Posts by Scanea

    Und worin genau liegt die Dystopie?




    Ich meine, mein Bauchgefühl sagt mir auch "Aah, Horror!", aber ich komme in Verlegenheit, wenn ich es begründen sollte. Vielleicht übersehe ich etwas. Aber mir scheint es so, als wäre das ein Beispiel für eine Technologie, die in jede Richtung eingesetzt werden kann. Steuern, dass alle Menschen gleich aussehen - böse, klassisches SF-Bösewichtszenario. Steuern, dass genau das nicht passiert - wäre ebenso denkbar. Und hat ebenso implizite rassistische Untertöne. :autsch: Wie wäre eine antirassistische Art, Babydesign zu betreiben? Passiert das nicht eh schon um uns herum, jedes Mal, wenn jemand einen Samenspender auswählt?

    Die Dystopie liegt darin, dass das Designer-Baby ein Produkt ist. Es ist nicht mehr das Ergebnis eines Zufallsprozesses. Es ist genauso, wie die Eltern es haben wollen (oder glauben, es haben zu wollen). Ich sehe die Gefahr, dass das etwas an den Beziehungen ändern könnte. Von Produkten erwarten wir Perfektion, Funktionabilität. Was passiert nun, wenn ein Kind übergewichtig wird, obwohl die Eltern die genetische Disposition entfernt haben? Verklagen sie die zuständige Institution? Und was fühlt das Kind, wenn es bemerkt, dass es nicht so ist, wie von ihm erwartet wird? Erhöhte Erwartungen der Eltern sind ohnehin eine Hauptursache für psychische Probleme bei Kindern - würden wir dies bei Designer-Babys nicht ins schier Unermessliche steigern?
    Und was passiert in einer Welt der Perfekten mit denen, die es nicht sind? Hier sind wir wieder bei Gattaca...

    Ich werfe hier mal das Beispiel Zypern ein, wo Paare ohne Thalassämie-Screening-Zertifikat (allerdings egal, was rauskommt, und das Ergebnis steht auf dem Zertifikat auch nicht drauf) nicht kirchlich heiraten dürfen. Screening, Pränataldiagnostik, PID und fallweise Abtreibung sind gratis - die Bluttransfusionen und Medikamente für die Kranken allerdings auch.
    Die Zyprioten finden es gut.

    Allerdings braucht man auch auf Zypern keine Kirchliche Trauung um Kinder kriegen zu können. Weder rechtlich noch - nun ja - biologisch.
    Thalassämie scheint eine echt fiese Sache zu sein. Es ist dementsprechend verständlich, dass sie bekämpft wird...
    Ich weiß nicht wie das im konkreten Fall aussieht, aber wenn Eltern nach Pränataldiagnostik von offizieller Seite empfohlen werden sollte, ein Kind abzutreiben (oder - nach PID - gar nicht erst zu "implantieren"), wenn es Thalassämie haben wird, kann das nicht bei Menschen, die von Th. betroffen sind, den Eindruck hinterlassen, dass es sie persönlich - wenn es nach dem Staat/der Gesellschaft ginge - nicht hätte geben sollen? Dass sie nicht erwünscht sind? Dann würde sich die Frage nach der Gleichwertigkeit menschlichen Lebens stellen.


    Äh, nix gegen Sechsbeinige. Ich hab nix gegen Sechsbeinige, ich glaube, ich will sie nur nicht auf meiner Welt.

    Dieses Zitat könnte man grausam aus dem Zusammenhang ziehen. %-) Nicht, dass ich sowas vorhätte/je tun würde... :pfeif:

    Ich würde Ideale wie "Gesund-sein" und "Schmerzfrei-sein" über die individuelle Körperautonomie stellen. Die schwerwiegenden psychischen Folgen sind ja im Grunde genommen sowas, Verstöße gegen "Psychisch-problemfrei-sein".


    Ich denke, hier wird es ethisch kompliziert und das ist einfach nichts mehr, was sich abstrakt diskutieren lässt.

    Hier wird es ethisch auf jeden Fall sehr interessant....
    Wer definiert "gesund"? Das wird besonders kompliziert, wenn wir uns eine (SciFi)-Welt voller PID vorstellen (Gattaca)...
    Wir fangen an, mit "Behinderungen", die sicher innerhalb weniger Jahre zum Tod führen, machen weiter mit Thalassämie... Wie lange dauert es, bis wir auf die Idee kommen, dass wir auch Down-Syndrom verhindern wollen? Oder eine "genetische Veranlagung zur Dickleibigkeit" (= verringerte durchschnittliche Lebenserwartung = ungesund)? Aloha Designer-Baby, da bist du ja! Schön dich kennen zu lernen. Darf ich dich Dystopia nennen?
    (Geht da nicht grade was mit einer thailändischen Leihmutter und einem australischen Ehepaar durch die Medien?)


    Die Frage ist also nicht nur

    Wie plausibel ist es, dass eine vorhandene Technologie, die es ermöglicht, alle Menschen dauerhaft gesund zu halten, diese nicht auch verwendet wird?

    sondern auch:
    Wenn wir einmal anfangen, schaffen wir es dann auch, damit wieder aufzuhören?

    Ich halte es auch für nahezu unmöglich, bei längst Verstorbenen Legasthenie zu diagnostizieren.


    Komplett ohne Untermauerung geschieht die Behauptung allerdings nicht (zumindest, was Einstein & Da Vinci angeht):
    siehe hier.


    Allerdings sollte beachtet werden, dass auf besagter Homepage ein Produkt verkauft werden soll. Und das ist für mich auf jeden Fall ein weiterer Grund, die Liste und alle Erklärungen erstmal skeptisch zu sehen.

    Die Welt ist doch eher überschaubar. Die Obscuranten wissen nichts von Fremden die in anderen Regionen leben, viele geben sich nur als Händler oder Flüchtlinge aus fernen Ländern aus um ihr Erscheinen und ihre Andersartigkeit zu erklären. Aber in den anderen Regionen der Welt existieren andere Gruppen und Sekten die ähnliche Aufgaben wie die Obscuranten in Europa übernehmen. Es kommt nur ganz selten vor, dass sich einer dieser Jäger in den Zuständigkeitsbereich der Obscuranten verirrt und selbst dann wird er wahrscheinlich eher wie ein Feind behandelt und ebenfalls gejagt.

    Ist das nicht recht ineffizient? Es wirkt so, als bräuchten vertragsbrüchige Fremde bloß den Zuständigkeitsbereich der Obscuranten verlassen, um weiterzumachen, bis sie dann auch den Assassinen (nur ein Gedanke %-) ) auffallen, nur um dann nach Indien weiterzuziehen. [Bis sie es irgendwann in Japan mit irgendwelchen Pseudo-Ninjas zu tun haben]. Nicht falsch verstehen - der Gedanke, verschiedene, regionale Orden/Organisationen zu haben erscheint mir sinnig. Aber eine gewisse grenzüberschreitene Zusammenarbeit wäre den Erfolgsaussichten der Arbeit sicher zuträglich.


