"Einflusskarten" eurer Welten

  • Disclaimer: Ich finde die Influence Maps so toll, dass ich sie ernster nehme als nötig. :)


    Mit den meisten Bildern sind andere Dinge mitgemeint, die ich schlechter in Bilder fassen konnte (oder wo es länger dauern würde, die passenden Bilder herauszukramen).
    Das "Best of Sting"-Album (3. Zeile, 4. Bild v. l.) ist ein Einfluss auf Mtali gewesen, weil die Klänge und Texte eine Reise durch Mtali ausgelöst haben. Das Album steht aber auch für ein anderes, nämlich "Graceland" von Paul Simon und eine CD mit australischen Vogelstimmen. Aber das Album steht auch für die Reise durch Queensland, die ich vor einigen Jahren unternommen habe. Insofern hat die Mischung aus der immergleichen Musik und immerzu neuen Landschaften und Wundern Mtali eine Richtung gegeben, in die es sich entwickeln konnte.
    Ich könnte zu jedem dieser Bilder eine Geschichte erzählen.
    Andy Goldsworthys Werke stehen auch für einen Freiberger Künstler, der hier im Wald solche Dinge baute. Wie bei Mr. Goldsworthy sind auch dessen Werke von kurzer Dauer. Aber die Materialien und die Form dieses Künstlers (und auch bei Goldsworthy) führten zu Veränderungen in meinem Konzept von Architektur. Davor schrieb ich hier im Forum "Dieses Volk lebt in Fachwerkhäusern." Danach begann ich, Baustile zu entwickeln, im Kopf und als grobe Skizze oder beschreibender Text (Meisterwerke in Google SketchUp oder Photoshop sind von mir eher nicht zu erwarten ;) ).


    Nochmals, verzeihung, ich nehme dich hier ernst, Jerron. Dem Smiley zum trotz. Auch hinter dem Einbauen von Esper stecken solche Überlegungen. Eine der Dinge, über die ich beim Betrachten deiner Welt nachdachte: wie kommen Menschen auf fiktive Welten? Ist meine Welt mit der Erde verbunden? Wenn man nicht die Alien-Entführung, die Portalreise, die Götter oder eine übertrieben konvergente Evolution zur Hilfe nimmt, wie erklärt man die Anwesenheit von Menschen, ihrer Nutztiere, der typischen Ungeziefer (Spinnen), der bekannten Pflanzen usw.? Erklärt man es überhaupt?
    Wäre es nicht naiv zu denken, eine Welt hätte keinen Einfluss auf die eigene gehabt, wenn man die 24,5 intelligenten Arten dieser Welt (Iadner/Lathan sind 1,5 ;) ) man mit Namen auswendig gelernt hat?


    In der Liste fehlt einiges, was mir partout nicht einfiel. Vielleicht trage ich so Sachen wie den Herrn der Ringe irgendwann mal nach. Aber so ernst ist diese Influence Map dann auch wieder nicht. %-)

  • Puuh, die Idee ist schon gut, aber da kommen doch wirklich viele Dinge zusammen, bei Gelegenheit werde ich mal was zusammenbasteln...
    Sonst find ich die Maps auf jeden Fall sehr aufschlussreich, jedoch fehlt mir bei manchen die Beschriftung, aber das wurde ja auch schon öfters hier im Thread erwähnt...


    @edit: Hier hab ich ma schnell son Teil zusammengebastelt, ich hab mir jetzt nicht besondere Mühe gegeben und anhand der Uhrzeit könnte es auch sein, dass ich Dinge vergessen und weggelassen habe...
    Aber im Großen & Ganzen ist das schon richtig so:
    [Blocked Image: http://i53.tinypic.com/14o679x.jpg]

  • So, habs dann auch mal versucht. Alles ist da sicher nicht drauf, aber ich denke, die wichtigsten sind vertreten. Diese Influence Map gilt natürlich sowohl für die Hauptwelt Thaera als auch für die sie umgebenden Nebenwelten, vor allem die Dämonenwelt Darokneryl (siehe Erläuterungen).



    Erläuterungen:

  • Auuuuuuuch will! Auch wenn die Bildersuche lang gedauert hat ... tief im Hinterkopf auszugraben, was eigentlich die ursprünglichen Einflüsse waren, die nicht erst später kamen, als ich schon das Gerüst hatte, das war viel schwieriger.


