[Nantharia]Die Nichtmenschen

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!
  • Nachdem ich in letzter Zeit lange an der Zwergengesellschaft gebastelt habe, werde ich meine bisherigen homozentrischen Ausführungen kurz unterbrechen und mit den nichtmenschlichen Völkern weiter machen. Das System des Zwergenkönigreiches von Thorgurs Grat ist Sack-kompliziert aber ich hoffe, dass ihr euch von meinen sehr theoretischen Ausführungen nicht abschrecken lasst.


    „Drei Seelen schlagen ach in meiner Brust“ - Die Gesellschaftsordnung von Thorgurs Grat


    Vorbemerkung
    Das Gesellschaftskonstrukt des Zwergenkönigreiches von Thorgurs Grat ist äußerst kompliziert und vielschichtig, was sich durch seine lange Geschichte erklären lässt. Es basiert auf dem Wunsch, die verschiedenen Zwergenstämme und Gilden in eine übergeordnete Staatsstruktur einzubinden.


    Ideologische Grundlage der Gesellschaftsordnung von Thorgurs Grat sind die Lehren des Philosophen Urumin, der ca. 300 Jahre vor Gründung des Königreiches lebte. Obwohl in dessen Lehre viele überlieferte Bräuche der Zwergengesellschaft einflossen, versuchte er mehr, ein vollkommenes Ordnungssystem aufzubauen, weswegen die Gesellschaftsordnung des Königreiches nicht unbedingt für alle Zwergengesellschaften gültig ist.


    Da Urumin vor der Existenz des Königreiches lebte, fehlt die Frage nach einem Zentralstaat in seinen Werken. Der Aufbau des Staates und seine Einbindung in das System Urumins wurde erst 500 Jahre nach Gründung des Königreiches mit dem „Allgemeinen Grundvertrag“ vollzogen, in dem sich die vorher rivalisierenden Stämme, Gilden und das Königreich auf gemeinsame und allgemein gültige Institutionen einigten.


    Grundlagen


    Die einzelne Person wird nicht als unteilbares Subjekt angesehen, sondern besteht aus mindestens zwei Seelenteilen, die voneinander unabhängig und autonom betrachtet und behandelt werden: Die „Ich-Person“, das eigentliche Individuum und mindestens eine, meistens aber zwei „Blut-Personen“, die das Individuum als Teil seiner Abstammungslinie identifizieren.


    „Ich-Person“: Die Ich – Person bezeichnet das privat handelnde und schaffende Individuum. Als solches ist es selbstbestimmt und niemand anders als sich selbst verpflichtet und verantwortlich.


    „Blut-Person“: Am besten könnte man die Blut-Person als den Teil einer Person beschreiben, der mit der Gesellschaft interagiert. Als Blut-Person ist das Individuum Teil seines Stammes und in diesem eingebunden. Im Gegensatz zur Ich-Person lebt die Blut-Person ewig und geht mit dem Tod in die Halle der Vorfahren des Stammes ein, wo sie zusammen mit dem Stammesvater über die Taten der Lebenden wacht. Die Stammesheiligtümer beinhalten weiträumige Ahnengalerien.


    Warum also mehrere Blut-Personen? Ganz einfach: fast jeder Zwerg gehört mehreren Stämmen an, die verschiedene Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen.


    a) Der Stamm des Blutes: Die eigentliche Familie. In diesen Stamm wird man hinein geboren und mit diesem stirbt man auch. Die Position des Einzelnen im Stamm richtet sich nach der Abstammung, also der Verwandtschaftsnähe zum Stammesvater (also den Gründer des Stammes) und ist unverrückbar.


    b) Der Stamm der Arbeit: Die verschiedenen Berufszweige der Zwergengesellschaft sind in „Stämmen der Arbeit“, also einer Art Gilde, zusammengefasst. Jedem Zwerg steht es frei, nach seiner (staatlichen) Grundausbildung eine Prüfung bei einer Gilde seiner Wahl abzulegen. Die Gildenväter entscheiden dann, ob der Proband in den Stammesverband der Gilde aufgenommen wird. Die Gilden regeln so das Arbeitsleben, sind aber nach Vorbild der Blutstämme organisiert, d.h. es gibt einen Stammesvater und die Hierarchie in der Gilde bzw. die verschiedenen Posten und Positionen sind analog zur Verwandtschaftslinie aufgebaut. Im Gegensatz zum Blutstamm kann man durch das Hinzugewinnen von Ehre (d.h. guter Arbeit) in der Verwandtschaftlinie auf- und bei Ehrverlust absteigen.


