Posts by Yerho

    Jepp, die Umweltbedingungen, das Material der Bauten und deren Bauweise sind das A und O.


    Klassisches Beispiel, an dem man viele (nicht alle!) Einflüsse durchexerzieren kann: Die ägyptischen Pyramiden.


    Das Klima in Nordafrika ist ganzjährig trocken, was gut ist. Aber die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind recht hoch, was Rissbildung begünstigt. Es gibt auch kaum Windschutz, was die Oberflächenerosion beschleunigt.


    Die Pyramiden bestehen aus Sandstein, der eigentlich nicht die optimale Wahl ist, wenn man etwas für die Ewigkeit bauen will. Andererseits sind es massive Blöcke (Ich weiß, es gibt auch Ziegelpyramiden, die sind ein anderes Thema ...) , denen es in ihrer Gesamtheit nicht schadet, wenn die Elemente über Jahrtausende etwas davon abnagen.


    Aber wenn man bedenkt, dass die Pyramiden einmal fugenlos glatt waren und nun arg "zerfressen" aussehen, kann man sich schon eine Vorstellung davon machen, was selbst mit einem massiven Bauwerk in einer recht pfleglichen Region mit der zeit passiert.


    Dazu muss natürlich noch berücksichtigt werden, dass die Erosion in jüngerer Zeit eine Beschleunigung erfahren hat. In den letzten Jahrhunderten hat man die Pyramiden als Lieferanten für Baumaterial genutzt, und als dies aufhörte, begann die Belastung durch Abgase aus Verkehr und Industrie.


    Ansonsten: Die Kölner hätten es vielleicht gerne, das ihr Dom länger besteht als der städtische Durchschnitt, aber das dürfte Wunschdenken sein. Er wird vielleicht als Silhouette einer großen Baustruktur länger erkennbar bleiben, aber von Nahem bald nicht mehr als Dom erkennbar sein. Der Bau ist groß und vergleichsweise filigran, und schon jetzt wird mächtig Aufwand betrieben, die Erosionsschäden zu beheben und zu mindern. Aus Gebäuden werden mit der Zeit Haufen, und aus dem Dom wird ein sehr großer Haufen - als solcher überlebt er womöglich tatsächlich länger als der Durchschnitt.


    Ob er länger überdauert als die Überreste moderner Hochbauten, bezweifle ich aber - diese werden zwar auch rosten, zusammenbrechen und einknicken, aber es dürften sich in den Cities ganz schön viele hohe Gerippehaufen aneinander lehnen und sich gegenseitig stützen, bis das Material an sich oder auch nur genügend Verbindungsstücke aufgelöst sind. Man darf eben nicht nur das einzelne Bauwerk betrachten, sondern dass, was ensteht, wenn die ursprünglich geplante Struktur ganzer Gebäudekomplexe zusammenbricht und sich neue Strukturen ergeben.

    Vorweg: Der Grundwasserspiegel einer Region hat nicht zwingend etwas damit zu tun, wie nah sie an der Küste ist. Er wird vielmehr durch die Zusammensetzung der Erd- und Gesteinsschichten bestimmt, die allerdings in Küstennähe recht ähnliche Bedingungen aufweisen.


    Das Grundwasser hat auch in Küstennähe nur sehr selten eine unmittelbare Verbindung zum Meer, ist also auch nicht unmittelbar von dessen Wasserstand abhängig. Wenn Du einen randvollen Eimer und einen halb vollen Zahnputzbecher zwanzig Zentimeter voneinander entfernt eingräbst, beeinflusst sich deren Wasserstand schließlich auch nicht.


    Bei der Unterkellerung Deiner Küstenstadt muss Dir also nicht der Grundwasserspiegel Sorgen machen, sondern die Beschaffenheit des Materials, auf dem die Stadt steht und der Deine Tunnel vom Meer trennt.

    Um mit der Welteroberung zu beginnen, bräuchte auch ich entweder genügend Idioten, die mich als ihren Anführer (durch Abstammung, Vorsehung etc.) akzeptieren, oder aber genug Geld, um mir diese Idioten zu kaufen. Vorzugsweise beides, dann wird die Armee größer.


    Dann suche ich mir ein paar fähige Leute, die die erforderliche Logistik gebacken kriegen und ein paar, die meinem prinzipiell kampflustigen, aber wahrscheinlich suboptimal ausgebildeten und undisziplinierten Haufen den nötigen Drill verpassen.


    Ist dies geschehen, marschiere ich los und schicke immer eifrig Boten voran, um bei den Oberhäuptern der Städte und Regionen anzufragen, ob sie sich meiner Sache anschließen wollen. Tun sie das, habe ich sie im Sack und säge die Nullen ab, sobald ich von deren Leuten als oberster Kriegsherr akzeptiert werde. Tun sie es nicht, biete ich an, dass sie weiter herrschen dürfen, wenn sie mir Tribut zollen und mich in bestimmten Aspekten als weisungsberechtigt anerkennen. Tun sie das auch nicht, muss ich mein Heer wohl oder übel das für die Welt, die Zeit und das Szenario übliche Programm abspielen lassen: Häuser abbrennen, Männer töten, Frauen und Kinder versklaven, Herden fortführen, Kornspeicher leeren, Schätze plündern und - falls danach noch verwertbare Infrastruktur vorhanden ist - einen Statthalter nebst ausreichend Truppen zurücklassen, bevor ich den Feldzug fortsetze.


