Posts by Falayon

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!

    Im Indonesischen gibt es folgende Bezeichnungen:
    jari = 1. Finger, Zeh 2. Tentakel, Extremität ;D
    jari tangan = Finger (wobei tangan Hand bedeutet. In den Einzelnamen taucht die Spezifizierung jedoch nicht auf)


    Daumen
    ibu jari = Mutter der Finger
    jempol = ?


    Zeigefinger
    jari telunjuk =
    Indexfinger
    jari syahadat = Finger des Glaubens (evtl. muslimische Benennung/Tradition)

    Mittelfinger
    jari tengah =
    Mittelfinger
    jari malang = Unglücksfinger
    jari mati = Toter Finger
    jari panjang = Langer Finger
    jari hantu = Geist(er)finger (Geist im Sinne von Gespenst)

    Ringfinger
    jari manis =
    Süßer Finger
    jari cincin= Ringfinger

    Kleiner Finger
    jari renik =
    Kleiner Finger/ Zierlicher Finger
    jari kelingking = ?


    Leider ist das indonesische Wikipedia nicht besonders weit. Ich habe versucht, nach Infos zu googlen, bin aber nur auf Volksetymologien und dubiose Blogeinträge gestoßen. Aber vielleicht ist ja auch gerade der Umstand, dass keine Erklärungen zu den Übersetzungen verfügbar sind, besonders kreativitätsfördernd zum Basteln. Grad der Geisterfinger lädt doch geradezu zum Phantasieren ein, oder? ;)

    Mir ist beim Lesen des Themas gerade eingefallen, dass ich mal einen Artikel zum Thema Kongruenz in Westgermanischen Sprachen gelesen habe, in dem das Phänomen erwähnt wird. (de Vogelaer 2010, Morphological change in continental
    West Germanic, falls jemand mal googlen möchte, oder bei Interesse PN an mich, ich hab das PDF ;) )

    Diese Erweiterung eines Bindewortes scheint mir keine Konjugation zu sein, sondern ähnelt den Klitika, besonders den Enklitika. Ein Enklitikon ist ein un- oder nur schwach betontes Wort, dass sich an das vorangehende Wort "anlehnt". Diese Wörter rangieren irgendwo zwischen freien Wörtern und Affixen und können, wenn ich mich richtig erinnere nicht unabhängig stehen. Da hier ja schon darauf hingewiesen wurde, dass "-st" bzw. "-s" lautlich nicht mit den ihnen entsprechenden Personalpronomen zusammenhängen, müssten dies "enklitische Personalpronomen" sein.

    Jep. In der Linguistik werden "flektierte" Konjunktionen unter dem Begriff complementiser agreement diskutiert. Die Analyse nimmt, wie Nharun schon gesagt hat, an, dass das flexivische Element an der Konjunktion nicht dahin gehört, weil Konjunktionen die besseren Verben sind, sondern weil durch bestimmte sprachhistorische Prozesse unbetonte Wörter wie etwa Pronomen mit vorherstehenden "host"-Wörtern verschmelzen. Man muss es sich wohl etwa so vorstellen:


    (1) wenn-ste komm-st (wenn-2SG komm-2SG)
    (2) komm-ste nicht? (komm-2SG NEG)


    Die Theorie ist, dass unbetonte Pronomen wie de 2SG mit dem vorhergehenden Wort verschmelzen. Nun dürfte aber wenn+de aus lautlichen Gründen eigentlich nicht wenn-ste ergeben. Daher wird angenommen, dass es zunächst Sätze mit Verberststellung wie (2) gab, wo ein Pronomen mit der Verbendung verschmolzen ist (komm-st-de -> kommste). Durch sogenannte Analogie (Übertragung bestimmter Strukturmuster von einem Kontext in einen anderen = genügend Sprecher machens "falsch" und dann wirds irgendwann "richtig" = Innovation) wurde dann -ste auch in Sätzen wie (1) an die Konjunktion gehängt. Wahrscheinlich kommt dies daher, dass beide host-Klassen Verb (2) und Konjunktion (1) in der ersten Position des Satzes stehen. Das macht es für Sprecher attraktiv, hier eine strukturelle Parallele anzunehmen bzw. zu kreieren.


