-Trope oder Name ist, und was nicht.


    Ich vermisse die Orks. ;D


    Ich weiß nicht ob die Fortpflanzung zwischen Tabaxi und anderen möglich ist. Prinzipiell schon, aber ich will nicht haufenweise fetischisierte Anime-Cat-Girlies in meiner Welt

    Hm, ob sie fetischisiert werden, ist ja deine Entscheidung? Vielleicht sehen sie eben grad überhaupt nicht so aus, wie das Klischee, das dich stört, sondern es werden andere Sachen vererbt?


    In der Karte ist mir "Quetzalcoatl" ins Auge gesprungen - versteh nicht ganz, was das dort macht. Ist es eine Stadt, ... warum die Azteken-Referenz? (Mir wär's vllt weniger ins Auge gesprungen, wenn ich nicht zufällig vor ein paar Tagen auf dem Blog eines neopaganen Mexikaners gestoßen wäre, und was es da für Diskurse über christliche Miskonzeptionen gibt)

    Most metal Gründungsmythos ever. :D


    Welcher Boden ist verpestet - die Umgebung von kn (also vor den Stadtmauern (wait, hat kn überhaupt Stadtmauern?))?

    Danke für das Feedback^^


    Ich mag einfach die Ästhetik der Orks ... seit ich als Kind Warcraft 1 gespielt hab. Die Darstellung als dümmlich war für mich eigentlich nie im Vordergrund, eher die Fremdartigkeit auf körperlicher Seite gegenüber Menschen (grüne Haut, Hauer, größer, ...)


    Die 6 Geschlechter sind genau in der Zeit entstanden, als ich selber gerade erst "figuring out" war und im Nachhinein betrachtet noch sehr wenig Ahnung hatte. Ich behalte sie jetzt erstmal bei ... es ist aber auch nicht so, dass das starre System nicht an der Realität auch ständig wieder scheitern würde, grade wenn Kontakt mit den Kulturen der Menschen und Mislirni besteht. Das find ich aber auch extrem schwierig zu basteln, weil es so schnell so komplex wird. Es könnte auch sein, dass "Geschlecht" bei Orks grundsätzlich eigentlich was anderes bedeutet als bei den Menschen. Es ist ja kaum noch an den Körper gebunden, und hat vllt sogar eine religiöse Komponente. Vielleicht würde ich gedanklich was befreien, wenn ich ein anderes Wort dafür (er)finden würde.


    Ich hab mir einige ältere und einige neuere Beiträge zu ihnen durchgelesen und weiß selbst noch nicht so recht, ob ich mir vorstellen kann wie sie leben.

    Das geht mir ja auch so! Die ganze Kultur ist aus menschlicher Sicht fremdartig, obwohl ich sie eigentlich explizit nicht als "das Fremde" basteln will, denn die Menschen sind ja auch weird, wir sind sie nur gewohnt.


    Mit den Mislirni bin ich da zufriedener. Für sich allein unkompliziert (agender), aber in Kontakt mit binären Menschenkulturen entstehen neue Sachen, wie eben ein männlicher Mislirnikönig... der halt einfach das menschliche Konzept für sich passend findet. Und die Komplexität der Mislir, die ständig erklären muss, dass Mislirni sich nicht als weiblich sehen, auch wenn die menschliche Sprache sie so gendert, aber sie persönlich zufällig sich doch als weiblich sieht ... diese Spannung des doppelten Coming-Outs ist relatable für mich.


    Wenn ich es mehr schaffen würde, Individuen in dieser Welt zu basteln, wäre es auch sehr schnell klarer, wie volatil die ganzen starren Systeme in Wirklichkeit sind.


    Hab ich dir schonmal gesagt, dass Heraieh ein sowas von weltiger Name ist?

    Dabei war es eigentlich ein Titel für ein Musikstück, und ich hab es dann einfach nochmal verwendet. XD


    Und grammatikalisch fehlt die orkische -(a)t Endung für Städte. Entweder ist es eine Ausnahme, oder es heißt lokal auch Heraihet.

    Hm, ich glaube, Kapitel 15 ist halbwegs okay und ich könnte es morgen posten. (Das wären dann 3 Wochen Abstand statt 2, vertretbar) Aber ab Kapitel 16 wird's schwierig...


    Mal die Plotlöcher ansehen.


    Ich hab ja die Geschichteklasse, die offiziell "History and Law" heißt. Eine ganz passable Einführung in die Geschichte hab ich (für Kapitel 16) schon geschrieben, aber Law? Ich hab einfach keinen blassen Schimmer, was für Gesetze es geben könnte.