    Das Ganze müsste ich so lang fortsetzen, bis es für mich außer der Alterssenilität, intriganten Anhängern, als Erben ungeeigneten Nachkommen, Geschlechtskrankheiten, dem Alkohol und der Langeweile keine Gegner mehr gibt. ;)

    Unterschätzte Trickwaffe Nr. 1: Die Socke
    Auch wenn der Fußmief keine eigene biochemische Waffenwirkung hat, ist eine Socke immens gefährlich - zumal keiner mit ihr rechnet. Ein große Handvoll Kies, Kiesel, Scherben, Nägel, Schrauben oder getrocknete Pflanzensamen hineingefüllt, und die Socke ist eine effiziente Schlagwaffe - vorausgesetzt, die textile Beschaffenheit gewährleistet ausreichende Haltbarkeit.


    Unterschätzte Trickwaffe Nr. 2: Die Zähne
    Nicht nur wer sein Steak gern medium oder sogar blutig isst, der ahnt vielleicht, welche Möglichkeiten selbst das vergleichsweise "entschärfte" menschliche Gebiss hat. Denn auch wenn zivilisatorische Gründe dagegen sprechen: Aauch ein übel wollender Gegner ist - materialtechnisch gesehen - im Grunde nur ein Steak, dass sich noch bewegt. Setzt man in höchster Not die Zähne geschickt und kompromisslos ein, kann man aber auch diesen Unterschied korrigieren.


    Trickwaffen-Klassiker Nr. 1: Der Draht
    Drähte sind für gewöhnlich haltbarer als Schnüre, haben eine schneidige Nebenwirkung und lassen sich gut verstecken oder als Schmuck tarnen. Um den Hals eines Gegners gelegt und mit marginalem Krafteinsatz zugezogen, stehen dessen die Chancen gut, binnen der nächsten Sekunden das Atmen zu verlernen.


    Trickwaffen-Klassiker Nr. 2: Der Stein
    Der Stein ist so groß, dass er bequem in die Faust passt und kann auch durch andere geeignete Gegenstände entsprechender Schwere, Stabilität und rundlicher Form (Nieten, große Schrauben etc.) ersetzt werden. Er sorgt dafür, dass ein Schlag mehr Wucht erhält und die Faust stabilisiert wird, was im vermeintlich waffenlosen Kampf durchschlagende Wirkung entfaltet. Das ist ggf. nicht sehr fair, aber es ist ja auch nicht fair, wenn ein im Grunde friedliebender Mensch zu einem Kampf genötigt wird.

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    Original von Logan
    Gibt es auf euren Welten Städte, die man als "Sündenpfuhl" bezeichnet? Wenn ja, was zeichnet diese Städte aus? Worin liegt ihre Sündigkeit? Was treibt die Leute dort hin oder hält die Bewohner dort? Wie reagiert die restlliche Welt über die Bewohner und die Stadt? Gibt es sie noch oder wurden sie von göttlichen oder weltlichen Mächten niedergemacht?


    In der Welt, die ich gerade entwerfe, gibt es ein paar Städte, die keine Sündenpfuhle sind: Die Nekropolen. ;D


    Auf alle anderen größeren Siedlungen trifft diese Bezeichnung zumindest für einige Teile der jeweiligen Stadt zu: Tage- und Strauchdiebe an jeder zweiten Ecke und Huren, Zuhälter und deren Kundschaft an alle übrigen Ecken. Es wird grob geflucht, viel gesoffen und nahezu jeder Streit wird letztendlich mit den Fäusten oder dem Messer ausgefochten.


    Trügerische Beschaulichkeit herrscht nur dort, wo die Stadtoberen und/oder reiche Händler mittels ihrer Knüppelgarden für erzwungene Ruhe sorgen. Nun ja, und in den Handwerks- und Tempelbezirken herrscht auch etwas mehr Ordnung, weil die Unruhstifter ehrliche Arbeit und den Zorn der Götter gleichermaßen fürchten. ;)

    Das Vieh würde dort auftauchen, mangels natürlicher Feinde oder ernstzunehmender Gegner einige Tage massive Zerstörungen anrichten, sofern es das Glück hat, in einer dichter besiedelten Ecke zu landen.


    Und dann würde es ganz unspektakulär verhungern, sofern es kein Pflanzenfresser ist. In diesem Fall hält es aber auch nur eine Weile länger durch, sofern es eine überaus fruchtbare Region abgrasen kann, aber dann auf der Suche nach der nächsten etliche Wochen durch Steppen wandern müsste, die gerade ausreichen, um Pflanzenfresser normaler Größe halbwegs über die Runden zu bringen.


    Und sollte sie das wider Erwarten durchstehen, würde sich die Kreatur irgendwelche Viren, Bazillen oder Parasiten einfangen, die sie schlussendlich doch noch aus dem Leben expedieren. Oder - etwas weniger kompliziert - sie würde sich selbst vergiften, weil sie bestimmte Stoffe in der einheimischen Vegetation nicht verträgt.

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    Original von KeyKeeper
    Frage: Was anderes als eine in sich geschlossene Gesellschaft stellen denn bitte die Amish dar? Ein besseres Beispiel fuer eine solche Gesellschaft laesst sich ja wohl bitte sehr schwer finden %-)


    Die Kutschen der Amish fahren auf Bundesstraßen, die von Steuergeldern gebaut wurden. Sie wollten diese Straßen vielleicht nicht haben, aber sie kämen nicht umhin, sie zu benutzen - selbst wenn sie das wollten.

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    Original von Althalus


    1. Wie definierst du "Schild" und "Langschwert".
    2. Von welchem Zeitraum/Gegend gehst du für diese Aussage aus?


    1.) Langschwert definiere ich wortgetreu als "langes Schwert" - also als eine Waffe, deren Verwendbarkeit auf bestimmte offensive Kampfsituationen beschränkt ist, während es weder zum reinen Selbstschutz noch zur Jagd taugt.