    Erstmal die Erklärung:


    Und hier das Bildchen:


    [Blocked Image: http://www.efc-baum.de/veria/Influence_Map_Laharia.png]


    Veria

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Hmmmm... hab lange gebraucht um mich festzulegen. Nicht etwa bei der Entscheidung was mich alles beeinflusst hat, vielmehr beim Eliminationsprozess um auf die dreizehn "Haupteinflüsse" zu kommen.


    Leider bin ich wenig talentiert bei der Bildbearbeitung. Da Meine Titel kaum leserlich sind hier noch eine kurze Ausführung:


    Die Grossen Dreizehn (In Zeilen, von oben links nach unten rechts):


    1. Robert Ervin Howards Hyboria
    Auch bekannt als die Welt von Conan dem Barbaren. Bunt, brutal, archaisch, voller Mythologie, Abenteuer und Geheimnis. Besonders inspirierend finde ich den Ansatz, dass viele bekannte Mythen ihren (realen) Ursprung im hyborischen Zeitalter haben.


    2. Joseph Campbells The Masks of God
    Nach dem Lesen dieses Lebenswerks vergleichender Mythologie glaube ich viel über Inhalt, Sinn und Bedeutung von Mythologie und Religion verstanden zu haben. Für jeden der für seine Welt eine „realistische“ Mythologie erschaffen will ein Muss. Es lässt einem Götter und Menschen mit neuen Augen sehen.


    3. Der Gilgamesch-Epos
    Der Gilgamesch-Epos hat wenig unmittelbaren Einfluss auf meine Welt, weckte aber meine Faszination für Mesopotamien.


    4. Prähistorische Säugetiere
    Bizarr, fremdartig und doch vertraut. Meine wichtigste Inspiration für die Erschaffung meiner Fauna. Damals insbesondere durch die Reportage-Reihe „Walking with Beasts“ beeinflusst.


    5. Frater V.:B:.
    Ist Magie eine übernatürliche Kraft oder wurzelt sie in (tiefen-)psychosozialen Phänomenen? Wenn kümmerts so lange es funktioniert…


    6. Mythologie und Religion
    Immer wieder inspirierend. Einfach mal auf Wikipedia einen Artikel lesen, von Link zu Link springen und plötzlich merken dass der halbe Tag vorbei ist – und man X neue Ideen für seine Welt hat.


    7. Die Phaeton-Hypothese
    Eine meiner wichtigsten Inspirationsquellen. Als Kind habe ich mal in einem Magazin einen Artikel über die (heute leider als überholt geltende) Phaeton-Hypothese gelesen. Sie besagt dass zwischen Mars und Jupiter (wo heute der Asteroidengürtel liegt) einst der Planet Phaeton existiert haben soll. Mir vorzustellen wie es auf diesem Planeten gewesen sein könnte war eine der Initialzündungen für meinen Weltenbau. Bis heute konnte ich mich noch nicht von meinem Projektnamen für meine Welt (Phatnes-Manuskripte) verabschieden…


    8. Grosse Entdecker und ihre Reisen
    Was ist inspirierender als weisse Flecken auf der Landkarte? Entdecker aller Art und ihre Reisen ins Unbekannte haben mich stets fasziniert. hic sunt dracones


    9. Rollenspiel
    Meine Welten habe ich früh schon als Rollenspielwelten konzipiert – lange bevor ich eine Gruppe von Rollenspielern kennenlernte. Später waren es oftmals auch Rollenspielwelten die mich dahingehend beeinflussten, es ihnen NICHT gleich zu tun.


    10. Sindbads Reisen
    Peinlicherweise habe ich Sindbad nie gelesen. Aber als Kind habe ich die Filme geliebt. Ähnlich wie beim achten Punkt (Grosse Entdecker und ihre Reisen) fasziniert mich die Vorstellung dass in fremden Ländern alles anders ist. Wer nur weit genug reist trifft Monstren und fremdartige Bräuche, bizarre Götter und exotische Schönheiten…


    11. Howard Phillips Lovecraft
    Vom Mythos zu den Traumlanden – mein Lieblingsautor. Ausserirdisches, Ausserexistentielles, Ausserreales… der objektive Kosmos ist unendlich fremd und bedrohlich. Lädt zum träumen und verzweifeln ein.


