[Ellanar] Einführung

  • Nun, da will ich mich auch mal... einreihen.


    Zuerst einige Worte von mir als Bastler, bevor ich meine Wesen zu Wort kommen lasse.


    Ellanar entstand ungefähr Ende 2001, ein halbes Jahr nachdem ich nach Deutschland gekommen bin.
    Vorher hatte ich eine andere Welt, Aira. Aira existiert in meiner Vorstellung seit ich denken kann, bereits mit 5 Jahren habe ich zu Aira Bilder gemalt und Geschichten verfasst (Schreiben und Lesen konnte ich mit 4). Deswegen wurde ich von meiner Umwelt oft als verrückt abgestempelt.
    Woher ich die Inspiration dazu hatte? Keine Ahnung. Ich hatte viel gelesen, nachdem ich das gelernt habe. (Habe nie aufgehört damit, hehe.) Mit 5 habe ich diverse Märchenbücher gelesen, glaube ich. In der Schule bin ich dann schlagartig zu "Erwachsenenbüchern" gewechselt und habe Abenteurerromane und das gelegentliche Sciente Fiction-Buch verschlungen - und den ganzen Rest den unsere Dorfbibliothek zu bieten hatte. Aber von Aira träumte ich schon vorher.
    Ja, Träumen ist wohl das richtige Wort dafür, wie meine Welten entstehen. Sehr viel von dem, was es in meinen Welten gibt, habe ich vorher in Träumen gesehen.


    Als ich nach Deutschland kam, war Aira noch geprägt von kindlichen Fantasien, Drachen und Einhörnern, Prinzessinen und Ritterburgen, gemischt mit Raumschiffen, Laserwaffen und fernen Galaxien (kurz vor meiner Abreise aus Russland habe ich Bekanntschaft mit StarWars und StarTrek gemacht).
    Und dann kam das Internet. Ich entdeckte, dass ich nicht allein mit meinem Wahn bin, machte schnell Freunde, entdeckte Onlinerollenspiele (chat- oder forenbasiert). Ellanar wurde geboren.
    Eine neue Welt, wesentlich... reifer und erwachsener als Aira es war. Im Gegensatz zu Aira entstand Ellanar mehr oder weniger komplett in deutscher Sprache, anfangs weniger, später, als ich selbst die Sprache besser beherrschte, mehr.
    Ich hatte viele Träume von Ellanar. Ich sah Wesen, die ich mir vorher nicht einmal vorstellen konnte. Ich bereiste Gegenden, von den ich nicht wusste, dass sie existieren könnten.
    Und irgendwann in der Zeit von 2003 bis 2005 kam ich zu der tiefen Überzeugung, dass ich mir meine Welten und meine Geschichten nicht ausdenke. Ich weiß nicht, woher sie kommen. Sie sind einfach da.


    Nun, genug Gefasel, gehen wir zum Eigentlichen über. Ich werde mich jetzt einfach mal zurückziehen und eine meiner Lieblingsfiguren sprechen lassen:
    Yvon Etienne Ruz.


    Aus den Aufzeichnungen des Wanderers Yvon Etienne Ruz, derzeit im Privatbesitz des Hohepriesters von Raan, vorher: Aira, Hel'dra, Tempelbibliothek von Ashtar-Kor, Gang 357, Nische 12, Klassifizierung: streng geheim.


    Ellanar?
    Eine von vielen Sphären, die ich auf meinen Reisen durch das Gefüge des Universums besucht hatte. Eine Welt, die es beinahe geschafft hatte, mich zu fesseln, mich zu binden und somit mein Leben als Wanderer zu beenden. Und doch erinnere ich mich gern an die Zeit, die ich darin verbrachte.