    2.) Von so ziemlich jedem Zeitraum und so ziemlich jeder Region. Selbst die nordamerikanischen oder afrikanischen Ureinwohner besaßen Schilde, aber sie schleppten diese nicht ständig mit sich herum, sondern nur dann, wenn es gegen einen menschlichen Feind ging oder ein Zusammentreffen mit solchen zu erwarten war. Für eine einfache Reise oder einen Jagdzug braucht man keinen Schild.


    Wie bereits gesagt: Nur in diversen Rollenspielen reisen Abenteurer ohne spezielles Ziel, in der Hoffnung, auf Abenteuer zu stoßen. In der Realität fiel es niemanden ein, ohne Grund oder auch nur zum Selbstzweck zu reisen (Lustreisen außen vor, aber die führen durch sichere Gegenden ...) , und wenn möglich, sollte es eben keine Abenteuer geben, sondern möglichst glatt ablaufen.
    Daher packt man eben das ein, was man für die Reise und ggf. für den Zweck der jeweiligen Reise benötigt. Daher sollte man, bevor man sich den Kopf über Reisegepäck zerbricht, im Klaren sein, welche Leute auf welchen Wegen zu welchem Zweck unterwegs sind. :)


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    Der Reisige über Land hatte im Großteil Mitteleuropas im Zeitraum von 1300 bis 1600 zumeist drei Möglichkeiten des Selbstschutzes:
    a) Leibwachen
    b) Reisegruppen
    c) Eigenbewaffnung
    Die meisten Fernhändler bemühten Leibwachen - so sie sich diese leisten konnten und nicht von diesen selbst ausgeraubt und ermordet wurden ...


    Nun, auf bestimmten Handelsrouten beinhaltete der Wegzoll auch Schutz durch denjenigen, der den Wegzoll erheben durfte. Auf diesen Wegen gab es Patrouillen und in regelmäßigen Abständen sichere Nachtlager.


    Fernhändler schlossen sich übrigens auch öfter zu Karawanen zusammen. Kleines Unikum am Rande: Manche Händler auf dem Landweg waren sicher vor Wegelagerern, weil sie eben diese mit allem versorgten, was sie brauchten und dafür etwaige Beute ankauften. Gerade Vogelfreie durften sich schließlich nicht überall blicken lassen, um ihre Beute gegen lebensnotwendige Güter einzuhandeln.


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    Würdest du mir zeigen, WAS du mit einem Dolch JAGEN willst? ;)


    Dolche und Messer sind universelle Werkzeuge und unentbehrlich für die Jagd: Ob Du nun mit dem Bogen oder dem Spieß jagst, Fallen stellst, Schlingen legst oder Fische stichst - spätestens wenn es daran geht, das Wild aufzubrechen, brauchst Du einen Dolch oder ein Messer. Ferner ist es nötig, um die restliche Ausrüstung in Schuss zu halten.
    Außerdem ist es das letzte Schutzmittel gegen wehrhaftes Wild, wenn beispielsweise die effektive Reichweite einer Fernwaffe unterlaufen wurde, ein Nachladen nicht mehr möglich oder ein Sauspiess zerbrochen ist.
    Manche Volksgruppen jagen Großwild auf diese Weise, dass sie ihnen aus dem tiefen Versteck heraus die Sehnen durchtrennen oder von oben herab die Klinge zwischen die Halswirbel setzen.


    *g* Was das Zeigen angeht: Wenn wir mal an einem Gewässer mit stehenden Fischen sind, kann ich Dir zumindest aus praktischer Erfahrung demonstrieren, wie man nur mit Hilfe eines Dolchs einen Ast zurechtschneidet, um Fische zu stechen - so einfach ist das gar nicht, denn einfaches Anspitzen genügt nicht. Auch Kleinwild habe ich schon ausgeweidet.
    Was beispielsweise die Elefantenjagd mit dem Messer angeht, muss ich allerdings passen, dazu sollte man sich vertrauensvoll an Pygmäen wenden. ;D


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    Bis auf die Tage, an denen das Wasser eine braune Brühe ist, da von Regenfällen aufgewühlt, oder das Vorwärtskommen einen Schwenk landeinwärts erfordert ...


    Aufgewühlter Schlamm im Wasser schreckt den Camping-Touristen ab, aber nicht unbedingt den Waldläufer - wenn's sehr übel ist, hilft ein Seituch, um den Schmutz zu filtern.


    Was das Abschwenken angeht: Wenn wir vom Reisen durch unbewohnte Gegenden reden, die keine Einöden sind, dann führt die Reise mit ziemlicher Sicherheit durch Urwälder mit einem verfilzten Unterholz, das man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann. Die einzigen gangbaren Wege dort sind die Flussufer oder Wildpfade, und während Flussufer für gewöhnlich dem Fluss folgen, werden Wildpfade von Wild getreten, welches ebenfalls nicht ohne Wasser auskommt. Man ist also mehr oder weniger auf der sicheren Seite.
    Klar, wenn man damit rechnen muss, weit von jedem Gewässer abzukommen, wird man sich mit Schläuchen oder Flaschenkürbissen eindecken.

    Dann wäre zu klären, ob es erforderlich ist, kein Geld (sowohl in Bar als auch auf dem Konto ein abstraktes Wertmittel) zu besitzen oder sich dessen in keinster Weise zu bedienen.


    Wenn ich jemanden bitte, mir den Lohn für geleistete Arbeit nicht in Geld, sondern in Naturalien auszuzahlen, habe ich in 99% der Fälle pro forma bereits am Geldverkehr teilgenommen - und zwar damit, dass mein Arbeitgeber das Geld, welches er (unter anderem durch meine Arbeit) erwirtschaftet hat, in Naturalien umsetzt, mit denen er mich dann bezahlt.