    12. Mesopotamien
    Schlicht die wichtigste historische Inspirationsquelle für meine Welt.


    13. Reisen in die Tropen und Subtropen
    Natur und Kultur meiner Welt sind oft durch meine Eindrücke und Erlebnisse auf Reisen beeinflusst. Besonders prägen mich (nord-)Afrika (Marokko, Tunesien, Kenia), der nahen Osten (Israel) und mein liebstes Reiseziel Südostasien (Thailand und insbesondere Kambodscha wo ich so viel Zeit wie nur irgend möglich verbringe).

  • Das sind Schlüsselmomente oder Ersteindrücke von Spielen oder Bildern, die mich bewegt haben und zu meiner Welt inspiriert haben.


    Einige der Bilder sind aus Myst:
    Oben links Yeeshas (Myst V) Aufnahme ihrer Selbstzweifel. Selbstzweifel fand ich seit jeher einen spannenden Aufhänger zur Konzipierung von Charakteren für meine Welt.
    Daneben Ghen (Myst II), wie er den Spieler vor eine schwierige Wahl stellt. Ghen ist eine Person, die genauso umfassend genial wie gescheitert ist. Sein Ansatz zur Erschaffung von Welten ist grundfalsch, aber er ist unermüdlich und voller Visionen - und das bei seinem Alter. Das fasziniert mich.
    Unten rechts das grünliche Bild zeigt Saavedro (Myst III), wie ihm vom Spieler ein unerwarteter Ausweg aufgezeigt wird. Saavedro ist voller Rachedurst, weil er seine Heimatwelt zerstört glaubte und im Laufe der Jahre im Exil geistesverwirrt geworden. Er ist förmlich in den Schatten der Verwirrung gefallen und wird ausgerechnet von derjenigen Person, die er zu Überlisten versucht, daraus befreit. Das ist ein ergreifender Gegensatz - und Gegensätze liebe ich.
    Oben rechts ist das Hafenportal aus dem Myst-Ableger URU, was es zu der Zeit, als ich es spielte, nur als Singleplayer-Spiel gab. Darin habe ich von verschiedenen Orten immer wieder einen sehnsüchtigen Blick nach der eigentlichen Stadt und dem Hafenportal geworfen - doch konnte man die Stadt nicht erreichen. Sehnsüchte sind für meine Welten inspirierend.
    Das mittlere rote Buch (Myst I) zeigt einen Schlüsselmoment, in dem eine schwierige Entscheidung zu treffen ist. Entscheidungen bilden nach meinem Empfinden die Grundsubstanz menschlicher Identität und sind somit essentiell beim Entwurf meiner Welt.
    Das Bild unten rechts zeigt das Fenster von Kveer (URU / Myst V). Es hebt sich aus der Menge der vielen zerstörten und verlassenen Myst-Welten hervor, weil es unbeschädigt ist. Es symbolisiert gleichermaßen das Festhalten am Alten und den Trost zur Hoffnung auf das Neue, eine Interpretationsfrage der selben Sachlage: Ein intaktes Fenster. Interpretationsmöglichkeiten geben den Dingen Vielschichtigkeit und so versuche ich es in meiner Welt zu tun.


    Drei Bilder sind aus Morrowind. Vivec ist von einem Internet-User zur Tarotkarte "The Fool" ("der Narr" im listigen Sinne) verwandelt worden. In sämtlichen Fantasiewelten hörte ich aus seinem Munde zum ersten Mal eine Beschreibuhng, wie es ist, ein Gott zu sein. Diese Beschreibung weckte generell meine Faszination für Fantasy-Götter und deren Weltsicht bzw. Wirken auf die Welt.
    Das düstre Bild unten zeigt die Aschewüste Morrowinds. Ich war verblüfft, wie viel Atmosphäre und damit Zuneigung Morrowind und besonders seine Aschewüsten in mir erwirkten, nachdem ich mich längere Zeit durch diese karge Landschaft bemüht habe. Die Aschewüste vermittelt eine Art Liebe zur Kargheit; die Einheit von Grausamkeit und Schönheit, was sich auf meiner Welt hier und da wiederfindet.
    Das Bild unten links zeigt einen Hexenturm der Telvanni. In vielen Spielen, Filmen und Büchern "gewinnt" leider stets das Gute, was mich zusehends langweilt und enttäuscht. Das Gute agiert meist nach simplen Motiven, wohingegen dem Bösen meist eine innere Unregelmäßigkeit zu Grunde liegt, eine Unsymmetrie, die es wert ist, erforscht zu werden. Die Telvanni sind ein gutes Beispiel dafür, deren Verhalten mich diese Ansicht lehrte. Sie hocken an der Ostküste Vvardenfells und sträuben sich gegen die positiven Einflüsse des Kaiserreichs und klammern sich kriminell an alte Ideale, die längst im Staub der Geschichte begraben liegen.