    Mit den Eintritt in den Stamm der Arbeit erlöscht die Zugehörigkeit zum Blutstamm nicht. In der Regel ist also jeder erwachsene und arbeitende Zwerg Mitglied von zwei Stämmen, seinen Blutstamm und seiner Gilde.


    c) Der Stamm des Königs: Dieser Stamm ist gewissermaßen ein Sonderfall, der aus der Notwendigkeit heraus geschaffen wurde, die staatliche Administration, zu der Behörden, Gerichte, Lehrer und Priesterschaft gehören, in das zwergische Gesellschaftssystem einzubinden und den Staat die Möglichkeit zu geben, mit den einzelnen Stämmen der Gesellschaft zu interagieren. Grundsätzlich bedeutet der Eintritt in den Stamm des Königs, dass die anderen Stammesverbindungen zeitweise aufgelöst werden. Bis auf den König und die Priester können jedoch alle Zugehörigen des Stammes des Königs aus diesem wieder austreten und werden in einer feierlichen Zeremonie wieder in ihre alten Stämme eingemeindet. Nach dem Tod geschieht das automatisch. Nur der König und manche Priester bleiben im Stamm. Der König ist immer Stammesvater. Deswegen gilt die Monarchie den Zwergen auch als dynastisch, obwohl die Könige eigentlich gewählt werden. Wird ein König abgewählt, dann gilt er für den Stamm des Königs rein rechtlich als tot und wird in die Ahnengalerie eingegliedert, was selbstverständlich auch eine Wiederwahl und weitere Tätigkeiten im Stamm des Königs ausschließt, wird aber als normale Person wieder in seine alten Stämme eingegliedert.


    Ehre:Die Ich-Person ist alleiniger Träger der individuellen Ehre, eines weiteren sehr wichtigen Konzeptes der Zwergengesellschaft. Früher erhielt man Ehre durch große Taten, heute aber ist für Heldentaten im Zwergenreich wenig Platz, weswegen die individuelle Ehre sich heute vor allem durch gute Arbeit und Engagement für die Gemeinde auszeichnet. Ebenso kann man seine Ehre natürlich durch schlechte Taten verlieren. Ehre ist das Einzige, was das Individuum besitzt, weswegen das ganze Handeln und Schaffen des Individuums darauf ausgelegt sein sollte, seine Ehre zu bewahren und zu steigern.


    Grundsätzlich gilt: Die Ehre der Ich-Person wirkt sich über die Vermittlung der Blut-Person direkt auf die Ehre des Stammes aus. Die Ich-Person ist deswegen immer Fundament der Stämme und des öffentlichen Geschehens. Umgekehrt gilt aber die Ich-Person als sakrosankt und es ist für die Stämme nicht möglich, in die Geschäfte der Ich-Person einzugreifen.

  • Ist "Seele" hier als "Geist" zu verstehen?
    Was passiert mit einem Zwerg, wenn er aus welchen Gründen auch immer z.B. aus der Familie oder einer Gilde geworfen wird? Wenn man ihn dort nicht mehr akzeptiert?


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    Wird ein König abgewählt, dann gilt er für den Stamm des Königs rein rechtlich als tot und wird in die Ahnengalerie eingegliedert, was selbstverständlich auch eine Wiederwahl und weitere Tätigkeiten im Stamm des Königs ausschließt, wird aber als normale Person wieder in seine alten Stämme eingegliedert.


    Sehr interessant - nimmt das jeder so als gegeben hin oder gibt/gab es da mal Aufstände, den Versuch eine Herrschaft zu verlängern?
    In welchem Abstand werden die Könige gewählt?

  • Schließe mich an: Das ist ein interessantes System. Wenn ich das richtig verstehe, besteht die Blut-Person sozusagen aus zwei Komponenten: Eine soziale Komponente, innerhalb der die Person als soziales Wesen in einer bestimmten Gruppe agiert und in ihrem Verhalten von ihr konditioniert wird, und eine mythologische/ genealogische (?), die ich noch nicht ganz verstanden habe: Stirbt die Person, ist sie weiterhin Mitglied dieser Gruppe... in welchem Sinne ist sie dann noch im Stande, mit der Gruppe zu interagieren? Oder meinst du damit, dass die Person nach ihrem Tod als früheres Mitglied in Erinnerung behalten wird?


    Quote

    Früher erhielt man Ehre durch große Taten, heute aber ist für Heldentaten im Zwergenreich wenig Platz, weswegen die individuelle Ehre sich heute vor allem durch gute Arbeit und Engagement für die Gemeinde auszeichnet.


    Das klingt sehr nach sauber gefegten Bürgersteigen und Bußgeldbescheiden wegen widerrechtlichen Kaugummiklebens unter Parkbänke ;D Im Ernst, wie ist das zu verstehen? Gibt es im übertragenen Sinne keine Drachen mehr zum Erlegen, oder fordert die Gesellschaft von ihren Mitgliedern einfach andere Arten von Aktivitäten?