    Denn den Fall, dass ich meinetwegen eine Plantage bewirtschafte und mir meinen Teil direkt vom Baum nehmen darf, also die Wertschöpfung vor dem Einsetzen einer Geldwirtschaft für mich unterbreche, dürfte man selten vorfinden. Und selbst dann wird die Plantage im seltensten Fall durch reine Arbeitsleistung und Naturalienwirtschaft am Laufen gehalten.


    Alles andere ist, wie bereits gesagt, Augenwischerei. Allein durch den Umstand, zu keinem Zeitpunkt Bargeld in der Hand gehalten zu haben, hat man sich noch nicht aus dem Geldverkehr ausgekoppelt. Und wenn man zum sozialen Ausnahmefall wird und das Sozialamt ein Konto für einen einrichtet, ist es vielleicht eine innere Beruhigung, dass man auf dieses ignoriert, aber es ändert nichts daran, dass man davon lebt. Man hat also lediglich eine exzentrische Art entwickelt, am Geldverkehr teilzunehmen. ;)


    Um sich gänzlich auszukoppeln, müsste man sich aus der Gesellschaft auskoppeln, die Geldwirtschaft betreibt. Man müsste als Eremit oder in einer geschlossenen Gemeinschaft leben, der/die sich im Niemandsland direkt von der Scholle nährt.

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    Original von mask
    Sprich, es gibt entweder eben sowas wie die Göttin der Rache oder einen Flussgott, einen Gott eines Berges oder einen Meergott, mit der Konsequenz, dass es ziemlich übervölkert ist in der Gotteslandschaft, wie es auch bei den Griechen war?


    Für Quellen, Berge, Haine und sonstige Geländemerkmale gibt es "kleinere" Entitäten (Geister etc.), aber ansonsten stimmt das so.


    Nur eben mit dem Unterschied, dass zumindest einige Gestalten dieser Götterwelt tatsächlich existieren. Einige davon werden auch von Region zu Region mit unterschiedlichem Namen, Aufgabengebieten und Erscheinungsformen belegt.


    Die Welt ist, als eine eine Art zusammenhängender Ur-Kontinent, flächenmäßig sehr groß, und die einzelnen Völker beanspruchen nur sehr vage begrenzte Gebiete, die sie durch Städte, Handelsniederlassungen, Festungen, Karawanenwege etc. sichern. Durch Händler, Wanderpriester und natürlich Eroberungen hat sich die Verehrung bestimmter Hauptgottheiten nahezu überall durchgesetzt, der Pantheon kennt aber in jeder Region noch zahlreiche kleinere Gottheiten.


    Ob diese Gottheiten nun erdacht sind oder tatsächlich existieren, ist davon aber nicht unbedingt abhängig. Unter dem Banner einer rein fiktiven Gottheit kann ein militärisch starker Volksstamm für mehr Verbreitung ihres Glaubens sorgen, als ein kleiner, friedlicher Stadtstaat oder ein Stamm, der eine reale Gottheit verehrt. Wobei natürlich zu bedenken ist, dass manche Gottheiten ein gewisses Interesse daran haben dürften, ihren Jüngern auch zu weltlicher Größe zu verhelfen.
    Anders als in der griechischen Mythologie werden sie aber nicht ausgewählten Helden magische Ausrüstung stellen, und anders als in der jüdisch-christlichen werden sie auch nicht als Feuerwolke/-säule einem Heer vorangehen. Manchmal kann es ja schon genügen, bestimmte Personen durch geringfügige Einflussnahme zu fördern oder zu behindern oder an entscheidender Stelle Ratschläge zu geben.

    Gar kein Problem.


    1.) Man bastele sich einen Kontinent, auf dem nomadisierende Naturburschen mit Pfeil und Bogen (= Elfen) durch die Savannen und Urwälder toben.


    2.) Dann schicke man einen Haufen menschlicher Sektierer, die in ihrer Heimat keiner mehr haben wollte, an die Ostküste eben diesen Kontinents und lasse sie dort fürs erste diverse Krankheiten einschleppen.


    3.) Ist dies soweit geschehen, schicke man Scharen von pöbelnden, trunksüchtigen Zwergen hinterher, die auch ein Stück vom Kuchen haben wollen ...


    4.) ... es aber zwischen den menschlichen Sektierern nicht lange aushalten, weil es dort entweder gar keine oder nur harte Feldarbeit gibt, weshalb sie auf der Suche nach Weideland für Rinderherden, Pelztieren und Gold oder auf der Flucht vor dem Gesetz nach Westen vorstoßen, wo sie in Konflikte mit den Elfen geraten.


    5.) Das Ganze schmecke man durch ordentlich Pulver, Feuerwasser, Pelztierhandel, Goldsucher, Fallensteller, Fährtensucher ab, die sich in wechselnden Beziehungen von Freund und Feind ergehen, bei denen die Elfen letztendlich die Verlierer sind.


    Das ist der sogenannte "Wilde Westen" in Reinkultur: Siedlungen bestehen aus Bretterbuden, ist 'ne Palisade drumherum und steckt wenigstens ein verantwortlicher Uniformierter drin, nennt man sie Forts. Hier trifft sich das unter Punkt 5 genannte Personal, um Pulver, Blei und Proviant ein- und Gold, Pelze und Rinder zu verkaufen.