    Es gibt in diesem Setting ja keine "Statute of Secrecy", sondern wer von Magie nichts wissen soll, kriegt davon nichts mit, und die Welt repariert sich bis zu einem gewissen Grad, sollte irgendwas unlogisch sein (z.B. könnte die Magie auch Fossilien erschaffen, die eine evolutionär unplausible Tierart plötzlich doch wieder realistisch erscheinen lässt).


    (Gefällt mir an sich schon nicht so gut, aber ich denke, damit kann ich arbeiten.)


    Aber ich hab leider halt schon früh etabliert, dass nichteingeweihte schlicht nicht hören, wenn Leute versuchen, ihnen von der Magieschule zu erzählen. Das ist ja direkt im Kapitel 3 - die Burbondls sind überzeugt, dass Mim auf eine Landwirtschaftsschule gehen will und sind einigermaßen perplex.^^


    Geregelt habe ich nicht:


    - folgt das einem Muster? Ist Ysphodelai quasi generell als Landwirtschaftsschule getarnt, oder war das eher ein Zufall, und Leute hören jedesmal irgendwas anderes? Das wäre ja schon ziemlich chaotisch...


    - ist es möglich, ohne Erwähnung von Magie direkt aus dem Schulalltag zu erzählen, ohne dass dieser Effekt eintritt?


    - kann jemand halbeingeweiht sein? Ich hab im Text ziemlich stark impliziert, dass es eine binäre Sache ist, aber pah, seit wann bastle ich Binaritäten? :P Am besten würde die Magie sich selbst ja tarnen, wenn sie eben nicht so viel Bohei darum macht. Wenn Ignaz Burbondl Mim also von Magie erzählen hören würde, die Worte auch wahrnimmt, aber sie für Metaffern hält. "Ah, das muss wirklich eine schöne Schule sein, so wie Mim von ihrem Zauber schwärmt!"

    Leider hab ich das halt mir bereits verbockt, so wie ich das Kapitel 3 geschrieben hab. :kopfkratz:


    Ok, ich kombiniere das mal: Ysphodelai spezifisch wird generell als Landwirtschaftsschule wahrgenommen, weil sie so auch bei offiziellen Behörden registriert ist und die Einwohner des Yspertals sie auch als solche kennen - die interagieren auch mit der Schule, wissen, dass da eine Schule ist, und wundern sich nicht, wenn Schülis aus dem Wald herauskommen und beim lokalen Supermarkt Süßigkeiten kaufen.^^

    D.h. die Magie der Erde legt Wert auf Konsistenz. Schließlich ist die Erde-Kernwelt ja eine streng physikalische, realistische Welt, und möchte das auch bleiben.


    Wenn Mim allerdings von ihrem Schulalltag erzählt, dürfte der Weg des geringsten Widerstands eher sein, dass Ignaz Burbondl das magische uninteressant findet, oder für eine Metaffer hält, oder grad der Teller scheppert und er deswegen einen Halbsatz verpasst. Das erlaubt, Grauzonen aufzumachen, insbesondere hab ich vor,


    So, den Bogen zurück: Gibt es innerhalb von Ebene 2 Gesetze, die darauf abzielen, dass Magie nicht vor Nichteingeweihten gewirkt werden soll?


    - Ich hab immer noch die Vorstellung von Jugendlichen, die mitten durch ein Dorf zum Supermarkt fliegen, und die Einheimischen reagieren eher mit "Ach, diese Jugend mit ihren Skateboards!" und fände das eigentlich lustig. Aber bis zu welchem Grad geht das wirklich noch... ein magisches Duell am Stephansplatz? Wie soll dass denn noch jemand nicht mitkriegen oder misinterpretieren?

    ...

    "Doofes Touristenspektakel, so ein Quatsch. Lass uns gehen, hier stinkts nach Pferdemist..."


    Wenn es also gar keine Gesetze gibt... könnte das auf der Ebene der Information Probleme machen. Also z.B. offizielle Briefe an Behörden, die von den Beamtys dort nicht gelesen werden können, weil es darin um Magie geht, oder z.B. um magischen Adel. Da hätte die Erde ziemlich viel zu tun, um Konsistenz zu erzeugen.


    Oh, und was passiert, wenn Magier*innen in ein Flugzeug crashen? Technische Schwierigkeiten ... okay, ich glaube, hier liegt ein Verbrechen vor. Und wo ein Verbrechen, da auch ein Gesetz! :D

    Es könnte also so aussehen: Wer mittels Magie Leuten Schaden zufügt, auf eine Art und Weise, dass die Erde die Täterschaft wegrepariert (weil unplausibel), hat innerhalb der magischen Welt ein Verbrechen gegangen und muss dort vor Gericht gestellt werden (da in der Kernwelt keine plausible Schuld festgestellt werden kann).

