Text to Image - AI-Kunst in den Welten

Liebe Bastler, die Weltenbastler-Olympiade hat begonnen, das WBO-Tool ist vorbereitet. Bitte meldet euch schnell an. Viel Spaß dabei!
  • Interessiert euch das als Ausdrucksmöglichkeit für eure Welten? 14

    1. Ja! Ich mache überhaupt nichts anderes mehr! (1) 7%
    2. Ja, ich finde das sehr interessant (8) 57%
    3. Ja, ist mir aber viel zu mühsam (0) 0%
    4. Ich würde es vielleicht als Concept Art nutzen, aber ethisch ist das nur vertretbar, wenn ich dann selber drübermale (4) 29%
    5. Nein, das ist das Ende der Kunst, des Universums und alles anderen, und ich verurteile es und finde es kagge (1) 7%
    6. Hä, ich versteh überhaupt nichts davon, geh mir wech (0) 0%

    Benutzt eigentlich jemand von euch die neuen Text-to-Image-Generatoren für seine/ihre Welt? Ich bin natürlich mit beiden Füßen gleichzeitig reingesprungen. Stable Diffusion kann ich nicht installieren, dafür bin ich zu doof. DALL-E und Midjourney kosten Geld, und Craiyon kann ist zwar kostenlos, scheitert aber gnadenlos an Gesichtern. Es gibt noch mehr Programme, aber das sind jetzt die, die ich kenne. Also haben meine Schwester und ich uns einen gemeinsamen Midjourney-Account zugelegt und innerhalb von drei Tagen hunderte von Bildern generiert.

    Das Prinzip ist "einfach": Man gibt Text ein und die KI macht aus den Wörtern Bilder. Ich wage nicht darüber nachzudenken, wie es funktioniert, und ich verstehe das Entsetzen echter Künstler, die jetzt plötzlich von epischen KI-Bildern zur Seite gefegt werden - aber nur dann, wenn man ganz genau weiß, was man eintippen muss, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Es gibt schon Dutzende von YT-Videos und Hilfsseiten im Netz, die die Prompts, also die Befehle, vorstellen und erklären. Bei Midjourney erinnert mich der Prozess an den Umgang mit Nodes in Blender oder Terragen - man modifiziert Zahlen und Buchstaben und guckt, was die KI daraus macht.

    Für mich ist es eine Möglichkeit, meine Charaktere, Orte und alle möglichen anderen Ideen zu visualisieren, ohne irgendwem anders erklären zu müssen, was ich haben will, und - ja, auch ohne Geld auszugeben. Ich hab nicht genug Geld, um 300 Charakterportraits zu bezahlen.


    Hier mal die Links:


    Midjourney


    Stable Diffusion


    DALL-E


    Craiyon


    Rabenzeit 1 gibt's bei Amazon für den Kindle und als gedrucktes Buch im Buchhandel. Als epub bei mir.
    Und Glitzi 9 ist fertich.

  • Ich bin immer noch sehr skeptisch dem ganzen gegenüber. Einfach weil jetzt auf allen Kanälen Leute Bilder rausrotzen, die auf den ersten kurzen Blick "geil" aussehen mögen, aber zu 99% eben doch auf der Arbeitsleistung anderer gewachsen ist, die (ohne Genehmigung der Urheber) in die AI-Datenbanken gespeist wurde.


    Tatsächlich nervt mich das mittlerweile und auf Facebook z.B. blende ich derartige Beiträge gleich ganz aus und kommentiere sie erst gar nicht, wenn ich weiß, dass da abgesehen von ein paar Texteingaben kein Handschlag / Pinselstrich getan wurde.


    Für mich habe ich vor ein paar Wochen Stable Diffusion lokal installiert und auch ein bisschen experimentiert. Ich finde es durchaus interessant, damit Bildwerk für meine Welt zu generieren. Aber eben definitiv nur als Basis/Inspiration, wo ich definitiv Änderungen mache, damit es was Eigenes ist und nicht einfach generisches Bildmaterial, das mit den passenden Begriffen eben jeder beliebig generieren kann. Ich will nicht, dass meine Welt und Charaktere wie beliebig AI-generiertes Machwerk aussehen, weil es dann einfach nicht mehr "meine" Welt wäre.