    Irgendwann baut dann jemand 'ne Eisenbahn und der Westen ist nur noch halb so wild, weil jetzt jeder Dussel bequem dorthin kommt, ohne sich monatelang zu Pferd durch mieses Wetter, Hunger- und Durststrecken, erboste Elfen und sonstige Gefahren quälen zu müssen. Die Städte werden größer und solider, das Land wird erschlossen, die Elfen erschossen oder in Reservate getrieben und irgendwann sieht es im Westen genauso aus wie im Osten.

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    Original von Althalus
    Und beides ist falsch, weil es Taiji Chuan heisst. Ohne die Faust hinten hast du das "Gesundheitstanzen" für Mitteleuropäer, nicht die Kampfkunst, die es eigentlich darstellt. ;)


    Wobei sich das "Gesundheitstanzen" in Europa erst seit vergleichsweise kurzer Zeit Beliebtheit erfreut. Die sanfte Form ist ebenso alt wie die Kampfkunst, vermutlich sogar (und wenn's nur um ein paar Minuten ist) älter, weil zumindest die Aspekte der Bewegungs- und Gleichgewichtslehre bereits vermittelt sein müssen, bevor man zu den Schlagetot-Techniken übergehen kann. ;)

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    Original von mask
    Klingt nach einer sehr interessanten Götteridee. Wenn die Götter aber real auf der Welt existieren, wie muss man sie sich dann vorstellen? Anthropomorph?


    So ganz sicher bin ich mir da noch nicht. Da Menschen aber dazu neigen, die Dinge so zu sehen, wie sie wollen, wird wohl jeder die Götter anders wahrnehmen. Natürlich dürfte es dadurch, dass in Tempeln große Statuen stehen, ein gewisses Grundbild für jede Gottheit durchgesetzt haben - obwohl die Statuen dann natürlich Fantasieprodukte wären.


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    Rennen sie durch die Gegend und bekommen ständig das mit, was in ihrem Bereich so existiert?


    Alles bekommen sie sicher nicht mit, aber wer sein Anliegen unbedingt zu Gehör bringen will, wird sicherlich irgendwann auffallen. Und dann gibt es natürlich Zuträger, seien dies nun Priester, Avatare oder (un-) natürliche Dienerkreaturen.


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    Können sie dann in irgendeiner Weise auch verletzt werden, so dass vielleicht einmal ein böser Avatar die Aufgabe des einen Gottes übernehmen könnte?


    "Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis das die Zeit den Tod besiegt" ;D ... Nein, mann kann Götter nicht töten und auch nicht für längere Zeit bannen. Wenn man ihre aktuelle Manifestation zerstört, ist man sie so lange los, bis sie sich erneut manifestiert haben. Das kann unterschiedlich lange dauern, abhängig davon, ob die Gottheit mit dem "Anschlag" gerechnet hat und ob etwas Passendes da ist, um sich erneut zu manifestieren. Man muss schließlich seinen Ruf wahren ...


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    Wenn der Gott dann keinen oder kaum Einfluss auf die Natur hat, oder ist der Einfluss abhängig davon, wofür er zuständig ist?


    Jein. Jede Gottheit kann einen gewissen Einfluss auf Naturerscheinungen und -kräfte nehmen, aber eben nur in dem Umfang, wie diese möglich sind. Die Möglichkeiten der Gottheiten sind nicht streng schematisch, ebenso wenig ihre Motivation. Niemand sagt, dass der Gott der Kriegslust keine Gnade und die Göttin der Rache keine Vergebung kennen, wenn Sterbliche sie in irgend einer Weise beeindrucken.


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    Die Göttin der Rache hat intelligente Lebewesen zum Ziel... andere Lebewesen sind von ihr nicht beeinflussbar...


    Hm, wenn man ein wildes Tier reizt, kann man auch von Rachsucht sprechen, wenn es dann auf einen losgeht. Man muss nicht Rache schwören (können), um sie haben zu wollen oder sie zu bekommen.


    "Beeinflussbar" ist da sowieso ein vager Begriff. Gottheiten können Menschen nicht mit einem Fingerschnippen zwingen, sich wie gewünscht zu verhalten. Wer aber Rache sucht, wird für eine Manipulation (z.B. durch Einflüsterungen) durch die Rachegöttin natürlich empfänglicher.


    Die Gottheiten versuchen aber nicht krampfhaft, ihr Steckenpferd zu reiten und beispielsweise überall Rache zu säen, wo immer es möglich ist. Ihr Handeln ist eher sehr willkürlich und launisch - wenn es dahinter einen Plan gibt, können es weder die Bewohner meiner Welt erkennen, noch habe ich ein Konzept dafür. ;)


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    liegen dann sozusagen die Möglichkeiten eines Gottes immer in dem, wofür er verantwortlich ist? Der Wettergott hätte dann halt Möglichkeiten, das Wetter zu bestimmen, allerdings vielleicht nicht ganz, wo ein einzelner Blitz niedergeht, aber schon, dass es Gewitter heute gibt...?


    Und wenn dort und zu diesem Zeitpunkt ein Gewitter prinzipiell möglich ist, ja.


    Einen "Wettergott" gibt es allerdings nicht, denn die Götter sind allesamt Gemütsverfassungen oder Örtlichkeiten zugeordnet. Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass die "Ressorts" darauf basieren, welche Beobachtungen Menschen über lange Zeit in bestimmten Situationen gemacht haben. Sie haben bemerkt, dass sich beispielsweise Anorthis bevorzugt der Rächenden und der Trauernden annimmt, also sie sie die Gottheit der Rächenden und Trauernden.
    Das heißt nicht, dass sie nicht auch einmal Liebende zusammenführt. Menschen finden dann schon eine Erklärung dafür: Vermutlich wollte Anorthis damit Trauer vermeiden oder Rache abwenden - denn das gehört, wie die Menschen glauben, ebenfalls dazu. Und möglicherweise ist es in einigen Fällen tatsächlich so.