    Sonst brauch ich an sich keine speziellen Gesetze. Mord und Totschlag und was auch immer sind halt einfach genauso verboten wie halt in anderen Staaten auch; ich brauche keine Gesetze studieren, um zu wissen, dass ich in einem Nachbarland keinen Diebstahl begehen darf, das muss also nicht extra unterrichtet werden.

    Aber wer Magie nutzt, um jemandes Geldbörse zu klauen, und die beklaute Person kann sich das nicht erklären, ... das ist dann ein spezielles Verbrechen, das schwerer wiegt. Gesetze zum Schutz der Bevölkerung der Kernwelt.


    Gesetze, die zahlreiche Ausnahmen haben, denn z.B. kontrollieren Magier*innen den Zugang zu Atomwaffen, weil Plausibilität hin oder her, niemand hat Lust darauf, dass der Planet hochgeht. Und in dem Fall ist es absolut legal, die Person, die im Begriff ist, einen Befehl zum Raketenabschuss zu geben, unauffällig wegzuteleportieren.

    Generell ist die Politik nicht so getrennt; zwar haben Magier*innen eigene Staaten (wie "Magisches Europa", "Magisches Britannien" und die Erzmagier*innen von Sizilien) aber wenn was schief läuft in der Welt, wird per konsensuellen Beschluss auch mal jemand unliebsames aus dem Weg geräumt. Möglicherweise ein Grund für den veränderten Geschichtsverlauf mit ein paar weniger Kriegen.


    Ok, Brainstormen im Thread hat geholfen. Ich bin bei der Frage, wie ich die Geschichtestunde weitermache, schon Wochen gesteckt. :) Next up: Wie geh ich den Hauptplot an? :pfeif:

    Hm, ist gerade erst dauerkrankheitsbedingt in Hiatus gegangen. Ich muss erst wieder Motivation finden, grade konzentriere ich mich stattdessen auf Musik und Gesundwerden.


    (Arbeits)titel: Mim Hafner and the Ship of Theseus

    Art: Fanfiction (theoretisch könnte es auch noch weitere Teile geben, aber...)

    Kurzbeschreibung: Mim Ursula Hafner wächst bei Tante und Onkel auf, einem reichen Künstlerehepaars aus Wien Döbling, und kriegt einen Brief per Höllenpost, dass sie in eine Magieschule gehen darf. Sie erfährt außerdem, dass ihre Eltern einer aus den Fugen geratenen Prophezeihung zum Opfer gefallen sind, und dass sie in der magischen Sphäre als "the one that was not foretold" weithin bekannt ist. In der Magieschule geht es erstmal hautptsächlich um Magie und schließlich auch um Versuche besagter Prophezeihung, sich selbst umzuschreiben, womöglich mithilfe eines Artefakts, das sich im Dungeon unter der Schule befindet.

    Besonderheiten: Der Plot von Harry Potter, gründlich entrowlingisiert und mit Schnipseln anderer Settings angereichert. An der Grenze zwischen Fanfiction und Original Work, wobei das Setting selbst aus allen möglichen Fantasy-Tropes zusammengeklaut ist, und an meine anderen Welten zumindest theoretisch angrenzt.

    An der (Roman)idee fasziniert mich am meisten: Ich wollte schon ewig mal ne Magieschule schreiben, weil ich Meinungen (TM) habe zu meinen Magietheoriesystemen. Zweitens hat es enorm Spaß gemacht, mir zu überlegen, wie ich die bekannten Charaktere ins neue Setting übertrage und verfremde. (Oft nach dem Prinzip "manches ins Gegenteil vertauscht, manches gleich geblieben")

    Erste Idee dazu: "Was wäre, wenn ich alle Personen, Orte und Plotobjekte aus HP nach und nach ersetze, so wie die Bauteile des Schiffs im bekannten philosophischen Gedankenspiel vom Schiff des Theseus?"

    Begonnen zu schreiben etwa: Mai/Juni 2023 glaub ich

    Status: 14 Kapitel sind auf AO3 veröffentlicht, aber jetzt brauche ich erstmal wieder einen Backlog, weil immer gleich das zuletzt fertige posten ist auf Dauer nicht so gut. Kapitel 15-17 existieren teilweise. Ich bin aber immer noch relativ am Anfang des Hauptplots...

    Inspirationsquellen: Dutzende von guten HP-Fanfics, die mein Interesse an derivativer Fiktion und deren spezifischen Möglichkeiten geweckt haben.