    Andere Einflüsse für meine Welt sind vertreuter.
    z.B. wäre da die Zelda-Spiele, besonders Majoras Mask. Das Bild oben zeigt Link, wie er nach der Verwandlung in einen Deku in sein Spiegelbild schaut. Der traurige Ausdruck ist ihm fest ins Gesicht geschrieben und ganz gleich, wie es ihm tatsächlich geht, unwandelbar. Mir wurde dadurch verdeutlicht, dass man verfälschend nicht nur durch eine "Brille" nach außen sehen kann, sondern auch verfälschend durch eine Maske in das Innere eines Menschen. Die körperlichen Erscheinungsformen der vielen Götter auf Ordelen sind dadurch stark beeinflusst.
    Rechts daneben ist das Bild "Fest des Bachhus", ein optisches Spiel, in dem auf Händen getragene Feiergäste emporgehoben werden, bis sie schließlich miteinander verschmelzend das Gesicht einer eitlen, genießerischen Person bilden. Dieses Zusammenspiel aus Teilen und Ganzes verblüfft mich und regt mich für meine Welt immer wieder zu neuen Konstruktionen an, in denen Teile und Ganzes in besonderem Verhältnis zueinander stehen.
    Das winzige Bild in Schwarz-Weiß entstammt dem Spiel "Syberia". Dieses Spiel lehrte mich, die Tiefsinnigkeit und Romantik in Mechanismen und Maschinen zu erkennen - auf den ersten Blick (und auch nur auf den ersten!) ein krasser Gegensatz. In einem meiner Völker kommt dieses Konzept stark zum Ausdruck. Verdeutlicht wird es hier durch eine mechanische Figur, die respektvoll nach ihrem Hut greift, um jemanden zu begrüßen. Ähnlich ist es mit dem Bild in der Mitte: Ein Automat - nicht ein Geist oder sonstiges Wächter - wacht über den Eingang zu einem Grab. Dieses sensibelste aller menschlichen Themen - der Tod - wird respektvoll durch eine Maschine betraut. Dadurch wirkt sie nahezu beseelt oder gefühlvoll, dennoch bleibt sie ein kaltherziges Konstrukt. Das gehört zu den Gegensätzen, die ich bis heute noch nicht ganz verdaut habe und deshalb äußerst interessant finde.
    Zur Tarot-Karte "der Hierophant", die generell meine Affinität zu Theorien über Götter und Religionen verkörpert, seien sie fiktiv oder in der realen Welt vorhanden. Auch Ordelen hat eine Vielzahl von Göttern und eine sehr komplexe Metaphysik, über die sich die verschiedenen Völker in ihren Religionen den Kopf zerbrechen.
    Letztlich noch zum Bild der Hydra. Es entstammt dem Kartenspiel "Magic - The Gathering" und beeindruckte mich tief wegen eines winzigen Details, einer Aufschrift auf der Karte: "The Soul of the World has returned." Ich empfand es so anmaßend wie ergreifend, die "Seele der Welt" so konkret bildlich aufzumalen, ein abstraktes Ding nicht nur durch einen Avatar zu repräsentieren sondern in umfassender Gestalt herzunehmen.

  • Ich habe auch mal versucht, meine wesentlichsten Einflüsse zusammenzutragen. Im Prinzip das was mich diesbezüglich am meisten geprägt hat bzw. das mir nach längerer Überlegung eingefallen ist. Eigentlich könnte man diese Einflusskarte natürlich noch deutlich größer machen, aber so ist man wenigstens gezwungen mehr zu gewichten um die Auswahl zu fokussieren.

  • Einflussbetrachtung, wunderbar! Wenns den Thread nicht gäbe, müsste ich ihn nach dem Vorgeplänkel in der Lieblingsweltenaufzählung ("vermutlich Einflüsse für die Eigenwelt drin verwoben"), meinem eigenen Vorstellungsthread und auch dem Krempel im Profil eröffnen.