    Aber wäre es dann nicht im Sinne der Integrität/Unbeinflussbarkeit der Obscuranten, wenn die Richter eben nicht über sie richten würden?
    Ich meine, wenn ein moderner Staatschef in der Lage ist, über die Entscheidungen der Judikative zu richten / eventl. sogar zu ändern, bezeichnen wir ihn als Diktator…
    Mir kommen die Richter und die "Unbeieinflussbarkeit der Obscuranten" etwas…. scheinheilig vor ;)

    Das Problem sehe ich nicht. Außerirdische Mächte haben sich vor langer Zeit, nach der Entdeckung der Erde, zu einem Vertrag durchgerungen, der den rückständigen Planeten zur neutralen Zone bestimmt. Dort werden Organisationen gegründet, die dies überwachen wollen. Da die außerirdischen Mächte seit gefühlten Ewigkeiten im Clinch liegen, sind sie davon überzeugt, die Gegenseite würde den Vertrag brechen oder zumindest beugen wollen, um dem zuvorzukommen, tun sie dies ebenfalls (so ist der eigene Vertragsbruch bloß eine Verteidigung gegen den Aggressor. Wechselseitig. Sehr praktisch).
    Die Erde gilt als primitiver Planet. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Konfliktparteien glauben, die aus Erdenmenschen bestehenden Organisationen zur Überwachung der Neutralität wären nicht beeinflussbar. Wenn sie sich nicht sicher sein können, beim Beeinflussen deutlich erfolgreicher zu sein als die Gegenseite (und wenn der Konflikt alt ist, scheint es eine Art Gleichgewicht zu geben), haben sie Interesse an einer neutralen Instanz, die überwacht, dass die Obscuranten & co unabhängig bleiben, nicht von der Gegenseite kontrolliert werden. Was die Konfliktparteien nicht daran hindern dürfte, sich weiter um Einfluss zu bemühen. Inoffiziell, versteht sich. Mit Mitarbeitern, die sich, falls sie auffliegen als ohne Befehl handelnde Abtrünnige erweisen.
    Das funktioniert natürlich auch mit mehr als zwei Konfliktparteien.


    So würde ich mir die Notwendigkeit der Richter jedenfalls erklären...


    Öhm, ja, und? Ganz ehrlich? Ansonsten wäre es doch andersherum, dass Leute mit Rechtschreibschwächen von allen anderen erwarten, dass sie mehr Arbeit aufbringen.

    Ja, deswegen sagte ich ja "völlig ok". Ich stimme dir 100 %ig zu. (Und ja, auch andere Menschen sollten Rechtschreibprogramme nutzen, wenn sie literarische Texte schreiben. Und dennoch nimmt die Arbeit zu, wenn die Anzahl der Fehler deutlich höher ist. Sie sollte trotzdem erbracht werden - sonst wird ja die ganze Arbeit auf die Leser abgewälzt. Aber manchmal ist es gut, sich bewusst zu machen, was man von anderen fordert. Auch wenn die Forderung berechtigt ist.)

    Quote

    Eine Freundin von mir ist sehbehindert, ist scheiße, aber wenn man ihr das auch noch ständig unter die Nase reibt und tausend Ausnahmen für sie macht, wird sie erst richtig wütend darüber. Sie hat im Alltag starke Probleme und wehrt sich gegen Extrawürste.

    Tatsächlich sind solche angeblichen Extrawürste sehr häufig ziemlich herabsetzend, ich stimme dir also (erneut) zu. Menschen mit irgendwelchen "Behinderungen" werden so auf diese reduziert, und allgemein wohlwollend/gönnerhaft als "hilfsbedürftig" abgestempelt. Das ist häufig schlimmer als die "Behinderung" selbst. Es ist allerdings kein Argument gegen Inklusion und Barrierefreiheit. [Sorry, anderes Thema. Lassen wir das.]

    Quote

    Mich wundert, dass im Bereich Rechtschreibung dagegen so oft Extrawürste geradezu verlangt werden. Und wie gesagt: Ich rede nicht ausschließlich von LRS, sondern von den Massen fauler Schreiberlinge, die keinen Duden im Haus haben und nicht wissen, wo der Button für die Rechtschreibprüfung ist, dann ihre Ergüsse ins Netz hauen und sich beschweren, wenn man statt endlosen Lobs erstmal "mach den Text bitte lesbar" schreibt...

    Ich glaube, alles was ich (auch mit meinem - deiner Meinung nach - "leicht überflüssigen" Hinweis von vorhin) erreichen möchte, ist klarzustellen, dass LRS/Legasthenie und faulheitsbedingte Rechtschreibfehler zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind. Ich finde, um beiden Themen auch nur ansatzweise gerecht zu werden, sollte man sie getrennt behandeln.
    Beim Thema "faule Schreiberlinge" stimme ich dir übrigens voll zu. (Schon das dritte mal. So weit scheinen unsere Meinungen gar nicht auseinanderzuliegen.) :)

    Quote

    Ich akzeptiere LRS-Autoren als gleichwertige Geschichtenerzähler und stelle daher dieselben Ansprüche an sie wie an Nicht-LRS-Autoren. Nach meiner Definition ist das Anerkennung auf Augenhöhe. Mehr gibt's nur bei wirklich ausgezeichneten Geschichten. ;)

    Ich glaube, mehr kann sich niemand wünschen.


    Quote from Merlin


    Wenn weiterhin ohne Fallbeispiele und Fakten diskutiert wird, haben unsere Argumente kein sonderliches Gewicht. Wir lernen nichts über den eigentlichen Nutzen von technischen Hilfsmitteln wie der Rechtschreibkorrektur. Wir lernen nichts über Hürden, die sich für Leute mit LRS oder Legathenie auftun.




    Ich finde hier keinen Anlass, ein Schattenboxen zu veranstalten. Abstrakt lässt sich mMn nicht beweisen, wie das Leben irgendwelcher (zum Zeitpunkt dieses Beitrags) nicht anwesender Leute aussieht...und wie repräsentativ ihre Erfahrungen für andere Leute mit ähnlichen Rechtschreibschwierigkeiten sind.

    Gerade beim Thema LRS ist das mit Fakten und Repräsentivität ja leider recht schwierig, da sowohl Ursachen als auch konkrete Ausprägung stark abweichen. LRS oder Legasthenie ist also ein ziemlich breiter Bereich. Manche Leute werden es los, andere nicht. Bei manchen merkt man es kaum, bei anderen bei quasi jedem Wort. Das bedeutet, dass zum Beispiel irgendwelche Erfahrungen meines Bruders (das angeführte Fallbeispiel, auf das ich mich beziehe; siehe oben) nicht repräsentativ für LRS stehen (können). Sollte ich einen anderen Eindruck erweckt haben, tut mir das Leid.


    Wenn schlechte Rechtschreibung aber durch Faulheit, fehlende Bildung oder sogenannte "generelle Minderbegabung" (grässlicher Begriff) verursacht ist, handelt es sich per definitionem nicht um LRS/Legasthenie.



    Edith sagt:
    Da hab ich Merlins Post ganz verpasst. (Wow, da hab ich ne halbe Stunde an den wenigen Zeilen gesessen [hoffentlich sind keine Rechtschreibfehler drin. Wär echt peinlich :-/ ]). Macht meinen Post eigentlich fast überflüssig. Fasst eigentlich recht gut zusammen, was ich sagen wollte (wenn ich's nicht falsch verstehe...)

    Viele Rechtschreibprobleme begründen sich nunmal schlicht auf Faulheit. Rechtschreibung ist kompliziert, aber die Regeln kann man lernen. Millionen Menschen sind der Beweis dafür. Man muss sie aber halt auch lernen, und wenn die Schule da versagt hat, muss man es als Autor halt im Eigenstudium nachholen.