    Ellanar ist ein Planet im System Onére, ein Nachbar von Aira, wo ich mich letztendlich zur Ruhe gesetzt habe. Es gibt elf Planeten in der Umlaufbahn von Onére, auf vier davon gibt es nachweislich Leben. Was mit den anderen ist, so muss ich gestehen, dass ich mich nie mit ihnen beschäftigt habe.
    Ellanar und Aira haben eine seltsame Beziehung zueinander: sie befinden sich immer auf der jeweils anderen Seite des Sterns, sodass die Bewohner beider Planeten den jeweils anderen Planet nicht sehen können. Sie teilen sich die gleiche Umlaufbahn und sind ungefähr gleich groß.
    Auch die Lebensbedingungen sind sich weitestgehend ähnlich, Dinge wie die Luftzusammensetzung oder die Schwerkraft. Und noch eine Sache haben sie gemeinsam: beide haben an dem Volk, dem ich entstamme, gelitten - an dem Volk der Menschen.
    Doch dazu komme ich später.


    Ellanar besitzt fünf Kontinente und viele kleine und große Inseln. Die größte Landmasse ist Handaran, sie erstreckt sich beinahe über die gesamte westliche Hemisphäre und beinhaltet alle Klimazonen, von dem ewigen Eis des nördlichen Rings über die Mischwälder des Djevrs und den Regenwäldern von Kivnazej bis zu den trockenen Steppen an den Ausläufern des Birhajour-Gebirge. Nur Sandwüsten sucht man vergeblich auf Handaran.
    Der östliche Nachbar Handarans ist Lorthanar, das Land, wo meine Art Städte aus dem Boden stampft und Imperien errichtet, die dann von anderen Vertretern der selben Art überrant werden. Lorthanar ist bei weitem nicht so groß wie Handaran, hat allerdings mehr als ausreichend Fläche: ein menschlicher Reisender braucht bei guten Bedingungen etwa ein Jahr, um den Kontinent von West nach Ost zu überqueren.


    Über die anderen Kontinente ist wenig bekannt und auch ich habe nur auf einen von ihnen einen Fuß gesetzt. Die Veruud, das Erste Volk von Ellanar, nennen diese Kontinente Virrtha, Serret und Kordanal. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auf ihnen Wesen leben, von ihnen weder ich noch sonst irgendjemand je etwas gehört hat.


    Ellanar weist einen großen Unterschied zu den meisten Welten, die ich kennengelernt habe, auf.
    Die meisten Völker auf niedrigen Entwicklungsstufen (im Vergleich zu der Welt, von der ich stamme) verehren eine Muttergottheit und nennen sie Mutter Erde oder große Mutter. In den meisten Fällen entstammt diese Gottheit ihrer eigenen Vorstellungen. Doch nicht auf Ellanar.
    Die Wesenheit, die nur den Veruud bekannt ist, ist am ehesten mit einer Pflanze zu vergleichen, die den ganzen Planeten mit ihrem Wurzelwerk umspannt. Meistens greift sie nicht aktiv in das Ökosystem ein und die Wurzeln kommen nur an einigen wenigen Stellen an die Oberfläche. Jedoch zweifle ich nicht daran, dass diese Wesenheit ein Bewusstsein besitzt, das jedoch so fremdartig ist, dass es meine Vorstellungen bei weitem übersteigt. Die Veruud nennen sie Khaardain und gehen davon aus, dass sie ihnen das Leben geschenkt hat.
    Auch die Darhi haben Legenden von Khaardain, obwohl es anzunehmen ist, dass diese Legenden von den Veruud stammen.
    Ich werde auf diese Legenden später im Detail eingehen.


    Die Völker Ellanars?
    Da gibt es die Veruud, über die nur sehr wenig bekannt ist, da sie nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form existieren und eigentlich als ausgestorben gelten.
    Dann gibt es die Darhi, die sich über die gesamte Fläche Handarans verbreitet haben.
    Und es gibt uns, die Menschen. Doch wir wurden nicht von Ellanar hervorgebracht, wir kamen von woanders her, um dort ein neues Leben anzufangen...



    ...wird fortgesetzt.


    Und weil ich sie gerade fertiggestellt habe, hier die Weltkarte von Ellanar.


