Zusammenlegen von Welten

  • Oooh danke! Ich hab mir die Unendliche Geschichte neulich erst wieder zugelegt, noch ein Grund, sie nochmal zu lesen! :D
    An den genannten Tempel erinnere ich mich nämlich grad überhaupt nicht (wenn ich es lese, vielleicht wieder ...). Aber die unendliche Geschichte ist ja auch eine dieser Buchwelten (und ... mehr).


    Gern auch verraten, in welchem Hohlbein es war (muss ja nicht hier sein, falls es zu Off Topic wird ;D). Von dem habe ich schon lange nichts mehr gelesen. ABER! Bei Hohlbein fällt mir grad noch "Schattenjagd" ein. Da ging es im Grunde auch um "Welten nebeneinander" - da verselbständigt sich nämlich ein Computerspiel und vermischt sich mit der Wirklichkeit. Den Ansatz finde ich auch spannend - dass Computerspielwelten real werden/auf ihre Weise sind. Ich denke, da gibts sicher auch entsprechendes Filmwerk mit solchen Ansätzen (bestimmt auch total bekanntes, das ich grad nicht auf dem Schirm habe :P). Wobei:


    Matrix? Was ist wenn die Leute in der Welt, die man grad bebastelt hat, feststellen, dass sie sich in einer fiktiven Welt befinden? Da kann die andere, "zusammenzulegende" Welt ja dann auch die reale Welt dazu werden
    (ah, da fällt mir dann auch direkt noch Sophies Welt ein ... ).


    Hilfe, ich konsumiere zuviel und bastle zu wenig. :( Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen ...

  • 1. Habt ihr schonmal Welten zusammengelegt? Und wenn ja, warum?
    2. Was für Probleme haben sich ergeben? Wie konntet ihr sie lösen?
    3. Was haltet ihr vom Zusammenlegen? Gute oder schlechte Idee?

    1. Ja, bei der "Weltenhochzeit" als Silph und ich beschlossen haben, Silphs "Land des Falkens" auf Aurhim anzusiedeln. Wir hatten davor schon an Sternjäger zusammengearbeitet und das Flair war ähnlich - und dann haben wir es einfach gemacht.


    2. Das erste, was mir bei dieser Frage einfällt ist das Schlagwort "Konflikt als Chance" (ich glaube, so heißt eine Schulung bei uns ;) ).
    Wir haben schnell gemerkt, dass die Stellen, die zuerst für Probleme zu sein scheinen, am Ende die besten Lösungen bringen. Man muss nur offen sein. Dazu gehört vor allem, sich klar zu machen, was von den in Konflikt stehenden Ideen unbedingt bleiben muss, und was verhandelbar ist. Und dann muss man eben kreativ werden.
    Mal ein Beispiel aus der Anfangszeit der Weltenhochzeit.
    Wir hatten beschlossen, das Land des Falken mit Talilla, einem bereits existierenden Land meiner Welt, gleichzusetzen. Durch die Geschichte dieses Landes war aber die Sprache vorgegeben. Silph hatte keine Sprache, aber eine lange Liste von Chara-Namen, und wie sich zeigte, passten die meisten nicht zu der Sprache. Buchstaben wurden in anderen Kombinationen verwendet und die Endungen waren völlig falsch. Irgendwann haben wir dann gemerkt, dass die meisten Konflikt-Namen zu Offizieren der Reiterei gehörten und so entstand die Idee, dass es in der Reiterei (aber nur da) Sitte ist, sich bei der Ernennung zum Offizier einen neuen, möglichst exotischen Namen zu geben. Damit waren fast alle erschlagen bis auf einen. Der war in dieser Sprache völlig unaussprechlich und enthielt dazu noch ein Zeichen, dass es in dieser Sprache gar nicht gab. Tja, und daraus wurde dann eine Kurzgeschichte und aus einem recht interessanten Charakter wurde eine richtig coole Socke (die Kurzfassung der Geschichte: Er gibt sich einen total unaussprechlichen Namen. Der Schreiber, der den Namen aufzeichnen soll, rügt ihn, dass sich kein Mensch diesen Namen wird merken können. Darauf er: Doch, das werden sie! Und ein paar Jahre später ist er einer der bekanntesten Helden des Landes.)
    Einige Zeit später kam dann noch die Erklärung dazu, warum diese Sitte existiert, was eine längere Geschichte mit wechselnden Kriegen zwischen mindestens 3 Völkern wurde und definitiv zu lang, um es hier darzustellen.