    Viele Rechtschreibprobleme begründen sich auf Faulheit, mag sein. LRS nicht. Ich weiß, dass behauptest du auch gar nicht, aber die Verknüpfung zwischen faulheitsbedingten Rechtschreibproblemen und LRS drängt sich auf, wenn ich deiner Argumentation folge. Und das bedeutet, dass sich Legastheniker/Menschen mit LRS (oder auch mit Dyskalkulie) permanent gegen das Vorurteil wehren müssen, sie seien entweder zu faul oder schlichtweg dumm.
    Die meisten Rechtschreibregeln sind übrigens gar nicht allzu kompliziert. Man kann sich ziemlich simpel herleiten, wann es ß heißt und wann ss, auch wann ich ie schreibe und wann ih ist zumeist logisch. Dummerweise hat LRS recht wenig mit Unkenntnis der Regeln zu tun. Das ist ja das blöde. Ach ja. Beim als Beispiel genannten Wort Vogel/Fogel gibt es meines Wissens keine Regel...

    Quote


    Wenn jemand LRS, Legasthenie o.ä. hat, erwarte ich keine komplett fehlerfreien Texte, aber doch solche, über die sichtbar wenigstens die Rechtschreibkorrektur des Schreibprogramms einmal drübergelaufen ist. Selbst kostenlose Programme finden viele gängige Fehler. Wer das nichtmal macht, sorry, den lese ich nicht. Politisch unkorrekt, aber augen- und nervenschonend. ;)

    Das ist völlig ok. Und es hat - so wie vieles, das mit diesem Label versehen wird - meines Erachtens nichts mit Politischer (Un-)Korrektheit zu tun. Wir sollten uns allerdings bewusst sein, dass wir damit von Menschen mit LRS mehr Arbeit erwarten, als wir selbst aufbringen.

    Da ich erst kürzlich so einen Schnitzer gelesen habe: Das Urmatriarchat. Bekanntlich war ja alles paletti und super damals. :o

    Jepp. Ganz wichtig. Alles Übel hat ja - wer erinnert sich nicht - erst mit der Sesshaftigkeit angefangen: Patriarchat, Privateigentum, Monogamie, Schamgefühl ...


    Wichtig ist es, das Matriarchat mit dem Glauben an eine übergewichtige Mutter-Erde-Fruchtbarkeitsgöttin à la Venus von Willendorf zu kombinieren.


    Ansonsten: Kleiner, harmonischer, nomadischer Familienverband von Jägern und Sammlern; Kinder, die sich am Rücken ihrer Mütter festklammern. So 'nen Kram.

    Ich hab außerdem das Gefühl: Manche Eltern sehen die Legasthenie ihres Kindes als Grund an, das Kind nicht in seiner Rechtschreibung zu fördern. Das mag eine Lese- oder Rechenschwäche ein: Wenn Eltern erst ein Attest haben, dass ihr Kind diese und jene Schwäche hat, dann darf man das arme Kleine doch nicht weiter damit "quälen". :-X Es wird aber immer durchkommen, weil es nie gezwungen sein wird diese Fähigkeit trotz vorhandener Schwäche zu erlernen, da es in diesem Fach, sei's ob Mathe oder eine Sprache, keine Angst vor dem Sitzenbleiben hat.

    Da ich einen Bruder mit Lese-Rechtschreibschwäche (kurz LRS) habe, möchte ich das nicht so ganz unwidersprochen stehen lassen.
    (Vorab: LRS ist ein sehr vielfältiges Phänomen - Ursachen und Ausprägungen können stark variieren). :dozier:
    Jedenfalls ist ein entsprechendes Attest gar nicht so leicht zu bekommen - es reicht nicht, einfach überdurchschnittlich viele Rechtschreibfehler zu machen. Sicherlich gibt es Eltern, die ihre Kinder nicht genug in ihrer Rechtschreibung fördern (ob diese nun ein LRS-Attest haben oder nicht), sei es, weil sie überfordert sind, weil sie das Problem nicht sehen oder weil sie der Meinung sind, das sei Aufgabe der Schule und der Lehrer, damit hätten sie nichts zu tun.
    ABER: Eine stark ausgeprägte LRS kann sehr hartnäckig sein. Wenn man Pech hat, dann bringen auch zeitaufwändige Schreib-Therapie-Sitzungen (während andere Schüler Freizeit haben) nicht wirklich Erfolg. Wenn fördernde, es sicher gut meinende Eltern dann auch noch jede Hausaufgabe des Schülers auf Rechtschreibfehler gegenlesen, alle anstreichen, damit unser Beispiel-Schüler das ganze dann nochmal (möglichst) fehlerfrei abschreibt, dann ist "das Kleine" irgendwann vielleicht doch stark und unnötig weil vergebens "gequält".
    Zwar mag ein Attest dafür sorgen, dass die Rechtschreibung eines Kindes nicht gewertet wird (Unterstufe, zumindest in NRW) oder das es für eine Klausur mehr Zeit bekommt (Gymnasiale Oberstufe, NRW), doch ob dies dafür sorgt, dass ein Schüler sich keine Sorgen über seine Versetzung machen muss, wage ich zu bezweifeln. Mehr Zeit hilft nur wenig. Auch mir fällt es schwer, Fehler in einem gerade geschriebenen Text zu finden (zeitlicher Abstand und natürlich Zweitleser helfen), ungleich schwerer noch fällt es jemandem mit LRS. Betroffene Schüler müssen sich also darauf einstellen, in jeder Klausur, in der Texte verfasst werden, für Rechtschreibung eine 6 zu bekommen. Das lässt sich zwar ausgleichen, zieht den Schnitt aber doch nach unten.... Bei keiner Zeitverlängerung dagegen bleibt das Problem bestehen, dass es sich um eine Lese-Rechtschreibschwäche handelt, es ist also evtl. mehr Zeit zur Verständnis der Aufgabenstellung und bereitgestellter Texte nötig. Ganz abgesehen davon, dass eine LRS auch außerhalb der konkreten Prüfungssituation ein Nachteil ist...



    Meine Güte. Ich entschuldige mich für den viel zu lang geratenen Off-Topic-Exkurs. :hmm:


    Um kein ganz so schlechtes Gewissen zu haben:
    :topic:


    Auch wenn ich dem Gesagten nicht mehr viel hinzuzufügen habe.
    Vielleicht noch zum Thema Fanfiction als Sprungbrett zum Veröffentlichen in Verlagen:
    Ein berühmtes Beispiel dafür ist ja Cassandra Clare. Ihre Fanfictions zu Harry Potter und dem Herr der Ringe sollen ja gut sein (ich hab sie nicht gelesen, aber es ist mir schon empfohlen worden. Aber was die Romane angeht...
    Ich hab City of Bones vor ein paar Jahren mal angelesen und fand's - so hart das klingt - grässlich. (Und Jugendbuch lasse ich da nicht als Ausrede durchgehen. Es gibt verdammt gute Jugendbücher!)
    Das ist natürlich Geschmacksache, vor allem da es mir bei Büchern, die mir überhaupt nicht gefallen, immer schwerfällt, zu erklären, wo denn die Probleme sind (das fällt mir bei Büchern, die ich eigentlich mag, deutlich leichter). Außerdem bedeutet es nicht, dass es einen Zusammenhang dazwischen, dass ich City of Bones nicht mag und der Tatsache, dass Cassandra Clare vorher Fanfictions geschrieben hat, gibt.
    Erfolgreich ist sie zumindest.