    Ansonsten: Gefällt mir gut, Zwergenreiche mal als komplexe soziale Gebilde zu lesen :)

    "Aye, horsemen for companions,
    Before the merchants and the clerk
    Breathed on the world with timid breath.
    Sing on: somewhere at some new moon,
    We'll learn that sleeping is not death,
    Hearing the whole earth change its tune"

  • Ich weiß, ich bin schlecht im Fragen sammeln...


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    Original von Atani
    Ist "Seele" hier als "Geist" zu verstehen?


    Die Frage verstehe ich jetzt leider wiederum nicht. :(


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    Was passiert mit einem Zwerg, wenn er aus welchen Gründen auch immer z.B. aus der Familie oder einer Gilde geworfen wird? Wenn man ihn dort nicht mehr akzeptiert?


    Interessante Frage. Eigentlich ist es nach meinem bisherigen Kenntnisstand so, dass man nicht aus der Familie (ein Blutstamm ist viel größer als eine Familie) bzw. der Gilde geworfen werden kann. Allerdings wäre der Ausschluss aus einem Stamm als Strafe nicht uninteressant, ich werde mal darüber nachbrüten.


    Freiwilliges Austreten geht aber. Und es gibt Zwerge, die nur in einem Stamm oder ganz stammeslos sind (also Stamm bzw. Familie, ich weiß das ist verwirrend, Entschuldigung dafür) und trotzdem gut leben können. Sowas passiert z.B. bei Findelkindern. Familien kennen kurioserweise kein Adoptionsrecht, während Gilden ausschließlich Adoptionsfamilien sind. Solche Leute werden dann direkt vom Staat versorgt.


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    Sehr interessant - nimmt das jeder so als gegeben hin oder gibt/gab es da mal Aufstände, den Versuch eine Herrschaft zu verlängern?
    In welchem Abstand werden die Könige gewählt?


    Ein König wird generell auf Lebenszeit gewählt aber es gibt ein sehr kompliziertes Abwählverfahren, das garantiert, dass eine Abwahl nur mit Zustimmung des Großteils der gesellschaftlichen Eliten (sprich Familienoberhäupter, Gildenoberhäupter, Priesterschaft, Bürokratie etc.) möglich ist. Den Eliten ist aber bewusst, dass eine Abwahl ist eine heikle Sache ist und ein Schritt, den man nicht vorschnell in Erwägung ziehen sollte. In der Geschichte des Königreiches ist eine Abwahl nur ein einziges Mal vorgekommen und da standen die gesellschaftlichen Verhältnisse bereits fast am Rande eines offenen Bürgerkriegs und es waren schon einige Tote zu beklagen.


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    Original von Falayon
    Wenn ich das richtig verstehe, besteht die Blut-Person sozusagen aus zwei Komponenten: Eine soziale Komponente, innerhalb der die Person als soziales Wesen in einer bestimmten Gruppe agiert und in ihrem Verhalten von ihr konditioniert wird, und eine mythologische/ genealogische (?) [...]


    Ja, so könnte man es ausdrücken, wobei sich bei der sozialen Interaktion Ich-Person und Blut-Person teilweise überschneiden, was vor allem ein Problem bei Rechtsstreitigkeiten ist (dazu später mehr).


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    [...], die ich noch nicht ganz verstanden habe: Stirbt die Person, ist sie weiterhin Mitglied dieser Gruppe... in welchem Sinne ist sie dann noch im Stande, mit der Gruppe zu interagieren? Oder meinst du damit, dass die Person nach ihrem Tod als früheres Mitglied in Erinnerung behalten wird?


    Das muss man sich als eine Art Ahnenkult vorstellen. In der Vorstellung der Zwerge lebt die Blut-Person nach dem Tod weiter und wacht über die Ehre des Stammes. Sie gelten weiterhin als Teil des Stammes. Ehrverletzung von Vorfahren ist genauso schlimm wie Ehrverletzung von lebenden Personen und die Toten genießen hohe Verehrung. Es gibt sogar eine Ahnenpriesterschaft. Die Vorfahren gelten immer auch als Mahner an die jüngere Generation, ja nicht die Ehre des Stammes zu besudeln. Aber rein materialistisch gesehen ist die jeweilige Person natürlich mausetot.


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    Das klingt sehr nach sauber gefegten Bürgersteigen und Bußgeldbescheiden wegen widerrechtlichen Kaugummiklebens unter Parkbänke Im Ernst, wie ist das zu verstehen?


    Eigentlich genau so. ;D Die Zwerge sind eine äußerst spießige Gesellschaft und in keiner anderen Gesellschaft Nantharia ist das öffentliche Leben so penibel geregelt wie bei den Zwergen. Gleichzeitig ist die Zwergengesellschaft auch ziemlich wohlständig und gefestigt um nicht zu sagen, langweilig.