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  • Insgesamt eine sehr interessante Welt. Mir gefällt das mit dem Planetensystem sehr gut. Zwei Planeten auf einer Umlaufbahn, die sich nie sehen können.


    Warum gibt es nur auf 4 Planeten Leben? Befinden sich die anderen Planeten nicht in den habitablen Zonen (Lebenszonen) des Planetensystems?


    Freue mich auf mehr.

  • Ein stimmungsvoller Text, sehr schön als Einführung. :)


    Warum können die Menschen von den Veruud wissen, wenn sie doch als ausgestorben gelten? Inwiefern bzw. warum sind sie dann noch immer da? Auf diese "Mutterpflanze" bin ich auch neugierig ... Auf welche Weise verehren die Veruud sie (wenn man das so nennen kann)? Und warum wissen die Darhi, dass es sie gibt? Überhaupt würde ich auch gerne mehr über die Darhi erfahren.


    Allerdings finde ich es auch sehr spannend, wie die Welt in deinem Kopf entstanden ist. Es ist ja eigentlich immer so, dass man sich etwas nicht im eigentlichen Sinne "ausdenkt", sondern dass man einfach "von der Muse geküsst" wird. ^^


    Freu mich auf mehr von Ellanar!

  • Quote

    Original von Elatan
    Sind die Menschen bei dir eigentlich hoch entwickelt? Sie kennen sich ja ziemlich gut mit dem Onére-System aus und waren auf mehreren Planeten. Woher wissen sie zum Beispiel, dass Ellanar auf der anderen Seite der Sonne ist? Und ist Aira der Heimatplanet der Menschen?


    Also das ist so.
    Yvon Ruz ist ein Wanderer.
    Wanderer sind Wesen (dabei ist es gleich von welchem Volk sie stammen, dieser hier war eben ursprünglich ein Mensch und identifiziert sich (wieder) mit seinem Volk), die sich von dem Gefüge ihrer Heimatwelt gelöst haben. Sie erlangen andere Fähigkeiten und eine andere... hm... Sicht. Sie können Fäden des Weltgefüges wahrnehmen und diese umgehen, sodass sie nicht mehr wirklich Teil ihrer Welt sind. Für sie gelten dann andere, universelle Regeln. So können sie zum Beispiel die Schwerkraft eines Planeten ignorieren oder brauchen keine Luft mehr zum atmen und können sich durch das All bewegen oder unter Wasser. Auch können sie große Entfernungen in sehr kurzen Zeiten überwinden. Oder jede beliebige Gestalt annehmen. Auch wird die Zeit für einen Wanderer relativ. Rein theoretisch könnte er unendlich leben.


    Das alles hört sich ein wenig nach einem Überwesen an, aber das ist es mitnichten. Es ist sehr, sehr schwer, ein Wanderer zu werden und noch schwerer, einer zu bleiben.
    Mit dieser Entscheidung verdammt man sich, auf immer und ewig allein zu bleiben. Man hat keine Heimat, keinen Ort, an den man zurückkehren kann - und meistens auch keine Freunde. Die Bekanntschaften, die ein Wanderer in den verschiedenen Welten schließt, die er besucht, dürfen ihn nicht allzu sehr berühren. Er muss seine Umgebung auf Distanz behalten, denn sonst wird er in das Weltengefüge eingewoben und verliert seine Fähigkeiten als Wanderer. Er wird also wieder zu einem Normalsterblichen.


    Und für die meisten sozial lebenden Wesen wie zB die Menschen ist es sehr, sehr schwer, sich diese Sichtweise anzueignen. Sie sehnen sich nach Beständigkeit, nach Gesellschaft, nach anderen Leuten um sich herum. Die Einsamkeit ihres Lebens macht ihnen auf Dauer schwer zu schaffen.


    Warum man ein Wanderer wird? Das weiß ich noch nicht genau. Manche... werden einfach dazu geboren, schätze ich.


    Ein Wanderer weiß also in der Regel mehr über das Universum im allgemeinen und die Welten, die er besucht hat, im Besonderen, als irgendjemand anderer.