    Einsäulenvillen von Heraieh


    Eine typische Häuserart des gehobenen Mittelstands des spätantiken Heraieh. Ein alternativer Name könnte Dreisäulenvilla lauten.


    Ein solches Haus hat ein dreieckiges Vordach, das von drei Säulen getragen wird. Die hinteren beiden Säulen flankieren den Eingang des Hauses, und gehören schlicht zur vorderen Hausmauer. Die vordere, runde Säule ist etwas höher, sticht aber vor allem hervor, weil sie meist sehr aufwendig geschmückt ist. Oft ist sie aus Marmor und mit Streifen von Metall verziert und poliert. Mit dieser Säule wird geprotzt, sie steht erhöht und ist von weitem zu sehen.

    Hingegen sehr versteckt ist die Altarhütte; sie liegt zwar oft direkt vor der Prunksäule, ist aber bis zu zwei Meter in den Boden versenkt und wird also mit einer Art Kellertreppe erreicht. Darin befindet sich der äußere Hausaltar, der üblicherweise einer einzigen Gottheit geweiht ist, und aus einer versperrten Kammer besteht, in der sich einige Gegenstände befinden, die für die Hausbesitzer*innen religiös signifikant sind. Das Dach dieser Hütte ist oftmals aus bunten Ziegeln, meist aber einfach aus Holz, und recht schlicht. Für viele ist es ein tägliches Ritual, im Morgengrauen zum Altar hinabzusteigen.


    (hab ich gerade so geträumt - das Haus sah aus der Ferne sehr hübsch aus, also bin ich hingeflogen. Die Platzierung des Hausaltars ist ein bisschen sus, weil sie eigentlich den Blick auf die Säule verstellen müsste, es aber irgendwie dann doch nicht getan hat - vielleicht ist der doch eher etwas auf der Seite^^ Im Traum war er Ma'at geweiht, aber das passt natürlich nicht nach Ngiana.)

    Also wenn ich plötzlich in der Küche stehe, und keinen blassen Schimmer habe, was ich da wollte, könnte es daran liegen, dass mir ein Gnom in den Haaren sitzt? :D

    edit: Finde gummiartige Wesen toll. :heartb:

    Und es geschah aber, dass die Prophetin nach 40 Tagen aus ihrem Urlaub zurückkehrte, und einen Sack voller Notizen auf der Schwelle des Amun-Tempels abstellte. Und der Sack war prallvoll und verschwand nach ein paar Stunden, vermutlich geklaut. Aber ein paar der Zettel waren herausgeflogen, und die dritte Tempelhofputzerin hob sie auf, und verwahrte sie gut bis ans Ende ihrer Schicht. In ihrer Schlafkammer angekommen zündete sie eine Kerze und etwas Räucherwerk an und begann zu lesen:


    Dies sind die Gebote! (Die Verbote finden sich in Band zwei, S.33-35.) Los gehts:

    1. Du sollst keine Lichter über dich und keine Schatten unter dich stellen.

    2. Du sollst die Götter ehren wie dich selbst.

    3. Du sollst der Welt begegnen bewaffnet mit Sinn.

    4. Du sollst deine Waffen ablegen, wenn du der Welt begegnest.

    5. Du sollst die Welt gelegentlich auch mal in Ruhe lassen.

    6. Du sollst Ptah schöne Grüße ausrichten, wenn du ihn mal triffst.

    7. Du sollst das Atom ehren wie das Molekül.

    8. Du sollst deine Brote nicht vorzeitig zählen.


    Hernach legte die Tempelhofputzerin die Zettel unter ihren Kopfpolster und schlief.


    -------------------


    In der Konkurrenz trafen drei unterschiedlichfarbene Flüssigkeiten aufeinander. Die eine war weiß wie Milch, aber zäh wie Käse. Die zweite war schwarz wie Pech, aber nicht ganz so klebrig (nur fast), die dritte war grau mit einem leichten Braunstich (aber da bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich mir den nicht eingebildet habe, aber es wär dann halt etwas bunter, nicht wahr?) Die Flüssigkeiten gaben ihr Bestes, sich zu vermischen, aber sie waren zu unterschiedlich, und so entstand eine marmorierte Suppe, die im Laufe des Nachmittags allmählich zu gären begann. Und der Gestank! Wie das zufällige Zusammentreffen einer Nockerlsuppe mit einer Zitronenlimonade in einer Glanzstofffabrik! Nicht gerade köstlich, aber zumindest kostbar. Die Konkurrenz wird jeden Abend gereinigt, aber an diesem Tag waren alle dafür zuständigen Personen gerade nicht verfügbar, somit blieb das Gemisch im Zustand des Zusammenfließens und konnte weiter gären. Und am nächsten Morgen war sie gar - nicht mehr da.