    Will heißen: natürlich kann es vorkommen, dass man aus Versehen beim Buddeln unter der Erde eine Höhle durchbricht, in der irgendwelche Unkreaturen einem an den Kragen wollen oder eine ausgerüstete Armee vor den Toren steht, die es nieder zu schlachten gilt und natürlich gewinnt man auch Ehre, wenn man das Monster erlegt oder dem Feind heroisch die Köpfe abschlägt aber derartige Dinge kommen einfach heutzutage im Alltag nicht oft genug vor, um jeden Zwerg gebührend ehren zu können. Deswegen erscheint die Ausweitung des Ehrbegriffes auf gesellschaftliche und ökonomische Tätigkeiten sehr nahe liegend.

  • Diese Nachricht ist ein einziges großes Lob an den Don. Da sich mir keine Fragen in den Weg stellen außer: Welche Berufe übt ein Zwerg aus und wieviel Ehre bringt eine Tätigkeit im Vergleich zu was?
    würde ich es dabei belassen.
    Die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Blut-Person und Ich-Person hören sich fantastisch an und ich warte einfach mal (an)gespannt auf eine Fortsetzung. :thumbup:

  • Geschmeichelterweise (und weil ich gerne erzähle ;)) beantworte ich deine Frage noch schnell.


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    Original von Merlin
    Welche Berufe übt ein Zwerg aus und wieviel Ehre bringt eine Tätigkeit im Vergleich zu was?


    Berufe: Die Zwergengesellschaft ist höchst differenziert und deshalb gibt es eine Unmenge an Berufen, die jeweils in ihrer eigenen Gilde organisiert sind. Die größten Gilden sind die in der Landwirtschaft tätigen, danach kommen die Bergleute und die verschiedenen Handwerksberufe aber es gibt auch Dienstleistungsgilden wie Ärtzte o.ä. Am mächtigsten sind wohl die Schriftgelehrten, also quasi die Akademiker, die ein weitreichendes Wissens-Monopol besitzen. Interessant sind die Mechaniker, die für den erwähnten Bürgerkrieg verantwortlich waren, weil sie die Grundfesten der Zwergengesellschaft durch ihre Fertigungsanlagen erschütterten, die es erlaubten, Produkte mechanisch herzustellen. Der Streit wurde mit dem Verbot und der Zerstörung der Maschinen gelöst und ein Teil der Mechaniker ging ins freiwillige Exil, wo er die Maschinengötter herstellte, aber ich schweife ab.


    Hochpriester, Beamte, Lehrer etc. sind Teil des Stammes des Königs, Ahnenpriester sind Teil des Stammes, um dessen Ahnen sie sich kümmern. Soldaten haben auch keine eigene Gilde, da jeder Zwerg auch gleichzeitig Soldat ist. Und kurioserweise gibt es keine Händler oder Bankiers, was mit den Eigenheiten der zwergischen Ökonomie zu tun hat, die ich auch demnächst vorstellen will.


    Ehre: Obwohl Zwerge genaue Vorstellungen davon haben, wie man Ehre erlangt - ein Prozess, der sich teilweise aus Gewohnheitrecht speist, teilweise aber auch kodifiziert ist wie z.B. in den Schriften Urumins - bleibt Ehre trotzdem ein sehr diffuses Konzept d.h. es gibt keine klaren Grenzen, kein Ranking oder dergleichen und somit auch keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten. Deshalb kann man auf verschiedenem Wege Ehre gewinnen. Ein Kanalarbeiter gewinnt auf einem anderen Weg Ehre als ein Beamter. Ehre kann man durch konkrete Taten wie gute Arbeit oder informell erlangen (viele Freunde, gutes gesellschaftliches Talent). Dabei stimmt es auch nicht immer, dass man sich seine Ehre erarbeiten muss. Zwerge, die als Stammesvater gebohren werden haben zum Beispiel von Anfang an eine sehr große Ehre, derer sie sich aber wiederum als würdig erweisen müssen. Synonym für Ehre könnte man vielleicht auch den Begriff "Ruf" verwenden.


    Dass die Ehre jedes Einzelnen nicht genau definiert ist, stellt die Zwerge im Alltäglichen Leben natürlich vor gewisse Probleme. So treffen sich Zwerge z.B. nicht leichtfertig mit fremden Leuten, sondern erkundigen sich vorher über Ruf und Taten eines fremden Gesprächspartners um einschätzen zu können, wie er behandelt werden muss.


    Das führt zum einem zu einem sehr formalisierten und ritualisierten Umgang mit Fremden auf der einen Seite (ein Grund für die Reserviertheit der Zwerge gegenüber Menschen), auf der anderen Seite zur Pflege sehr intensiver Kontaktnetze, über die man über den Status der anderen Mitzwerge gut informiert ist. Zwerge haben unglaublich viele Freunde und Bekannte, sie haben auch etwa 150 Jahre länger Zeit als Menschen, diese Kontakte zu knüpfen. Das führt dazu, dass die Zwergengesellschaft trotz ihrer relativen Größe sehr familiär und dörflich wirkt.