    Die Menschen auf Ellanar sind, im Vergleich zu den irdischen Menschen, nicht so "hoch entwickelt", sie leben in einer Mischung aus Mittelalter und Industrialisierung, gut gewürzt mit einer Prise Magie. Die Airianer sind oder eher waren im Vergleich dazu schon sehr hochentwickelt, sie hatten Raumschiffe und alternative Energien, Genlabore, Riesencomputer und andere lustige Dinge die wir hier auf der Welt nicht mal ansatzweise haben. Wenn man noch das etwas andere Weltgefüge mit etwas anderen Naturgesetzen bedenkt und die Tatsache, dass airianische Götter durchaus real sind, bekommt man schon eine sehr interessante Mischung.


    Die Airianer haben irgendwann, vor guten zwei Tausend Jahren (vom Jetzt-Zeitpunkt auf Ellanar betrachtet) aus Forschungszwecken ein ganzes Kontingent an Leuten nach Ellanar geschickt. Kurz danach hat es auf Aira Bumm gemacht. Es kam zu einem Krieg zwischen den beiden Hauptnationen Airas, Hel'dra und Gnairdan. Die vereinte Priesterschaft der drei Götter haben diverses Wissen von Technik etc eingeheimst und in den Tempeln eingelagert, zum einen damit es nicht ganz verloren geht und zum anderen, damit sie wissen, wovon sie die Menschen später abhalten müssen, damit es nicht wieder Bumm macht. Es hieß also: back to the roots. Heute leben die Airianer auf den Ruinen ihrer einstigen Hochkultur, schwingen Schwerter und Speere und haben nicht mal ansatzweise eine Ahnung von Raumschiffen und Gentechnik. Was auch gut so ist.


    Die Menschen auf Ellanar also wurden von ihrer Heimatwelt abgeschnitten. Aufgrund von nicht besonders menschenfreundlichen Umweltbedingungen auf Ellanar haben sie so ziemlich ihr gesamtes Techlevel verloren und waren eine ganze Zeit lang damit beschäftigt, zu überleben. Irgendwann haben sie das Imperium Kir Dalaan errichtet und irgendwann später sind sie auf Handaran gesegelt und haben von den Darhi ein paar auf die Nase bekommen... aber dazu später. *grins*


    Edit:
    Wah, ich komm ja gar nicht mit dem Schreiben hinterher.


    Quote

    Original von Rion
    Warum gibt es nur auf 4 Planeten Leben? Befinden sich die anderen Planeten nicht in den habitablen Zonen (Lebenszonen) des Planetensystems?
    Freue mich auf mehr.


    Die anderen Planeten sind entweder zu weit oder zu nah an der Sonne. Oder sind so beschaffen dass kein Leben möglich ist. Was weiß ich. Oder es gibt da Leben aber es ist vielleicht unter der Oberfläche und niemand weiß, dass es dort gibt. Oder es nahm andere Formen an und niemand sieht es als Leben an.


    Mehr kommt garantiert... ich muss lernen schneller zu schreiben. *grins*


    Quote

    Original von Kira
    Warum können die Menschen von den Veruud wissen, wenn sie doch als ausgestorben gelten? Inwiefern bzw. warum sind sie dann noch immer da? Auf diese "Mutterpflanze" bin ich auch neugierig ... Auf welche Weise verehren die Veruud sie (wenn man das so nennen kann)? Und warum wissen die Darhi, dass es sie gibt? Überhaupt würde ich auch gerne mehr über die Darhi erfahren.
    Freu mich auf mehr von Ellanar!


    Die Menschen in ihrer Gesamtheit wissen nicht von den Veruud. Eigentlich wissen nur die Darhi von den Veruud - und überhaupt nur einzelne Individueen. Der Inworldtext spiegelt nicht den Wissenstand der Menschheit wider, nur den Wissenstand von Yvon Ruz, eines einzelnen Wanderers, der zufälligerweise ein Mensch ist. Das hätte ich vielleicht vorher erwähnen sollen.