    Ach so, und zur Frage, wie verbreitet das ist: De Vogelaer spricht von einem typologisch seltenen Phänomen, und das kann ich durch eigene Erfahrung auch bestätigen. Mir sind sonst kaum Sprachen bekannt, die das machen. Eine, die mir einfällt, wo so etwas passiert, wäre Tolaki in Süd-Sulawesi (Indonesien), wo Subjektmarkierungen durch Klitika in zweiter Position (also angehängt ans erste Wort) auftreten. Zum Bsp.:


    a-no wohik-'i ana-ndo
    and-3SG.SUBJ wash-3SG.OBJ child-1PL.GEN
    "...and he washed our child"


    Die Bedeutung des Satzes macht es klar, dass -no eine Subjektmarkierung ist und eigentlich zum Verb gehört. In der Aussprache wird sie allerdings stets ans erste Satzelement gehängt. Solche Strukturen wären für selbstgebastelte Sprachen sicher ein schönes Schmankerl ;D

    Liebe Leut, leider schaffe ich es zur Zeit kaum, an dem Tut weiter mitzuhelfen. Entschuldigung dafür erstmal. Kann ich aber erklären. Ich muss überraschend zwei Kurse an der Uni geben und das zusätzlich zur sonstigen Arbeit bringt man grad etwas zum Rotieren. Ironischerweise sind das auch Einführungen in die Grammatik, wenn auch "nur" des Deutschen. Ich werd aber, wenn die Zeit es zulässt, weiterschreiben. Also nicht falsch verstehen. :)

    Hans: Boah, danke fürs Ausbuddeln, toller thread! :D


    Falls ihr demnächst auch mal auf eine Werbung von AirannTours reinfallen solltet, lest euch unbedingt das Kleingedruckte durch und nehmt die folgenden Sachen mit. ;)


    Tour I: Artheart
    - Pocket-Translator (besorgt euch vorher mindestens die extension für Belthai, Isannís, San- oder Hayume-Hime, Dia? sowie eine Yavu-Yavu-Sprache, Úru solltet ihr dagegen strikt vermeiden)
    - Medikamente gegen Sumpffieber und Blutschwärze
    - dicht gewebte Kleidung (gegen Nesselstiche, Blutsauger..)
    - leichte Trekking-Schuhe sind ausreichend


    Individualtourismus ist möglich. Für Wandertouren empfiehlt sich die raue Westküstenregion oder die Regenfänge. Sehenswert im Herbst: Beij-Ernte in Hoch-Chu.


    Tour II: Tieferde
    - Pocket-Translator (extension für einige Nacht-Itelménische Sprachen, Hochebenen-Muna evtl. auch Nenirisch)
    - Nachtsichtgerät von Vorteil, sonst dimmbare Beleuchtung
    - festes Schuhwerk
    - Schlauchboot
    - Campingkocher
    - Erste-Hilfe-Set (mindestens Druckverbände, Mullbinden, Medikamente gegen Faraul und Tiefenschnee)


    Es wird dringend empfohlen, Gruppenreisen zu buchen und sich nicht abseits der ausgeschriebenen Wanderrouten zu bewegen. Empfehlenswert ist das Mieten von Reittieren, vor allem Horchende Kelpas oder Höhlenzebras sind gute und geduldige Begleiter. Das Füttern von blinden Maulaffen und Pangkaus ist untersagt, Kontakt mit K'mu zu vermeiden.


    Tour III: Maschinistenreiche von Sjöörkant
    - Pocket-Translator (Värjiist und Bräägaseet reichen eigentlich aus, Níaalo nur, wenn Níaal bereist werden soll)
    - Metall-Trajektor (öffnet so manch verschlossenes Gesicht)
    - Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit (bei Luftschiff- oder Seereisen)
    - eine gefüllte Brieftasche
    - Aköös 'Metalle und Legierungen' (vermittelt konversationales Grundwissen)


    Ein Besuch der Schattentheater von Rääkant und der Luftschiffwerften bei Wjaarnas sollte in keinem Programm fehlen. Der unbekanntere Westteil bietet sehenswerte Landschaften (Sequoiawälder in Anfoore, das nebelverhangene Waal). Die Künstlerkolonie Wüf lockt mit uriger Aussteigeratmosphäre und Werken des klassischen Waaler Pietismus (pfiffige Kunstkenner decken sich hier mit Gemälden von Enliink ein, ein sicherer Anlagetipp).


