Kleine Ursache, große Wirkung - geschichtliche Kettenreaktionen

  • Königreiche, die in sich zusammenfallen, weil irgendjemand zur falschen Zeit ein Butterbrot verspeiste, Kettenreaktionen, ausgelöst von einem falschen Wort in einer heiklen Situation, etc.


    Wie ist das bei euch so, habt ihr Ereignisse, die auf ganz unbedeutende Auslöser zurückgehen?

  • Klaro. Ein sehr netter unbedeutender Auslöser ist die Tatsache, dass ein Schulverwalter in Tabos im See Tabos nicht wiedergewählt wurde.


    Die Folge davon waren ein Aufstand in Valeka und ein Bürgerkrieg der Vorga in der Wüste.


    Veria

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Habe derzeit nur einen Fall, aber denke der passt hier herein =)


    Nun, es kam zwar kein Krieg zustande, aber eine große Wirkung gab es dennoch: Landgrom - eine ehemlige Kolonie Vangards - erlangte seine Unabhängigkeit nur, weil man es schlicht vergaß.
    Wie Gwynneth (gwynnisch) und Harvannyar (julaynisch) wurde die vanardische Kolonie zu Zeiten der großen Expansion gegründet, unter Schirmherrschaft der Gwynn. Gwynns Interesse lag besonders daran, einen guten diplomatischen Stand zu dem vanardischen Königreich zu erhalten, wodurch die Gründung von Landgrom fast ausschließlich aus derer Hand geschah, obwohl die Siedler natürlich vanardisch waren.


    Es dauerte wahrlich nicht lange bis man erkannte, das Landgrom nicht wirklich als Kolonie gezählt werden könne. Da die Initiative von Gwynns Herrscher ausging und nicht vom vanardischen König, hatte er eher wenig damit am Hut. Er bekam zwar Nachrichten und erließ einige Gesetze, doch der Regelfall war, das er die Kolonie kaum beachtete, bzw. sogar vollkommen vergaß. Trotz einiger Berater, die ihm darauf aufmerksam machten. Man weiß bis Heute nicht ob dies vom damaligen König Absicht oder doch pure Vergesslichkeit war.


    So erlangte nach nur wenigen Monaten nach ihrer Gründung Landgrom seine pre-unabhänigkeit - denn Gwynn sollte noch für eine ganze Weile dort intervenieren.

  • Der letzte Zido-Großfürst von S'chon-kôr rutschte in der Sauna aus, schlug sich den Kopf ein und war fortan ein sabbernder Pflegefall. Nachdem er nach einiger Zeit wieder halbwegs ansprechbar war, wurde er gefragt, wen er zu seinem Stellvertreter ernennen wollte. Der Großfürst wude gerade mit einem Löffel Suppe gefüttert und spuckte ihn mit dem Laut "Balch" wieder aus.
    Daraufhin wurde Fürst Vijaz Balch sein Stellvertreter, ernannte sich selbst zum König und startete einen Sezessionskrieg.

  • Der Prophet Johann in meiner Welt war zwar zu Lebzeiten nicht völlig unbekannt, aber man behauptet, das Johannitentum hätte das Potential zur Weltreligion erst durch einen unglücklichen Zufall erlangt: Der Prophet hatte sich mit seinen Anhängern zum Essen getroffen und kurz nachdem er ihnen zugeprostet hatte und sich ans Geflügel machte, bekam er einen Knochen in den falschen Hals und erstickte daran.
    Viele sahen das als göttliches Schicksal und sagen Johann nach, er sei so zum Creater zurückgekehrt, um ihn davon zu überzeugen, die Menschen - zumindest die Gläubigen - nicht zu hart für ihre Sünden zu strafen. Das Symbol der Johanniten ist deswegen ein rundes Y, die Form eines stilisierten Hühner-Schlüsselbeins. Die Fragen, ob es ein Huhn war oder eine Taube, und ob man diese Vögel nun nicht mehr essen soll oder gerade besonders oft, haben zu nicht immer unblutigen Glaubensstreitereien geführt. Am schlimmsten war jedoch die Anschuldigung, die Wüstlinge hätten kollektiv das Geflügel verflucht, um den Propheten loszuwerden. Das gipfelte darin, dass Volkskaiser Hummel sich zur Aufgabe gemacht hat, im Rahmen seiner angestrebten Weltherrschaft alle Wüstlinge auszurotten. Mit ähnlichen Gerüchten versuchte der Kaiser auch, einen Vernichtigungskrieg gegen die Nordzwerge anzuzetteln...