    Was die Veruud angeht, so werde ich später genauer auf sie eingehen da sie zu komplex sind um sie mit drei Sätzen zu beschreiben.

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  • Ich muss zugeben ich bin total von der Idee der Wanderer verzaubert. Kannst du zu ihnen vielleicht eion paar Hintergrundinfos geben?


    Gibt es eine vereinigung von Wanderern? Oder widerspricht dass dem Einsamkeitsdingens? Können die Wanderer also untereinander ihre Erfahrungen nicht teilen?

    Die Rosen sind rot, Die Veilchen sind blau.
    Ich bin untot und farbenblind. Genau.
    *Mampf*
    Extreme-Weltenbastling @ 日本!

  • Quote

    Original von Waduru
    Ich muss zugeben ich bin total von der Idee der Wanderer verzaubert. Kannst du zu ihnen vielleicht eion paar Hintergrundinfos geben?


    Gibt es eine vereinigung von Wanderern? Oder widerspricht dass dem Einsamkeitsdingens? Können die Wanderer also untereinander ihre Erfahrungen nicht teilen?


    Auf ihren Reisen bewegen sich die Wanderer oft durch andere Existenzebenen, also "Kopien" der wirklichen Welt mit etwas anderen Parametern... Parallelwelten, oder wie man das auch immer nennt.
    Sowohl auf Aira als auch auf Ellanar werden sie von den Menschen (naja die beiden Menschen"arten" teilen bis zu einem gewissen Zeitpunkt das gleiche Wissen) Nebelwege, Schattenwege und Grenzwege genannt. Das alles sind verschiedene Existenzebenen, in denen manchmal sehr fremdartige Wesen leben, die eigentlich nicht mehr als verzerrte "Kopien" von den Wesen sind, die in den jeweiligen Welten leben.


    Manchmal begegnen sich Wanderer auf diesen "Wegen". Sie können sich durchaus austauschen. Es ist auch nicht unmöglich, dass Wanderer unter sich Freundschaften schließen doch die wechselhafte, unbeständige Natur der Wanderer macht es schwer, diese über längere Zeit zu pflegen.


    Eine Vereinigung von Wanderern gibt es glaube ich nicht in diesem Sinne. Wanderer stehen sich an sich recht nah, sie teilen den gleichen Lebensweg, aber sie kennen sich nicht alle untereinander und legen auch keinen großen Wert darauf.
    Manche Wanderer sind darauf aus, möglichst viel Wissen über Dinge zu sammeln, Dinge zu beobachten. Manchmal hinterlassen sie ihre Beobachtungen auf irgendwelchen Welten. Oder in anderen Existenzebenen. Oder schleppen ihre Aufzeichnungen mit oder übergeben sie anderen Wanderern.
    Andere Wanderer leben nur so vor sich hin, für den Moment, ohne sich Gedanken über das Davor und das Danach zu machen.


    Ich habe durchaus vor mehr von den Wanderern zu schreiben aber irgendwie glühen mir grad die Finger...

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  • Passt schon, gibt mir Zeit fragen zu stellen ;)


    Haben diese Parallelwelten denn einen Einfluss auf die "echten" Welten?


    Sprich kann der Wanderer seine Kräfte benutzen um die echten Welten zu verändern oder würde dass für den Wanderer gar keinen Sinn ergeben?

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  • Quote

    Original von Waduru
    Haben diese Parallelwelten denn einen Einfluss auf die "echten" Welten?
    Sprich kann der Wanderer seine Kräfte benutzen um die echten Welten zu verändern oder würde dass für den Wanderer gar keinen Sinn ergeben?


    Also irgendwie beeinflussen sie sich schon gegenseitig, wie genau, weiß ich nicht... ist mir zu kompliziert und fällt eigentlich in den Bereich "ist halt so".


    Ein Wanderer verändert nichts. Er strebt auch nicht unbedingt danach, etwas zu verändern, denn wenn er anfängt, etwas zu verändern, dann verbindet er sich zu sehr mit dem Weltengefüge und ist somit kein Wanderer mehr.