    Für meine auf AI-Basis entstandenen Bilder habe ich erstmal einen separaten Artstation-Account erstellt, wo ich die Ergebnisse dieser Experimente sammle. Da habe ich mit einer Serie von Hexenportraits begonnen und habe auch schon Ideen für weitere Themen, wenn ich diese Serie abgeschlossen habe. Aber da ich da noch jeweils mehrere Stunden investiere mit Drübermalen, füllt sich diese Galerie nur langsam:


    https://www.artstation.com/hexenwerk


    Ich habe einen anderen Haupt-Account bei Artstation und möchte aktuell die Sachen, die irgendwas mit AI zu tun haben, explizit davon trennen, weil das Thema für mich immer noch ein Geschmäckle hat.


    Edit: mittlerweile nutze ich den Account stattdessen für UI Design-Arbeiten und Ähnliches.

  • Hier sind mal ein paar von meinen Ergebnissen.


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  • Ja, das mit dem Urheberrecht ist natürlich ein Problem, aber ich glaube nicht, dass die Zahl wirklich bei 99 % liegt. Das müsste ich mal recherchieren. Aber es ist nicht so, dass ich auf einen Knopf drücke, das Bild erscheint und ich gebe es als mein eigenes aus. Da gehört doch ein bisschen mehr dazu - und für mich ist es genau so ein Werkzeug wie Blender, Photoshop oder Minecraft. Die habe ich auch nicht selbst programmiert, nutze sie aber, um meine Ideen sichtbar zu machen.




    edit: Coole Hexen :))))


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  • Natürlich brauchst du erstmal funktionierende Prompts. Aber auch die kann man sich ja wie du schon geschrieben hast, im Netz zusammenklauben. Und jemand anders kann, wenn er die gleichen Prompts nutzt wie du, auch die gleichen Bilder generieren. Das geht per Copy&Paste.


    Würde jemand anders die gleiche Arbeit machen, die ein Illustrator/Künstler/Artist gemacht hat, also 1:1 die gleichen Pinselstriche machen, könnte er auch das selbe Resultat erzielen, klar. Aber es wäre trotzdem viel viel mehr Arbeit und Lebenszeit die jemand da in ein Bild fließen lässt, als jemand der mal schnell copy & paste für ein paar Begriffe macht, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein brauchbar aussehendes Bild ausspucken.


    Ich finde es einfach falsch, wenn dann AI-Tool-Nutzer sich selbst als "Artist" betiteln.


    Ich bin da selbst noch unentschlossen und denke drüber nach, ob sich der Begriff "Art Director" auch hierfür richtig anfühlen würde. Ich meine entweder ich sage einem Artist, was er zeichnen soll und in welchem Stil, oder ich sage das einer trainierten AI. Was meint ihr?


    Aber auch bei einem Artdirector seh ich das mit der Arbeitsleistung kritisch. Das ist für mich persönlich aktuell sogar ein ziemlich akutes Problem, weil ich nunmal in dem Bereich arbeite und meine Miete und mein Essen mit dieser Arbeit bezahlen muss. Und ich fühl mich schon als Artdirector dreckig, wenn ich jemand anderem nur sage, wie etwas auszusehen hat - wer ist dann der "Künstler", wenn die Ideen von außen eingegeben und nur entsprechend der Anweisung ausgeführt wurden? Bei einer AI ist es plötzlich der dirigierende Mensch, der sich selbst als Künstler fühlt, aber bei einem Artist, der von einem Artdirector angewiesen wurde, ist es der dirigierte Mensch, nicht der Director ...


    Wenn ich jetzt wiederum mit einer AI "zusammen arbeite", und hier einerseits die Rolle des Art Directors einnehme, andererseits aber auch "Postproduction" mache, also nochmal drüber male (was ich wiederum als Artdirector bei einem von einem Menschen fabrizierten Bild, wenn es sein muss, auch mache) ... dann fühlt sich das etwas richtiger an für mich.