    "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."
    - Douglas Adams, "Das Restaurant am Ende des Universums"

  • Hm, da bekommt die Wendung "etwas in den falschen Hals kriegen" doch gleich eine ganze neue Bedeutung... ;)


    Ich stelle grade mit Schrecken fest, das bei mir alle großen Ereignisse auch "große Ursachen" haben. Ich denke, dass muss ich ganz dringend ändern.


    inarian

  • Hmm naja, bin noch nicht so weit bei meiner Welt, aber vielleicht hab ich ja doch etwas....... * Unterlagen durchsuch* ;D


    Aja, da: König Liandro Shacos II, ein sehr gutmütiger König, hatte Mitleid mit einem armen nomadenartigen "Händlervolk" und besuchte den Handelsplatz. Da das Händlervolk ( Numiradi) schon so viel leid durch Soldaten ertragen mussten, verweigerten sie dem König den Zutritt. Dieser wurde darauf so böse, dass er seinen Heerscharen befahl, die Numiradi, wegen ihrer Dummheit auszulöschen. Es entstand ein 10 Jahre andauernder Krieg, der zu Gunsten des Königs ausfiel.


    Man vermutete, dass er all die tat, weil er einen Streit mit seiner Ehefrau, Königen Adrea Shacos, hatte. Sie wollte unbedingt West- Drakeiron erobern, aber König Liandro hielt diese Idee für dumm.


    (Ich weiß, das klingt ein bisschen komisch, aber ich werde wahrscheinlich noch etwas überarbeiten :-[ )


    Liebe Grüße Quintus

  • Quote

    Original von Veria
    Klaro. Ein sehr netter unbedeutender Auslöser ist die Tatsache, dass ein Schulverwalter in Tabos im See Tabos nicht wiedergewählt wurde.


    Die Folge davon waren ein Aufstand in Valeka und ein Bürgerkrieg der Vorga in der Wüste.


    Veria


    Aber... warum? Was genau hat dieser Schulverwalter nicht tun können, weil er nicht wiedergewählt wurde?

    Anm.d.Red.: Aufgrund Unstimmigkeiten in der Darstellung auf diversen Monitoren wurde diese Signatur auf unter vier Zeilen gekürzt.

  • Wenn man die großen Ereignisse "runterrechnet", ergeben sich schnell kleinere, finde ich.


    So war z. B. der junge Kessler Mervil im Krieg gegen Laidon ein feiger Soldat, der durch seine Furchtsamkeit die anderen Soldaten demoralisierte. Daher wurde er zu den Heilern geschickt, wo er weniger Schaden anrichten konnte. Im Heiler-Lagerteil geriet er in Kriegsgefangenschaft. Als Kriegsgefangener wiederum freundete er sich mit den Laidoniern an. Bei der Eroberung von Laidon gelang es ihm schließlich, den Kessler Feldherrn Kimra davon zu überzeugen, dass Laidon nicht geplündert werden dürfe. Weil Kimra auf die Plünderung von Laidon verzichtete, fehlte ihm später Geld, und er sah sich gezwungen, einen Staatsstreich in Kessel zu machen (wie sagt man?) und viele Menschen zu töten.
    Und alles nur, weil so ein unwichtiger Typ wie Mervil viele Jahre vorher zufällig in Kriegsgefangenschaft geraten war.
    Allerdings war Kimra eh kein großer Freund von Plünderungen. Vielleicht hätte er es auch so gelassen.


    Hm, eigentlich müssten einem da doch noch viel mehr Dinge einfallen ...

  • Na ja, anders als einige andere Diktatoren handelte Kimra immer seiner merkwürdigen Moral gemäß ... er ließ die Leute am Leben und schadete ihnen nicht, wenn er sie für anständige, gute Menschen hielt. Die Laidonier waren das zweifellos.
    Der Rat von Kessel war es in seinen Augen größtenteils nicht.
    Aber Kimra hatte als Alleinherrscher auch echt nicht mehr alle Murmeln in der Dose, und seine Schuldgefühle haben ihn auch mehr oder weniger getötet.

  • Eine Psychotherapeutin schenkt einem Patienten aus Mitleid eine Spieluhr. Diese löst wenig später die langjährigen Magieraufstände aus. :P


    Intuitive, also nicht wisschenschaftliche, Magie ist meist eng verwoben mit Lauten/Musik. Die Spieluhr versetzt den Patienten in einen tranceähnlichen Zustand, in dem er (trotz der magiehemmenden Einrichtungen im Sanatorium, das eigentlich eine Art Gefängnis für Magier dastellt) Magie wirken kann.