    Meine Erfahrung zeigt, dass wenn man zwei auf den ersten Blick unvereinbare Dinge hat, dass dann die Erklärung ein paar Umwege gehen muss. Genau diese verschlungenen Erklärungen mit Ausnahmen von der Ausnahme etc machen für mich aber eine Welt "real" und lassen sie das Scherenschnittartige verlieren.


    3. Zumindest für uns war es die beste Idee, die wir je hatten

  • Was spricht denn dagegen, dass man auch beim Speedbasteln unterbewusst von irgendwas inspiriert sein kann?

    Aber wurscht - Ich wollte jedenfalls deine schöne Idee nicht dadurch abwerten, dass sie mich an andere Ideen, die mich ebenso fasziniert haben, erinnern.

    Nein, ist ja auch nicht schlimm. Bei mir ists halt beim Speedbasteln manchmal so, dass ich aufgrund des Zeitdrucks, innerhalb einer Stunde etwas einigermaßen Sinnvolles zu basteln, eine Idee [hier: Raum der Türen] aufgreife und ohne viel Zusatzinspiration in mir weiterentwickle, wie es eben bei diesem Thema der Fall war. Ich finds auch interessant, wenn andere gewisse Ideen, die ich habe, ebenfalls, aber unabhängig von mir, hatten.

  • Ich hatte eine Steampunkwelt, doch dort wollte die Magie, die ich entworfen habe, nicht so recht hineinpassen und vor allem hatte ich nun wirklich Lust endlich mal die "klassische" High Fantasy und DnD-Welt zu schreiben. Mit Elfen, Zwergen, Drachen und allem, was mein Herz für eine solche High Fantasy-Welt begehrt. :D


    Obwohl Drachen auch ein zentrales Element meiner Steampunkwelt waren. Die bestand aus fliegenden Inseln, deren Bewohner nicht wussten, ob ein Grund und eine andere Welt unter der dichten, stürmischen Wolkendecke lag. Zwischen den Inseln wurde mit Luftschiffen und handaufgezogenen Drachen gehandelt.

    Es existieren alte Legende, dass darunter der "Weltenglobus" unter den Reichen der schwebenden Inseln liegen könnte.

    Hab mich ohnehin selbst gefragt was unter dee Wolkendecke liegt. :D


    ... und sie existiert fast genauso in meiner heutigen Welt, und lässt sich da prima einfügen. Eben in etwas angepasster Form. Bloß dass nun neben Menschen noch alle möglichen Rassen existieren und die Wolkendecke vor vielen Jahrzehnten durchbrochen wurde.

    Hatte es auch so eingeplant, dass dort eine von hauptsächlich von Zwergen und Gnomen bewohnte Stadt zu finden ist, die zu Luftfahrtingineuren wurden und auch an Windenergie und co. arbeiten.


    Außerdem kann ich meine Elfen in Renaissance- bis Steampunk-Kleider und -Anzüge / Kleidung stecken, und das lass ich mir nun wirklich nicht entgehen. Ich meine ... cute, sexy, hot!!? :-[ :lol:

    Bloß existieren bisher nur Luftschiffe aus Eisenstahl, nicht dem Stahl den Elfen verarbeiten, und auch wenn es nicht so verheerend ist wie reines Eisen, wird das ein Horrortrip für meine(n) Protagonisten.