    Generell sollte man auf allen Touren:


    - Menschenkenntnis
    - interkulturelle Kompetenz
    - Bescheidenheit
    - gute Beobachtungsgabe
    - gesunde Selbsteinschätzung


    mitnehmen, dann wird ein Trip nach Airann höchstwahrscheinlich zum Erfolg. Und ja den Pocket-Translator nicht vergessen, sonst seid ihr auf Fremdenführer angewiesen, und die sind überall schrecklich ;)

    Eine spannende Idee - und ein kniffeliges Problem :)

    Person B nimmt aus Gewohnheit und ohne zu hinterfragen an, dass C männlich ist. Ist aber nicht.

    Nochmal zum Mitschreiben: Person A spricht mit Person B über eine B unbekannte Person C. B missinterpretiert den Gebrauch eines genus-unspezifischen Pronomens hinsichtlich des Geschlechts von C. Okay. Die erste Frage, die sich mir stellt ist, wie A das Thema eröffnet. Nennt er einen Namen oder eine Tätigkeitsbezeichnung (wie etwa "seh ich da einen Bäcker stehen")? Wenn die Sprache im pronominalen Bereich nicht zwischen natürlichem Geschlecht unterscheidet, wird sie das mutmaßlich auch nicht bei nomina agentis tun. Also auch am Anfang kein Hinweis. Oder wie hast du dir das gedacht?


    Wenn du mit einem neutralen nomen agentis anfängst (bzw. Person A), dann kannst du doch im Deutschen das Problem durch unser generisches Maskulinum simulieren, da wir mit "er" ja auch generell auf eine Person verweisen, die theoretisch auch feminin sein könnte. Das wäre aber sicher nicht besonders elegant. Eine andere Idee wäre, evtl. sad als Pronomen einzuführen und das dann tatsächlich auch in der Übersetzung zu verwenden. Könnte ich mir interessant vorstellen. Oder du nennst immer wiede statt des Pronomens die allererste Referenz von A, also wenn zuerst ein Name genannt wird, nimmst du den in jedem Satz von A neu als Subjekt. Oder halt das nomen agentis.


    Aber ganz allgemein eine Idee, die sicher nicht eins zu eins übertragbar ist (wie so viele Sprachwitze ja auch). Übrigens würde ich obiges Zitat nicht ganz unhinterfragt lassen. Ich kenne nur eine solche Sprache näher (Indonesisch) und bin mir da ziemlich sicher, dass das Pronomen nicht default-mäßig als maskulin oder feminin interpretierbar ist - das Geschlecht muss tatsächlich pragmatisch erschlossen werden und bleibt manchmal auch unklar.

    Hallo Thure,


    hihi, der Name Stryncaich ist genial ;D Auch sonst gefällt mir die Karte sehr gut!


    Gehe ich recht in der Annahme, dass die Elfen und die Menschen die Hauptcharaktere auf dem Festland des Kontinents sind? Wie sehen die sich gegenseitig? Ich meine, das Verhältnis ist sicher an verschiedenen Orten je nach Menschenethnie/Elfenethnie unterschiedlich, aber wie sehen Menschen Elfen und umgekehrt in ihrem Weltbild?


    Du schreibst, dass Menschen und Elfen verschiedene Arten sind. Demnach sind die nicht untereinander fruchtbar und können äh Genmaterial austauschen? Bei unterschiedlichen Orchideenarten (auch aus verschiedenen Gattungen) weiß man, dass die sich aber auch über diese biologischen Grenzen hinweg noch kreuzen können. Gibt es also Mischlinge? Und wie finden die Elfen die Rodung ihrer Wälder? Sorgt sicher nicht für die besten nachbarschaftlichen Beziehungen?

    Ehana: Danke für die umfassende Definition :hail:


    Ich persönlich mach' mir da auch meist keinen Kopp drum, ob das Wort in Schrift- oder Lautbild irgendwo schonmal auftaucht oder nicht - es soll zum Gefühl bzw. Konzept passen, und damit basta. So etwas wie Zeus, Audi oder Persil würde allein gefühlsmäßig nicht reinpassen, daher wird sowas dann auch gar nicht in Erwägung gezogen. :) Anders herum "klaue" ich manchmal Begriffe aus weniger bekannten oder erkennbaren Zusammenhängen - ein Waldgebiet bei mir heißt z.B. Uriah, was ich recht schamlos der Band Uriah Heep entwendet habe (auch wenn ich es anders ausspreche).. :engel:

    Das ist ja ziemlich klassische Kost, wenn ich das so sagen darf. Ich frag einfach mal ein bisschen. :) Wie verträgt sich ein mittelalterliches Ständesystem mit sexueller Gleichberechtigung im modernen Sinne? Und warum gibt es diese Gleichberechtigung? Wird sie von der Religion gefordert, gestützt etc? Was macht eine schwangere Ritterin, gesteht man ihr tatsächlich so etwas wie eine Babypause zu?