  • Kunst ist mMn auch Kunst, wenn sie in Auftrag gegeben und bezahlt wurde. Nicht nur, wenn sie freier Inspiration folgt und niemand sonst sie haben will.


    Wenn du dir meine Bilder anguckst, siehst du, dass da eine Menge Fehler drin sind. MJ scheitert vor allem an Augen und Händen, und manchmal reicht ein einziges zusätzliches Wort aus, um das gesamte Ergebnis zu zerbomben. Mein böser Herzog hat völlig kaputte Augen, die ich irgendwann mal übermalen werden. Bei Iveirdne habe ich es schon gemacht. Und niemand wird je exakt dasselbe Bild generieren, auch nicht, wenn er meine Prompts exakt kopiert. Dafür ist zu viel Zufallsgeneration im Spiel.


    Für mich heißt es also, die richtigen Worte zu finden, und wenn ich später übermale, kann ich auf Vorlage, Komposition, Lichtverhältnisse und Farbgebung des Bildes zurückgreifen, statt alles ohne Vorlage oder Modell selber malen zu müssen. Das kann ich nämlich einfach nicht. Ich bin schon vor Jahren an der Grenze meiner Zeichenkünste angekommen, und die reichen einfach nicht für das, was ich SEHEN will, ohne erst auf die Verfilmung zu warten.


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  • Es ist aber ein Unterschied, ob ein Auftraggeber einem Illustratoren z.B. sagt, er soll den eigenen Rollenspielcharakter illustrieren, ihm beschreibt wie der aussieht usw. Ein Artdirector ist da ja schon nochmal näher dran und hat das nötige Fachwissen, um konkrete kompositorische Vorgaben zu machen oder Probleme in der Anatomie erkennen und Lösungen dafür zeigen zu können. Über dieses Wissen/diese Fähigkeiten verfügt üblicherweise der Auftraggeber/Kunde nicht.


    Was die Generierung des exakt selben Bildes betrifft: Doch das geht. Ich habe es in einem Browsertool probiert, dann mit den exakt gleichen Einstellungen und Begriffen nochmal lokal mit meinem stable diffusion. Wichtig ist halt dass die ganzen Einstellungen passen - ansonsten greifen die auf die gleichen Bilddatenbanken zurück, also kommt dann auch das selbe raus. Natürlich kann es sein dass du erst 10 Bilder generieren musst, damit das dann darunter ist, aber es ist reproduzierbar.


    Für Concept Art dieser Art, dass man nicht auf der weißen Leinwand anfangen muss zu malen, finde ich das Tool schon genial. Gerade wenn man eine mehrjährige Zeichenblockade hatte (wie ich z.B.), kann es eine Möglichkeit sein, überhaupt wieder mit dem Malen anzufangen. Ich seh das also nicht nur negativ. Aber eben wie gesagt unter der Bedingung, dass man auch wirklich selbst noch Hand anlegt und nicht einfach das nimmt, was man von der AI bekommt.


    Damit verringert man auch das Risiko, unwissentlich Urheberrechte zu verletzen. Denn nur weil du die Vorlage für das von dir generierte Bild nicht kennst, bedeutet das nicht automatisch, dass dein Bild ausreichend Schöpfungshöhe hat, um nicht Rechte anderer zu verletzen. Wenn du aber nun in Unkenntnis der Vorlage daran malst und es für deine Zwecke optimierst, reicht es ja vielleicht. Aber ich glaube, auf Gesetzgebung in der Richtung müssen wir wohl noch warten. Da ist die technische Entwicklung mal wieder schneller.


    Ich glaube jedenfalls, dass die AI Art bleiben wird und wir uns damit so oder so werden abfinden müssen. Was auch der Grund ist, warum ich mich nun drauf eingelassen habe, es auch auszuprobieren, um nicht von der Entwicklung abgehängt zu werden, wenn am Ende eh alle es nutzen, um billiger sein zu können. Da mich das beruflich akut betrifft und ich nunmal nichts anderes gelernt habe, bin ich dazu gezwungen.