    Schade, dass 2017 einige der Bilder schon abgestürzt sind, da vergisst und fragmentiert das Internet doch gern mal. Ich fands aber schön hier nochmal über Spellforce, Mushishi und Lain zu stolpern, wohl ein Funken, mit dem ich halt auch in Kontakt geriet, für andere sicher hier Diabolo und Baldur. Und spannend wars über die grausame Schönheit der Aschewüste zu lesen, weil ich mit Morrowind ja kaum über 20 Minuten zugucken hinaus in Kontakt kam.



    Auch Einflusskarten klingen als Methode sinnvoll, also neben der Aufzählung auch eine Gewichtung mitzugeben und zugleich auf in diesem Fall 13 Einflüsse eingeschränkt zu sein, und wie Avenger schrieb sich so gezwungenermaßen mehr fokussieren und mehr gewichten zu müssen.


    Für mich muss ich das aber ein bisschen anders ordnen, ums sinnvoll nutzen zu können, also versuch ich mich mal dran, Verzeihung wenns den Thread nach etwa fünf Jahren in etwas andere Bahnen weiterlenkt und die daraus entstehende Einflusskarte etwas anders aussieht o.o :


    Probleme

    • Im Gegensatz zum Vorbild Influence Maps auf DeviantArt, bei dem grafische Einflüsse zu grafischen Werken führen, sind wie aus einigen Beiträgen hervorging weder unsere Einflüsse gezwungenermaßen grafisch, noch unsere Werke in erster Linie. Hingegen kann ein Einfluss etwa inhaltlich emotional sein, "beeindruckte mich tief .. empfand es so anmaßend wie ergreifend", oder einfach musikalisch.
    • Das führt auch dazu, dass was als Einfluss gilt erstmal eine Ästhetik war. Also der Style Guide vom Herrn der Ringe oder Narnia, oder der Stil von Picasso oder sonstwas. Auch das kann man für den Kontext Weltenbau (mehr oder weniger neu)definieren. Für mich stellt sich hier zunächst die Frage, ob mit Einfluss eine Quelle oder Stimmung gemeint ist.

    Definitionsversuche
    Ein Einfluss wäre für mich erstmal etwas beeindruckendes, dem nachgeeifert werden soll. Also an der Stelle würde ich die Stimmung über die Quelle stellen, sodass unter Umständen mehrere Quellen zu einer Stimmung beitragen, ein Thema aufgreifen und ein Bild vervollständigen. Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass die Quellen sich auch gegenseitig beeinflussen, also eine Stimmung von Quelle A nicht umsonst in einer Jahre späteren Veröffentlichung von Quelle B wiedererkennbar ist, solang man sich eben für die Thematik interessiert und die Augen offenhält. Spellforce etwa würde ich zweifellos Star Gate und Tolkien (alleine schon das Introvideo) als präsenteste geistige Väter/Einflüsse vorwerfen, wobei ich da noch mindestens eine Zutat misse oder nicht kenne. Nuja, der Zirkel wäre noch wesentlich hier.


    Insofern listet jeder 'Einfluss' für mich einige Quellen, in denen die Ästhetik und Stimmung präsentiert und transportiert wird. Wobei man dann wieder die selben Quellen aus anderen Gründen in einem anderen Einfluss nennen kann.


    Das ist für mich auch nah, wenn auch nicht identisch, am Gedanken zur Themensetzung. Naja, die Idee ist, dass in einigen Einflüssen (Zombies) auch schon Themen gesetzt sind, die bei Übernahme des Einflusses/Gefühls auch schon in die Welt übernommen werden. Das bildet aber nicht zwangsläufig alle Themen ab, da ja aus der Kombination (oder auch schon einer Variation des Einflusses) neue gesetzt und behandelt werden können. Über Themen spekulier ich jetzt aber noch nicht.