    Gibt's noch weitere Beispiele für bekannte Roman-Autoren, die mit Fanfictions angefangen habe? Mir fällt grad keiner mehr ein. (Okay, Shades of Grey wurden genannt)

    Zunächst muss ich gestehen, dass weder DSA noch Science Fiction zu den Themen gehören, mit denen ich mich wirklich auskenne. Deshalb kann ich zur Problematik einer Konversion Aventuriens ins SciFi-Genre wenig bis nichts beitragen.
    Ich hab bloß Neugier, was du sonst noch so preisgibst (z.B. über die angesprochenen außerirdischen Spezies, aber auch über die angedachten Charakterklassen - lassen die sich 1zu1 aus DSA übertragen?) und darüber hinaus 2 Fragen.


    1. Ist es Absicht, dass die Szlachta wie der alte polnische Adel heißen?


    2. Hat das Veganische Commonwealth irgendetwas mit Veganismus zu tun?

    Hochzeiten werden grundsätzlich vor einem Priester der Kirche der Lichtbringerin geschlossen, der damit gleichzeitig als Verwaltungsbeamter fungiert. Es ist zwar möglich, mehrere Ehepartner gleichzeitig zu haben, aber es ist verpönt und wird höchstens toleriert. Sich außerehelich zu vergnügen wird nur toleriert, wenn einer der beiden ein Sklave ist, der dem anderen Partner entweder gehört oder ihm vom Besitzer zur Verfügung gestellt wurde. Solche Sklaven sind jedoch grundsätzlich steril. Wer jemanden einen fruchtbaren Sklaven oder eine fruchtbare Sklavin für Liebesdienste zur Verfügung stellt, hat allein alle Folgen zu tragen, die dieser Nacht entwachsen, muss also für etwaige Kinder Unterhalt bezahlen und sie in seine Erbfolge aufnehmen.

    Heißt das, es gibt keinerlei legale Prostitution? Oder läuft Prostitution so ab, dass reiche Sklavenhalter ihre (sterilen) Sklavinnen & Sklaven Kunden gegen Geld zur Verfügung stellen? Und wie funktioniert eine Sterilisation? Das ist ja technisch (bei menschenähnlicher Anatomie) nicht ganz einfach, wenn es gleichzeitig zuverlässig und ungefährlich sein soll. Und beides scheint mir im Interesse des Besitzers zu sein. Tot ist ein Sklave / eine Sklavin eine Fehlinvestion (klingt sehr böse, aber wir reden hier immerhin von Sklaverei und Zwangsprostitution), eine unzuverlässige Sterilisation birgt die Gefahr hoher Folgekosten, insbesondere wenn in größerem Umfang Prostitution betrieben wird.
    Womit ich zum zweiten Punkt komme: Bedeutet "in seine Erbfolge aufnehmen", dass der Sklavenhalter das Kind erbrechtlich wie ein leibliches Kind behandeln muss? Ich kann mir vorstellen, dass das zu Konflikten führen könnte.


    Ich finde es nicht unerheblich, ob du Rasse, Volk, Kultur oder Spezies schreibst. Da stecken doch sehr unterschiedliche Wortbedeutungen und Konzepte hinter. Zum Thema: ja, im ersten wie im zweiten Fall bleibt das/die ursprüngliche Volk/Rasse/Kultur nicht erhalten. ABER: Das wäre auch der Fall, wenn es keinerlei Vermischung/Auslese (was soll das sein? Eugenik?)/Verdrängung/Ausrottung gab.
    Menschenrassen gibt es nicht. Kulturen und Gesellschaften sind konstruierte Gruppen, keine natürlichen Entitäten. Das bringt auch mit sich, dass sich das Konzept "das ist unser Volk" oder "das ist unsere Kultur" mit der Zeit ändert. Auch ohne Vermischung/Auslese/Verdrängung/Ausrottung. Das ist das gemeinsame Ergebnis der verstreichenden Zeit. Und dann hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.
    Ein Genozid hat völlig andere Folgen als eine "kulturelle Vermischung". Er prägt sich nachhaltig in das Bewusstsein der Täter und der überlebenden Opfer ein, sowohl wenn er aufgearbeitet, als auch wenn er verleugnet wird.



    Der Mensch birgt also ein Pontential zur Gewalttätigkeit in sich. Deine Argumente, und die von Nemedon, gehen eindeutig in die Richtung, dass diese Gewalttätigkeit angeboren ist und eventuell kulturell unterdrückt werden kann. Stichwort "niedere Instinkte". Es mag ja sogar sein, dass ein gewisses Gewaltpotential in uns ist. Das gleiche gilt aber auch für Empathie. Und diese Empathie hindert uns daran, anderen Schaden zuzufügen. Wir sind in der Lage, uns in andere Menschen hineinzuversetzen. Wir können mit potentiellen Opfern unserer Gewalttätigkeit mitfühlen. Das erschwert den Massenmord ungemein. Es besteht die Gefahr, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, nachts von den Gesichtern der Opfer verfolgt zu werden etc.


    Wenn wir also "von Natur aus" Tendenzen zur Gewaltausübung und zur Gewaltvermeidung in uns tragen, dann liegt der Schluss nahe, dass äußere Faktoren (zumindest teilweise) bestimmen, ob ich zur Teilhabe an einem Genozid in der Lage bin oder nicht. Wenn permanent sozialdarwinistisch vom Kampf der Kulturen oder Völker geredet wird, lässt sich, überspitzt ausgedrückt, ein Völkermord irgendwann als Notwehr ("wir oder sie") legitimieren. Wenn Menschen nur noch gesichtslose Zahlen sind, habe ich weniger Potential für Albträume. Das gleiche gilt, wenn Menschengruppen kollektiv mit Schädlingen gleichgesetzt werden ("prasitäres Judentum"; wieder Sozialdarwinismus).


    Quote


    Doch warum viele Völker heute nicht ausgeröttet werden, obwohl wir es könnten, liegt, meiner Meinung nach, schlicht und ergreifend daran, dass die westliche Kultur sich eben zu einer Kultur entwickelt hat, die alles und jeden erstmal toleriert.


    Doch warum so viele Völker ausgerottet wurden, obwohl wir zu Empathie fähig sind, liegt, meiner Meinung nach, schlicht und ergreifend daran, dass diverse Gesellschaften sich eben zu Gesellschaften entwickelt haben, die durch sozialdarwinistische und kapitalistische (oder auch religiöse) Grundsätze Menschen in wertvoll und weniger wertvoll einteilen. :(



    Ich glaube, der Hauptstreitpunkt liegt in der Frage, ob Phänomene wie Krieg, Genozid sowie das wissentliche Zulassen von sogenannten "Flüchtlingskatastrophen" im Mittelmeer (oder auch vor der australischen Küste) in der menschlichen Natur oder gesellschaftlich begründet sind.
    Und eine Antwort auf diese Frage ist dann auch relevant für die Frage nach der Koexistenz.

    • Nordamerika ist ein großer Staat, der politisch eher Kanada als den USA ähnelt.


    Also eine unabhängige parlamentarische Monarchie unterm Pendragon-Monarch von Albion / den Westlanden?



    Es gibt zwei Weltkriege, ähnlich wie bei uns. Sie werden die Großen Kriege genannt. Im 1. Großen Krieg kämpfen die liberalen Mächte (vor allem die Westlande, Frankreich, die Nordlande und die Hanse) im Bündnis mit dem 3. Römischen Reich gegen ein Bündnis aus mitteleuropäischen Monarchien und dem Osmanischen Reich.


