[2022-02] Yrdanea - Graustadt Hochhausen

  • Ich reserviere mir hier schonmal meinen Thread zum aktuellen Thema

    "Was für bedeutsame Gegenden gibt es bei euch? Was macht sie zu einer Gegend? Und wie findet man sich als Neuankömmling am besten zurecht?"


    Vielleicht fallen mir ja verschiedene Gegenden ein, die ich hier beschreiben kann.


    Die, die mir als erstes in den Sinn kam, ist folgende:


    Hochhausen (Gegenwart)

    Hochhausen ist in der Gegenwart dort gelegen, wo sich in der Vergangenheit die Ortschaft Grægorod befindet. Wo in der Vergangenheit Bäume in den Himmel ragen, stoßen jetzt Häuser gegen graue Wolken.

    Wie der Name des Ortes schon andeutet, haben die Häuser hier viele Stockwerke. Sie alle sind von gleicher Bauart. Die grauen Straßen sind wie mit dem Lineal gezogen. Hier gibt es keinerlei Pflanzen oder Tiere, der Boden ist perfekt zubetoniert.

    Überhaupt ist Hochhausen ein Ort der Perfektion. Die Menschen, die hier leben, sind so grau wie die Häuser. Es gibt kein "zu hell" oder "zu dunkel", kein "zu bunt". Nur Grau ist sicher und gerecht.

    Selbst das Essen schmeckt grau. Die lokale Sprachfärbung wirkt normalisiert, klingt immer so "mittel", nicht zu hoch und nicht zu tief.

    Jedes Möbelstück, jedes Kleidungsstück ist standardisiert. Was davon abweicht, wird vernichtet und ersetzt.

    Hochhausen riecht nach Angst. Angst davor, Fehler zu machen, Angst davor, aufzufallen.


    Als Neuankömmling sollte man sich vor allem unauffällig einkleiden, denn sonst, so heißt es, erscheint ein unauffälliger grauer Wagen, der den Neuankömmling im besten Fall aus Hochhausen hinausbefördert. Was im schlimmsten Fall passiert, weiß niemand, aber es heißt, ein solcher Neuankömmling wurde später in der Stadt gesehen, mit angepasst grauem Gesicht in einem Pförtnerhäuschen oder dergleichen.


    Hochhausen ist der einzige Ort, wo es Fahrzeuge mit vier Rädern gibt. Deshalb wirkt der ganze Ort auch so, als würde er nicht so recht zu Yrdanea passen. Niemand weiß, wer den Ort erschaffen hat und warum er existiert. Und eigentlich gibt es auch gar keinen Grund, ihn zu besuchen, denn abgesehen von den vierrädrigen Fahrzeugen gibt es hier wirklich überhaupt nichts "Besonderes" oder Interessantes.


    Man kann dort hinfahren, um sich zu langweilen, aber es ist keine angenehme Art der Langeweile, alles andere als entspannend. In Hochhausen ist jeder ununterbrochen angespannt und verkrampft.

    Es ist wirklich nahezu ausgeschlossen, dass irgendwer Hochhausen besuchen möchte oder dort nach einer bestimmten Adresse sucht, weil es einfach egal ist, wo man hingeht - es ist überall gleich.


    Viel interessanter ist hier die Frage, wie man aus Hochhausen wieder herauskommt, wenn man erstmal hineingeraten ist. Denn auch wenn Hochhausen in Yrdanea irgendwie deplatziert wirkt, hat es doch eine Eigenschaft, die für Yrdanea typisch ist: Seine Labyrinthhaftigkeit.


    Wie orientiert man sich also hinaus? An Häusern und Straßenecken befinden sich nummerierte Plaketten. Darauf stehen aber nicht einfach Zahlen, sondern Rechenaufgaben, die, wenn man sie richtig löst, einen Hinweis darauf geben, wo man sich gerade befindet. Gäbe es in Hochhausen so etwas wie Glück, könnte man einem Lotsen begegnen, der beim Rechnen hilft. Ist aber unwahrscheinlich.

  • Uff, das ist kein Ort, an dem ich glücklich werden würde... Ich will nicht angepasst werden ._.


    Hochhausen ist der einzige Ort, wo es Fahrzeuge mit vier Rädern gibt. Deshalb wirkt der ganze Ort auch so, als würde er nicht so recht zu Yrdanea passen.