    Und dann zur Religion, die scheinbar eine hervorgehobene Rolle spielt: Wählt man sich seinen "Lieblingsgott" aus oder wie läuft das? Ist jeder Mensch Anhänger nur eines Gottes oder hat sich die Mehrheit allen Göttern hinzugeben? Wie wird man Priester und wie durchlässig ist die Gesellschaft an der Stelle? Wie muss man sich die Gebote der Gottheiten vorstellen? Muss ich mich an alle halten, oder sind mir die Gebote der anderen Götter egal (darf ich womöglich gegen sie verstoßen)? Und was passiert bei Verstößen?


    Das Gebot "Zähme die Wildnis" finde ich besonders interessant - allerdings auch nicht von vorne herein logisch. Wie kommt ein Gott dazu, so etwas einzufordern? Oder wie wird - anders gefragt - der Wille der Kirche theologisch begründet? Im Christentum beispielsweise galt die Abkehr von der Welt und das asketische Leben in der Wildnis ja als Vorteil, um Gott näher zu sein.


    Du weist mehrmals auf eine Übereinstimmung oder scheinbare Übereinstimmung des menschlichen Glaubens mit Elben- und Zwergenglauben hin. Willst du damit andeuten, dass sich diese Religionen ähnlich wie die abrahamitischen Religionen aus einem gemeinsamen Ursprung entwickelt haben? Oder ist das eher die Geschichte vom heidnischen Weihnachtsbaum, der von der Kirche integriert und damit offiziell zuim Bestandteil des Christentums wurde? :)


    Und zuletzt: warum entlehnst du den obersten Gott (mit entsprechender Attribution) der griechischen Mythologie?


    PS: Der Hinweis auf die jeweilige Landessprache - steht der da nur so, oder hast du da tatsächlich auch etwas gebastelt? Wäre definitiv interessant, und gibt jedem Rollenspiel deutlich mehr Färbung, wenn linguistische Barrieren mit eingebaut und thematisiert werden. ;)


    Klingt für mich schon stimmig. Wenn sie sich schneller bewegen, können sie in kürzerer Zeit mehr unterbringen, also vergeht die Zeit subjektiv langsamer.
    An kalten Tagen vergeht die Zeit dann, ohne überhaupt bemerkt zu werden, also subjektiv sehr schnell. Ein Tag rum, und nicht mal dazu gekommen, mit dem festgefrorenen Auge zu zwinkern.

    Wenn du einen guten Tag hast, energetisch und hochaktiv bist, tausend Dinge erledigst und sogar noch den Müll rausbringst - kommt dir die Zeit dann wirklich lang vor? Und umgekehrt, wenn du zu träge bist, nichts gebacken bekommst und (aus welchen Gründen auch immer) nur bewegungslos herumhängst - kommt dir dann die Zeit wirklich schnell vor? ;)

    Schönen Urlaub! *lymeck nachwink*


    Was ist eigentlich mit Aqui? Er ist als Juror bei Krankheiten drin, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass er hier im Forum gar nicht mehr wirklich präsent ist ??? Kann das, kommt da was? :-/

    Merlin, jetzt mal ehrlich: Wie machst du das? ALLES, was du schreibst, macht Lust auf mehr!


    Vorläufige Wissenswunschliste:


    Lal.
    Illusionstheater.
    Schnellstes Nachrichtensystem der Welt.
    FedEx auf Mtali.
    Maschinerie der Zwerge.
    Sternenkloster.
    Lal.
    Weltkriege auf Mtali.
    Nixen.
    Lal.
    Ka und die toten Gastarbeiter.
    Lal.
    Lal.
    Lal.
    Ich liebe diesen Namen ;D


    Stichwort Metall :diablo: Das ist eine harte Beschränkung (rein basteltechnisch), dass du Metall aus den Zivilisationskreisläufen verbannst. Wie muss man sich Tunnelbahnen, Zwergenmaschinerien, Luftschiffe und Granaten in einer solchen Welt vorstellen? Und fliegen die Zeppeline tatsächlich nur mit heißer Luft? Oder kompensierst du all das mit Magie? Und was du verschweigst aber imho ebenso aufsehenserregend ist: Mtali kennt auch kein Gold (und Silber etc) mehr. Gibt es Geldsysteme, und mit welchen seltenen Materialien funktionieren die dann?