    Es wollen ja alle immer nur alles effizient, schnell und billig. Um den Vorgang des Malens, die Suche, das Scheitern, die Lösungsfindung aus eigenen Kräften, die Kunst vielleicht mal beinhaltet hat, vielleicht einem Bild Emotionen und Seele zu geben und die selbst da hineinzumalen, wie es eine AI nicht kann, geht es in diesen Zeiten eh schon lange nicht mehr.

  • Hier ist ein interessanter Artikel zum Thema Urheberrecht, allerdings geht es hauptsächlich um die Frage, ob der Knöpfchendrücker und Wortesucher (also ich) ein Urheberrecht an den Bildern hat (nein, nur wenn ich sie selber nochmal verändere). Um die Herkunft des Datenmaterials geht es nur im letzten Absatz.


    https://www.telemedicus.info/k…maschine-als-schoepferin/


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  • Ich habe damit schon rumgespielt, bin aber noch nicht wirklich weit gediehen. Für mich als jemand, der einfach nicht malen kann (oder keine Zeit hat, es zu lernen) ist das einfach eine Möglichkeit meine Gedanken zu visualisieren. Als Künstler sehe ich mich deswegen nicht

  • Ich habe damit schon rumgespielt, bin aber noch nicht wirklich weit gediehen. Für mich als jemand, der einfach nicht malen kann (oder keine Zeit hat, es zu lernen) ist das einfach eine Möglichkeit meine Gedanken zu visualisieren. Als Künstler sehe ich mich deswegen nicht

    Was ich mich da frage: Sind das dann wirklich noch "deine" Gedanken und Ideen? Oder kommt eigentlich nur willkürlich ein Bild heraus, das einfach so geil ist, dass es deine ursprüngliche Idee, wie etwas aussehen sollte/könnte, überschreibt und ersetzt?

  • Ich hab gestern und heute ein bisschen damit rumgespielt. Für Landschaften und Personen für meine Welten reicht es bei meinen Prompts definitiv nicht, aber rein zum Spass konnte das Ding Captain Picard eine Pizza liefern, also immerhin das.


    Was ich dann aber eine ganze Weile lang gemacht hab, war, nach Schrift und Text zu prompten. Das, was das Ding an "Buchstaben" ausspuckt könnte sich mitunter in einer meiner gebastelten Schriften wiederfinden.

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Ich habe damit schon rumgespielt, bin aber noch nicht wirklich weit gediehen. Für mich als jemand, der einfach nicht malen kann (oder keine Zeit hat, es zu lernen) ist das einfach eine Möglichkeit meine Gedanken zu visualisieren. Als Künstler sehe ich mich deswegen nicht

    Was ich mich da frage: Sind das dann wirklich noch "deine" Gedanken und Ideen? Oder kommt eigentlich nur willkürlich ein Bild heraus, das einfach so geil ist, dass es deine ursprüngliche Idee, wie etwas aussehen sollte/könnte, überschreibt und ersetzt?

    Das ist eine gute Frage. Ist mir bei einigen Bildern tatsächlich auch passiert, aber meistens fummle ich so lange an den Prompts herum, bis es doch eher wie das aussieht, was ich im Kopf hatte.


    Natürlich wird man auch durch amerikanische Prüderie blockiert und muss dann Umwege finden. ZB sind "naked", "corpse" und "harem" gebannte Begriffe. Außerdem versucht die KI, jeder Person mit dem Begriff "inuit" schwarze Haare und traditionelle Kleidung zu verpassen, und "young asian man with blond hair" bekommt Diskofarben und ein jubelndes Publikum im Hintergrund, obwohl er im Meer herumschwimmen soll - da hats wohl zu viele Boybands in der Datenbank. ;D Es ist halt eine ziemliche Fummelei, bis alles passt, und man kommt schon mal in die Versuchung, einfach das zu übernehmen, was das Programm vorschlägt.