    Sind die "Nordlande" eine Art erfolgreich verwirklichte Kalmarer Union, sprich ein gesamt-skandinavischer Staat?


    Und die gleiche Frage gilt für die "Westlande" (United Kingdoms of the Westlands nehme ich an): Albion + Nordamerika, also sozusagen das British Empire?
    Zu Albion / den Westlanden hab ich sowieso noch ne Frage: Du sagst, die Briten haben die Angelsachsen zwar überstanden, aber Gebietsverluste hinnehmen müssen. Wie wirkt sich das weiter auf die Geschichte Albions / Großbritanniens aus? Gibt es nachwievor einen unabhängigen Angelsächsischen Staat in East Anglia/Kent/Essex? Oder wurden die angelsächsischen Gebiete irgendwann mit den Ländern der Pendragons vereinigt?

    Ein weiteres Beispiel dafür, wie Technologie und Magie sich gegenseitig behindern (bzw. in diesem Fall eher einseitig) ist die Flüsse-von-London-Reihe von Ben Aaronovitch. Da werden Mikroprozessoren (ich glaub es waren Mikroprozessoren) gegrillt, wenn sie an eine Stromquelle angeschlossen sind, wenn in der Nähe Magie angewendet wird. Dem Hauptcharakter gehen so ständig seine Handys kaputt. Das mit dem Gegrilltwerden gilt übrigens auch für menschliche Gehirne, wenn man es übertreibt. Leider scheint sich in besagter Buchreihe abgesehen vom Hauptcharakter niemand dafür zu interessieren, wie Magie eigentlich funktioniert, deswegen lässt sich nur spekulieren, warum Mikroprozessoren und Gehirne Probleme mit Magie haben, Stromleitungen aber nicht...



    Die meisten hier aufgeführten Beispiele (auch meines) zielen ja auf eine gewisse Unvereinbarkeit von Magie und Technik. Auch bei Star Wars gibt es zumindest einen philosophischen Gegensatz zwischen Technologie und der Macht.
    Ich fände Beispiele zur Symbiose von (Elektro-) Technik und Magie interessanter. In vielen Magiesystemen gibt es zum Beispiel Gegenstände, die Magie kanalisieren/verstärken (der klassische Zauberstab). Es wären doch auch andere, mehr technische Magieverstärker denkbar.

    Für meine Welt habe ich den symbiotischen Ansatz: Magie und Technologie stehen dort in etwa so im Wettstreit wie Physik und Chemie - man kann manchmal verschiedene Sachen damit machen, manchmal die gleichen Sachen, manchmal ergänzen sie sich perfekt.

    Deswegen, Veria, würden mich Beispiele dafür, wie sich Magie und Technologie ergänzen, wahnsinnig interessieren. :thumbup:

    Inspiriert zu diesem Thema hat mich WeepingElfs Thread zu Wechelwirkungen zwischen Magie und Technologie:


    Ein paar Ausschnitte des Eingangsposts:

    Ich halte diese Gedanken auch jenseits der Magie interessant, deswegen habe ich mich dazu entschieden, einen eigenen Thread dazu aufzumachen.


    Es geht um die Frage, was nötig ist, damit es zu einer Industriellen Revolution wie in England des späten 18. Jahrhunderts kommt; bzw., was dies verhindert.
    Erste Vorformen einer Dampfmaschine hat es zum Beispiel schon in der Römischen Antike gegeben, wie die Aeolipile zeigt. Technische Kenntnisse alleine scheinen also nicht auszureichen.




    • Wie lässt sich also der Wandel einer vorindustriellen Gesellschaft in eine industrielle Gesellschaft weltenbastlerisch plausibel gestalten?
    • Oder andersherum gefragt: Wie erkläre ich, dass sich eine Gesellschaft auch nach Jahrhunderten nicht industrialisiert?

    Wenn ich also, wie von Caspar angedacht, ein evolutionäres Konzept an eine Welt anlege, und dort mehrere kulturschaffenden Lebensformen vorfinde, dann sehe ich da nur sehr wenige Möglichkeiten.
    1.) Am Wahrscheinlichsten dürften unterschiedliche Arten sein, die jedoch allesamt aus einer Vorgänger-Spezies entstammen.
    2.) Eine Spezies "liftet" eine andere zu höherer Intelligenz hoch. (Was mag aus unseren Hunden in 20.000 Jahren werden? :kopfkratz: )
    3.) Der Lottogewinn des gesamten Universums (nicht nur einer Galaxie). Zwei kulturschaffende Spezies entwickeln sich auf einem Planeten. Und ihr "Lebenszeit" überschneidet sich Teilweise sogar.
    4.) Eine andere höhere Macht greift ein. (Aliens, ein sich selbst bewusstes Universum, Götter) Doch damit gelangen wir bei ISSO an, was hier ausgenommen war.

    Sehe ich auch so. Und ich werde insbesondere auf 2) eingehen, das erscheint mir als am interessantesten.


    Für eine friedliche und dauerhafte Koexistenz mehrerer Spezies dürften imho mehrere Faktoren sein:
    - Ihre Lebensräume überschneiden sich nur teilweise. Z.B. Land- und Meeresbewohner.
    - Die Spezies profitieren essentiell voneinander. Das muss sich keineswegs auf den Handel beschränken. Ich könnte mir ebenso gut vorstellen, dass nur eine Spezies Zugang zu bestimmten Ressourcen hat, die Andere benötigen. Oder aber besondere Schutzmöglichkeiten. Oder entstandener Abhängigkeit bei der Vermehrung (Blüten ohne Bienen? :o ).

    Wenn es zu einer Koexistenz kommen kann, brauchen wir erstmal mehrere kulturschaffene Spezies. Wenn diese von ein und der selben Spezies abstammen sollen, ist es erstmal notwendig, dass auf einen langen Zeitraum nicht essentiell von einander profitieren. Im Gegenteil, es darf kein Kontakt bestehen. Wir brauchen eine verdammt lange räumliche Trennung. (Eine wirklich absolute soziale Trennung kann ich mir nicht vorstellen).
    In der Frühgeschichte der Menschheit scheint es solche Trennungen gegeben zu haben, die vermutlich zu verschiedenen parallel existierenden Arten der Gattung homo geführt haben. Allerdings verdichten sich die Hinweise darauf, das zumindest der Neandertalensis und der Cro-Magnon-Mensch fruchtbare Nachkommen gezeugt haben, das würde den Gattungsbegriff wieder schwermachen (allerdings, auch wenn es oft anders dargestellt wird: bewiesen ist hier noch nichts!).


    Eine solche notwendige Trennung wird immer unwahrscheinlicher, je größer die Weltbevölkerung wird (je mehr Menschen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich treffen, dass sie auch physische Barrieren (Meere, Wüsten, Gebirge) überqueren um neue Siedlungsräume zu erschließen). Das macht eine Aufspaltung relativ früh in der "Entwicklung des Menschen" wahrscheinlich. Andrerseits, wenn wir davon ausgehen, das die Sache mit der "Kulturschaffenheit" (blöder Begriff, aber ich weiß keinen besseren) evolutionär ein eher seltenes Phänomen ist, sollte sich unsere Spezies erst nach solchen "Merkmalen" wie Werkzeuggebrauch, Daumen, "rudimentärer Sprachgebrauch" spalten, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass beide Spezies hinterher tatsächlich kulturschaffend tätig sein können.