    Stichwort Unterkellerte Welt. Woher wissen Tiefenzwerge, Äd und andere Bewohner des Souterrain, wo sie besser nicht weitergraben sollten? Immerhin hast du große Meere. Ich frage nicht zuletzt deshalb, weil ich bei mir das gleiche Phänomen habe. Teilunterkellerte Welt plus Weltmeere -> da ist Wasserschaden im großen Stil quasi vorprogrammiert.


    Und dann würde mich vor allem eine Liste der Werkstoffe interessieren, die statt Metallen zur Herstellung zivilisatorischer Errungenschaften dienen :D

    Nun bin ich ganz heiß drauf, die Lösungen der anderen lesen zu dürfen!

    Ich auch! :nick: Mich hats auch sehr gefreut mitzumachen. Das Basteln hat sehr viel Spaß gemacht und auch wenn ich das Thema nie so richtig 100% getroffen habe, hat es mir für Airann ganz wundervolle Einsichten beschert. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste WBO!


    Ein dickes Lob an alle Jurymitglieder, die schon alles bewertet haben. Und den Puschel gibts für alle, die noch dransitzen und sich abrackern: Ihr schafft es, tschakka! :puschel: :puschel: :puschel:

    Nachdem ich ja nun auf Airann offiziell keinen Sport habe, muss es wenigstens Prostitution geben :freak: Hab ich beschlossen.


    Also, bei den Hime, die sich frecherweise zu den Herrschern von Belthannor aufgeschwungen haben, gibt es Prostituierte beiden Geschlechts, die auch Kunden beiden Geschlechts "offen" stehen - und das in beliebiger Kombination. Hime sind was Homosexualität angeht sehr offen, es wird in guten Kreisen sogar teilweise erwartet, dass männliche junge Aristokraten einen "besten Freund" haben, zu dem eine besondere Intimität besteht. Allerdings beschränkt sich die Prostitution auf die Aristokratie, sie ist sozusagen ein Vorrecht, das die Adeligen wahrnehmen dürfen und auch wahrzunehmen haben. Je reicher ein Adeliger, desto mehr Mätressen beiderlei Geschlechts hält er um sich herum. Dabei ist das Verhältnis ritualisiert, da der Adelige gleichzeitig eine Art Schutzpatron eines Prostituierten werden kann. Dafür steht der ihm dann zwar nicht exklusiv aber mit Vorrecht zur Verfügung und ist oft gesehener Teil seines Umfeldes. Für das übrige Volk ist die Prostitution eine Profession, die dabei hilft, Standesgrenzen zu übertreten und gesellschaftlich an Einfluss zu gewinnen. Nicht selten wählen junge Männer und Frauen freiwillig und bewerben sich in einem der Seehäuser, wie die Ausbildungsstätten und Bordelle genannt werden. Die berühmtesten von ihnen liegen tatsächlich in der Mitte künstlicher Teiche und die Freier müssen auf einem traditionellen Nachen, dem Fu, übersetzen. Die Farbe der käuflichen Liebe ist in Belthannor übrigens Grün, da die Häuser der Prostituierten traditionell mit grünen Stoffen verhängt sind. Delikaterweise kann Grün aber auch die Unschuld repräsentieren, so dass da ganz schöne Zweideutigkeiten möglich sind. Übrigens umfasst der Beruf des Prostituierten in Belthannor neben dem eigentlichen Akt auch sehr viel mehr, hier sind es vor allem musische und poetische Fähigkeiten, die geübt und gefragt sind. Das führt dazu, dass Musiker (ohne Prostituiertennebeneinkunft) eigentlich immer Musiker fürs Volk sind - also irgendwie so wie der Unterschied zwischen einem Schlagersänger und einer Violinistin bei uns. In selteneren Fällen kommt es aber auch vor, dass ein musikalisches Genie echt nicht aussieht und damit als Prostituierter keiner Chance hätte - und trotzdem einen Mäzen oder Gönner unter den Adeligen hat. Das dürfte aber sicher kein einfaches Leben sein, da die Prostituierten ihn nicht sonderlich schätzen werden.