    Rabenzeit 1 gibt's bei Amazon für den Kindle und als gedrucktes Buch im Buchhandel. Als epub bei mir.
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  • Ich habe damit schon rumgespielt, bin aber noch nicht wirklich weit gediehen. Für mich als jemand, der einfach nicht malen kann (oder keine Zeit hat, es zu lernen) ist das einfach eine Möglichkeit meine Gedanken zu visualisieren. Als Künstler sehe ich mich deswegen nicht

    Was ich mich da frage: Sind das dann wirklich noch "deine" Gedanken und Ideen? Oder kommt eigentlich nur willkürlich ein Bild heraus, das einfach so geil ist, dass es deine ursprüngliche Idee, wie etwas aussehen sollte/könnte, überschreibt und ersetzt?

    Naja, Aurhim ist in seiner Optik sehr erdähnlich, nur die Kombi gibt es nicht unbedingt. Wie gesagt, ich bin noch nicht so wirklich weit gediehen. Aber für mich könnte ein Prompt wie "Fachwerkhaus im Urwald" funktionieren. Ich meine, bisher hab ich meine Welt hauptsächlich mit Wikimedia-Bilder UNSERER Welt illustriert.

    Ich hab kein gutes visuelles Vorstellungsvermögen (auch ein Grund, warum ich es beim Zeichnen nie weit gebracht habe), aber ich kenne das Feeling meiner Welt in und auswendig. Ich kann dir problemlos sagen, ob ein Bild auf Aurhim ist oder nicht, ohne dass ich es dir vorher hätte beschreiben können.

    Aber bei meinen bisherigen Versuchen kam noch gar kein Bild heraus, das ich als "geil" bezeichnet hätte :lol:

  • Also, ich war kurz davor, die vorletzte Option ("Nein, das ist das Ende der Kunst...") zu wählen, weil ich selbst die Verwendung von KI-Bildern noch restriktiver handhabe, als sie einfach zu übermalen.

    Ich fand es während des einen Discord-Treffens ganz nett, mit dem Generator herumzuspielen, der ziemlich surreale Ergebnisse produziert hat, aber direkt nutzten würde ich die Bilder nicht. Sie haben mir ein paar ästhetische Anstöße gegeben, aber unabhängig von juristischen Fragen finde ich es den Urhebern der ursprünglichen Bilder gegenüber einfach fairer, KI-Bilder ähnlich wie Referenzbilder ohne Quellenangabe zu behandeln.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen die entsprechenden Werkzeuge, aber ich fände es bedenklich, sie so zu verwenden, als würden sie Bilder "aus dem Nichts" erschaffen. Dadurch wird denen, die hinter der KI oder den Datenbanken stecken etwas zugesprochen, das sie ohne die unzähligen namenlosen Maler, Zeichner, Photographen, etc., die das System "gefüttert" haben, nicht hätten.

    "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
    - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

  • Ich denke man darf nicht vergessen, dass kein Künstler im luftleeren Raum erschafft.

    Auch jeder menschliche Zeichner/Maler/Photograph wurde zuvor mit Werken anderer Künstler "gefüttert". Imitation ist ein fester Bestandteil jedes künstlerischen Erzeugnisses und wenn ein Werk zu verschieden vom kulturellen Kontext ist, dann können viele Gehirne damit nichts anfangen, weil Anknüpfungspunkte fehlen.

    Gute Bilder entstehen also meiner Meinung nach nie "aus dem Nichts".

    Nichts anderes macht ja die KI in diesem Fall.

    Vielleicht gefällt es uns als Menschen nicht so sehr, dass der Prozess von einer Maschine und nicht einem Menschen durchgeführt wird, aber an sich ist es finde ich das Gleiche. (Abgesehen natürlich von Fällen, in denen der ursprüngliche Urheber immer noch zweifelsfrei auszumachen ist, weil nicht genug Abstraktion stattgefunden hat. Das ist natürlich problematisch, hat man bei menschlichen "Plagiaten" aber genau so.)