    Leider weiß ich nicht, wie ich meine alte Protagonistin einbringe, das würde ich schon gerne. Vielleicht erhält sie auch eine eigene Geschichte darüber, wie sie und ihre Luftschiffpiraten (bisher eine reine Menschengruppe und ich denke das bleibt so) die Wolkendecke durchbrachen.

    Irgendwann stoßen die Protagonistengruppen vielleicht aufeinander, ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sie gut miteinander auskämen. :lol:

  • Lustig, wie es in den ursprünglichen Fragen hauptsächlich um die Probleme von Weltenzusammenlegung geht, der Thread aber fast schon mehr die vielen Vorteile aufzeigt ... :lol:


    Ich persönlich hab ja auch immer sehr oft und sehr gerne zusammengelegt - oder direkt darauf hingearbeitet, Geschichten in einer bestehenden Welt unterzubringen, indem diese so erweitert wurde, daß die Voraussetzungen für die Story paßten.


    Auf Probleme bin ich dabei selten bis nie gestoßen, irgendwie hat's halt immer "Klick" gemacht und die Einzelteile sind harmonisch ineinander geglitten, als wären sie schon immer füreinander bestimmt gewesen.


    Teils sogar mit Konzepten, die sich scheinbar widersprechen müßten. Meine aktuelle Geschichte spielt in einer SF Welt mit JEDER MENGE Magie. Die Welt basiert auf einer Fantasy Geschichte, in der GAR KEINE Magie existent war. Beides basiert auf demselben Konzept, das sowohl für Magie als auch deren Abwesenheit verantwortlich sein kann. Ganz wie es die Geschichte eben gerade braucht ... :pfeif:


    Die bisher genannten Probleme sind bei mir entsprechend nie aufgekommen. Inkonsistenzen gab's nicht, weil's halt irgendwie immer direkt paßt. Und vom Flair her ... kein Problem, jede Geschichte darf ihren eigenen haben, jeder Planet und jedes Zeitalter ebenso. Entsprechend hätte ich da auch keine Lösungsvorschläge anzubieten jenseits von "Radikale Akzeptanz"? :lol:

    Bring me your soul, bring me your hate
    In my name you will create
    Bring me your fear, bring me your pain
    You will destroy in my name

    - Les Friction, Dark Matter

  • Manchmal kann man zwei Welten zusammenführen, manchmal nicht.


    So habe ich kürzlich aus zwei Heimatsettings eins gemacht. Die beiden Heimatsettings waren das "Mythische Weserbergland", das ich in meiner Jugend erfunden hatte, und das"Haarbüttchenwelsch", wonach es in den Bergen nördlich meines Elternhauses im Weserbergland eine sehr kleine linguistische Minderheit gibt, deren Sprache mit den Sprachen der Elben verwandt ist. Diese beiden Heimatsettings habe ich nun zusammengeführt, und zwar ganz einfach: das Mythische Weserbergland ist die Mythologie der Sprecher des Haarbüttchenwelschen.


    Derzeit denke ich darüber nach, zwei Space-Operas zusammenzuführen, die beide im Wartestand sind. Zum einen das "Spalier", ein Kosmos mit einer Metazivilisation überwiegend nicht-humaoider Aliens, die in manchen Punkten der "Kultur" von Iain M. Banks ähnelt; zum anderen ein Setting, das auf der UFO-Mythologie basiert, mit "Greys" als eusoziale Wesen, kalt und amoralisch (aber eigentlich ebensowenig "böse" wie das ein Sturm oder ein Virus wäre), und "Nordics" als Nachfahren von Elben (insofern spielt also der Elbenpfad mit rein), die irgendwann mal von irgendwelchen Aliens (vielleicht den Greys) auf einen anderen Planeten verschleppt wurden. Aber wahrscheinlich werde ich das ufologische Setting einfach knicken. Ich persönlich halte es für wenig wahrscheinlich, dass UFOs tatsächlich außerirdische Raumschiffe sind.

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