    Dann haben wir aber die Möglichkeit für diverse Arten der Gattung homo. Für die Entstehung einer kleingewachsenen Menschenart (aka Zwerge) kann ich mir spontan 2 Szenarien vorstellen.
    1) Simpel: Inselverzwergung. Der Flores-Mensch ist ja schon erwähnt worden. Eine Population gelangt zufällig auf eine für sie eigentlich unerreichbare Insel und entwickelt sich dort ohne Kontakt zur Außenwelt weiter.
    2) Wenn wir einen Zwergischeren Zwerg haben möchten, könnte ich mir folgendes Szenario vorstellen. Durch eine wie auch immer geartete Naturkatastrophe (Kometeneinschlag, magisches Was-auch-immer) könnte auf einen Schlag ein Großteil der Nahrungsgrundlage unserer Spezies wegfallen. Die klassische Reaktion wäre wahrscheinlich, die unfruchtbar gewordene Region zu verlassen, mit etwas Fantasie wäre aber vielleicht auch denkbar, dass sich ein Teil der Population stattdessen in ein vorgefundenes Höhlensystem zurückzieht und dort beispielsweise essbare Pilze in genügend großer Zahl vorfindet. Zwar ist es wahrscheinlich, dass die Auswirkungen der Naturkatastrophe nach wenigen Generationen abgeklungen sind, also bevor wir eine weitgehende Evolution unserer neuen Höhlenmenschen haben, aber - und das ist der Clue bei kulturschaffenen Spezies - eine recht kleine, isolierte Population kann sich aufgrund von, keine Ahnung, nennen wir es kulturelle Engstirnigkeit, anders verhalten, als wir es aufgrund von postulierten Gesetzmäßigkeiten der Evolution erwarten würden. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass unsere Höhlenmenschen ihre Pilzzucht weiterbetreiben. Eine eigene Spezies werden sie aber nur, wenn sie isoliert bleiben, also wenn es irgendeine physische Barriere zu den anderen Population gibt. Und zwergwüchsig wird sie nur, wenn das die Beschaffenheit der Höhlen vorteilhaft macht. Weitere Nebeneffekte dürften Lichtempfindlichkeit oder Blindheit sein, dafür könnten sich andere Sinne, z.b. der Geruchssinn und das Gehör verbessern. Merkmale, die man klassischen Zwergen eher nicht nach sagt.
    Zugegeben, 2) erscheint bei genauerer Betrachtung ohnehin nicht sonderlich plausibel...



    - Die Spezies profitieren essentiell voneinander. Das muss sich keineswegs auf den Handel beschränken. Ich könnte mir ebenso gut vorstellen, dass nur eine Spezies Zugang zu bestimmten Ressourcen hat, die Andere benötigen. Oder aber besondere Schutzmöglichkeiten. Oder entstandener Abhängigkeit bei der Vermehrung (Blüten ohne Bienen? :o ).
    - Keine Nahrungskonkurrenten.


    Dieser, in vielen Beiträgen dieses Threads geäußerte Gedanke erscheint mir sehr naturalisierend.
    Selbst wenn es stimmen sollte, dass "in der Natur" nicht zwei Spezies ein und die selbe biologische Nische besetzen können, hätte das keine Relevanz für die im Thread gestellte Frage.
    Rassistische Theorien waren und sind der Überzeugung, beeinflusst vom Sozialdarwinismus, dass menschliche "Rassen" um die Vorherrschaft auf der Erde (gleichzusetzen mit "in der Nische", wenn wir - wie auch {aber nicht nur} rassistische Theoretiker - von der Suprematie des Menschen über alles andere Leben ausgehen?) konkurrieren. Falsch daran ist nicht nur der Rasse-Begriff - das Begriffe wir Rasse und Unterart auf den Menschen biologisch nicht anwendbar sind ist in diesem Thread schon herausgestellt worden -, falsch ist auch genereller die Naturalisierung von kulturellen Phänomenen. Das passiert schon durch die Begrifflichkeiten, die versuchen, kulturelle Phänomene als biologisch zu definieren.
    [wichtiger Einschub]: Es ist ausdrücklich nicht meine Absicht, irgendwen, der hier geschrieben hat, in die Nähe des Rassismus zu rücken [/wichtiger Einschub]


    Diese Naturalisierungs- und Biologisierungstendenzen sind kein alleiniges Merkmal rassistischer Theorien, sie herrschen in abgeschwächter Form auch in diversem modernen cultural-clash- und clash-of-civilisations-Geschwafel vor (entschuldigt die abwertende Wortwahl).
    Warum sollten verschiedene Zivilisationen, Kulturen (sofern sie überhaupt klar von einander abgrenzbar sein sollten) clashen? Aus wirtschaftlichen Gründen, Begrenztheit der Ressourcen etc.? Bei aller vordergründigen Konkurrenz: China und die USA können nicht ohne einander. Aus wirtschaftlichen Gründen.
    Selbst wenn die recht abstrus abgegrenzten Kulturen / Zivilisationen beispielsweise Huntingtons nicht direkt biologisch definiert, aber der Konkurrenzkampf dieser Kulturen mutet doch stark sozialdarwinistisch an.
    Kulturen kann man dabei meines Erachtens durch kulturschaffende Arten ersetzen: Warum sollten unterschiedliche Kulturschaffende Arten clashen? Andersartigkeit führt nicht per se zu kriegerischen Handlungen, nicht mal per se zu Konkurrenzkampf. Sie wird auch nicht nur dann akzeptiert, wenn "die andersartigen" essentiellen Nutzen bringen.
    Verschiedene Völker haben die meiste Zeit friedlich nebeneinander gelebt, auch wenn sie anders gesprochen, gedacht und eventuell auch anders ausgesehen haben. Natürlich haben sie voneinander profitiert (Handel und so), aber die meiste Zeit dürften sie sich gegenseitig ziemlich egal gewesen sein. Warum sollte sich das ändern, nur weil keine fruchtbare Fortpflanzug möglich ist? Oder weil jemand spitze Ohren hat?




    puh, soviel wollt ich gar nicht schreiben....



    edit:
    Nach der Lektüre dieses Threads ([Philosophie] Sind wir die einzige kulturschaffende Spezies? {wenn ich nen link daraus mach zerstöre ich meinen ganzen Post}) und den darin aufgeworfenen Fragen was Kultur eigentlich ist und warum wir überhaupt so verkrampft danach (und damit nach einer Abgrenzung vom "Tierischen") suchen halte ich den Begriff "Kulturschaffende Spezies" in der von mir hier genutzten Form für unglücklich. Wir neigen dazu, angebliche herausragende Merkmale des Menschen zu sammeln und als Legitimation für die (moralische) Unterscheidung in Mensch & Tier zu nutzen. In meinem Post wäre es wohl sinnig, "kulturschaffend" durch den gleichzeitig engeren als auch weiteren Begriff "menschenähnlich" zu ersetzen. Das löst das Problem nicht, der Begriff Mensch bleibt undefiniert (und soll es auch bleiben; jede Definition, die über das rein biologische hinausgeht, grenzt Menschen aus, eine rein biologische erscheint aber auch nicht richtig), der Begriff menschenähnlich dementsprechend auch. "menschenähnlich" trifft jedenfalls eher, was ich meine.