    An dieser Stelle füge ich wohl einen Ausschnitt aus einem Text ein den ich vor gut 6 Jahren geschrieben habe und der ein Teil des Airaplots ist.


    Seine Gedanken kehrten ständig zu einem bestimmten Thema zurück, so sehr er auch versuchte, sie in eine andere Richtung zu lenken.
    Seit fünf Jahren hielt er sich in dieser Stadt auf. Fünf Jahre waren keine besonders lange Zeit, doch es war ein gewaltiger Unterschied, ob man auf Wanderschaft ging oder sie auf einem Ort verbrachte. In fünf Jahren wuchs einem ein Ort ins Herz. Und das war etwas, was Yvon immer vermeiden wollte.
    Als er hierher kam, verfolgte er nur ein Ziel – weitergehen. Doch etwas hielt ihn davon ab, und jedes Mal, als er aufbrechen wollte, kam etwas dazwischen und er blieb. Jedes Mal sagte er sich – gehst du heute nicht, so gehst du morgen. Er als Wanderer hatte eine sehr lockere Auffassung von Zeit. Doch selbst ihm machte sie zu schaffen.
    Ein anderer Wanderer, den er auf den Wegen traf, sagte ihm, er solle jegliche persönliche Bindungen vermeiden, immer frei und unbeschwert bleiben, keine Verpflichtungen eingehen, keine Versprechen geben – außer dem Versprechen, dem Weg treu zu sein. Konnte es sein, dass er in den fünf Jahren den Weg aus den Augen verloren hatte? Diese Vermutung machte ihm Angst. Er schaute sich um. Die adlige Frau war verschwunden, auf der Terrasse war außer ihm keiner mehr.
    Yvon schloss die Augen und fuhr mit der Hand über die Lider – eine symbolische Geste, die auf dem Wunsch beruhte, den Vorhang des Weltgefüges beiseite zu schieben und klar zu sehen.
    Als er die Augen öffnete, waberte dichter Nebel um ihn herum. Er blinzelte mehrmals. Fäden kristallisierten sich aus dem Nebel, schimmernde, leuchtende Fäden, die alles verbanden. Das Gewebe der Welt. Als er sich konzentrierte, konnte er so etwas wie Pfade ausmachen, die sich zwischen den Fäden schlängelten. Hier und da huschten kaum sichtbare Schatten vorbei.
    Yvon machte einen Schritt auf einen der Pfade zu, doch er musste feststellen, dass es ihm unheimlich schwer fiel. Jede Bewegung erforderte Unmengen seiner Kraft. Tief in seinem Innern wusste er, warum.
    Er sah an sich herunter. Silbrige Fäden hingen an seinen Füßen, umwoben seine Hände. Fäden, die fest mit den anderen verknüpft waren.
    Es war ein beinahe schmerzhafter Anblick, doch Yvon wusste, dass nur er die Schuld daran trug. Er hatte es zugelassen. Er war viel zu lange an einem Ort geblieben, hatte sich die Angelegenheiten der Stadt viel zu nahe gehen lassen. Jetzt war er mit dieser Welt verbunden.


    Der Wanderer, der nun nicht mehr frei war, warf den Kopf in den Nacken und schrie seine Angst und seine Wut hinaus.

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  • Die Wanderer sind eine coole Idee. Wie ist es denn, wenn z.B. in deinem Beispiel die Stadt, mit der sich der Wanderer verbunden hatte, dem Erdboden gleichgemacht wird? Verliert er die Bindung und kann wieder auf Wanderschaft gehen?


    Und fieser: Kann ein durchgeknallter Wanderer seine eigene Bindung einreißen, damit er wieder auf Wanderung gehen kann? In diesem Fall: Kann der die Stadt zertören?


    LG Veni_vidi_vici

  • Quote

    Original von veni_vidi_vici
    Die Wanderer sind eine coole Idee. Wie ist es denn, wenn z.B. in deinem Beispiel die Stadt, mit der sich der Wanderer verbunden hatte, dem Erdboden gleichgemacht wird? Verliert er die Bindung und kann wieder auf Wanderschaft gehen?