    -------------------


    - Sagen Sie, was sollte denn der letzte Absatz, Herr Professor?


    - Ach, das war nur so ein obskurer Kommentar auf einem Youtube-Kanal, den ich gestern abend geguckt habe, und der hat mir gefallen. Nicht weiter wichtig.


    - Steht also nicht in Zusammenhang mit unserem heutigen Thema, den Geboten von Undecima?


    - Doch doch, natürlich. Es ist ja gleich der nächste Absatz hier im Post.


    - Hm.


    - Ich komme gleich darauf. Wir befinden uns hier ja in einer Konversation über }{. Die Gebote von Undecima sind in diesem Kontext verfasst worden, auch wenn es natürlich zahlreiche Vorgänger in mündlicher Überlieferung gibt. Auf die werden wir heute wahrscheinlich nicht mehr zu sprechen kommen, vor allem, weil wir ja nicht sprechen, sondern uns in einem geschriebenen Medium unterhalten, aber auch, weil es den Rahmen sprengen würde.


    - Moment. Ich habe die Introduktion ganz vergessen!!


    - Ach, kein Problem, holen wir noch nach.


    - Ähem. Dies ist die vierte Episode unserer Sendung "Auf dem Holzweg - vom Baum des Lebens bis zum Abgrund des Seins." Ich begrüße Professor Zhözaard, unseren heutigen Experten. Das Thema der heutigen Emission ist der Versuch einer kontra- und querfeldanalytischen Exegese der schon erwähnten Gebote von Undecima. Können wir vielleicht mit einer geschichtlichen Einordung dieses Textfragments beginnen?


    - Bestimmt. Also, dieser Text wurde zuerst aufgefunden in einem Forenthread, genau genommen gleich hier in diesem Post, zwei Absätze darüber. In späterer Weiterdeutung haben wir ermittelt, dass er von einer gebildeten Tempeldienerin des großen Amun-Tempels in Gaming (Bezirk Scheibbs) stammt, die ihn möglicherweise selbst verfasst haben könnte. Zwar wird er einer nicht namentlich genannten Prophetin zugeschrieben, aber der Konsens unter den Undecimalog*innen ist heute, dass sie sich damit selbst gemeint hat. Wir haben nämlich in den Schichtplänen des Tempels Hinweise darauf gefunden, dass sie an diesem Tag gar nicht eingeteilt war, sondern selbst gerade erst aus dem Urlaub zurückkehrte. Natürlich ist das mit Unsicherheit behaftet, schließlich könnte sie ja auch die Schicht getauscht haben, ohne dass es in den Aufzeichnungen aufscheint. Aber die Identität der Prophetin ist für die Interpretation vermutlich nicht so wichtig.


    - Professor, meinen Sie nicht, dass die Authentizität eines solchen Schriftstückes von essentieller Bedeutung ist, gerade wenn es sich um einen religiösen Text handelt? Das Format erinnert schließlich an klassische Offenbarungsmythen.


    - Das ist richtig, aber es ist offenbar nicht so wichtig.


    - Wollen wir nun über die einzelnen Gebote sprechen?


    - Gern. Mit welchen möchten Sie denn anfangen? Wir werden heute nicht alle machen können.


    - Lassen Sie mich doch schnell mal einen D8 rollen. Ach Mist, ich habe hier nur einen D10. Na einerlei... es ist eine Drei.


    - Das dritte also. "Du sollst der Welt begegnen bewaffnet mit Sinn." Nun, zuallererst möchte ich anmerken, dass es wichtig ist, die Gebote als Ganzes zu begreifen. Das dritte und vierte Gebot bilden einen offensichtlichen, gewollten Widerspruch. Bewaffnet und Unbewaffnet. Generell sind Waffen natürlich am ehesten für Konfliktsituationen tauglich; folglich impliziert das dritte Gebot, dass die Welt eine Bühne für Konflikte sei, denen ein Mensch sich stellen muss; hingegen das vierte Gebot "Du sollst deine Waffen ablegen." stellt sich dem entgegen. Aber wer hier nur an zwischenmenschliche Konflikte denkt, ist aus meiner Sicht sowieso auf dem Holzweg! Vielmehr ist der fundamentale Konflikt zwischen Mensch und Welt gemeint. Die existenziellen Fragen.


    - Könnte mit "Sinn" denn nicht auch so etwas wie Sinneseindrücke gemeint sein? Pure Erfahrung?