    Ach so ja: Wie reguliert ein gutes Seehaus die Zahl der Freier? Indem nur eine bestimmte Anzahl Nachen am Ufer liegt. Ist die maximale Anzahl von erwünschten Freiern schon im Haus, gibt es eben keine Möglichkeit zum Übersetzen mehr. Bei äußerst luxuriösen Häusern soll es sogar nur eine Handvoll Kähne am Ufer geben - da ist der Kunde dann wahrscheinlich wirklich König.

    Jo, das liest sich tatsächlich in vielen Details wie eine Mischung aus WW I und II, wobei Ruaris wohl der deutschen Seite nachempfunden ist? :) Die Atmosphäre beim Lesen ist übrigens durchaus (bei mir) ähnlich so, als würde ich eine Reportage über Giftgas im ersten Weltkrieg lesen. Mir läuft da schon ein Schauer über den Rücken.


    Wahrscheinlich habe ich beizeiten einen Silaris-Übersichtsfred verpennt, aber es wäre doch sehr interessant, wenn du das ungefähre technische Niveau der beteiligten Nationen kurz skizzieren könntest. Kann ich mir da tatsächlich einen äquivalenten irdischen Entwicklungsstand zwischen erstem und zweitem Weltkrieg vorstellen?


    Was mich etwas verwundert hat, war, dass du schriebst, einer der Gründe für Arunien in den Krieg zu ziehen war, Einfluss in Tessmar zu gewinnen. Du schriebst aber auch, dass Tessmar an der Seite Aruniens gekämpft hat - ja, war da denn nicht der Einfluss schon da?


    Und was hat es mit den Kriegsverbrecherprozessen auf sich, denen sich führende Kriegstreiber aus Ruaris unterziehen mussten? Gibt es so etwas wie ein Kriegs- oder Völkerrecht auf übernationaler (oder arunischer) Ebene? Und wie sähe das aus?


    Und als alter Naturfreund: Wie hat sich der anhaltende Stellungskrieg (mit welchen Mitteln ausgefochten?) auf die Landschaften ausgewirkt, in denen er stattgefunden hat? Im irdischen Fall hat er ja Teile Belgiens für immer verändert. Ich denke mit Schaudern an einen Museumsbesuch in Ypern zurück, der mir das damals ziemlich unmittelbar klar gemacht hat.

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Die Seite ist von der Organisation und Aufteilung her nicht besonders optimal gestaltet, so dass man nach den Inhalten ein wenig suchen muss. Unter der Übersicht über die Welten stößt man zwar auf selbige, bekommt aber kaum oder verwirrende Infos zu ihnen. Wenn ich z.B. auf die Geschichte Ildhatachs klicke, komme ich zu einer hübschen Geschichte, würde dort jedoch eine Historie jener Welt erwarten. Einiges scheint auch nicht frei zugänglich zu sein, wie Jack schon erwähnte. Was fehlt ist eine klare Informationsstruktur und mehr unterschiedliche Aspekte zu den einzelnen Welten. Wenn ich zu jeder nur ein Thema zum Lesen habe, ist das einfach nicht genug. Grundlegende Themen wie Geographie, Geschichte, kurze Übersicht wären zu jeder Welt wünschenswert.


    Daher leider von mir erstmal ein :dagegen: auch wenn ich nochmal deutlich sagen möchte, dass die Seite Potential hat und auch eine schöne Weltenstimmung beim Lesen aufkommt. Ich würde mich freuen, die Seite mit überarbeiteter Webstruktur und mehr Informationen zu den einzelnen Welten nochmal hier begutachten zu dürfen. :)

    Ich würde ja fast behaupten, dass es keine Welt GIBT, in der nicht IRGENDwo in IRGENDeiner Form "Sport" betrieben wird, wenn man die Definition mit Slicks und Hans' Bemerkungen erweitert. Ich würde es für mich als sehr unrealistisch empfinden, wenn ich von vorneherein sowas in meiner Welt ausschließe.

    Ich denke auch, dass es eventuell vielleicht unter Umständen möglicherweise an einer bestimmten mir nicht bekannten Stelle im Airannischen Völkergewurschtel auch Einzelpersonen geben könnte, die in gewissen unbeobachteten Momenten so etwas wie Sport :freak: zu betreiben scheinen... aber solange da nichts bewiesen ist und mir nicht eindeutige Beweise vorgelegt werden, weise ich solcherlei Behauptungen rigoros zurück :schmoll:


    Ehana: Wenigstens du verstehst mich! :festknuddel: ;D