    Einflusskarte
    Auch wenns weniger grafisch wird, versuche ich mich an die Restriktionen der DA-IMap zu halten, also: 13 Elemente, eins präsent, dann 2, dann 3, dann 7 kleine. Die Vorlage gewichtet so in: 1x30%, 2x13.3%, 3*6.6%, 7*3.3%. (wie sinnvoll das jetzt war.. x.x)


    Das Muster wird: Titel, Inhalt, Quellen. Und der spannende (und für mich eben sinnvollere) Teil neben dem Zusammensuchen der Quellen die Zuordnung zu den Einflüssen und Beschreibung dieser, um herauszuarbeiten, was mich eben fasziniert hat und das als neue Weltenbauprämissen besser verfolgen zu können. o,o [Prämissenthread folgt, wenn er nicht auch entdeckt wird]


    Auch von meiner Seite aus nur ein teilweise vermutlich doofer/unvollständiger/falsch gewichteter Versuch das zu sammeln. Insgesamt bleibt sicher eher schwammig, was jetzt Einfluss oder Trope oder Kerngedanke oder sonstwas ist ..ich hoff das irgendwann noch besser hinzubekommen x_x Jedenfalls ist jede Beschreibung auch ein (trauriger) Versuch das beeindruckende und die Stimmung aufzufangen.


    30% - Mythologie

    • Vorwiegend ägyptisch, nordisch, sumerisch, keltisch und griechisch. Spannend ist hier die Wandlung von z.B. der Gorgo durch einen alten Film, seitdem sie immer mit Schlangenschweif anstelle menschlicher Beine dargestellt wird.
    • Quellen: Age of Mythology, Star Gate, Mummies Alive, Mumie, Scorpion King .. und was sonst so anfällt.

    13% - Horrorkultur

    • Eine Kultur mit Horrorästhetik, oft ohne menschliche Zivilisationsfortschritte, oft in Gestalt wilder Hexen oder drumherum oder dergleichen, z.B. mit Vampiren oder anderweitigen Menschenfressern. In einigen Beispielen nutzen sie nicht mal Feuer. In anderen wiederum gibts ein modern militarisiertes Untotenregime, ggf. auch Diesel/Steampunkige Weltkriegsmaschinerie. Jedenfalls löst die Kultur in irgendeiner Form Unbehagen aus.
    • Quellen: Akasha (Queen of the Damned), Legacy of Kain, Enchantress (Suicide Squad), Hexenkönigin (Last Witch Hunter), Pandorum-Harpyen, Hexenraben (Skyrim), Sólstafir Fjara, Iterini von Hal'Xurak, Cyanide Deathstars, Crimson Skies, Avalon, Diesepunk oder so

    13% - Eiszeit, Prähistorie, Toba

    • Geschichten aus der Zeit als Menschen rar waren, und neben Sapiens auch Neandertaler, Erectus und so herumliefen. Hier wie mit Morrowind beschrieben die grausame Schönheit der Einöde und der Gigantismus der Eiszeit.
    • Quellen: Dokus, Artikel und Schrieb, Ice Ages - this killing emptiness (Album), Skyrim und was sonst Mammut und Säbelzahn aufgreift, Spellforce StoneBlade Mountain OST/Stimmung der Karte.

    7% - Wiedergänger

    • Auch eher eine Ästhetik-Sache, visuell wie klanglich, öfters auch Zombie-Maschinenhybriden.
    • Quellen: Homo Medusae (UT04), Virus (Film), Borg, Mummies Alive, Mumie, Dark Souls

    7% - Bewusstseinsillusion

    • Bewusstsein und Identität als nützliche Illusion im Sinne des genetischen Imperatives, Schwarmidentität (Wie ist es ein Haufen autonomer Neuronen zu sein? Wie ist es ein Fußballteam zu sein?), Persönlichkeitsspaltung/Fusion/Miteinanderauskommen, schlafendes vs. erwachendes Bewusstsein, erwachende K.I, lebende Puppen und die Richtung "Horror der Existenz" wenn unbelebtes lebt und das Lebende sich fragen muss ob es nicht selbst/auch unbelebt sein müsste wenn es Puppe/Zombie/Automat die Existenzberechtigung abspricht. Visuell wohl im Uncanny Valley menschähnlich aber irgendwie falsch.
    • Quellen: True Detective (Staffel 1), Daniel Dennett, Monogatari Yotsugi vs Pinocchio, Split und ältere Persönlichkeitsweltenfilme, Serial Experiments Lain (vlt. weniger inhaltlich sondern son Gefühlsding x.x), Kult (Endless Legend), SciFi-Völkerziel des Aufstieges in eine höhere Bewusstseinsebene, Nachweltvorstellungen, Person of Interest, Borg, Cybermen & ähnliche HIVE-Systeme, Blame (Film, in dem als Mensch zählt, was irgendwann mal als solcher geboren ward), Gegenständen erwachtes Bewusstsein wie die Argo oder klassischerweise Schwerter (Jigoku Shoujo), Garden of Sinners