    Wie funktioniert das "zur Seite bekommen" genau? Sucht sich der Kunde die Iasaiudi aus, sucht sich die Iasaiudi den Kunden aus oder wird sie ihm zugewiesen (von einer höherrangigen / älteren Iasaiudi, vom Schlossherrn, ...)?


    Und ist das Entrichten des Eintrittspreises das einzige Kriterium um Einlass zu erlangen? Oder spielen auch andere Aspekte wie Stand, Kleidungssteil und/oder Ethnizität eine Rolle?

    Dieser Thibasaft ist vorzüglich. Auch wenn ich mich an die Farbe noch gewöhnen muss.


    Deianna, Sie sind nun seit 20 Jahren Kiodan. Ist das eine lange Amtszeit? Gilt Ihre Ernennung auf Lebenszeit oder können Sie darauf hoffen, irgendwann ein Leben nach Ihrer Kiodanszeit zu führen?


    Und, ohne Sie mit meinen Fragen überstrapazieren zu wollen: Wer sind diese Kiodanida, die Sie erwähnten? Eine Art Leibgarde?

    Besonders interessant finde ich ja soziale Unterschiede bei Begrüßungsritualen, also Unterschiede innerhalb einer Kultur.


    Das Imperium des Ostens (und am Großen Strom) ist ein äußerst hierarchischer Ständestaat. Dementsprechend gibt es auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Ständen.


    Innerhalb eines Standes:
    Im "einfachen Volk" (Leibeigene Bauern, Tagelöhner, Knechte, Bedienstete etc.) ist unter (männlichen) Fremden der einfache Handschlag als Gruß geläufig. Dabei geben sich die Grüßenden die rechte Hand. Die Hände werden allerdings weder geschüttelt noch gedrückt. Unter den kriminellen Banden der wenigen großen Städte sind teilweise äußerst komplexe Handschagschoreographien üblich. Unter guten Bekannten gelten Umarmungen und der Wangenkuss als angemessen.


    Im gehobenen Bürgertum (Handwerker, Kaufleute) wird mit einem Händedruck (gleichzeitig Symbol für einen Vertragsabschluss) gegrüßt. Die Grüßenden (oder die Vertragspartner) geben sich dafür die rechte Hand und drücken sie (ohne sie zu schütteln). Der Druck sollte fest, aber keinesfalls schmerzhaft sein. Der Händedruck ist nur unter gleichgestellten Männern aus dem Bürgertum üblich, besonders unter Handwerkern. In neuerer Zeit kann man ihn selten auch unter jungen Adeligen sehen, wohl ein (bewusster oder unbewusster) Akt der Rebellion gegen die Elterngeneration. Unter guten Bekannten wird seltener umarmt.


    Unter Adeligen gilt Körperkontakt als äußerst unschicklich. Daher grüßt man sich durch eine Geste, die an die aus dem indischen Kulturraum bekannte Namaste erinnert. Die Grüßenden führen ihre Innenhandflächen vor ihrer Brust zusammen und deuten eine Verbeugung an. Die Tiefe dieser Verbeugung drückt soziale Unterschiede und empfundenden Respekt aus.


    Zwischen den Ständen
    Nicht-Adelige grüßen Adelige durch eine Verbeugung (Männer) bzw. einen Knicks (Frauen), deren bzw. deren Tiefe vom Rang des Adeligen abhängt. Der Adelige kann seinen Respekt bezeugen, indem er einen Adelsgruß oder - bei Frauen - gar einen Handkuss andeutet.


    Frauen und Männer (überwiegend Adel)
    Adelige Frauen grüßen einander durch einen Knicks, dessen Intensität Rangunterschiede und Respekt ausdrückt.


    Im Adel und im gehobenen Bürgertum findet sich der Handkuss: Dazu beugt er sich respektvoll zu ihr hinab und führt ihre dargebotene rechte Hand leicht an seinen Mund. Je nach Situation kann der Kuss ausgeführt oder angedeutet werden: Bei verheirateten und verwitweten Frauen wird er stets ausgeführt, bei unverheirateten Frauen dagegen nur angedeutet. Führt ein Mann einen Handkuss bei einer unverheirateten Frau aus, kündigt er ihrdamit sein Heiratsinteressen an. Trägt er ihrer Familie dann nicht binnen zweier Monate offiziell seine Verlobungsbitte vor, gilt das als schwere Beleidigung. Ein Handkuss findet in der Regel nur zwischen Angehörigen der selben gesellschaftlichen Schicht statt. Küsste ein Bürgerlicher einer Adligen die Hand, wäre dies eine schwere Beleidigung, küsste ein Adliger einer Bürgerlichen die Hand, wäre dies zumindest unschicklich (wenn auch ein Kompliment für die Bürgerliche).





    Das ganze enthält noch diverse Leerstellen. Wie grüßen Angehörige des "infachen Volkes" Angehörige des gehobenen Bürgertums und umgekehrt? Wie verhält es sich mit Frauen außerhalb des Adels? [klar ist, dass sie einander nicht so grüßen wie Männer. Im Imperium des Ostens ist Sexismus in allen Ständen allgegenwertig] Was ist mit dem Klerus?

    Meine Quenya-Recherche:


    leper = Finger


    Daumen
    (a)taryo, atto, atya = daddy/Papa; Wort für Daumen und Großen Zeh (zumindest atto und atya) in Kinderspielen
    nápo = Daumen; Etymologie unklar, evtl. von napan- = hinzufügen


    Zeigefinger
    emmë, emya = mummy/Mama; Wort für Zeigefinger und entsprechenden Zeh (zumindest emya) in Kinderspielen
    lepetas = Zeigefinger; von leper = Finger + tas = there/da, dort
    tassa = abgeleitet von tassë, tas = there/da, dort


    Mittelfinger
    hanno = Bruder; Wort für Mittelfinger in Kinderspielen
    lepenel = Dritter Finger; von leper = Finger + nelya = dritte/r/s oder nel- = tri- (Vorsilbe)


    Ringfinger
    nettë = Schwester, Mädchen, Tochter; Wort für Ringfinger und entsprechenden Zeh in Kinderspielen
    lepecan = vierter Finger; von leper = Finger + cantëa = vierte/r/s oder can- = tetra-, vier- (Vorsilbe)
    lepentë = Mittelfinger; von leper = Finger + entë = Mitte, Zentrum -> ergibt nicht wirklich Sinn, es ist schließlich (ausdrücklich) der Ringfinger gemeint. Anscheinend ist meine Etymologie falsch.


    Kleiner Finger
    winë, winicë, winimo = Baby, kleines Kind; Wort für Kleinen Finger und entsprechenden Zeh in Kinderspielen
    lepinca, lepincë = kleiner Finger; abgeleitet von leper = Finger + pincë = klein; eventuell ist incë auch einfach ein Diminutiv wie in Atarincë = kleiner Vater, Väterchen, von atar = Vater
    nícë = abgeleitet von níca = klein


    Daumen und Zeigefinger als Paar
    nápat = Dualform von nápo = Daumen


    Besonders interessant finde ich die Spielnamen und des Dual von Daumen und Zeigefinger - ich hätte spontan gedacht, eine Dualform von Daumen gelte für das Daumenpaar, also die Daumen der beiden Hände.