    Um meine Zwerge zu retten: Der Ehrenkodex der Zwerge schaut anders aus als man sich jetzt vielleicht vorstellen mag: Sich in illustrer Gesellschaft halb tot zu saufen, laut platte Sprüche zu grölen und eine deftige Prügelei anzuzetteln beeinträchtigt die Ehre eines Zwerges nicht, die gut fundierte eigene Meinung sollte man aber hingegen nur gegenüber guten Freunden äußern, sonst kann es schnell kritisch werden.


    Interessant ist auch, dass Ehre und Ansehen nicht deckungsgleich sind. Einen Kanalräumer (die sich um die Infrastruktur der Städte und Stollen kümmern, also so eine Art Klempner) würde man kaum auf die selbe Stufe stellen wie einen Bergarbeiter, einen sehr angesehenen Beruf. Das Ansehen eines Berufsstandes oder einer Familie beruht dabei vor allem auf abergläubischen Ressentiments. So werden z.B. die sehr wichtigen Oberlandläufer - Zwerge können einfach nicht vollständig von den Früchten der Unterwelt leben - sehr argwöhnisch betrachtet, da die Oberwelt mit zahlreichen Tabus belegt ist. Trotzdem würde nie jemand auf den Gedanken kommen, ein Oberlandläufer sei ehrlos. Ehre ist eben auch ein sehr formelles Konzept.

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Langsam sehe ich Licht am Ende des Zwergentunnels, dank deiner Beschreibung. Immerhin sind deine Zwerge noch sehr "zwergisch", orientieren sich aber nicht nur am Klischee des saufenden unterirdischen Rüpels, sondern haben auch eigene Facetten, die den nantharischen Zwerg ganz deutlich von seinen Vettern in anderen Welten abgrenzen.
    Was genau sind die Aufgabenfelder der Kanalräumer und der Oberlandläufer? Reinigung bei ersteren und Handel bei letzteren? Es klang, als hätten sie vielfältige Verpflichtungen einzugehen und verschiedene Aufgaben zu erledigen.


    Oh, und wie steht es mit Zwergenfrauen aus? Haben sie, du weisst schon, Bärte? Und was dürfen Frauen- wo gibt es Tabus? Wie heiratet ein gewöhnlicher Zwerg? Wie heiratet die Eminenz, der >Bergkönig<?
    Was machen Zwergenkinder den ganzen Tag, wo halten sie sich auf? Wieviel Bildung erhält ein Zwerg in einer Gilde? Wann gilt ein Zwerg als vergreist?

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    Original von Merlin
    Was genau sind die Aufgabenfelder der Kanalräumer und der Oberlandläufer? Reinigung bei ersteren und Handel bei letzteren? Es klang, als hätten sie vielfältige Verpflichtungen einzugehen und verschiedene Aufgaben zu erledigen.


    Kanalräumer kümmern sich im Allgemeinen um die lebensnotwendige Infrastruktur unter den Bergen. Sie bauen und planen die Lüftungs- und Beleuchtungslanlagen und halten sie in Stand und kümmern sich um Kanalisation und Abwasserprobleme. Aufgrund der ausgeklügelten Mechanik der Infrastruktur ist das ein sehr komplexes Arbeitsgebiet, das ein hohes Maß an Sachkenntnissen, Teamwork und Spezialisierung erfordert. Die Arbeit wird zwar durch eine Reihe von Maschinen unterstützt, ist aber trotzdem eine ziemliche Drecksarbeit, weswegen man einen Kanalräumer gut an seinem dreckverklebten Äußeren und seinen Gestank erkennen kann.


    Den Außenhandel übernehmen staatliche Diplomaten und der Handel wird in spziellen Bergstädten unter Tage abgewickelt. Oberlandläufer kümmern sich darum, Material, das im Berg fehlt, von der Oberfläche zu beschaffen. Sie fällen z.B. Holz und leisten Forstarbeit, leiten Flüsse auf der Oberfläche um, so dass das Wasser genutzt werden kann und solche Sachen. Auf der Oberfläche wandern sie in dicke Tücher gehüllt, die sie vor der Sonne schützen, mit einer Filtermaske versehen, die den Sauerstoffgehalt der Luft regelt und mit einer geschwärzten Brille ähnlich einer Pilotenmaske umher, damit das Sonnenlicht nicht ihre Augen trübt. Für einem Zwerg ist der Aufenthalt auf der Oberfläche in etwa so angenehm wie für einem Menschen der Spaziergang auf dem Mond mit einem Raumanzug. Die Oberlandläufer finden es aber nicht so schlimm weil sie es gewohnt sind und genießen das Leben an der Oberfläche sogar. Oberlandläufer dürften die Gilde mit der geringsten gesellschaftlichen Mobilität sein und haben bedingt durch ihre Isolation eine eigene Kultur entwickelt.