    - Ja richtig, das ist eine weitere Facette des dritten Gebots. Die Welt als Fruchtsalat, als Melonen, Äpfel, Beeren, Nüssen, ein einziges Durcheinander aus Farben und Geschmäckern, Gerüchen und Klängen, das ist ein sehr altes Motiv in der Gaminger religiösen Tradition. Es ist zweifellos ganz wichtig, auch mal zwischendurch was zu essen!


    - Ich nehme das mal zum Anlass, Ihnen ein Stück Kuchen anzubieten.


    - Oh, vielen Dank!


    - Es ist bei dieser Sendung eine Tradition, dass ich meine Gäste nicht einfach im Trockenen sitzen lasse. Also, wenn Sie gestatten - wollen Sie lieber Tee oder Kaffee?


    - Also am Liebsten wäre mir Heiße Schokolade.


    - Das können Sie natürlich auch haben! Hörst du, Hans, einmal Heiße Schokolade bitte! Und mir bitte einen Kamillentee, nach altem Q'a-Rezept.


    - Oh, vielen Dank.


    - Und während wir auf unsere Getränke warten - sind Sie also der Meinung, dass dieses Gebot interpretierbar ist als Aufforderung, der Welt als etwas zu Erfahrendes zu begegnen?


    - Wie gesagt, das ist die eine Facette. Die Gebote der Undecima haben zumeist mehr als einen Bedeutungsstrang. Undecima dürfte ein bisschen sparsam mit Worten gewesen sein, oder sagen wir, sorgsam.


    - Es gibt ja auch Versionen mit mehr oder weniger als acht Geboten, habe ich gehört.


    - Ja, es gibt Indizien darauf, dass das siebente und achte Gebot aus einer anderen Tradition stammen, die in Abschriften später erst drangeklatscht wurden. Aber das ist halt immer etwas chaotisch. Für mich persönlich ist die Authentizität weniger interessant, ich bin schließlich kein Historiker, sondern interpretiere, übersetze, und das Ziel der Übersetzung ist die Sprache des Alltags, des Hier und Jetzt, und des Persönlichen.


    - Leben Sie denn nach diesen Geboten?


    - Ach, ab und zu. Wenn es sich anbietet.


    - Interessant. Wie legen Sie denn das dritte Gebot für sich persönlich aus?


    - Das kann ich nicht so ohne weiteres beantworten, weil es situationsabhängig ist. Es ist ja so, dass man Gebote nicht einfach kontinuierlich befolgen kann, sondern episodisch. So etwas wie "Du sollst nicht stehlen." ist für eine Diebin oder Händlerin relevanter als für eine Einsiedlerin; letztere würde es vielleicht eher auf die sie umgebende Natur beziehen und damit auf ein radikal verschiedenes Konzept von "Besitz"!


    - Sie haben gesagt, dass das dritte und vierte Gebot einen gewollten Widerspruch bilden?


    - Ja genau. Wenn ich das dritte Gebot interpretiere als eine Art, das Leben zu leben, der Welt mit einer inneren Determination zu begegnen, aggressiv, keine Hindernisse akzeptierend, lediglich vielleicht umschiffend oder sogar zerstörerisch agierend, dann ist das vierte Gebot eine Warnung davor.


    - Eine innere Determination - also jemand, der seinen Sinn gefunden hat, und nun nach außen trägt?


    - Ja. Und dann haben wir das fünfte Gebot: "Du sollst die Welt auch mal in Ruhe lassen." Das ist doch eine sehr explizite Aufforderung zur Zurückhaltung. Ansonsten läuft eins Gefahr, die eigenen Sinnstiftungen auf alles und jeden zu projizieren. Dann werden andere Personen plötzlich zu Objekten der eigenen Verwirklichung gemacht. Eine Falle, in die viele Personen tappen, die Machtposititionen innehaben.


    - Geht es also darum, Machtverhältnisse zu dekonstruieren?


    - Nein, das wäre hier wohl schon ein bisschen offtopic. Es ist ja von der Welt die Rede, und nicht explizit von anderen Menschen. Ich glaube, dass die Gebote der Undecima sich nicht auf die Gesellschaft beziehen, sondern um das Individuum. Natürlich können wir das nicht trennen, aber Undecima lässt diesen Kontext bewusst aus, weil ihr Fokus auf etwas anderem liegt.


    - Aber wer soll dann in Ruhe gelassen werden?


    - Die Metaphysik. Einfach mal die Dinge sein lassen. Nicht alles deuten wollen.


    - Das muss jemandem wie Ihnen doch gegen den Strich gehen! Wo es doch ihr Beruf ist, zu deuten, neue Bedeutungen zu schaffen.