    Wem "Rucksack" missfällt, kann noch "Tornister" sagen. Das Verfahren, ein Tragebehältnis mittels zweier Riemen über beide Schulter zu hängen, ist jedenfalls schon sehr, sehr alt - bereits die ersten Jäger und Sammler hatten so etwas. Darunter darf man sich aber keinen Tornister vorstellen, sondern eher ein geschnürtes Paket, durch das man zwei Riemen zieht.


    Eine "typische" Rollenspiel-Abenteurergruppe ist zumeist gänzlich realitätsfremd ausgerüstet. Die tragen nämlich immer Rüstung und Bewaffnung, die nur Sinn macht, wenn man auf eine militärische Logistik zurückgreifen kann oder die feste Burg (bzw. mindestens ein dauerhaftes Lager) in Reichweite hat. Wer überwiegend damit beschäftigt ist, durch die Wildnis zu eiern, trägt weder Schild noch Langschwert ständig mit sich herum. Das packt man ein, wenn man auf einen Kriegszug geht.
    - Was ich sagen will: Das Reisegepäck hängt mit dem Ziel der Reise und dem zu bereisenden Gebiet zusammen. Ein statisches "Inventar" gibt es nicht, wenn man auf den Realitätsbezug Wert legt.


    Da nur in, ähem, klassischen Fantasy-Welten auf Wüste sofort Dschungel und darauf gleich Eiswüsten folgen, braucht man normalerweise keine Allround-Ausrüstung. Wer am Fluss entlang reist, braucht keinen Wasserschlauch, wer in die Wüste aufbricht, beschafft sich die nötigen Wasserschläuche dort, wo sie ganz sicher zu haben sind, und zwar am Rand der Wüste. In grundsätzlich warmen, trockenen Gegenden braucht man keinen Regenmantel oder -überwurf, denn wenn es ausnahmsweise doch einmal einen kleinen Schauer gibt, kann ein abgehärteter Glücksritter mit Wildniserfahrung das ganz gut vertragen.


    Generell sollte man von Leuten ausgehen, die zäher und abgehärteter sind als der leidenschaftlichste Camper heutzutage. Wenn es nicht gerade in die Einöde mit rauhem Klima geht, brauchen Abenteurer nicht mehr als:


    1.) Irgend etwas zum Feuermachen. Ansonsten haben sie auf jeden Fall die Arschkarte gezogen.


    2.) Waffen, mit denen man gleichermaßen jagen und sich gegen Feinde verteidigen kann. Hier bieten sich Wurfspeere und -spieße sowie Dolche und dazu maximal ein Kurzschwert an. Pfeil und Bogen sind, wenn es keine Abenteurergruppe mit organisierter Aufgabenverteilung ist, etwas Zusätzliches, da sie nicht für jede Situation taugen.


    3.) Eine Decke oder einen Mantel, in den er sich zum Schlafen und Wachen gegen Nachtkühle und zum Schutz vor stechenden Insekten einwickeln kann.


    Damit ist der Grundausstattung Genüge getan. Alles Weitere muss danach ausgesucht werden, wo man zu welchem Zweck reist und wird, wenn man es nicht mehr braucht, entweder verkauft oder - wenn man ein Domizil hat, zu dem man zurückkehren kann - dort gelagert, bis man es wieder braucht.

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    Original von Eulenspiegel


    Nein. Aber Verwaltungsgebühren muss man nur zahlen, wenn man Geld hat. Wenn du kein Geld hast, können sie dich auch nicht zum Zahlen des Geldes zwingen. (Je nach Art des Verwaltungsaktes zahlt entweder der Staat den Verwaltungsakt oder der Verwaltungsakt wird nicht durchgeführt.)


    Das stimmt nicht.


    In Deutschland besteht eine Ausweis- und Meldepflicht. Ist man nicht gemeldet und kann sich nicht ausweisen, handelt man ordnungswidrig und - wenn man dies nachhaltig und mit Vorsatz tut, handelt man strafbar.


    Somit ist der Bürger des Landes auch verpflichtet, die damit einhergehenden Verwaltungsgebühren zu tragen, die - wohlgemerkt! - in regulärer Währung zu entrichten sind. Damit der Bürger sie tragen kann, auch wenn er kein Einkommen hat, bekommt er diverse Unterstützungsleistungen, die wiederum niemals aus Naturalien oder Gebrauchsgütern bestehen - und wenn, dann nur zu kleinen Teilen. Man kann also in diesem Land nicht Staatsbürger sein, ohne sich den Regeln des Geldverkehrs in irgend einer Weise zu unterwerfen.


    Sicher könnte man sich auf dem Staatsgebiet der BRD irgendwie ohne Geld durchschlagen, ohne Staatsbürger zu sein, aber dies ist ja nicht unser Thema. Wenn man Bürger der BRD sein will, muss man mit den Wölfen heulen. Die Regeln unserer Gesellschaft lassen einem keine Wahl. Man kann bestenfalls, um diverse Haare spalten zu können, irgendwie vermeiden, dass man selbst jemals Bargeld durch seine Hände gehen lässt, aber man kann nicht verhindern, welches zu besitzen. Selbst wenn man sich kein Konto anlegt, gerät man irgendwann zwingend in die Situation, dass einem eins eingerichtet wird.

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    Original von Logan
    Wie könnte das Verhältnis Welt - Dämonenwelt aussehen?


    Ich würde da ganz schematisch anfangen und mit zunehmenden Details immer freier gestalten:


    1.) Ist eine der beiden Welten/Sphären/Dimensionen der anderen über- oder untergeordnet oder sind sie gleichwertig? Unterscheiden sie sich in Raum und Zeit und in ihren Naturgesetzen?