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    Oh, und wie steht es mit Zwergenfrauen aus? Haben sie, du weisst schon, Bärte? Und was dürfen Frauen- wo gibt es Tabus? Wie heiratet ein gewöhnlicher Zwerg? Wie heiratet die Eminenz, der >Bergkönig<?


    Zu den Zwergenfrauen habe ich hier mal ein bisschen was geschrieben. Wie es mit Frauen und Ehre ausschaut weiß ich noch nicht genau, auch die genauen Heiratsbräuche kenne ich nicht. Bärte haben die Frauen definitiv nicht, aber ich könnte ein bisschen was über die Bärte der Männer erzählen. Der Bart (und das Haupthaar, das ebenfalls lang getragen wird) gilt nämlich als Träger der Ehre, weswegen der Beginn des Bartwuchses auch die Vollhährigkeit markiert und das Scheren des Bartes eine sehr große Ehrverletzung darstellt. Zwerge in formellen hohen Positionen (also Priester, Stammesväter, Könige, Ratsmitglieder, "Verdiente Männer", die lebenslang im Parlament sitzen dürfen etc.) flechten ihren Bart nach bestimmten Mustern, die allen zeigen, dass der Träger des Bartes eine gewisse außergewöhnliche und unumstößliche Ehre hat.


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    Was machen Zwergenkinder den ganzen Tag, wo halten sie sich auf? Wieviel Bildung erhält ein Zwerg in einer Gilde? Wann gilt ein Zwerg als vergreist?


    Zwergenkinder bleiben erst einmal zuhause im Wohnbereich der Familie. Mit einem bestimmten Alter (ich weiß noch nicht, wann) werden sie dann auf die staatliche Schule geschickt. Dort werden ihnen praktische Dinge wie Lesen und Schreiben, Naturkunde etc. beigebracht aber das Hauptaugenmerk der Ausbildung liegt darin, die Zwerge zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen. Man lernt also Geschichte, Philosophie (die Lehren Urumins), den Staats- und Gesellschaftaufbau, wie man sich zu verhalten hat, was man tun darf und was nicht. Die Schule gleicht dabei einen regelrechten Drill mit teils drastischen Strafen.


    Eine Berufsausbildung findet aber nicht statt. Deswegen ist die Auswahl der Gilden eigentlich nicht ganz frei. In der Regel lernt ein kleiner Zwerg das Handwerk des Vaters zuhause neben der Schule und folgt diesem dann in seine Gilde nach. Aber die Lehrer schauen durchaus darauf, welche Begabungen das Kind hat, geben den Eltern Empfehlungen, wenn sie meinen, der Sohn sollte etwas anderes machen und helfen dem Kind, sich bei einer anderen Gilde zu bewerben und bereiten es auf die Prüfung vor. In den Gilden selbst gibt es in der Regel keine formelle Ausbildung. Man erwartet, dass das Kind sein Handwerk versteht, wenn es eintreten will. Ausnahmen, die die Regel bestätigen wären zum Beispiel die Schriftgelehrten, die für die Neulinge einen Unterricht ähnlich einer Universität anbieten. Auch die Mitglieder des Stammes des Königs erhalten eine Ausbildung nach Eintritt in die Administration oder ins Priestertum.


    Zwerge vergreisen nicht, es wächst nur ihre Ehre. ;)

  • Diese Fragen interessieren ich auch und da hab ich leider im Moment nichts hinzuzufügen außer: Welche Aberglauben sind das denn? Ich meine, ein Kanalarbeiter ist doch recht wichtig, warum ist er nicht so hoch angesehen wie ein Bergarbeiter?


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    Ist "Seele" hier als "Geist" zu verstehen?


    Also, "Seele" bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch ja meist den Geist eines Menschen (oder Zwergs ;D). Bei dir hat die Seele aber was mit der Gildenangehörigkeit eines Zwergs zu tun.


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    Die einzelne Person wird nicht als unteilbares Subjekt angesehen, sondern besteht aus mindestens zwei Seelenteilen, die voneinander unabhängig und autonom betrachtet und behandelt werden: Die „Ich-Person“, das eigentliche Individuum und mindestens eine, meistens aber zwei „Blut-Personen“, die das Individuum als Teil seiner Abstammungslinie identifizieren.


    Das versteh ich irgendwie nicht - was ich wissen wollte war, was genau bei dir eine Seele ist (oder was die Zwerge darunter verstehen, bei anderen Völkern kann das ja anders sein).


    edit: da warst du wohl schneller ^^

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    Original von Atani
    Also, "Seele" bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch ja meist den Geist eines Menschen (oder Zwergs ;D). Bei dir hat die Seele aber was mit der Gildenangehörigkeit eines Zwergs zu tun. (...)
    Das versteh ich irgendwie nicht - was ich wissen wollte war, was genau bei dir eine Seele ist (oder was die Zwerge darunter verstehen, bei anderen Völkern kann das ja anders sein).