    - Tja, darum sage ich auch, dass ich die Gebote oft nicht befolge. Es ist ja auch unmöglich, sie sind ganz bewusst so geschrieben, dass ein Gebot zu befolgen bedeutet, das andere zu brechen. Ich kann nicht gleichzeitig bewaffnet sein, und unbewaffnet; kann nicht einerseits mit der Welt in Kontakt treten und sie in Ruhe lassen. Undecima hat, meiner Meinung nach, schon einen Sinn für Balance.


    (Geschirrklimpern)


    - Ah danke. Professor Zhözaard, ich hoffe, die Heiße Schokolade ist Ihnen genehm?


    - Ich lasse sie noch etwas abkühlen.


    - Sehr richtig. Wo waren wir?


    - Die Gebote drei bis fünf.


    - Ah. Nun, die Zeit ist schon etwas fortgeschritten, ich würde also vorschlagen, dass ich noch einmal würfle, damit wir uns auch noch mit dem Rest beschäftigen können.


    - Klingt gut.


    - Neun. Ups. Zehn. Vier - hatten wir schon. Eins - na also, aber jetzt! Das erste Gebot: "Du sollst keine Lichter über dich und keine Schatten unter dich stellen."


    - Ah ja. Dieses Gebot steht nicht von ungefähr an erster Stelle, und ist umso pikanter, als es von einer Angestellten eines Amun-Tempels geschrieben wurde.


    - Ist es also eine Häresie? Inwiefern?


    - Eine Variante davon lautet: "Du sollst keine Götter über dich und keine bösen Geister unter dich stellen." Das ist schon eine sehr klare Aufforderung, das Anbeten und Verehren von Gött*innen sein zu lassen. Zumindest oberflächlich betrachtet. Hier müssen wir aber wieder den Kontext mitbetrachten; das zweite Gebot lautet ja: "Du sollst die Götter ehren wie dich selbst." Das ist sprachlich vielleicht ein bisschen unklar, aber unter Undecimalog*innen gibt es Konsens, dass es sich um eine Aufforderung handelt, die Götter zu ehren, nur eben nicht unterwürfig. Und das passt natürlich sehr zum ersten Gebot. Keine Lichter über dich stellen - das bezieht sich natürlich nicht nur auf die Religion, sondern auch auf Idole, Ideale... es ist, wie einige andere Gebote auch, eine Warnung. Leider gibt uns Undecima nicht bekannt, was ihrer Meinung nach passiert, wenn die Warnung ignoriert wird, aber das können wir uns natürlich auch denken. Personenkulte, Götterkulte, in denen die Autorität der Priesterschaft ins Grenzenlose wächst, in der sie letztlich über Leben und Tod entscheiden... solche Sachen.


    - Das ist also der eine Teil. Aber was hat es mit den Schatten auf sich?


    - Das ist die Kehrseite davon. Die Schatten unter sich zu stellen heißt, arrogant zu sein gegenüber den eigenen Missständen. Die Dämonen einfach mal verdrängen, so tun, als wären sie machtlos. Stattdessen soll auch ihnen auf Augenhöhe begegnet werden, meint Undecima. So, ich glaube, die Schokolade ist jetzt schon etwas abgekühlt. Mmmmh.


    - Lassen Sie sich's schmecken!


    - Dankeschön. Ich habe das Wort Dämonen verwendet, weil es umgangssprachlich oft so verwendet wird; das ist natürlich problematisch. Es ist also keinesfalls als eine Verdammung zu verstehen. Für Undecimas Zeitgenossinen waren Dämonen einfach nur etwas weniger mächtige Götter, und würden in diesem Satz somit zu den Lichtern gezählt! Aber gerade diese Unterscheidung ist es vielleicht, die Undecima aufstieß; ihr geht es also um eine Gleichstellung. Die Götter sollen nicht verehrt, aber respektiert werden, die Schatten nicht verdammt, sondern ebenfalls respektiert.


    - Über diese Gebote ist ja schon viel geschrieben worden. Was mich jetzt aber wirklich noch brennend interessieren würde, ist Ihre Meinung zum achten Gebot. Darüber gibt es ja überhaupt keine Einigkeit!


    - Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich Ihnen da auch nicht viel sagen kann. Meiner Ansicht nach sind die Brote eine Anspielung auf den Gilgamesch-Epos; da schläft dieser tagelang, und jeden Tag wird ein neues Brot gebacken. Die Brote sind somit ein Symbol für vergehende Zeit, in einem Kontext der Zeitlosigkeit, am Rande der Unterwelt, buchstäblich an der Grenze zwischen Leben und Tod - und wer sollte sich dort für so etwas banales wie Wochentage interessieren!


    - Ich habe irgendetwas in Erinnerung, das mit Kreativität zu tun hat, ich glaube von Mego Nenmeliy, der Ürnberger Philosophin. Kennen Sie die?