    7% - Phänomene

    • Auftauchende Anomalien sind durch Lösung ihres Rätsels, Ergründen ihrer Regeln und durch die daraus resultierende neue Betrachtungsweise verständlich und mit ungewöhnlichen Mitteln zu besänftigen.
    • Quellen: Mushishi, Ga-Rei Zero, Garden of Sinners, Monogatari .. ist eigentlich ein ganzes Anime-Genre, Geisterwelt aus Avatar, Doctor Who, Horrorfilme sodenn die Protagonisten die Regeln der Monster ergründen müssen á Evil Dead, Der König in Gelb, Lovecrafts Unbegreifbarkeit

    3% - (Verlorene) Tempelstadt des Ordens zwischen den Sternen

    • In einer Tempelstadt zwischen den Sternen wacht ein Orden über eine große Macht und/oder schützt vor interdimensionalen/-stellaren/andersweltigen Portale/Bedrohungen/Dämonen, und ist über die Institution hinaus für die Wesen dort Heimat, Familie und Geburtsrecht, also mit einer Form von Adel verbunden, manchmal an den Bedrohungen oder in der Aufgabe gescheitert ein Relikt der Vergangenheit in Gestalt verlassener Ruinen. Auch ästhetisch stets sehr eindrucksvoll.
    • Quellen: Azarath (Teen Titans), Vodyani und Vodyani Choralgesang (Endless Space 2 Intro/Outro-Video/OST), Izalith (Dark Souls), Gargoyles (Zeichentrick, Burgschutz- und Dämonencharakter), Luciferland Mandragora Scream (Albumcover, Stellare Nonne), Star Gate (Sternentempel- und Torthematik), Doctor Who (Shadow Proclamation Visuell), Dr. Strange (Portaltempelthematik im Film), Lost Carcosa

    3% - Naturvolk

    • Was in der unziviliserten Natur ohne Zivilisationsgüter zurechtkommt und physiologisch auch irgendwie sehr eindeutig da reingehört, oft in Richtung Waldelfenästhetik und/oder keltisch-wild.
    • Quellen: Mononoke, Waldelfenzeugs, Dryaden (Warhammer Total War), Enchantress (Suicide Squad), Hexenkönigin (Last Witch Hunter), Hexenraben (Skyrim), Tolle Trolle (Kinderserie), Spellforce Eloni OST Waldelfentrommeln

    3% - Starke Empirik

    • (So wie Victoria sie mir in einem Satz beschrieb) Der Bote ist die Nachricht, eine Welt jenseits der Wahrnehmung existiert nicht (oder ist in der schwachen Empirik transempirisch, also eh nicht wahrnehmbar und daher irrelevant). Wolf schrieb da über imaginäre Welten, dass wir diese durch Medienfenster wahrnehmen und hierbei die Illusion entsteht, wir würden durch diese Fenster auf etwas existierendes hinter den Fenstern blicken, obwohl die Welten nur innerhalb und durch diese Fenster existieren.
    • Quellen: Victoria Empirik, Mark J.P. Wolf Building Imaginary Worlds, Rap News "For the medium is the message"

    3% - Mentalparasitismus

    • Nichtphysische Existenz lebt in deinem Verstand, ist wohl Teil des Bewusstseinsillusions-Komplexes.
    • Quellen: Krüger hab ich nie gesehn, Pontypool, Call (Audiovirus-Zeug), Daniel Dennett, Der König in Gelb

    3% - Blade

    • Balance of Power (oder so) zwischen Menschen und <bitte einfügen> wird durch einen Hybridmutanten aufrechtgehalten, bzw. platter hilft etwas ausgestoßener Mutant gegen die Monster, während gewöhnliche Menschen das nicht hinbekommen.
    • Quellen: Blade, Witcher, Claymore, Avatar

    3% - Heldenepos

    • Conan, Hercules, Beowulf und so, die da im tapferen Kriegerkult ausziehen den Drachen zu erlegen oder so.
    • Quellen: Conan, Hercules und Co.