    2.) Können die Welten nur metaphysisch oder auch räumlich und zeitlich eine Verbindung zueinander aufbauen oder sich "überlappen"? Wie sieht das Tor oder der Überlappungsbereich aus und welche Bedingungen herrschen dort? Was muss getan werden, um sie zu öffnen/schließen?


    3.) Welche Vorteile/Nachteile haben Bewohner der einen Welt in der anderen? Sind die Bewohner der einen Welt denen der anderen prinzipiell über-/unterlegen, oder hängt das von bestimmten Faktoren ab?


    4.) Gibt es "übergeordnete" Regeln, an die sich die Bewohner beider Welten oder einer davon halten müssten, die sie aber beugen oder gar zu brechen könnten (wenn sie denn wollten)?


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    Sind Geister Dämonen oder Dämonen Geister?


    Das kommt darauf an, was Du als Dämonen und was als Geister bezeichnen möchtest.


    In unserer realen irdischen Mythhologie Dämonen können Halbgötter oder Teufel usw. sein. Geister können generell alle übernatürliche Wesen, aber auch speziell die Seelen Verstorbener usw. sein. Das Ganze dann noch untergliedert in böswillig, wohlwollend, neutral, desinteressiert, beeinflussbar, nicht beeinflussbar usw. ... Manche sind an bestimmte Orte, Gegenstände oder Personen gebunden oder können nur sehr spezielle Dinge bewirken.


    Beispiel: Gibt es den personifizierten Tod? Falls ja, ist er ein Geist oder ein Dämon? Oder etwas ganz anderes? Für gewöhnlich handelt er unparteiisch, aber lässt er eventuell mit sich handeln?

    Ich teste gerade ein System mit realen, in der realen Welt manifestierten Göttern. Sprich: Sie wandeln auf Erden, haben in ihrem "Ressort" gewaltige Macht, sind aber für gewöhnlich passiv und halten sich bevorzugt an schwer zugänglichen Orten auf, weil ihnen die Gegenwart von Sterblichen unangenehm ist - es sei denn, es sind wahre Gläubige. Ein Lippenbekenntnis reicht dafür übrigens nicht, auch nicht fanatische Hingabe, sondern eher dem/der jeweiligen Gott/Göttin gefällige Lebens- und/oder Handlungsweise.


    Wer mit einer bestimmten Gottheit gar nichts am Hut hat, kann diese unter Umständen nicht einmal wahrnehmen, selbst wenn er deren Domizil findet oder ihr begegnet. Zum Ausgleich dafür kann die Gottheit diesen Menschen auch nicht unmittelbar beeinflussen, sondern lediglich durch die eigenen Gläubigen oder durch Naturereignisse Einfluss auf ihn nehmen. Letztere sind beschränkt: Der Zorn eines Gottes kann keine Überschwemmung in der Wüste, keinen Sandsturm im Wald und keinen gezielten Blitz bewirken.


    Diese Götter suchen sich gerne Avatare. Wer beispielsweise sein ganzes Leben der Rache verschreibt, kann auf Hilfe der "zuständigen" Gottheit rechnen - muss aber eventuell in Kauf nehmen, deren Werkzeug zu sein, bis eine "Ablösung" durch einen passenderen Avatar erfolgt.


    Tempel, Gebete und dergleichen sind deshalb auch bestenfalls Katalysatoren: Sie sorgen für gewöhnlich dafür, dass einem Menschen klar wird, was sein Glauben ist, aber sie können keinen Glauben erzeugen. Wer ein Leben als Ackerbauer und Viehzüchter führt, muss außerdem nicht an den dazu passenden Gott glauben, damit dieser sich zuständig fühlt.


    Darüber hinaus ist der Einfluss durch Götter wertfrei. Sie setzen ihre Macht danach ein, wie sehr das Handeln der Jünger ihnen passt oder missfällt, nicht danach, ob deren Handeln richtig oder falsch, böse oder gut ist.
    Beispiel: Anorthis, die Zwiegesichtige ist die Göttin der Trauer und der Rache. Ihr ist es egal, warum jemand trauert oder wofür sich jemand rächen will - wenn er/sie es nur intensiv genug tut, kann er/sie auf göttliche Hilfe rechnen. Ob das Ergebnis dieser Hilfe immer das ist, was die Sterblichen anstreben, steht auf einem anderen Blatt.


    Die Unterstützung ist übrigens subtil und erfolgt nicht selten lediglich in kryptischen Ratschlägen. Dann und wann ist vielleicht auch mal kleine, aber wirkungsvolle praktische Unterstützung in höchster Not drin: Da werden schlafende Verfolgte durch Insektenstiche geweckt, Verdurstende bekommen Regen etc.. Manche Menschen können sich der Gande oder Ungnade mehrerer Gottheiten erfreuen, clevere Menschen können eventuell Götter gegeneinander ausspielen oder sie einfach nur hereinlegen.


    Gottheiten haben manchmal viel Geduld oder sind manchmal launisch, manchmal jovial und manchmal gnadenlos. Sie können einerseits vergeben, selbst wenn man sie nach Strich und Faden betrügt, aber andererseits schon zürnen, wenn man sie langweilt.

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    Original von Eulenspiegel
    Das man noch den Gesetzen der BRD unterworfen ist, ist mir klar. Ich sprach jedoch von den Steuern:
    Und hier sieht es so aus, dass dich keiner zwingen kann, Geld zu verdienen.
    Und wenn du kein Geld verdienst (und auch keine Schulden machst), dann musst du auch keine Steuern zahlen und es kommt auch niemand vorbei und verpfändet deine Sachen.