    Ich denke aber nicht, dass das zum Aussterben der (menschengemachen) Kunst führen wird. Menschen, die ich kennengelernt habe, legen großen Wert auf die zwischenmenschliche Komponente. Künstler, die auch als reale Person hinter ihrer Kunst stehen, werden damit immer auch Leute überzeugen können, die algorithmisch erzeugte Kunst nicht spannend genug finden.

    Ob man Leute, die KI-Generatoren verwenden, als Künstler bezeichnen möchte? Ich würde sagen ja, immerhin arbeiten sie kreativ an einem künstlerischen Resultat. Aber ich mag diese Diskussion nicht besonders, ich finde es immer kritisch, wenn Personen versuchen, Kunst objektiv zu beurteilen und die Beurteilung, ob etwas überhaupt Kunst ist, gehört da für mich dazu.

  • Interessanter Blickwinkel, danke dafür. Ich finde aber das der Knackpunkt liegt in

    "In a very real way, each piece of your art in the dataset is part of that software, even if it's not directly visible to the end user."

    Ich bin kein Jurist, aber das Endergebnis ist meiner Meinung nach das zu Betrachtende.

    Ich kann als Musikproduzent auch beliebig viele urheberrechtlich geschützte Musikstücke in mein Programm ziehen und daraus etwas Neues zusammenbasteln.

    Wenn das Endergebnis von allen Vorlagen ausreichend entfernt ist (was in dem Fall auch heißt, dass keine erkennbaren Samples zu hören sind, wobei schon das eine andere Diskussion ist),

    wurde keine Urheberrecht verletzt. Der Prozess ist da mMn irrelevant.

    Ich wollte nicht andeuten, dass die KI den gleichen Prozess verwendet wie menschliche Künstler.

  • Ich finde das auch ein sehr schwieriges Thema. Als Spielzeug, um Inspirationen zu bekommen oder als grundlegende Visualisierungsmöglichkeit für künstlerisch nicht so begabte Leute, finde ich das durchaus nützlich. Da ist es eben ein Hilfsmittel, wie andere Programme auch.


    Aber wenn es den ganzen Kunst- und Illustratormark über den Haufen wirft und Künstler/Illustratoren arbeitslos macht, die tatsächlich Ausbildung und Mühe und manuelle Fertigkeiten langwierig erworben haben, ist das schon eine ganz andere Hausnummer. Abgesehen vom Urheberproblem, weil sich die Programme auf Datenbanken mit Bildern stützen, die ja von richtigen Menschen kommen. Ich fürchte, ein großer Teil an Covern, Plakaten, Illustrationen, Werbung usw. werden künftig von AI gefertigt, eben ohne kreativen Prozess von echten Menschen. Das ist ein großer Teil der Bilderwelt, die uns umgibt, und wenn die nur aus statistischen Berechnungen toter Maschinen kommt, finde ich das einerseits creepy, andererseits halt auch einen riesigen Umbruch für die Branche und die Leute dort. Ich glaub nicht, dass die "richtige" Kunst sich Sorgen machen muss, aber eben das riesige Feld an Graphikern und Illustratoren. Und nein, ich finde nicht, dass das altmodisches Festhalten an hergebrachten Techniken ist und Stemmen gegen den Fortschritt, so wie die Autoindustrie eben die Kutschen- und Fuhrwerke überflüssig gemacht hat, es ist schon auch ein tatsächlicher Verlust menschlicher Vorstellungskraft und deren Darstellung. Am Ende kann keiner mehr mit Stift und Pinsel umgehen (oder die Leute, die es können, müssen andere Jobs machen, weil es dafür kein Geld mehr gibt).

  • Ich seh zunächst für die Künstler*innen mal zwei Probleme, zwischen denen ich trennen würde.


    Das erste ist das finanzielle Auskommen. Da ist es wohl ebenso wie in vielen anderen Lebensbereichen; durch Automatisierung gehen Jobs verloren. Letzlich ist das ja auch das Ziel vieler Technik. Dass es auch Felder betrifft, in denen Leute gerne arbeiten (im Gegensatz vllt zu einem Industrieroboter) ist etwas neu, aber grundsätzlich auch schon länger so. Was mit der eingesparten Arbeitszeit passiert, ist ein gesellschaftliches Problem (aka Fuck Kapitalismus, ich erspare euch einen längeren Rant...) Das gesellschaftliche Problem halte ich für lösbar, am Ende haben wir Künstler*innen die nicht mehr "gebraucht" werden, aber auch ein gutes Leben führen können, besser sogar, da sie nicht mehr Aufträge annehmen müssen, an denen ihnen nichts liegt.