    Dem würde ich widersprechen wollen. Eltern mit Macht und Einfluss, wie eben insbesondere Herrscher, können ihren Kindern die beste Ausbildung bieten. Somit werden ihre Kinder fast automatisch wieder zu möglichen Nachfolgern. Vielleicht klappt das Prinzip "erster Sohn ist Nachfolger" nicht, aber eines der Kinder wird mit entsprechenden Mitteln die Herrscherwürde behaupten können.

    Berechtigter Einwand. Zwar ist Magie bei mir nicht erblich, es kann sich also kein Magier darauf verlassen, magiebegabten Nachwuchs zu bekommen; allerdings bleibt das magische Potential bei den meisten theoretisch Magiebegabten unentdeckt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine vorhandene Magiebefähigung von der befähigten Person zufällig entdeckt wird, ist zwar gegeben, aber äußerst gering. Wer genug Kleingeld hat, kann allerdings veranlassen, dass die eigenen Kindern gezielt auf Magie hin untersucht werden. (Das tut man allerdings nicht, wenn man nur ein Kind hat - Magier sind - wie Geistliche - aus historisch-kulturellen Gründen rechtlich von jeder Erbfolge ausgeschlossen).
    Dies führt dazu, dass die Masse der Magier aus gehobenen gesellschaftlichen Schichten kommt; und den wenigen Ausnahmen bleibt ein Aufstieg in höhere Positionen verwehrt.
    Das bedeutet, als Form einer Aristokratie wäre eine Magokratie durchaus denkbar: Magier, die aus bestimmten Familien stammen regieren den Staat.
    Auch eine Wahlmonarchie wäre unter gleicher Voraussetzung vorstellbar.
    Es bliebe jedoch ein Problem: Wenn die Magie notwendiges Kriterium für die Erlangung der Regierungsverantwortung ist, aber eben nicht auf einen Kreis ausgewählter Familien beschränkt ist, stellt das die Legitimation dieser Familien in Frage. In meiner Welt legitimiert sich der Adel religiös, es wird behauptet, die Geburt in den Adelsstand zeugt von guter Praxis im vorherigen Leben. Wenn Magie auf den Adel beschränkt bliebe wäre das kein Problem; Magiebegabte wären die "Auserwählten der Auserwählten". Was ist aber nun mit nicht-adligen Magiebegabten? Einerseits sind sie auserwählt (magiebegabt), andererseits sind sie es nicht (kein Adel). Wie wäre ihr Verhältnis zu nicht-magiebegabten Adligen? Auch diese wären auserwählt und nicht auserwählt zugleich. Ich denke, dadurch würde die ganze religiös legitimierte Behauptung "In der Gesellschaft steht jeder an dem Platz, die ihm gerechterweise zusteht" ins Wanken geraten.
    Bei mir ist das Problem gelöst, indem Magier außerhalb der klassischen Ständepyramide platziert sind und somit in gewisser Weise von der Gesellschaft abgesondert sind. Sie können nicht erben, keinen Grundbesitz erwerben, keine Positionen in Politik oder Verwaltung erlangen - gleichzeitig aber benötigt die Gesellschaft sie und sie genießen ein hohes Ansehen - sonst würde wohl niemand Magier werden wollen - so aber ist es eine gute Alternative, ein Kind zum Magier ausbilden zu lassen, wenn man das Erbe nicht unter allzuvielen Personen aufteilen möchte.


    Das bezieht sich natürlich auf meine Welt (und könnte auch Logikfehler enthalten, auf die ich mich gerne hinweisen lasse)
    Unter gewissen Umständen könnten stabile Magokratien auch entstehen, wenn Magie nicht erblich ist und es eine Ständeordnung gibt - die Ständeordnung wäre dann aber schwerer zu legitimieren.

    Meine Magokratie hat im übrigen ein kulturelles Problem: Magierinnen. Frauen sind in der Kultur "minderwertig", sie haben kaum Rechte und gelten in so gut wie allem als den Männern unterlegen. Magierinnen sind aber durch ihre Befähigung auf jeden Fall schon einmal nicht "minderwertiger" als ein normaler, nichtmagischer Bürger. Sie stellen einen Störfaktor in dieser Magokratie dar, da sie einerseits irgendwie unerwünscht sind, es andererseits aber von Vorteil für den männlichen Magieradel ist eine Magierin zu heiraten, da so die Chance auf magisch begabten Nachwuchs steigt. Aus letzterer Überlegung heraus und aus der tatsache, dass die Göttin der Magie eben weiblich ist, können Magierinnen aber nicht einfach als "widernatürliche Abscheulichkeiten" betrachtet und umgebracht werden.
    Wie es dazu kam? Durch die Machtergreifung eines mächtigen Magiers vor einigen Jahrhunderten wurde einer sehr patriarchalischen Gesellschaft eine Magokratie "aufgepropft". Die vormals zwar vorhandene Göttin der Magie wurde wichtiger, konnte aber aufgrund der starken Priesterschaft nicht einfach durch einen "Gott der Magie" ersetzt werden (ist aber eh eher ein menschliches Problem, da die "Göttin" eigentlich ein Zwitter ist und ihr egal wäre ob man sie als Gott oder Göttin ansieht).
    Das Ansehen von "Magierinnen" hat sich zwar über die Jahrhunderte schrittweise gebessert, aber sie sind ihren männlichen Kollegen definitiv nicht gleichberechtigt.

    Das Problem gibt es in meiner Welt auch ohne Magokratie. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau magiebefähigt ist, ist ziemlich genauso hoch, wie die das ein Mann dies ist. Die gesellschaftliche Stellung der Frau ist allerdings - nun sagen wir, wenn die Behörden den Begriff Emanzipation verstünden, würden sie jede/n einbuchten, die/der bis zum Buchstaben "z" kommt. Lange Zeit war es dementsprechend verboten, Frauen in der Magie auszubilden. Wenn dies doch geschah, führte das zu Hexenverbrennungen und dem ganzen Kram.
    Das Gesetz wurde irgendwann aufgehoben, weil allen klar wurde wie viel magisches Potential nicht genutzt wurde. Höhere Positionen sind Magierinnen aber immer noch verwehrt.


    Desweiteren habe ich noch eine Frage zu deiner Magokratie.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du ein paar aristokratische Familien, unter deren Nachkommen sich gehäuft Magierinnen und Magier finden (weil es eine gewisse erbliche Komponente der Magiebefähigung gibt), aus deren Mitte ein Herrscher bestimmt wird (auf welche Weise auch immer), der Magier sein muss.
    Nun die Frage: Wie legitimieren die Familien ihre privilegierte Stellung? Durch die Häufung von Magiern in ihren Reihen? Sind sie von der Göttin der Magie "auserwählt"?
    Und was ist mit den Magiern außerhalb der Familien? Du schreibst, sie werden als "widernatürliche Abscheulichkeiten" angesehen.
    Das klingt, als herrsche die Überzeugung vor, Magier außerhalb der Familien könne es eigentlich nicht geben (da ja nur die Familien von der Göttin auserwählt wurden). Findet man doch Magie außerhalb der Familien, wäre das dementsprechend ein Beweis dafür, dass diese "widernatürliche Abscheulichkeiten" mit Dämonen im Bunde sein müssen oder ähnliches.
    Dieser Überlegung widersprich allerdings, dass du von Adoptionen von Magiebegabten in die Familien hinein sprichst. Diese Adoptierten sind offensichtlich keine Abscheulichkeiten...
    Worin unterscheiden sie sich von anderen Magiern außerhalb der Familien?