    So kann er Kontakt mit den versteckt lebenden Magiern aufnehmen, die ihn und einige andere Insassen aus dem Sanatorium befreien. Bei dieser Aktion merken die Magier, daß sie - mit ein wenig Willenskraft und enger Zusammenareit - doch ganz schön etwas bewirken können.


    Ergo, sie zetteln den Aufstand an. Wegen eines Mitleidsgeschenkes.

  • Es gab da eine Glasmurmel, die einen Krieg auslöste.




    Genauer gesagt, warf ein Kleinkind in der seikakischen Hauptstadt eine Murmel aus dem Fenster, diese rollte über die Kante eines Abhanges, fiel 200 Fuß tief und traf einen Angehörigen der reniischen Delegation am Kopf. Dessen Leibwächter dachten, jemand hätte auf ihn geschossen, und "schossen zurück". 4 tote Zivilisten -> Abbruch aller diplomatischen Beziehungen in eh schon zum zerreißen gespannter politischer Atmosphäre -> der zweite Reniisch-Seikakische Krieg. Dumm gelaufen.

  • Quote

    Original von Sol'Pati


    Aber... warum? Was genau hat dieser Schulverwalter nicht tun können, weil er nicht wiedergewählt wurde?

    Andersrum. Als Schulverwalter hätte er halt verwaltet und dort die Leute geärgert, aber als Nicht-Schulverwalter war er stinksauer und wanderte aus.


    Veria

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Harrr... gut zu wissen, daß ich nicht die Einzige bin, die da gleich mal an den blondesten aller Arier denken mußte... :P


    Find ich sehr nett, die Geschichte - grad WEIL die Realität zeigt, daß sowas nicht unbedingt weit hergeholt ist.

  • Bei mir hat ein Navigationsfehler dafür gesorgt, dass ein Schiff der Rantor (eine Echsenrasse) in einen Sturm geriet und in Sichtweite einer Menschenfestung Schiffbruch erlitt. Dadurch haben die Menschen folgendes herausgefunden:
    - es gibt noch anderes intelligentes Leben auf der Welt
    - hey, da ist ein riesiger Kontinent im Westen
    Außerdem haben dadurch die Magier aller Menscheninseln ein magisches Unsterblichkeitsritual durchgeführt, das leider schiefgegangen ist. Es hat einen Tsunami ausgelöst (und nebenbei sind jetzt alle Hexer Krüppel). Sie sind dann zum (neu entdeckten) Festland geflohen und haben ein eigenes Reich gegründet.


    Eigentlich bauen ziemlich viele wichtige Ereignisse darauf auf.

  • In meiner "Mondo novo" wurde der Tyrann Gustao Bono durch ein gerade entdecktes, großes Eisenkreuz vor einem Attentat bewahrt. Zuerst wollte man es einschmelzen, doch er ließ es sich in seine Villa bringen. Nur zufällig war er gerade an diesem Tag am Schmelzwerk vorbei geritten, die Hauptstraße wurde von zwei verunglückten Ochsenkarren blockiert.
    Schlecht befestigt fiel es in eben dem Moment vom Turm des prunkvollen Hauses, als der Revolutionär Michellao Iona aus einem Busch des Anwesens herausstürmte und einen vergifteten Dolch in Gustao's Brust rammen wollte. Gerade einen Meter vor Gustao's Füßen erschlug ihn das Kreuz. Die nicht informierten Revolutionsführer, die darauf vertrauten, dass Gustao tod sei, riefen die Republik im Stadtpalast aus und wurden einige Stunden später voll Entsetzen von dem Tyrannen und seinen Söldnern vor den Stadtmauern aufgeknüpft.
    Ein Jahr später, Gustao trug nun ein kleines Eisenkreuz immer bei sich an einer Kette um den Hals, versuchte man erneut, den grausamen Herrscher zu beseitigen. Jedoch prallte der Pfeil an dem harten Amulett ab; wieder fühlte sich Gustao durch das Kreuz beschützt.
    Daraufhin ließ er den Kult des "Inri", denn so war anscheinend der Name des Mannes an dem großen Eisenkreuz, ins Leben rufen. Und diesem diente das Volk, denn immerhin besaß Inri die Macht, ihren Tyrannen vor dem Tode zu bewahren. In den Folgenden Jahren und Jahrzehnten weitete sich dieser Kult im ganzen Land aus und wurde zur Staatsreligion der Grenna Costa.


    Also alles nur durch das falsche Anhängen eines Eisenkreuzes an einer Wand... mehr oder weniger^^

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