    Ich finde es irgendwie lustig, dass ausgerechnet ein Ort, in dem es so wichtig ist, nicht aufzufallen, irgendwie auffallend ist xD

  • Ich denke da an die grauen Herren aus Momo. Oder ans Finanzamt.

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Über die Geschichte von Hochhausen


    Ich schrieb zuvor, dass niemand weiß, wie dieser Ort entstanden ist. Das ist aber nur halb richtig. Es gibt in der Bibliothek von Berlion ein Geschichtsbuch, in der die außergewöhnliche Stadt erwähnt wird.


    Eigentlich ändern sich Dinge innerhalb Yrdaneas innerhalb einer Zeitepoche nicht so sehr. Hochhausen ist also etwas Besonderes. Es gibt in der Stadt eine Glücksbank, die das Glück der Stadtbewohner verwaltet. Anders als bei Momo, wo Zeit vermeintlich für sich selbst gespart wird, dient die Bank dazu, Glück für andere zu sammeln. Ursprünglich waren es Eltern, die ihren Kindern ein glückliches Leben sichern wollen, indem sie sich eigenes Lebensglück absparten. Aber solche Sparer, die eigentlich immer nur ein bisschen von sich abzwacken wollten, konnten nicht aufhören. Es gibt auch Leute, die anderen, ihnen Unbekannten etwas Gutes tun wollten. Oder die Glück einfach nicht zu schätzen wussten, die ihr Glück nur zu Geld machen und sich bereichern wollten, weil sie meinten, Reichtum mache schon ganz allein glücklich.

    Solche Menschen können irgendwann nicht mehr lachen, wenn ihnen selbst von ihrem Glück nichts geblieben ist.


    Die Kinder mögen nun einen Reichtum an Glück erben, aber aus dem gut gemeinten Wunsch, dass sie es einmal besser hätten, aus der Liebe und Selbstaufgabe ihrer Eltern erwuchs leider nichts Gutes. Denn es bleibt fremdes, geborgtes Glück. Und am Ende doch ein riesiger Schuldenberg aus Glück, das nie gelebt wurde. Manch ein solches Kind träumt anfangs noch davon, dass seine Eltern ihm irgendwann einmal von glücklicheren Tagen erzählen, sodass es auch von diesem vergangenen Glück zehren kann. Aber das geht vorbei, sobald das Kind älter und grauer wird.



    Eine weitere Inspiration neben Momo: https://de.wikipedia.org/wiki/…s_verkaufte_Lachen_(Roman)

  • Die Bewohner von Hochhausen heute


    Die Bewohner Hochhausens sehen alle gleich aus. Sie werden zwar geboren und wachsen auf, haben also zeitweise kindliche Gestalt und werden dann im Laufe der Jahre größer. Hochhausener gleichen Alters sind aber immer gleich groß und haben die gleiche Lebensdauer (sofern sie nicht eines unnatürlichen Todes sterben).

    Schon im frühkindlichen Gesicht zeichnen sich bereits die typischen hochhausener Gesichtszüge ab: immer etwas verkrampft und streng. Ihre Haare sind von Anfang an grau gefärbt, ebenso wie ihre Augen. Auch im Charakter unterscheiden sie sich untereinander nicht.


    Hochhausener haben nur ein Geschlecht - es gibt also keine männlichen, weiblichen oder diversen Hochhausener. Jeder Hochhausener reproduziert sich zu einem bestimmten Zeitpunkt. Nämlich nach genau 20 Jahren. Die Kinder werden nicht elterlich versorgt, sondern in einer Sammelstelle. Es gibt keinerlei elterliche Bindung mehr.


    Auch wenn ein Hochhausener die Stadt verlässt, ändert sich sein Charakter nicht. Jeder Hochhausener trägt den Namen "Oke" (mit langem O und kurzem e). Daher werden sie auch manchmal einfach als "Oke" statt als "Hochhausener" bezeichnet. Da Hochhausener stets allein in eigenen Wohnungen leben, ist die Adressierung von Post kein Problem. Aber die Post, die Hochhausener erhalten, ist sowieso langweilig und austauschbar.


    Wählt eine Rollenspielerin einen Oke als Spielcharakter und stirbt dieser, kann sie einfach einen anderen Hochhausener weiterspielen und es macht überhaupt keinen Unterschied.


    Inspiration: Klischee-Völker (oder Ethnien, Rassen oder Spezies), die so beschrieben werden, als seien alle Angehörigen gleich. Hier sind sie es wirklich.

  • Yrda

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