    Und fieser: Kann ein durchgeknallter Wanderer seine eigene Bindung einreißen, damit er wieder auf Wanderung gehen kann? In diesem Fall: Kann der die Stadt zertören?


    LG Veni_vidi_vici


    Ich weiß jetzt nicht wie du ausgerechnet auf eine Stadt kommst... Nein, die Bindung besteht mit der Welt an sich, also mit dem Planeten. Auf dem Planeten kann er sich frei bewegen wie er will - btw wie es in seinen Möglichkeiten steht, denn jetzt gelten die Gesetze, die auch für alle Normalsterblichen denken, auch für ihn. :)
    Ich weiß jetzt nicht ob es durchgeknallte Wanderer gibt aber ich denke, ihr Lebensstil lädt förmlich zum Wahnsinn ein... Aber gewalttätig sind sie nicht. Ein Wanderer mit genug Willenskraft könnte sich vermutlich wieder losreißen und einfach von dannen ziehen. Aber das passiert wohl selten. Wenn sie wieder irgendwo "festgewachsen" sind dann ist es für sie ein Zeichen, dass es Zeit wird, sich zur Ruhe zu setzen.


    Witzig dass die Wanderersache als so interessant empfunden wird, für mich waren sie bisher nur ein unbedeutendes Detail, stumme Beobachter am Rande des Geschehens...

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  • Die Wanderer sind durchaus interessant ... weil sie etwas Neues sind, dessen Konzept man erst verstehen muss. Außerdem finde ich es interessant, dass sie emotionale Bindungen zu allen Welten unterlassen müssen.


    Eigentlich müsste es da eine sehr hohe Anzahl von Wanderern geben, die es irgendwann nicht mehr sind oder es nur für kurze Lebensabschnitte werden. Jeder tendiert schließlich dazu, sich emotional an etwas oder jemand anderen zu binden. Eine hohe Wahrscheinlichkeit von Geisteskrankheit seh ich da außerdem. (Borderline, Autismus, Schizophrenie? Die passen imo am besten.)


    Bin gespannt auf mehr, vor allem über die Völker von Ellanar.

  • Hab bisher "nur" deinen ersten Post gelesen und muss sagen:
    Echt eine schöne Atmosphäre die du da zauberst. Und eine gut gelungene Erzählperspektive.
    Jetzt werd ich gespannt weiterlesen und bin neugierig, wieso diese Welt unter den Menschen gelitten hat.

    "Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, man kann sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d. h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen"

  • Davon, dass du (wenn ich dich richtig verstehe) nicht mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen bist, merkt man wirklich überhaupt nichts.
    Gerade sprachlich gefällt mir sehr gut, was du schreibst - auf jeden Fall schaffst du es, neugierig zu machen und Lust auf mehr zu wecken.
    Insofern werde ich hier wohl auch weiterlesen, wenn mehr kommt.

  • Leider noch kein Update aber dafür hat Ellanar jetzt so etwas wie eine Webpräsenz : es fehlt leider noch der Inhalt, der kommt aber noch! *grins*

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  • Doppelposts sind böse aber ich habe im ersten Post die Weltkarte von Ellanar eingefügt: bisher nur Umrisse vom Land. Von den einzelnen Kontinenten und/oder deren Abschnitten werde ich dann bunte Karten machen. (Topografie, Vegetationszonen etc etc.)

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  • Schöne Karte, gefällt mir gut. Gibt es eine Geschichte zu dem See auf Handaran wo die Inseln drin "schwimmen"? Oder ist da ein bestimmter - vielleicht wichtiger - Ort? Ist mir irgendwie richtig ins Auge gestochen. Und viele Inseln hast du. Wie groß ist denn die Welt? Also wie lange braucht man um einen Kontinent mit einem Pferd zu durchqueren o.ä.?


    LG Veni_vidi_vici

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