    Das andere ist die Wertschätzung als kreative Arbeit. Ich glaube, da wird es dann trotzdem noch schwierig. Die viele Arbeit, die im Hintergrund passiert ist, bevor eine AI überhaupt etwas ausspucken kann, ist im Moment ziemlich unsichtbar. Selbst wenn AI-Anbieter grundsätzlich ihre Datenbanken veröffentlichten müssten, wäre immer noch nicht klar, welche Bilder wirklich als Vorlage eingeflossen sind. Dementsprechend müsste bei jedem AI-Bild eigentlich alle Künstler*innen, die irgendetwas zur Datenbank beigetragen haben, in den Credits aufscheinen. :kopfkratz: Angesichts dessen, dass z.B. bei einem über Patreon finanzierten Youtube-Video schon mal mehrere Minuten lang die Namen aller Spender*innen über den Bildschirm laufen, fände ich das noch nicht mal so abwegig, wie es vllt zunächst klingen mag. Klar, liest sich niemand durch; zufällig 10 Namen aus dem Topf ziehen und anzeigen lassen wär auch noch ne Möglichkeit.

    Aber das sind nur symbolische Lösungen; grundsätzlich geht es da ja dann darum, dass allgemein der Gesellschaft bekannt ist, dass diese Arbeit da eben drinsteckt. (Hmm, das kann dann aber auch für sowas wie Mathematik gelten - dort werden einzelne Personen dadurch geehrt, dass irgendwelche Sätze nach ihnen benannt wurden. Es ist glaub ich da grundsätzlich auch klar, dass alles auf Arbeit vergangener Generationen aufbaut.)


    (Und wenn wir nochmal 200 Jahre in die Zukunft springen, sind alle, deren Werke heute in so einer Datenbank drin sind, verstorben... da geht es dann um Geschichte? Wertschätzung der Ahnen? :kopfkratz: )


    Dritter Punkt - möglicher Paradigmenwechsel, was die Kunst selbst angeht. Das betrifft nicht mehr direkt die Künstler*innen, sondern gerade auch Rezipient*innen. Dazu hab ich bezogen auf die (Neue) Musik vor Jahren schon mal was geschrieben, was ich nicht so schlecht finde; zumindest 4 der 5 angesprochenen Möglichkeiten kann ich mir auf die bildende Kunst umgelegt vorstellen. (Und ich meine, es geht ja eh nicht nur um die bildende Kunst, das ist nur gerade der aktuelle Hauptfokus der AI, da die meisten Menschen viel Wert auf Visuelles legen)

    D.h.

    1) Persönlichkeit der Künstler*in - Kunstwerk ist besonders, weil es von X gemacht wurde, handgefertigt...

    2)

    3) Kunst als Prozess - das Malen/Schaffen selbst ist das wichtige, das Werk letztlich weniger oder nicht wichtig

    4) Konzeptionelle Kunst - das geht lustigerweise auch grade mit Verwendung von AI; es könnte zum Beispiel darum gehen, möglichst weirde Prompts zu kreiieren, die AIs herausfordern oder scheitern lassen, ... und natürlich alles, was bildende Kunst eh schon mindestens seit den 1960ern konzeptuell so macht.^^

    5) Ästhetische Forschung - was finden Leute schön, einfach als Hauptzweck die Erkundung. Auch hier ist vermutlich mit und ohne AI gleichermaßen viel möglich.

    6+) Gibt bestimmt noch viel mehr, an das ich nicht denke.^^


    ~~~~~

    Und selbst...