    Ach so. Ja, das von mir vorgestellte Konzept könnte man durchaus mit dem Geist im allgemeinen Sprachgebrauch umschreiben, nur dass ein Zwerg in seiner Vorstellungswelt eben mehrere davon hat, die sich in ihrer Art und Aufgabe unterscheiden, also einen Geist, der dem Individuum eigen ist und einen, der ihn als Teil seines Stammes begreift. Je nachdem wievielen Stämmen er zugehörig ist, hat er mehrere Blut-Persönlichkeiten. Außerdem muss man sich dessen bewusst sein, dass die Gildenzugehörigkeit von Zwergen nicht als Arbeits- sondern eben als Verwandtschaftsverhältnis gedacht wird.

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    Original von Merlin
    Dann ist die Oberfläche für den Oberflächenläufer ein tödlicher Ort?


    :P...


    Nein, nur unangenehm. Man beachte das "mit einem Raumanzug". ;D

  • Entschuldigung, ich habe ganz vergessen, dass du die Antwort natürlich wirklich nicht wissen kannst. :schild:


    Im Gegensatz zum Astronauten überlebt ein Zwerg auf der Oberfläche sehr wohl und stirbt höchstens an den Folgewirkungen des Ausfluges. Grundsätzlich sollte er die Sonne meiden, denn seine Haut ist kaum pigmentiert. Die lichtempfindlichen Augen bewirken, dass man ohne Sonnenbrille einfach geblendet und nicht in der Lage ist, sich zu orientieren. Im schlimmsten Fall droht totale Erblindung. Luftdruck, Sauerstoffgehalt und Klima auf der Oberfläche machen auch zu schaffen, da man es nicht gewohnt ist, man gewöhnt sich aber schnell daran.


    Was mich zum bizarren Aussehen der Oberlandläufer zurückbringt: Meiner Ansicht nach übertreiben sie mit ihrer Ausrüstung gewaltig. Gründe sind wohl, dass die Kleidung auch rituell die Angst der Zwerge vor der Oberfläche ausdrücken soll und man mit seinem bizarren Aussehen auch seine Andersartigkeit und Besonderheit ausdrücken will.

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    Auf der Oberfläche wandern sie in dicke Tücher gehüllt, die sie vor der Sonne schützen, mit einer Filtermaske versehen, die den Sauerstoffgehalt der Luft regelt und mit einer geschwärzten Brille ähnlich einer Pilotenmaske umher, damit das Sonnenlicht nicht ihre Augen trübt.


    :rofl: ich stell mir grade vor, wie eine Rotte Oberflächenläufer in einem Menschendorf auf die Oberfläche brechen, duch die Gegend stampfen, sich umsehen und auf zwergisch fluchen, dass sie falsch abgebogen sind ;D


    Eigentlich habe ich gar keine Fragen. Finde das Konzept sehr interessant und mal eine sehr coole Art eine Gesellschaft wie die der Zwerge zu beschreiben. ;D
    Ist alles auch sehr gut erläutert wie ich finde, hab alles bereits beim ersten durchlesen kapiert :P
    Allerdings würde mich interessieren, wie neue Gebiete erschlossen werden. Wenn jetzt die vorhandenen Höhlengebiete bereits voll sind, wie entsteht neue Infrastruktur, etc? Wird das vom Stamm des Königs angeleiert und geregelt?

    Projekt: Mythowelt
    Schritt 1: Wir setzen "x" Stämme in verschiedenen Umgebungen aus, schauen alle generation mal vorbei und sehen nach, ob sie sich noch in menschlichen Bahnen bewegen. Unter Einbeziehung der neokonservativen Lehre.

  • Also mir gefällt das Konzept auch... ein Kulturelles Hochvolk von Zwergen.
    Wirklich mal so ganz weit abgedriftet vom Klischee des kleinen dummen Säufers, der sich am meisten für Mineralien und Metalle interessiert und äußerst Bärbeißig ist ^^"


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    Das muss man sich als eine Art Ahnenkult vorstellen. In der Vorstellung der Zwerge lebt die Blut-Person nach dem Tod weiter und wacht über die Ehre des Stammes. Sie gelten weiterhin als Teil des Stammes. Ehrverletzung von Vorfahren ist genauso schlimm wie Ehrverletzung von lebenden Personen und die Toten genießen hohe Verehrung. Es gibt sogar eine Ahnenpriesterschaft. Die Vorfahren gelten immer auch als Mahner an die jüngere Generation, ja nicht die Ehre des Stammes zu besudeln. Aber rein materialistisch gesehen ist die jeweilige Person natürlich mausetot.