    Okay, da gehe ich im Prinzip mit, und auch Dein Naturalien-Beispiel ist plausibel.


    Nur, und das räumst Du ja auch selbst ein, liegen Welten zwischen der prinzipiellen Möglichkeit, dies so zu machen, und der faktischen Durchführbarkeit des Ganzen.


    Es mag hierzulande vereinzelt Tagelöhner geben, die meinetwegen in landwirtschaftlichen Betrieben (oder eher noch auf den seltener werden privaten Höfen) aushelfen und sich mit Kost und Logis begnügen. Ein solches Verhältnis müsste schon sein, da nirgendwo die Angebotsdichte herrscht, bei der sich auch nur eine Handvoll Leute mit wechselnden Tätigkeiten und natureller Entlohnung am Leben erhalten könnten.


    Besteht aber ein Arbeitsverhältnis, rückt man damit in den Wirkungskreis diverser Behörden. Auch wenn Naturalien nicht steuerpflichtig sind, kommt doch erst einmal die Frage nach der Versicherungspflicht auf.


    Ferner möchte ich behaupten, dass man noch so glaubwürdig bezeugen kann, dass man die Art der Entlohnung in Naturalien selbst wünscht und eingefordert hat - das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber würde hierzulande (Man bedenke die Debatte über Mindestlöhne!) zumindest daraufhin beleuchtet werden, ob es rechtens ist. Klar, man hat eine Übereinkunft, aber diese kann durchaus von öffentlicher Seite als unlauter angefochten werden, selbst wenn die Vertragspartner es als tragbar empfinden.


    Nun ja, und dann gibt es noch diverse Pflichten des Bürgers, die mit Verwaltungsgebühren einher gehen. Ich wage zu bezweifeln, dass beispielsweise Einwohnermeldeämter die Verwaltungsgebühr für die Ausstellung eines neuen Personalausweises in Eiern und Kartoffeln annehmen.

    Quote

    Original von Eulenspiegel
    Nein, du hast die Wahl, entweder innerhalb des Staatssystems zu leben und damit alle Rechte und Pflichten des Staates zu bekommen, oder du hast die Wahl, außerhalb des Staatsystems zu leben. (Geld ist ein Angebot des Staates. - Wenn du kein Geld benutzt, kann dich auch niemand zwingen, Steuern zu zahlen. Und nein: Es zwingt dich niemand Geld zu zahlen. Du darfst durchaus ganz anarchistisch innerhalb des Staates leben. - In den U.S.A. wird dieses Recht z.B. von den Amish und in Israel von den Kibbuzim wahrgenommen.)


    Ganz so ist es nicht, weil es Niemandsland auf keinem Staatsgebiet keines "westlichen" Landes gibt.


    Die Lebensräume der Amish und diverser anderer religiöser Gruppen in den USA, aber auch die Reservationen der Native Americans unterliegen Sonderregelungen, was die Selbstverwaltung und Besteuerung angeht - aber sie sind nicht anarchistisch und noch nicht einmal vollkommen autonom. Beispielsweise unterliegen sie , da sie immer noch den Gesetzen der USA, allen voran der Verfassung, aus der sich immerhin ihre Sonderrechte ableiten. Auch die Rechtssprechung gilt für sie: ein Amish, der zivil- oder strafrechtlich belangt würde, würde nicht als Bürger eines anderen Staates behandelt!


    Ein Kibbuz in Israel ist ganz ähnlich von seiner Stellung her.

    Geht es um politischen Mord, sind die politischen Konsequenzen zwar schwerer, der Hergang aber einfacher: Man sucht sich den Attentäter dort, wo das Opfer nichts zu melden hat, und wählt den Attentäters trotzdem derart aus, dass daraus kein Rückschluss auf die auftraggebende Partei möglich ist, falls er gefangen werden sollte.


    Ich denke außerdem, dass Auftraggeber und Berufskiller - egal in welcher Epoche - möglichst wenig miteinander zu tun haben wollen: Der Attentäter möchte seine Identität geheim halten und der Auftraggeber nach Möglichkeit ebenso - damit man sich, wenn etwas schief geht, gar nicht gegenseitig ans Messer liefern kann.
    Hinzu kommt, dass selbst für jemanden, der Auftragsmord als legitimes Mittel betrachtet, der eigentliche Mörder immer noch niederes Subjekt sein kann, mit dem er möglichst wenig zu tun haben möchte, dass er nur instrumentalisieren will.


    Und nichts zu vergessen, die goldenen Regeln für erfolgreiche Attentate ohne Spuren:


    1.) Beseitige den Attentäter, wenn möglich, denn Tote reden nicht. Zumindest sollte er nicht wissen, für wen er arbeitet.


    2.) Bezahle den Attentäter gut, aber erst vollständig nach geglücktem Auftrag. Gute Bezahlung erhöht die Motivation und die Loyalität, Vor- und Abschlusszahlungen geben Sicherheit und ermöglichen ggf. die Durchführung von Punkt 1.


    3.) Sorge für einen glaubhaften Sündenbock oder zumindest für falsche Hinweise. Das lenkt vom eigentlichen Auftraggeber ab und beendet ggf. die Suche nach diesem. Richtig gut wäre es, wenn sogar der Attentäter im Irrtum ist, wem er dient.


    4.) Der ideale Attentäter ist kein Profi-Killer, sondern jemand aus dem Umfeld des Opfers, den man zum Werkzeug der eigenen Absichten machen kann. Womöglich kommt nicht einmal jemand darauf, dass es ein Auftragsmord war?


    5.) Last but not least: Der beste Mord ist nicht als solcher zu erkennen.