    Also wenn ich bestimmte Sachen z.B. aus meinen Welten illustrieren will, müsste ich entweder die Ressourcen haben, um entsprechend Künstler*innen zu bezahlen, oder halt AI - letztere wohl billiger, erstere Möglichkeit interessanter - zumindest wenn eins Menschen grundsätzlich interessant findet. (Ich mag Menschen. :D )


    Ich zögere momentan, von dieser - aus meiner Sicht eben grundsätzlich positiven - Möglichkeit Gebrauch zu machen, eben weil die oben genannten gesellschaftlichen Probleme nicht gelöst sind - auf der anderen Seite sind es Probleme, die es auch so gibt, und schon lange gibt. Wenn's ums Stürzen von Kapitalismus geht, sind dann vllt auch ein paar arbeitslose Graphiker*innen mit dabei. :weissnicht:


    Vielleicht noch anzusprechen der Energieverbrauch, der anscheinend bei AI-Art nicht so unbeträchtlich ist. Aber solange uns z.B. überall Werbebildschirme nerven und dabei ununterbrochen Strom fressen, können wir glaub ich noch nicht von einer Gesellschaft reden, die wirklich Energie sparen will. Und ich glaube nicht, dass Energie, die in etwas Schönes investiert wird, unbedingt falsch ist; kommt dann halt auf die Proportionen drauf an. (Wenn Energie wirklich arg knapp wird, werden handgemachte Auftragswerke vielleicht sogar mal wieder billiger als AI-Art?)


    Am Ende kann keiner mehr mit Stift und Pinsel umgehen (oder die Leute, die es können, müssen andere Jobs machen, weil es dafür kein Geld mehr gibt).

    Hm, zumindest in der Musik scheint das nicht passiert zu sein, als Tonaufnahmen aufkamen und es plötzlich möglich war, zuhause Symphonien zu hören. Eher ist das Feld (spezifisch klassische Musik) elitärer geworden, weil nur noch hochausgebildete Spitzenmusiker*innen Jobsicherheit haben.


    Aber das ist natürlich nicht 1:1 zu vergleichen mit Bildern. Wird noch spannend, ob AI auch mal physische z.B. Ölgemälde in hoher Qualität hinkriegt. Sonst haben dort erstmal Menschen noch ne Weile ein Monopol drauf.


    Ich bin gespannt, wie sich die Sicht auf AI-Bilder in den sagen wir mal nächsten 10 Jahren entwickelt. Ob es zu einer Entwertung kommt, weil sie Massenware sind, und Leute vielleicht auch mal schnell genug davon haben, sofern nicht noch etwas *extra* dazukommt. (Wie z.B. bei Terias Rabenzeitbildern der Kontext, dass es Geschichten darum gibt, das verändert die Bedeutung der Bilder sehr.) Ich glaube, das fängt bei mir schon an; wenn ich über das fuffzigste richtig krass toll aussehende AI-Bild drüberscrolle ... frag ich mich, was das besondere gerade an diesem Bild ist.


    Einen ähnlichen Effekt (der Masse) sehe ich bei mir auch beim Weltenbasteln schon - vieles, das ich online sehe, ist sehr toll, und es gibt ja auch abertausende Weltenbastler*innen in den Weiten des Internets. Etwas Eigenes machen kommt bei mir nicht mehr aus dem Bedürfnis, es ihnen gleichzutun, sondern braucht andere Gründe. Forschen, Fragen, Nachdenken, Spaß an albernem Kram Haben ...

  • Der Energieverbrauch ist auch ein guter Punkt. Das ist ja schon eine Sache, die beim Thema NFT ein Kritikpunkt war. Das Thema ist ja noch viel übler - und leider dürften diese ganzen AI-Entwicklungen für NFT-Nutznießer ja auch eine sehr interessante Sache sein ...


    Ich habe das natürlich auch sofort geprüft, als ich das hier lokal ausprobiert habe, wieviel Strom das eigentlich frisst. Während das Ding rechnet, verbraucht es bei mir soviel Strom als würde ich ein anspruchsvolles 3D-Spiel spielen (z.B. Cyberpunk 2077). Ob die Information weiterhilft, keine Ahnung. Aber ich wollte es auch wissen.

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