    Zu dieser Aussage hier hatte ich mir dann vorgestellt, dass das so ähnlich wie bei den Chinesen und Ihren Ahnen ist, dass sie Tempel haben, in denen Grabmale für die Ahnen sind, die dann über die einzelnen Familien wachen....


    Aber so ganz kapiere ich noch nicht, wie sich das mit den Mehreren Seelen verträgt...
    Gut jedes Wesen hat mehrere Facetten seiner selbst... schon auf den Menschen übertragen würde ich sagen, das Verhalten im privaten unterscheidet sich von dem auf der Arbeit.
    Die Seele wie du sie hier beschreibst - verstehe ich so, dass ein Zwerg für jede Gilde oder Gemeinschaft in die er gehört noch eine weitete Facette seines Ichs hat, dass dann nach dem Tod des Zwerges geehrt wird.


    So nun zu meinen Fragen:
    Die Zwerge sind ja dann definitiv tot, oder haben Ihre Blutseelen noch irgendeine physische oder psychische Macht über das diesseits?


    Punkt 2. Für mich ist eine Seele etwas sehr besonderes... sie spielen in meiner Welt eine Große Rolle... wobei bei ihnen der Geist und die Persönlichkeit eines Individuums an ihnen haftet und mit dem Körper verbunden ist... Also nicht unbedingt etwas was in Mehrzahl in einem Körper existiert... sonst gibt's ein teuflisches Chaos ^^" zwar ein sehr lustiges, wenn man makaber ist, aber naja...
    Magst du mir erklären, wie man die Seele unter deiner Definition eher verstehen kann? Als wirkliche Lebensenergie und der Teil eines Wesens, dass in das jeweilige Jenseits über geht oder als Facette einer Persönlichkeit?

  • Ich muss sagen: ich liebe solche Konzepte mit Ehre und Ahnenkult. ;D


    Gibt es denn in der Gesellschaft auch Sanktionen, sobald ein Zwerg an Ehre verliert oder andersherum: gibt es Vorteile, wenn er an Ehre gewinnt?


    Gibt es auch "Heiratsvorschriften" (falls es überhaupt Hochzeiten gibt), also darf zum Beispiel ein Zwerg mit großer Ehre keine Zwergin ohne Ehre heiraten (wenn Frauen denn jetzt und so weiter, sonst könnte man ja die Ehre des Stammes benutzen)?


    Und außerdem: tolles Konzept, ich freue mich auf mehr.


    Offtopic: In meiner Welt sollte es eigentlich auch ein (blöderweise recht ähnliches) System geben, jetzt muss ich erstmal überlegen, wie ich das Ganze abgrenze. :-[


    Egal. 8)

  • @ HappyMephisto:


    Wie genau neue Gebiete erschlossen werden, weiß ich nicht, weil ich kein Bergbauexperte bin. Aber geplant wird das ganze vom jeweiligen Auftraggeber. Das kann der Staat sein, aber auch eine Gilde, ein Stamm oder eine Initiative von Privatpersonen, die aus irgendeinen Grund ein neues Loch brauchen. Die Leute, die das neue Loch haben wollen, gehen dann zur/zu den entsprechenden Gilde(n), erklären denen, was sie gerne hätten. Im Anschluss handelt man die Gegenleistung aus und wenn man sich einig wird, machen die das. Zu Handel und Wirtschaft werde ich aber später noch genaueres erzählen.


    @ Roca:


    Darüber, was auf Nantharia mit den Toten passiert, habe ich hier schon mal was genaueres geschrieben. Man kann also nicht verallgemeinern, was mit dem jeweiligen Zwerg nach seinem Tod passiert aber wenn alles gut läuft, ist er für die Hinterbliebenen weg und mischt sich nicht weiter in die Welt der Nachkommen ein.


    Der zwergische Ahnenkult ist aber eher ein philosophisch-mythisches Konzept, um sich die Welt und die eigene Gesellschaft erklären zu können und hat wenig mit der tatsächlichen Realität des Sterbens und Nachlebens zu tun hat. Zwerge wissen genauso wenig wie alle anderen Bewohner Nantharias, was wirklich mit den Verstorbenen passiert.


    Was die Definition angeht: Die Ich-Person ist genau genommen kein Seelenkonzept, sondern der konkret vor einem stehende, handelnde, stoffliche und körperliche Zwerg. Die Blut-Person hingegen entspricht da schon eher dem, was wir als Seele bezeichnen und könnte am besten mit dem römischen Genius verglichen werden, nur mit dem Unterschied, dass sie unsterblich und Teil der Stammeslinie ist. Wenn man so will, ist die Ich-Person der weltliche, die Blut-Person der metaphysische Teil des Zwerges.


    Ich hoffe, ich habe mehr geholfen als verwirrt.

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