    - Ah, ich glaube, von ihr gehört zu haben. Aber so genau erinnere ich mich nicht.


    - Ich glaube, es ging ihr darum, Prozesse laufen zu lassen, zu ihrem Ende zu führen, bevor sie in Kategorien gefasst und nummeriert werden. So ließe sich das Gebot als Warnung davor verstehen, frühzeitig Schlüsse zu ziehen.


    - Richtig, jetzt erinnere ich mich auch wieder. Sie müssen entschuldigen, es ist einige Zeit her, dass ich Nenmeliy gelesen habe. Aber das spannt uns einen guten Bogen zum sechsten Gebot: "Du sollst Ptah schöne Grüße ausrichten, wenn du ihn triffst." Ptah ist ein Schöpfungsgott, spezifisch der Gott der materiellen Schöpfung. Hier geht es also um konkrete Werke. Und somit um Kunst als Handwerk. "Schöne Grüße ausrichten" heißt somit, Schönheit zu schaffen.


    - Interessant, dass Ptah der einzige Gott ist, der in den Geboten namentlich vorkommt.


    - Ja, als ob Undecima uns ein Beispiel geben wollte, wie mit den ersten Geboten zu verfahren ist!


    - War sie denn eine Künstlerin?


    - Möglicherweise. Aber falls sie es war, ist nichts von ihr erhalten geblieben ... oder wir wissen nicht, dass es von ihr war. Irgendjemand hat schließlich auch die Tempelwände bemalt und die Schriftrollen gestaltet. Und die Tempelmusik zusammengesetzt.


    - Musik ist ein gutes Stichwort, denn wir sind nun schon fast am Ende unserer Sendung - ich frage meine Gäste immer, was ich für den Abspann verwenden soll. Suchen Sie sich also etwas aus.


    - Na dann! Da muss ich einen Moment überlegen. Ich glaube, angesichts des Themas der Sendung würden die Undecimalen Etüden von Elizabeth Burbondl in Frage kommen?


    - Aber sicher! Dann wünsche ich Ihnen noch einen wunderschönen Montag nachmittag!


    - Danke für die Einladung.


    - Liebe Zuhörer*innen. Sie hörten die vierte Episode unserer Sendung "Auf dem Holzweg - vom Baum des Lebens bis zum Abgrund des Seins." mit Studiogast Dlaremet Zhözaard, über die Gebote der Undecima. Mein Name ist Yingo Wizzard, ich hoffe, Sie schalten auch nächste Woche wieder ein!

    Eine Kleinigkeit hier mal zwischendurch...


    Eispyramiden


    In den Ländern des Nordens gibt es Eispyramiden. Diese werden in den arktischen Breiten aus Schnee errichtet, und dann glatt poliert. Egal ob Ealtaren, Topen, Kandalaten, Brassiler, Barvaresker, Jöpegonen ... es handelt sich um eine kulturenübergreifende Tradition der Arktisvölker. Kleinere Pyramiden geraten schon mal in Vergessenheit, große - Grabmäler von wichtigen Personen - werden über Jahrhunderte gepflegt. In vielen Fällen übernehmen die Pflege die Nixen des Nordens - diese sind streng genommen keine Eisnixen (denn die leben am Südpol), sondern die sehr ähnlichen Nordmeernixen. (Der Unterschied interessiert aber eigentlich nur Wissenschaftler*innen, die Fluchwesen erforschen.)


    Die Eisnixen Nordmeernixen übernehmen in den ansässigen Kulturen eine Priesterfunktion, und natürlich bewahren sie das Andenken der Verstorbenen - da sie selbst ja Jahrhunderte alt werden - besonders gut.


    Die größten Eispyramiden finden sich tief in der Arktis, für gewöhnliche Sterbliche praktisch unzugänglich. Nur einige kleinere Pyramiden können von Tourist*innen besucht werden; allerdings müssen sich die respektvoll gegenüber den heiligen Traditionen verhalten, sonst könnte es eventuell passieren, dass sie nicht mehr zurückkehren, weil ihnen ein Unglück geschieht, und alle Nixen, die sie hätten retten können, gerade zufällig woandershin gucken. :pfeif:

    Wir hatten ja eigentlich einen Text, der explizit sagt, dass wir im Forum keinen Rassismus, Ableismus, Sexismus und Transfeindlichkeit tolerieren. Ich weiß echt nicht, warum der beim Update verschwunden ist. Schade um die Arbeit, die da reingesteckt wurde. :(


    Wie es um etwas aussieht, das vor dem Registrieren angezeigt wird - kA, das ist alles irgendwie auf Adminebene, oder?