    3% - Bronzezeitliche Hochkulturen

    • Aus dem Bronzezeit-Kollaps bekannt Ägypten, Hethiter (sehen in der Doku nach Conans Welt aus), Mykene .. mit Architektur, Sozialstruktur und sonstigen zivilisatorischen Errungenschaften und politischen Problemen.
    • Quellen: Dokus, Artikel und Schrieb, mesoamerikanisch ästhetisch Rokka


    Aufgefallen ist mir hier zum Ende noch, dass ich gern mehr so Zeug und Quellen beschrieben hätte, die aber eher für mich interessante Thematiken oder schöne Medienpräsentationen sind, aber in den Weltenbau bislang nicht einflossen. Auch 'starke Empirik', so schön sie ist, ist bislang nur in einem Geistervolk richtig eingeflossen und verdient vielleicht keine 3%. :meh:

  • So. Und wo ist die Karte?

    Man kann gar nicht so rundum stromlinienförmig sein, dass es nicht irgendeine Pappnase gibt, die irgendetwas auszusetzen hat.
    - Armin Maiwald

  • Scherzbold, da weder Quelle noch Ergebnis einzig grafisch sind, hab ich doch drauf verzichtet. ;D An der Stelle kann man aber tatsächlich Symbolbilder nachreichen.. da versuch ich mich mal dran, sobald ich Mitte September oder so wieder an einen Computer komme :P

  • Dann poste ich halt meine Karte. ;) Ich war gestern echt entsetzt, dass ich diesen Thread nicht kannte, und dann musste ich natürlich SOFORT solche eine Karte basteln, was dann bis 3:00 Uhr gedauert hat ... %-)


    Ich wette, keiner von euch wäre auf die Idee gekommen, was der Haupteinfluss von Nehadún ist, denn Tech- und Magielevel passen nun wirklich nicht zusammen; der Einfluss besteht eher im Bereich von Charakteren und abstrakten Settings.



    Jetzt muss ich erst einmal Krempel fürs WBT zusammenpacken, dann bastle ich die Influence Map für mein SF-Setting zu Ende ... ;)

  • Hm ... Für Bloubbuji wird die Karte recht übersichtlich... ;D

  • ;D Aberaber das geht so nicht, siehe die Regeln der Karte - wenn, dann musst du schon eine 3x3-Lavalampe, zwei 2x2-Lavalampen, drei 2x1-Lavalampen und sieben 1x1-Lavalampen einfügen. ;)

  • ;D Aberaber das geht so nicht, siehe die Regeln der Karte - wenn, dann musst du schon eine 3x3-Lavalampe, zwei 2x2-Lavalampen, drei 2x1-Lavalampen und sieben 1x1-Lavalampen einfügen. ;)


    Das sind doch so viele unterschiedliche Bilder. Die passen halt nahtlos aneinander.

  • Quatsch... einfach jeden Blubbel extra in ein Bild setzen, und paßt schon! :lol:



    Hab lang überlegt, ob ich auch so ne Karte mach - erstens ändert sich die bei mir ja eh alle 5min, zweitens hab ich garantiert wieder die Hälfte vergessen und drittens war das grad 2 Stunden Aufwand, der eigentlich in die WBO hätte gehen sollen... Procrastination 101 :pfeif:


    [Blocked Image: http://cobbler.pilfering-bard.com/wp-content/uploads/2017/08/InfluenceMap2017-08_400.jpg]


    Erklärungen:

    Bring me your soul, bring me your hate
    In my name you will create
    Bring me your fear, bring me your pain
    You will destroy in my name

    - Les Friction, Dark Matter

  • Spannender Thread, der mir früher völlig entgangen ist.
    Ich hab so etwas auch mal für Acarneya versucht, wobei meine Karte nicht so rasend spannend ist. Wie man sieht, kommt der Einfluss hauptsächlich von Kulturen und Ländern unserer Erde. Auch Sarantium ist da als weltenbastlerischer Einfluss ja fast etwas "geschummelt", da es ja im Wesentlichen Byzanz entspricht - aber hier hat mich in erster Linie inspiriert, dass mir mit Kay erstmals ein Autor untergekommen ist, der nicht nur sehr historische Fantasy schreibt, sondern sich auch an der Antike orientiert. Ansonsten hatte vor allem Mittelerde einen riesigen Einfluss auf mein Basteln.


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